ZTM aktuell – der Newsletter
Alle 14 Tage die aktuellsten Meldungen, Tipps und Trends aus der Zahntechnik in Ihre Mailbox. >>Jetzt kostenlos abonnierenProduktvergleiche
Orientierungs-und Entscheidungshilfe für dentale Produkte und Leistungen >>Zu den VergleichenDentalticker
09.09.2010 15:00Tag der Zahngesundheit 2010
09.09.2010 12:00Mundschleimhaut- und Röntgen-Beratung der DGZMK zwei Jahre in Betrieb
09.09.2010 08:00Zahnmedizin rückt psychosomatische Faktoren in den Fokus
08.09.2010 15:00In Greifswald entscheidet nicht nur die Abiturnote über die Zulassung zum Medizin- und Zahnmedizinstudium
08.09.2010 12:00Ost-Zahnärzte sollen früher mehr verdienen
08.09.2010 08:00Zahnärztliche Approbationsordnung veraltet
07.09.2010 15:00Titanschäume ersetzen verletzte Knochen
07.09.2010 12:00Fit für den Schulalltag mit zahngesundem Frühstück
CAD/CAM-Beratung für Ihr Labor
DruckenDer Einzug der CAD/CAM-Technologie hat die Zahntechnik weltweit radikal verändert. Viele Dentallabore haben bereits einzelne Arbeitschritte, wie Scannen und/oder Fräsen an entsprechende Dienstleister ausgelagert – andere wiederum möchten den digitalen Workflow selbst im Labor einführen. Mit zunehmender System- und Angebotsvielfalt, fühlen sich jedoch viele zahntechnische Unternehmer überfordert, das richtige System für die individuellen Bedürfnisse auszuwählen.

Hilfestellung für Dentallabore bei der individuellen Entscheidungsfindung hinsichtlich Investitionen im Bereich CAD/CAM bietet Ralph Riquier. Als Zahntechnikermeister kennt er das Handwerk von der Pike auf und hat als langjähriger Mitarbeiter der Dentalindustrie bereits früh umfassende Kompetenz in Sachen CAD/CAM erworben sowie die digitale Entwicklung der Systeme Digident (AmannGirrbach) und DentaCAD (Hintels) mitgestaltet. Heute steht er zahntechnischen Unternehmern als Berater für digitale Technologien mit Rat und Tat zur Seite. Im Gespräch mit dem internationalen ZAHNTECHNIK MAGAZIN erläutert er, welche Aspekte und Grundüberlegungen man bei einer Investitionsentscheidung im Bereich CAD/CAM beachten sollte, analysiert die klassischen Fehler und gibt Tipps, wie man das richtige System beziehungsweise den passenden System-Partner findet.
ZTM: Herr Riquier, das Thema CAD/CAM ist heute zwar „in aller Munde“ wird jedoch noch lange nicht in jedem Labor (wirtschaftlich) praktiziert. Woran liegt das?
Ralph Riquier: Das Thema CAD/CAM gehört zu den meist diskutierten Bereichen in der heutigen Zahntechnik. Da es allerdings so umfangreich ist und in sehr unterschiedliche Bereiche hineinstrahlt, sind neben den technischen Kennwerten auch die Vernetzungsmöglichkeiten für den erfolgreichen Einsatz im Labor entscheidend. Hier den Überblick zu bewahren und nicht auf das falsche (tote) Pferd zu setzen, ist nicht einfach.
ZTM: Wo werden die meisten Fehler gemacht?
Ralph Riquier: Um eine wirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen, sind zwei grundsätzliche Faktoren zu analysieren. Zum einen die bedarfsorientierte Auswahl des Systems und zum anderen die anschließende Integration in die Laborproduktion. Ein häufiger Fehler, der bei der Auswahl des geeigneten Systems erfolgt ist, dass keinerlei schriftliche Spezifikation nach einer vorherigen Bedarfsanalyse über die von dem System zu erfüllenden Eigenschaften existiert. Aber gerade dieses Pflichtenheft ist entscheidend, um dem Systemanbieter die eigenen Anforderungen deutlich darzulegen. So können Missverständnisse vermieden und die leider häufig zu lässig getätigten Aussagen über mögliche Indikationsgebiete oder zukünftige Weiterentwicklungen schriftlich dokumentiert werden. Der Fehler bei der Integration ist zumeist, dass erst über diese nachgedacht wird, wenn das System bereits geliefert wurde. Dabei ist dieser Schritt ebenso entscheidend wie die richtige Systemwahl. Die Vernetzung innerhalb des Labors, der Aufbau einer Datensicherung sowie eines Rohlings- und Qualitätsmanagements sind Prozesse, die einer Vorbereitung bedürfen und deren Kosten nicht zu unterschätzen sind. Soll dann noch mit Datensätzen von externen Laboren gearbeitet werden erhöht sich der konzeptionelle Aufbau. Benutzerfreundlicher Datenversand, Datensicherheit und eine einfache, übersichtliche Auftragsverwaltung von der elektronischen Annahme, über die Fertigung, bis hin zum Versand sind essenzielle Faktoren, um eine produktive und wirtschaftliche Fertigung aufzubauen.
ZTM: Welche Grundüberlegungen stehen am Anfang und welche Aspekte sollte man bei der Entscheidung für eine digitale Technologie berücksichtigen?
Ralph Riquier: Grundsätzlich gelten unter anderem folgende Überlegungen:
- Welchen Bedarf an welchen Indikationen (Material/Art der Arbeit/Dimensionen) habe ich?
- Möchte ich selbst fertigen oder fremdfertigen lassen?
- Möchte ich eine bestehende Fertigung auf CAD/CAM umstellen oder neue Kunden bedienen?
- Benötige ich ein „offenes“ System und kann ichdieses auch mit eigenem Know-how betreiben,oder bin ich auf die einfache Bedienbarkeit/Abstimmungeines geschlossenen Systems angewiesen?
Zu berücksichtigen ist immer, dass der Einstieg in eine neue Fertigungstechnik nicht ohne Beulen vonstatten geht. Misserfolge gehören dazu, trotz oder vielleicht auch gerade wegen des hohen Technologiegrades. Aber gerade dieses intensive Auseinandersetzen mit der Technik wird zukünftig den Wissensunterschied der einzelnen Labore ausmachen.
ZTM: Wie finde ich das richtige System/die richtige Technologie und den passenden Industriepartner für mein Labor?
Ralph Riquier: Das „richtige“ System zu finden ist eigentlich nicht schwierig. Hier ein 5-Punkte-Plan:
1. Bedarfsanalyse
2. Pflichtenheft erstellen
3. Vorauswahl der geeigneten Systeme
4. Die infrage kommenden Systeme mit
definierten Testarbeiten live vergleichen
5. Das Pflichtenheft mit dem Anbieter zusammen
durcharbeiten und bestätigen lassen
Zum „richtigen“ System gehört aber immer auch der „richtige“ Partner. Man sollte sich klar machen, dass, je komplexer die Integration/Umstellung ist, desto intensiver werden Labore mit diesem Partner Kontakt haben. Wie bereits erwähnt, auf Misserfolge muss man gefasst sein und spätestens dann benötigt man ein zuverlässiges Unternehmen, das mit eigenem Know-how in der Lage ist, möglichst schnell zu helfen. Nicht umsonst sind in der Industrie die Größe des Lieferanten sowie Support-/Servicemöglichkeiten bei der Vergabe von Aufträgen ein zu berücksichtigendes Entscheidungskriterium.
ZAHNTECH MAG 14, 1/2, 60 – 61 (2010)





Leser-Kommentare
Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu verfassen.