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Natürliche Ästhetik und Stabilität

Drucken aktualisiert am 28.07.2011

Das BPI-Implantatsystem der Biologisch Physikalische Implantate GmbH und Co. KG erfreut sich dank seiner patentierten giebelförmigen Implantat-Abutment- Verbindung immer größerer Beliebtheit bei Implantologen und Zahntechnikern. Der scallopartige Verlauf der Implantatschulter bildet den Verlauf des natürlichen Gingivalsaumes perfekt ab und sorgt für hochästhetische Ergebnisse – auch im kritischen Frontzahnbereich bei Patienten mit hoher Lachlinie. Darüber hinaus sorgt die Implantat-Abutment-Verbindung für eine große Rotationssicherheit und Stabilität. Die Redaktion des Internationalen Zahntechnik Magazins sprach mit ZT Thorsten Schubert, der mit dem BPI-Implantatsystem langjährige Erfahrung hat.

Durch die Giebelform sind auch große Divergenzen auszugleichen.
Durch die Giebelform sind auch große Divergenzen auszugleichen.


ZTM: Herr Schubert, seit wann fertigen Sie Implantprothetik?

ZT Schubert: Meine ersten eigenen Arbeiten im Bereich der Implantatprothetik entstanden zwischen den Jahren 2000 und 2001. Damals hatte ich gerade vom Bereich Edelmetall-, Geschiebe- und Kombitechnik in den Bereich Keramik gewechselt, um meine Fertigkeiten auch in diesen Sparten der Zahntechnik zu optimieren. Ich wollte theoretisch wie auch praktisch auf dem Stand der Technik sein.

ZTM: Mit welchen Implantatsystemen haben Sie dabei Erfahrung gesammelt?

ZT Schubert: Am meisten verbreitet waren damals bei meinen Kunden Straumann, Syn-Okta und Camlog. Manchmal waren auch andere Marken, wie Branemark, Astra-Tech oder Z-Systems vertreten. Je nach Behandler ist der Schwerpunkt unterschiedlich.

ZTM: Sie wenden heute hauptsächlich das Implantatsystem von BPI an. Wie sind Sie zu diesem System gekommen?

ZT Schubert: Das BPI-System war mir bis 2010 nicht bekannt. Dann trat ich eine Stelle an der Klinik für Zahnheilkunde in Sindelfingen an, deren Gründer Dr. Wolfgang Dinkelacker ist. Dr. Dinkelacker entwickelte das BPI-System seit 1996 und verarbeitet dieses System ausschliesslich in seiner Klinik.

ZTM: Welche Erfahrungen haben Sie mit dem BPIImplantatsystem bisher gesammelt?

ZT Schubert: Zunächst ist dazu zu sagen, dass sich das Implantatdesign der BPI-Implantate deutlich von den anderen auf den Markt befindlichen Systemen unterscheidet.
BPI-Implantat.
BPI-Implantat.
Das liegt in erster Linie daran, dass hier bewusst die anatomischen Strukturen bei natürlichen Zähnen zum Vorbild herangezogen wurden. Ein Nachteil der meisten Implantat-Systeme besteht in der Tatsache, dass die morphologischen Vorraussetzungen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Sehen wir uns die Situation bei natürlichen Zähnen an, so zeigt sich dort ein girlandenförmiger Verlauf des Alveolarfortsatzes mit deutlichen Niveauunterschieden der Knochenhöhen von oral und vestibulär nach approximal ansteigend. Parallel zu der Knochenoberfläche verlaufen die Schmelz-Zement-Grenze der Zähne und das Weichgewebe. Durch die Berücksichtigung dieser Strukturen werden die Vorraussetzungen für eine regelrechte Papillenstruktur und ein optimales ästhetisches Resultat geschaffen. Durch das Scallop-Design des Implantates wird das Weichgewebe interdental gestützt und geschützt. Dadurch hat man insbesondere im Frontzahnbereich günstige Verhältnisse, die den Langzeiterfolg einer Versorgung sicherstellen. Für Systeme mit planer Implantatplattform sind Versorgungen im Seitenzahngebiet mit schmalen Kieferkämmen im Unterkiefer besonders schwierige Fälle. Will man hier ästhetisch ansprechende Versorgungen herstellen, müssen die Implantate sehr tief gesetzt werden, sonst liegen die Implantathälse frei. Der Nachteil ist allerdings, dass bei den tief gesetzten Implantaten die Knochenlamelle zurück geht – mit den bekannten Folgen für das Weichgewebe und die Ästhetik. Durch das Scallop-Design des BPI-Implantates ist es möglich, den Verlauf der Schmelz-Zement-Grenze genau nachzubilden ohne dass die Implantatschulter equicrestal oder gar subcrestal gesetzt werden muss.

ZTM: Welche Vorteile sehen Sie gegenüber anderen Systemen?

ZT Schubert: Neben der scallopartigen Gestaltung der Implantatschulter ist auch die giebelförmige Gestaltung der Implantat-Abutment-Verbindung eine Besonderheit des BPI-Implantatsystems. Diese Giebelkonstruktion bietet vor allen Dingen die Vorzüge einer stabilen, leicht entkoppelbaren Verbindung bei gleichzeitiger Rotationssicherheit. Die Geometrie orientiert sich an dem typischen Verlauf des Knochens nach dem Anlegen des Bohrstollens. Da Implantatsysteme mit Parallelpassungen stets eine leichte Spielpassung haben müssen, kommt es hier immer wieder zu Übertragungsfehlern – deshalb auch der große Aufwand bei Gerüsteinproben. Wer kennt das nicht – die Suprakonstruktion sitzt auf dem Modell einwandfrei und trotzdem gibt es Spannungen bei der Einprobe im Mund. Nachdem getrennt wurde sieht man dann woran es lag – die Abutments sind beim Anziehen der Schrauben leicht rotiert oder gekippt, weil die Implantate so stark divergieren, dass die Abformung nur mit Mühe herauszubekommen war. Den konischen Verbindungen fehlt in der Regel ein Rotationsschutz, so dass hier sehr sorgfältig mit einem Schlüssel gearbeitet werden muss, um die Position der Implantate für die folgenden Arbeitsschritte und dauerhaft zu sichern. Zusammenfassend würde ich sagen, dass die Vorteile gegenüber anderen Systemen die Berücksichtigung der morphologischen Strukturen, die Übertragungssicherheit bei der Abformung sowie die hohe mechanische Stabilität sind.

ZTM: Welche sind die Highlights aus Sicht des Zahntechnikers?

ZT Schubert: Der größte Vorteil für den Techniker ist aus meiner Sicht die absolut reibungsfreie und einfache Entkopplung von Implantat und Abutment. Das ermöglicht es, auch grosspannige Konstruktionen mit divergierenden Implantatpfosten am Stück – ohne Ausgleichsgeschiebe oder Ausgleichsteleskope – herzustellen.

ZTM: Herr Schubert, wir danken für dieses Gespräch. 

 

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Fotostrecke
BPI-Implantat.  

ZAHNTECH MAG 15, 6, 370 – 371 (2011)

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