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Wir Lieben die Zukunft – 3. ProLab-Kongress in Kiel
DruckenImplantate, Sonne, Meer und Fortbildung: Unter diesem Motto fand der 3. ProLab‐Kongress auf der Color Line von Kiel nach Oslo und zurück statt.

Abb. 1: Begrüßung durch den Vorsitzenden der ProLab-Gruppe Uwe Kanzler.
200 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zu dieser exklusiven Fortbildung. Ziel dieses Kongresses und der ProLab-Gruppe: ProLab fördert den wissenschaftlichen Fortschritt und die technische Innovation auf dem Gebiet der präimplantologischen Planung mit anspruchsvoller Prothetik.
Die Entwicklungen im zahnmedizinischen und zahntechnischen Bereich schreiten rasant voran. Moderne Zahnarztpraxen und Dentallabore müssen informiert sein, denn nicht alles, was modern ist, ist auch tatsächlich von Vorteil. Unser Ziel besteht darin, dass durch unsere starke Gemeinschaft Zahnärzte und Dentallabore den Dialog miteinander finden, um den Patienten die beste Lösung unterbreiten zu können. Als Fazit sagte der ProLab‐Vorsitzende Uwe Kanzler, dass dies nur gemeinsam unter einem Schirm stattfinden könne.
Als Top-Referenten waren anwesend:
Zahnärztlicher Bereich:
Prof. Dr. Dr. Hendrik Therheyden, Kassel
Priv.-Doz. Dr. Florian Beuer
Dr. Markus Merk
Zahnarzt Steffen Schneider
Zahntechnischer Bereich:
ZT Andreas Nolte
ZT Lutz Ketelaar
Außerdem wurden seitens der Dentalindustrie einige sehr interessante Workshops veranstaltet.
Am Freitag gegen 12 Uhr erfolgte die persönliche Begrüßung am Eingang des Schiffes durch die ProLab-Vorstände Uwe Kanzler, Volker Wagner, Marcel Liedkte, Gerhard Gerhold und Christian Reinsch. Man muss natürlich bedenken, dass für die Planung einer derartigen Veranstaltung ein gutes Jahr vergeht und man merkte definitiv, dass alles bis ins kleinste Detail durchorganisiert war. Um Punkt 14 Uhr verließ die Color Line den Kieler Hafen in Richtung Oslo. Gleich nach dem Einchecken der Teilnehmer in ihre Kabinen, fand um 15 Uhr die Begrüßung durch Herrn Uwe Kanzler, den Vorsitzenden der ProLab-Gruppe, statt. Die Sponsoren Dieses Kongresses waren: Straumann, Team Ziereis, DeguDent, Hafner, Astra Tech, Camlog, Nobel Biocare, Verlag Neuer Merkur „das Dental Labor“.
Nach der Vorstellung der Industriepartner begann der Vortrag von Dr. Markus Merk, Zahnarzt und mehrfacher Weltschiedsrichter im nationalen und internationalen Fußball, zum Thema „Sicher entscheiden“. Er erzählte viel von seinem Leben sowie von Spielen, Siegen, Niederlagen und einzelnen Spielern. Er fand Parallelen zwischen dem Sport und unserem täglichen Berufsalltag, denn hier wie da, können wir sehr viel von dem Teamgeist der Mannschaften und von den einzelnen Spielern lernen. Insgesamt ein sehr nachdenklicher Vortrag für uns Zahnmediziner und Zahntechniker. Danach begannen die einzelnen Nachmittagsvorträge im 9. Stock der Color Line. Den ersten Vortrag hielt Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden aus Kassel. Sein Thema lautete: „Den Knochen verlängern, nicht die Zähne.“ Die Implantologie wandelt sich. Ein Zahnimplantat soll heute nicht nur sicher im Knochen verankert sein, sondern es wird eine prothetische, funktionelle und ästhetische Idealposition erwartet. Fehlender Knochen ist dabei kein Hindernis, auch in der Vertikalen. Die vertikale Augmentation hat durch die neuen Interpositionstechniken wesentliche Fortschritte gemacht. Insbesondere im zahnlosen atrophierten Oberkiefer können durch die Le Fort I‐Osteotomie mit Knocheninterposition fehlende Gewebe effektiv und schonend vertikal, sagittal und transversal aufgebaut werden. Dadurch werden bessere Voraussetzungen für die Prothetik geschaffen, weil Gewebeverluste nicht zahntechnisch, z.B. durch lange Zähne, kompensiert werden müssen. Werkstoffe mit guter ästhetischer Wirkung, z.B. vollkeramische Kronen und -rücken, können häufiger zum Einsatz kommen. Vor einer Neuversorgung eines zahnlosen Kiefers mit Zahnimplantaten sollten dem Patienten Augmentationsmöglichkeiten erläutert werden.
