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CAD/CAM – Zukunft der Prothetik
DruckenDass der CAD/CAM-Technologie in der Prothetik die Zukunft gehört, stellten die Referenten des 1. Heraeus Prothetik Symposiums am 18. November 2009 im Steigenberger Airport Hotel in Frankfurt klar heraus. Rund 400 Teilnehmer aus Zahnmedizin und Zahntechnik erlebten Vorträge auf hohem Niveau.

Karl Pilsl plädierte in seinem Beitrag „Wem gehört die Zukunft?“ für mehr Mensch- und Mitarbeiterorientierung.
Wirtschaftsjournalist und Unternehmer Karl Pilsl stimmte die zahlreichen Zuhörer gleich zu Anfang über Zukunftstrends unter dem Motto „Wem gehört die Zukunft?“ ein. In sieben Thesen zeigte er den aufmerksamen Zuhörern auf, dass Umdenken in allen Bereichen der Gesellschaft hin zu Menschenund Mitarbeiterorientierung der Weg zu erfolgreichem Handeln ist. Prof. Dr. Hans-Christoph Lauer vom Universitätsklinikum Frankfurt wies in seinem Beitrag auf die Bedeutung orofazialer Ästhetik für berufliche und private Beziehungen hin. Die Erreichung optimaler ästhetischer Ergebnisse bei der Rehabilitation oraler Defekte ist jedoch ausschließlich in einem gut harmonierenden Team von Spezialisten erreichbar. Anhand vieler Fallbeispiele wurde das Zusammenspiel von Chirurg, Zahnarzt und Zahntechniker bei optimierten Prozessabläufen dokumentiert.
Zirkoniumdioxid als Alternative zu Metall
Dem Werkstoff Zirkoniumdioxid aus werkstoffwissenschaftlicher Sicht näherte sich Prof. Dr. Peter Pospiech (Homburg) in einem lebhaften und äußerst humorvollen Beitrag. Anhand von werkstoffkundlichen Tabellen und Fallbeispielen zeigte er, dass diese Oxidkeramik alle Vorteile in sich vereinen soll – zahnähnliche Farbe und metallähnliches Verhalten. Anhand klinischer Beispiele wurde belegt, dass bei entsprechender Indikation und Verarbeitung Zirkoniumdioxid im festsitzenden Zahnersatzbereich eine Alternative zu Metall darstellt. Unter dem Titel „Doppelkronentechnik im CAD/CAMSystem“ stellte Dr. Steffani Janko aus Frankfurt die verschiedenen Möglichkeiten vor, Primärkronen aus Zirkoniumdioxid mit dem CAD/CAM-System Cara von Heraeus herzustellen. Durch die Herstellung galvanisch geformter Matrizen auf den keramischen Primärkronen wird die Klemmpassung klassischer Konuskronen durch eine zuverlässige verschleißfreie Haftung abgelöst. Im abschließenden Themenblock des Abends „CAD/CAM-Restaurationen – Eigenschaften und Verarbeitung“ gab Prof. Dr. Joachim Tinschert (Aachen) einen fundierten Überblick über die klinische Anwendung von Kronen- und Brückengerüsten aus Zirkoniumdioxid. Fragen zu Indikation, Präparation, Abformung und Zementierung wurden umfassend und praxisnah beleuchtet sowie wesentliche Aspekte herausgearbeitet, die für erfolgreiche Langzeitergebnisse unabdingbar sind. Jürgen Steidel aus Usingen nahm sich im Anschluss der Verblendung von Zirkoniumoxidgerüsten an und wertete kritisch das Auftreten und die Ursachen des sogenannten „Chipping“ – einem Abplatzen innerhalb der Verblendkeramik, das überwiegend bei rein glasbasierten, leuzitfreien Verblendkeramiken zu finden ist. Leuzithaltige Verblendkeramiken wie zum Beispiel die HeraCeram Zirkonia wirken dem entgegen, wie eine Studie der Universität Heidelberg belegt.
Langzeiterfolg erfordert Teamwork
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde sowohl durch die Beiträge aus dem Auditorium wie auch den Stellungnahmen der Referenten ein Thema klar heraus gearbeitet, das sich in allen Vorträgen gefunden hatte: Eine optimale prothetische Restauration ist nur mit einem perfekten interdisziplinären Zusammenspiel von Zahnarzt und Zahntechniker zu erreichen. Der Werkstoff Zirkoniumdioxid ist für viele Indikationen eine zukunftsweisende Alternative. Allerdings verzeiht die Keramik keine Verarbeitungsfehler und so sind beide Disziplinen angehalten, von der Präparation bis zur Eingliederung der fertigen Arbeit präzise zu arbeiten, um den Langzeiterfolg der Arbeit sicher zu stellen.
Den Ausklang des gelungenen Abends konnten die Teilnehmer zu der Musik von Elton John und Billy Joel, vorgetragen von der Band „Movin`Out“ genießen,
wobei für das leiblich Wohl durch ein reichhaltiges Buffet gesorgt war. Bei bester Stimmung und vielen fachlichen Diskussionen fand so ein äußerst informativer und spannender Tag seinen Abschluss.
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ZAHNTECH MAG 13, 12, 764 – 765 (2009)






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