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15. Prothetik-Symposium von Merz Dental und Quintessenz 2011
„Prothetik leben – zwischen Pflicht und Kür“
DruckenMuss man noch darauf hinweisen, dass am Sonnabend des ersten Adventswochenendes in Berlin traditionell ...? Wohl kaum! Der treuen Leserschaft dürfte dieser Termin durch unsere alljährliche Berichterstattung mittlerweile bekannt sein.

Referenten aus Wissenschaft und Forschung, Praxis und Labor zwischen Pflicht und Kür in der Prothetik.
Um es gleich vorwegzunehmen: Äußerlich änderte sich beim nunmehr bereits 15. Symposium wenig, Organisation und „Location“ waren wie immer perfekt. Auch das diesjährige Moderatoren-Duo hatte sich schon 2009 einmal zusammen bewährt. Diesmal aber traten die Herren Hauck und Klinke sogar im Einheitslook bis hin zum gleichen Einstecktuch an, was darauf hindeuten mag, dass man im Gegensatz zu „Wetten, dass...?“ beim Prothetik-Symposium nunmehr die Nachfolgefrage gelöst hat. Mit ihrem Auftritt leiteten die beiden somit auch optisch zum ersten Vortrag des Tages hin: „Schön in Schale“.
ZTM Wolfgang Bade (Schwerin) stellte unter diesem Titel die neuen, aus PMMA bestehenden, ca. einen Millimeter dicken „Art-Veneers“ vor. Er nutzt sie anstelle von Prothesenzähnen zur Verblendung von Außenteleskopen und erzielt damit relativ einfach eine erstaunlich gute Ästhetik. Sie sind insbesondere für Over Dentures geeignet, weil sie sich wegen der Materialgleichheit auch chemisch perfekt mit der PMMA-Basis verbinden. Auch für Ästhetik-Anproben eignen sich diese Schalen.
Einer oft schon gestellten, aber bisher zu wenig beantworteten Frage widmete sich ein Team aus zwei Materialforschern: Dipl.-Ing. Bogna Stawarczyk (Univ. Zürich) und PD Dr. Ralf Zimehl (Merz Dental): Sind neben verschiedenen Zahnformen auch die verschiedenen Prothesenzahnmaterialien klinisch relevant? Mit der Einführung der sogenannten Hochleistungs-PMMA mit dreidimensionaler Vernetzung auch für Prothesenzähne stellt sich diese Frage bekanntlich neu. Die Autoren bezogen sich neben dem aktuellen Stand in der Literatur auch auf eigene Untersuchungen hinsichtlich verschiedener Kriterien. Bei der alimentär bedingten Farbauflagerung zeigte sich eine gleichmäßig gute Entfernbarkeit der von Kaffee, schwarzem Tee und Rotwein erzeugten Spuren bei den untersuchten PMMA-Zähnen. Die auf Komposit basierenden Zähne schnitten hier ein wenig schlechter ab. Spannender war der Vergleich der Abrasionsfestigkeit: Sowohl gegenüber Kunststoff als auch gegenüber Schmelz erwies sich in einer Fünfjahres-Kausimulationsstudie der neu entwickelte und sehr homogen mit Silika- Apatit gefüllte Kunststoff der Fa. Merz Dental als Klassenbester. Leider – und das ist auch der Schnelllebigkeit auf diesem Sektor geschuldet – stehen klinische Studienergebnisse noch aus.
