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Der Goldquadrat-Kongress im Zeichen der Digitalisierung
DIGITAL NORMAL?!
DruckenVom 13. bis 15. Januar 2012 lud Goldquadrat zu seinem vierten Goldevent ein. Bei dichtem Schneetreiben fanden über 350 Teilnehmer den Weg ins Erzgebirge und sie sollten für die teils beschwerliche Fahrt nicht enttäuscht werden. Auch in diesem Jahr war das Tagungsprogramm gespickt mit teils hochkarätigen Referenten und einem überwiegend spannenden Tagungsprogramm.

Abb. 1: Die Eröffnungsrede hielt Burghard Goldberg zusammen mit Olympiasieger Jens Weißflog (li.).
Wenn auch das Veranstaltungsmotto die Vermutung zuließ, dass die Veranstaltungsthemen in erster Linie die digitale Welt zum Inhalt haben, so wurden die Teilnehmer durch eine fein abgestimmte Ausgewogenheit von digitalen und „analogen“ Themen positiv überrascht. Gleich zu Beginn des ersten Veranstaltungstages startete ZTM Björn Roland mit seinem Thema „Mehr Effizienz durch digitale Intelligenz“ durch. Mit seiner frischen Vortragsweise zog er die zahlreich erschienenen Zuhörer in seinen Bann.
Beschäftigte sich der Eröffnungsvortrag noch mit der digitalen Welt, so überzeugte ZTM Andreas Piorreck im Anschluss daran mit einem ästhetisch anspruchsvollen Referat über den Werkstoff Keramik. Der weitere Verlauf des Tages war geprägt von interessanten Themenwechseln; referiert wurde im Weiteren über „digitale Bohrschablonen“ oder zum Beispiel über „medikamentöse Versorgungen bei operativen Therapien“ durch Herrn Markus Brode, Kardiologe aus Zwickau.
Den Abschluss des ersten Tages gestaltete Extremsportler Joey Kelly. In seinem Vortrag gab er Einblicke in das Leben der Kelly Family, ihre Entwicklung und den Kampf als Straßenmusiker über viele Jahre. Er zeigte klar auf, dass man mit entsprechender Energie und Willenskraft seine Ziele erreichen kann. Sein Motto lautet: „Du musst dir ein Ziel setzen und dann musst du einfach anfangen. Wenn es mal einen Rückschlag gibt, egal: Du glaubst an dein Ziel und machst einfach weiter.“ Was vielleicht nicht jeder weiß: Joey Kelly hat unter anderem über 100 Wettkämpfe (z.B. Marathon, Ironman und Wüstenläufe) absolviert. Er stellte den Rekord von acht erfolgreichen Ironman- Teilnahmen innerhalb von nur zwölf Monaten auf.
Der Intraoralscanner bringt Veränderung
Den Vormittag des zweiten Tages prägten insgesamt dreizehn Fachworkshops, die rege besucht waren. Bei der beachtlichen Themenvielfalt war für jeden Teilnehmer etwas dabei, ob es sich um die Themen Management, Abrechnung, CAD/CAM, Keramikschichtung, Modellherstellung durch Prototyping oder um Werbung im Internet durch Google AdWords handelte. Parallel dazu überzeugte die Veranstaltung durch ein ebenso breites Angebot an Workshops für die Begleitpersonen, die dort arbeiten konnten, da die Kinder durch eine Skischule gut versorgt wurden.
Den Nachmittag eröffnete MDT Michael Bergler, der seit seinem Weggang vor zwei Jahren an die University of Pennsylvania zum ersten Mal wieder in der Heimat sprach. In gewohnt frischer und eleganter Vortragsart präsentierte Michael Bergler mit exzellentem Bildmaterial kurzweilig Möglichkeiten und aktuelle Tendenzen in der digitalen Technik. Gespannt verfolgten die Teilnehmer seine Ausführungen, insbesondere über aktuelle Entwicklungen in den Vereinigten Staaten.
Mit Spannung erwarteten die Teilnehmer auch die Ausführungen von ZTM Josef Schweiger von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sein Thema „Neue Entwicklungen der intraoralen Scansysteme“ zeigte klar auf, in welche Richtung sich die Zahnmedizin entwickelt. Hierzu Josef Schweiger: „Der Intraoralscanner wird die dentale Produktionskette in einem Maße verändern, wie es unsere Branche in ihrer Geschichte noch nie erlebt hat.“ Zusammenfassend lässt dies eine besonders spannende IDS im nächsten Jahr erwarten.
Weiter ging es mit interessanten Vorträgen zu den Themen „digitale Zahnfarbenbestimmung“ mit ZTM Okawa, „Keramik von basic bis advanced“ mit Hiroki Goto aus Kalifornien und der Präsentation eines gemeinsamen Behandlungskonzeptes durch den Zahnarzt Dr. Ulrici, den Mediziner Dr. Barth und ZTM Böthel.
Problem: Informationsüberflutung
Den krönenden Abschluss der Referate bildete am zweiten Tag ein „besonderer Vortrag“. Diesen hielt Dr. Ulrich Lachmann, ein renommierter Marktforscher und Werbeexperte. Sein Thema: „In den Kopf statt in den Papierkorb“. Dr. Lachmann sieht in der Überflutung der Menschen mit Signalen aller Art die wesentliche Ursache dafür, dass viele Werbebotschaften nicht in gewünschter Weise „ankommen“ und empfiehlt daher, drei Grundlagen bei der Werbung zu beachten: Kontrast – um sich von anderen abzuheben –, Konsistenz – bei einer Werbelinie bleiben – und Klarheit – kurze, knappe Botschaften mit einem dazu passenden Bild. „Wenn der Chef des Unternehmens die Werbekampagne schon lange leid ist, kommt sie erst bei dem Kunden an“, beteuert Lachmann und warnt davor, den Erfolg der Werbung am Umsatz zu messen. Denn ein Teil der Werbung wirkt nicht sofort, sondern erst viel später. „Der Kunde erinnert sich dann an die Werbung, wenn sein Involvement angestiegen ist“, erklärte Dr. Lachmann. Warum der Mensch Werbung mal registriere und mal ignoriere, hänge im Wesentlichen von seinem momentanen Interesse ab. Ist er hoch involviert, ist er aufnahmebereit für tiefergehende Informationen. Diese Kunden nutzen meist das Internet als Informationsquelle.
Den finalen Höhepunkt der Veranstaltung bildete „Ein Abend im Goldrausch“ mit einem vorzüglichen Buffet, energiegeladener Musik und einem „dentalen Come Together“, wie es in unserer Branche nicht mehr oft anzutreffen ist.
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ZAHNTECH MAG 16, 1/2, 52–53 (2012)










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