Während der Vorträge wurden auch mehrere Workshops veranstaltet, beispielsweise von der Firma Straumann der Vortrag „Digitale Abdrucknahme mit Cadent iTero“. Am Abend fand das große Gala-Dinner statt, bei dem Zahnmediziner und Zahntechniker sowie die Vertreter der Dentalindustrie sehr schön bei einem 4-Gänge-Menü den Sonnenuntergang und das Dinner miteinander genießen und sehr offene und anregende Gespräche führen konnten. So ging der erste Tag auf der Color Line zu Ende. Am nächsten Morgen nach dem gemeinsamen Frühstuck trat auf dem Oberdeck der Color Line eine Mannschaft der Dentalindustrie zu einer Fußballpartie gegen eine Auswahl der Kongressteilnehmer an, bei der der Weltschiedsrichter Dr. Markus Merk die Rolle des Unparteiischen übernahm. Nachdem die Vertreter der Industrie das Spiel für sich entscheiden konnten, legte die Color Line pünktlich um 10 Uhr in Oslo an. Dort ging es gemeinsam im Bus in die Stadt, wo die Sehenswürdigkeiten von Oslo besichtigt werden konnten. Gegen 13 Uhr musste die Heimreise angetreten werden und um 14 Uhr legte das Schiff schließlich mit Kurs nach Kiel ab.
Am Samstagnachmittag wurden einige Vorträge im Bereich CAD/CAM gehalten. Einen dieser Vorträge hielt Herr Lutz Ketelaar aus Kopenhagen. Er begann mit einem geschichtlichen Abriss der CAD/CAM-Technologie. Mit seinem Vortrag wollte er auch auf die Auswirkungen der CAD/CAM-Technologie auf das Berufsbild des Zahntechnikers aufmerksam machen, das sich seiner Meinung nach vom Handwerker hin zum Veredler industrieller Halbprodukte wandelt. Einen weiteren Vortrag hielt Herr Zahnarzt Steffen Schneider, ein praktizierender Implantologe aus Berlin.
Beim letzten Vortrag, gehalten von Privat-Dozent Dr. Florian Beuer, Oberarzt an der Universität München, ging es um die gesamte Thematik „Digitale Abformung und Orale Scanner – Fluch oder Segen?“, mit dem Tenor, dass die intraorale Datenfassung noch deutlich verbessert werden müsse, und der Frage, wohin die Reise technologisch tatsächlich gehe. Natürlich haben digitale Abformung, Reproduzierbarkeit der Daten, Möglichkeiten neuer Behandlungskonzepte und direkte Kommunikation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker eine große Bedeutung für die Zukunft. Zur digitalen Abformung gibt es einfach keine Alternative, so Dr. Beuer, aber die intraorale Datenerfassung muss noch verbessert werden. Auch die Modellherstellung erfordert ein wesentlich höheres Niveau. Nach dem letzten Vortrag am Samstagabend setzten sich die Kongressteilnehmer zum letzten gemeinsamen Abendessen zusammen und hatten erneut Gelegenheit, einander besser kennenzulernen.
Am nächsten Morgen erreichte die Color Line pünktlich den Kieler Hafen, wo sich alle nach einem ebenso fachlichen wie kollegialen Kongress, der bis ins kleinste Detail von den Verantwortlichen der ProLab-Gruppe sehr gut organisiert war, voneinander verabschiedeten. Der nächste ProLab-Kongress wird erst wieder 2014 stattfinden.
Autor: Shahab Esfarjani, EDC Dental Concept









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