ZT Julia Polz (Erlangen) gab einen Überblick über die intraorale Schienentherapie bei schlafbezogenen Atmungsstörungen. Dass hier ein Nachholbedarf besteht, zeigten die vorgestellten Zahlen: Etwa 18 Mio. Menschen sollen hierzulande nachts so stark schnarchen, dass sie nie richtig ausgeschlafen seien. Dagegen gäbe es neben einigen kuriosen Vorrichtungen, die das Schnarchen verhindern, indem sie den Schlaf nahezu unmöglich machten, verschiedene Geräte auf dem Markt. Sie alle sollen letztendlich einem Ziel dienen: das Pharynxvolumen zu vergrößern. Dazu gibt es z.B. „Gaumenstabilisierungsplatten“, die mit einer Pelotte den weichen Gaumen stützen. Ein „Zungenretainer“ soll dagegen die beim Schnarchen nach dorsal driftende Zunge ventral fixieren. Die meisten Antischnarch-Vorrichtungen aber erzeugen eine Unterkieferprotrusion und müssen dazu mit einer Schiene an den eigenen Zähnen befestigt werden, was immer auch bedeutet, die vertikale Dimension zu vergrößern. Deshalb sollten zwei Voraussetzungen gegeben sein: ein parodontal gesundes Gebiss und das Fehlen einer craniomandibulären Dysfunktion. Solche Protrusionsplatten sind heutzutage schon in konfektionierter Form über das Internet zu beziehen, wovor die Rednerin jedoch warnte. Die Kieferrelation zur Herstellung dieser Aufbissbehelfe muss in protrusiver Stellung gewählt werden. Frau Polz empfahl, bei 50 % der maximalen Protrusionsstrecke zu verschlüsseln. Wegen der Bisshebung sei die Übertragung in den Artikulator mit einem arbiträren Gesichtsbogen angezeigt.
Für den Berichterstatter wäre Frau Polz’ übersichtlich, fundiert und mit angenehm kühler Stimme vorgetragener Beitrag erster Anwärter auf den Tagungsbestpreis für Zahntechniker, wenn es diesen denn gäbe ... Dies umso mehr, als sie kurzfristig für einen verhinderten Redner des Symposiums einsprang und zudem mit ihrem Vortrag ebenso in hiesigen Schlafzimmern als auch im Tagungsraum für Ruhe sorgte, im letztgenannten allerdings wegen der gespannten Aufmerksamkeit.
Der einstige Modellbauer und inzwischen erfolgreiche CAD/CAM-Dienstleister Antonius Köster (Meschede), der seine Karriere selbst mit dem Slogan „vom Hand-Werk zum Kopf-Werk“ beschrieb, entdeckte vor Jahren durch Kontakte zur Firma Merz Dental die Zahntechnik als Arbeitsfeld. Inzwischen kann er z.B. komplette Modellgussgerüste virtuell konstruieren und dann in verschiedenen Kunststoffen „ausdrucken“, die entweder direkt klinisch eingesetzt werden oder als ausbrennfähiger Prototyp für einen herkömmlichen Guss aus einer NEM-Legierung dienen. Köster zeigte die sich aus dieser Technik ergebenden Möglichkeiten: Er kann Daten aus unterschiedlichsten Quellen verwenden, beispielsweise von DVT, CT und Face-Scan. Damit sind Prothesenduplikate ebenso herstellbar wie kieferorthopädische Aligner, auch Schnarcherschienen, Bohrschablonen und sogar Provisorien. Ein Problem sieht er aktuell noch in der Datenlesbarkeit, weshalb er offene CADSysteme fordert. Dieser mitreißend optimistische Vortrag zeigte, dass auf unserem Fachgebiet noch lange nicht alle technischen Möglichkeiten ausgereizt sind. Indem er darauf hinwies, dass rechnergestütztes Konstruieren streng genommen auch rechnergestütztes Produzieren erfordere, zeigte er den Weg der Zahntechnik in Richtung „Zahn-Hightech“, was den einheimischen Betrieben wieder einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnte.
Dr. Thomas Schwenk (Nürnberg) zeigte, mit wie wenig Aufwand bei festsitzendem bzw. kombiniertem Zahnersatz in jeder Praxis überdurchschnittlich ästhetische Ergebnisse erzielbar sind. Er führte den Begriff „Display“ für den sichtbaren intraoralen Bereich ein, wo es auf eine perfekte Rot-Weiß-Ästhetik ankomme. Dazu nutzt er einige „Instrumente“: Marktote und verfärbte Pfeiler bleicht er grundsätzlich vor jeder Behandlung, um am Ende eine einheitliche Farbe erzielen zu können. Im „Display-Bereich“ verwendet er kein Metall, um den Lichteinfall in die Gingiva und den Alveolarknochen nicht zu stoppen. Er schont bei Präparation, Aufbaufüllung und Abformung die Gingiva durch möglichst atraumatisches Vorgehen, was neben vorsichtiger Präparation oft auch den Verzicht auf Kofferdam oder Fäden im Sulkus bedeutet. Auch bei nötigen Kronenverlängerungen geht er weitgehend atraumatisch vor und benutzt anstelle einer Knochenfräse eine spezielle Schallspitze der Fa. Komet (SFS 120) zum Abtragen des Knochens, was die anschließende Naht meist erspart. Um Gingivarezessionen zu beheben, elongiert er die betroffenen Pfeiler zusammen (!) mit ihrer Gingiva mithilfe der Magnettechnik. Dazu werden zwei Selten-Erd-Permanentmagnete ungleichnamig ausgerichtet übereinander positioniert: Der eine Minimagnet auf der Wurzel bzw. dem Zahnstumpf befestigt, der andere in einer Schiene, wobei zwischen den Magneten ein Spalt von etwa einem Millimeter eingehalten wird. In der Regel wird dieser Spalt schon nach einigen Tagen durch die Elongation des Pfeilers geschlossen sein. Danach kann, falls nötig, der Schienenmagnet erneut auf Distanz gesetzt werden, um eine weitere Elongation zu erzielen.
Bleaching sei etwas Unnatürliches, widersprach im folgenden Vortrag ZTM Haristos Girinis (Nagold), ein alter Bekannter der Prothetik-Symposien-Gemeinde, dessen schon 2009 aufgestelltes Credo „Natürlich ist, was naturidentisch wirkt!“ auch diesmal hätte gelten können. Er zeigte sozusagen das nahezu gleiche Ergebnis wie sein Vorredner, nur eben an herausnehmbarem Zahnersatz, der „sichtbar natürlich“ aussieht „und doch falsch“ ist, so das diesjährige Motto. Ähnlich wie schon vor zwei Jahren demonstrierte er auch diesmal vier Fälle mit hochästhetischer Prothesenmodellation und vermittelte Begeisterung über diese lebensecht aussehende Prothesen- Rot-Weiß-Ästhetik. Girinis’ Auftritt wirkte ehrlich aufrüttelnd: Er vermittelte eine Haltung von „Seht her, was machbar ist, und hört auf, eure Patienten mit mittelmäßiger Konfektion zu versorgen, die meilenweit wie ein Ausrufezeichen wirkt: Diese Zähne sind falsch.“ Zur Ästhetik gehöre aber auch eine gute Planung, um nicht ins Leere zu arbeiten, neudeutsch: Backward Planning, was speziell bei implantatgetragenen Arbeiten praktisch unverzichtbar sei.
Bereits zum dritten Mal nacheinander traten nun beim Merz/Quintessenz-Symposium der Zahnarzt Gert Fecht (Remels) und der ZTM Michael Ziemann (Siegen) als Referenten-Duo auf. Ein sicheres Zeichen dafür, dass deren Botschaft von Kooperation ebenso wie deren Vortragsstil jedes Mal gut ankam, so auch diesmal. Man spürte neben einer gewissen Bewunderung für eine so entspannte Teamarbeit fast schon ein bisschen Neid im Publikum! Bei der Bemerkung, dass die zahnärztliche Bitte um eine „kleine Umstellung“ der Ersatzzähne zumeist nicht eine kleine, sondern eine komplette Korrektur der Aufstellung erfordere, brach ein beim Symposium eher selten zu erlebender Spontanbeifall bei den anwesenden Zahntechnikern aus. Ein deutliches Zeichen für immer noch viel Nachholbedarf in Sachen Kommunikation!
Diesmal demonstrierten die beiden Redner die Zusammenarbeit bei Mini-Implantat-verankerten Totalprothesen, die nichts (!) für Mini-Implanteure, sondern durchaus anspruchsvoll zu setzen seien. Sie verwenden für die Planung mittels DVT eine Prothesenkopie aus dem röntgenopaken Kunststoff Temray (Fa. Schütz Dental). Damit sichern sie eine perfekte Platzierung der relativ unblutig zu setzenden Implantate, die sofort belastbar (und bezahlbar) seien.
Der Vortrag von Dipl. Ing. ZT Michael Retzlaff (Klütz) griff sozusagen eine Aussage vom Vorgängersymposium auf, bei dem Prof. Frauke Müller den Locator als ihr favorisiertes Attachment für implantatgestützte Prothesen alter Patienten genannt hatte. Jetzt wurden anhand zweier Fälle deren Vorteile genannt und die technische sowie klinische Verwendung gezeigt. Im UK sollten idealerweise vier Locatoren genutzt werden, im OK sechs, minimal müssten es zwei sein. Retzlaff hält diese Attachments bei gemischter Zahn- und Implantatabstützung für ungeeignet. Dagegen können sie auf Implantaten eine Achsendivergenz von bis zu 40° ausgleichen. Es gibt Zubehör für unterschiedliche Gingivahöhen (minimal 3 mm) und Protheseneinsätze für Haltekräfte von 6 bis 23 N; bei einer größeren Achsendivergenz als 11° sollen maximal die 17-N-Einsätze verwendet werden. Sein Fazit: Dieses Kopplungselement ist gerade für Senioren „einfach rund, praktisch und gut“.
Das zweite Zahnarzt-Zahntechniker-Referentenduo des Tages, Dr. Thomas Perkuhn und ZTM Thomas Holtz (beide aus Kiel), stellte seinen Algorithmus der Totalprothesenherstellung vor, mit dem vorhersagbare Ergebnisse anstatt einer „Schlappe“ produziert werden sollen. Dazu haben auch sie sich aus den vielen altbekannten Arbeitsabläufen eine eigene Methodik zusammengestellt. Das klingt zunächst wenig einfallsreich, entspricht aber durchaus den heutigen Erkenntnissen, wonach es in der Totalprothetik in erster Linie auf die immer wieder beachtete Einhaltung eines in sich durchdachten Konzeptes mit akribisch ausgeführten Einzelschritten ankommt – sozusagen eine klassische QM-Anwendung. Damit machen sie sich unabhängig von der jeweiligen Tagesform und – das ist der entscheidende Effekt für Patient und Behandlungsteam – verringern die Zahl der oft so unbefriedigenden Nachsorgesitzungen. Dadurch kann Totalprothetik sogar Spaß machen, was man diesem Vortrag auch anmerkte. Sie lehnen ihren klinischtechnischen Ablauf eng an Gutowskis Methodik an, also mit Vermessung der alten Prothesen und einer verlangsamten Funktionsabformung (sie nutzen dafür Futar D slow und dann Coltex fine). Ihre Funktionslöffel haben, um ernsthaft funktionell abformen zu können, keine Griffe. Eine nachahmenswerte Idee ist es, die Einprobe der Zahnaufstellung nicht auf dem Behandlungsstuhl, sondern ganz entspannt (und ohne den etwas lächerlich wirkenden Latz!) in einem extra Raum vor einem großen Spiegel durchzuführen. Damit wäre die typische Überfallsituation „So gefällt es Ihnen doch ...!“ in einen stressfreien Moment umgewandelt, was die Zahl der späteren ästhetischen Korrekturwünsche spürbar senke.
Perkuhn und Holtz gehören zur DIR-Fangemeinde, verwenden also routinemäßig ein elektronisch gesteuertes Stützstiftregistrat zur Relationsbestimmung und umgehen damit elegant die typischen, meist protrusiven Fehler bei diesem Schritt. Allerdings bezeichnen sie, wie auch die Vermarkter des DIR-Systems, dies als „instrumentelle Funktionsanalyse“, was bekanntlich nur die halbe Wahrheit ist, denn dazu gehörte ja auch die Bestimmung der Gelenkachse und die Aufzeichnung ihrer Bahn. Diese kleine Mäkelei muss an dieser Stelle sein, denn die Werbeaussage von der kompletten Funktionsdiagnostik mittels DIR könnte sich sonst durch unwidersprochene Repetition als gefühlte Wahrheit durchsetzen.
Den Berichterstatter hätte noch interessiert, wie sich die im Labor mit einer speziellen Schleifpaste eingearbeitete beidseits balancierte Okklusion danach am Patienten zeigt. Denn ohne eine Axiographie, so die vorherrschende Meinung, dürfte die Laborokklusion bei der Ersteingliederung nur zufällig mit der am Patienten übereinstimmen. Aber vielleicht bietet das nächste Symposium Raum für die Diskussion der Kieler Erfahrungen, denn auch dieses Duo hätte sich einen weiteren Auftritt verdient!
Den Schlusspunkt setzte Dr. Felix Blankenstein (Berlin) wieder einmal mit dem Griff nach einem umstrittenen Thema: der Frage nach Nutzen oder Schaden der Prothesenreinigungstabletten. Eine spontane Abfrage des Publikums ergab, dass diese Hilfsmittel mit deutlicher Mehrheit abgelehnt werden. Damit lag man konform mit der hierzulande herrschenden Auffassung, wie sie z.B. auch auf vielen Homepages von zahntechnischen Laboren vertreten werden. Die Verbraucher scheinen das etwas anders zu sehen, denn in Deutschland werden jährlich knapp 65 Mio. Euro für diese Hilfsmittel ausgegeben. Bei einem durchschnittlichen Preis von 5 Cent pro Einzeltablette landen also ca. 1,3 Milliarden dieser Tabletten im Wasserglas (soweit sie nicht für die Reinigung von Blumenvasen missbraucht werden). In den Fachund Lehrbüchern kommt diese Form der Prothesenhygiene kaum vor, die wenigen Befürworter sind zumeist ausgewiesene Alterszahnmediziner. Die Gegenargumente der Skeptiker lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen: Die chemischen Reiniger sollen Prothesenkunststoffe und -metalle korrodieren, sie könnten bei falschem Gebrauch die Schleimhaut irritieren und seien zudem unnütz. Die internationale Literatur zeichnet ein anderes Bild: Nur die stark basischen Peroxide und Natriumhypochlorite greifen den Kunststoff etwas an, diese Produkte finden sich jedoch auf dem hiesigen Markt nicht. Die hier erhältlichen Produkte führen bei versehentlichem Verschlucken kaum zu Irritationen der Mukosa und sind trotzdem erstaunlich gut wirksam. Einige Präparate erzielen sogar eine per definitionem desinfizierende Wirkung gegenüber typischen Problemkeimen wie Candida, MRSA und HPV-1. Sie zeigen sich also als gute Mischung aus Harmlosigkeit gegenüber Prothese und Mensch einerseits und akzeptabler Effizienz andererseits. Es spricht nichts gegen deren tägliche Anwendung zusätzlich zur mechanischen Reinigung. Bei Problempatienten, also hospitalisierten und/oder immunkompromittierten Prothesenträgern, sollten diese Hilfsmittel zur Routine gehören. Allerdings warnte der Vortragende auch davor, die Verantwortung für eine korrekte Prothesenhygiene einer Chemikalie zu übertragen. Chronischen „Nichtputzern“ sollte man zunächst eine adäquate mechanische Reinigung beibringen. Insofern spräche nichts dagegen, auch Prothesenträgern regelmäßige Prophylaxetermine anzubieten.
Zum Schluss soll nicht vergessen werden, dass einige hübsche Neuerungen des letzten Prothetik-Symposiums nun in die Routine aufgenommen wurden. Zum Beispiel die „Speaker’s Corner“, wo die Referenten beim Pausenkaffee noch einmal Rede und Antwort standen. Auch das kleine, als Frage getarnte Koreferat des „Kiefergelenk-Orthopädie“ betreibenden Zahnarztes aus Schleswig-Holstein gehört inzwischen fest zum Programm.
Schließlich erneuern wir unsere Empfehlung auch für das kommende, dann 16. Symposium am 1. Dezember 2012: Melden Sie sich rechtzeitig an – es lohnt sich. Und wir verbinden diesen Rat mit einem Geheimtipp: Diesmal wurde der 5.000ste Besucher dieser 1997 gestarteten Fortbildungsreihe mit insgesamt 5.400 Teilnehmern begrüßt, den üppigen Blumenstrauß erhielt eine junge Zahntechnikerin. Beim nächsten Symposium lohnt es sich also, bei der Anmeldung clever vorzugehen: Sie sollten frühzeitig vor Ort sein, aber zunächst etwa 154 Besucher passieren lassen und dann erhobenen Hauptes die Anmeldeunterlagen in Empfang nehmen! Mit diesem Timing wäre die Chance, als 5.555ster Besucher die dann sicher fällige 1½-Liter-Flasche Champagner zu ergattern, ziemlich hoch!
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ZAHNTECH MAG 16, 1/2, 48–51 (2012)






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