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Farbkommunikation 2.0
DruckenDie Automatisierung von Abläufen und Produktionsschritten soll die Zukunft in der Dentalwelt einläuten. Dazu gehört auch die digitale Farbbestimmung mit dem VITA Easyshade® Advance, das der Autor des folgenden Beitrages bereits einsetzt. Nachfolgend berichtet er über die Integration digitaler Farbmesssysteme in den Labor- bzw. Praxisalltag.

So gut das Easyshade® Advance auch ist, es ist keine „eierlegende Wollmilchsau“, die alle Probleme alleine lösen kann! Eingebettet in ein umfassendes Konzept leistet es allerdings gute Dienste. Grundsätzliche Probleme „automatischer“ Farbbestimmung müssen erkannt und ausgeschaltet werden.
Frühere Farbbestimmung und ihre Fehler
Bis vor wenigen Jahren war die Farbangabe für die Anfertigung von Zahnersatz eine einzige Information: „A2“. Keine weiteren Angaben, wie die Zahnfarbe bestimmt wurde oder wer die Farbe genommen hat. Schien die Sonne zur Mittagszeit ins Behandlungszimmer oder lächelte der Patient in die OP-Lampe? War das neue T-Shirt des Patienten mit seinem neongrünen Muster oder die grellorange Praxiseinrichtung bei der Farbauswahl beteiligt? Gerade bei Patientinnen beeinflusst die Auswahl des Make-ups die Farbauswahl nachhaltig (Abb. 1). Dennoch wurde lediglich ein einziger Musterfarbzahn angehalten und die Assistenz schrieb auf: „A3, ein Hauch heller und ein bisschen gelb!“ Es lag dann oft nur am individuellen Geschmack des Zahntechnikers, mit ein paar Effekten in der Keramik den Geschmack des Patienten besser zu treffen. Wenn es dann doch nicht ganz geklappt hatte, kam die liebevoll gearbeitete Frontzahnbrücke wieder ins Labor mit dem Hinweis: „Bitte etwas heller brennen!“ Allen Zahntechnikern hat dieser lapidare Satz den Schweiß auf die Stirn getrieben. Bedeutet es doch, einen Tag umsonst gearbeitet zu haben. Die Anzahl möglicher Fehler auf dem Weg von der Farbnahme zum fertigen Zahnersatz ist bei diesem Verfahren sehr hoch. Von Kommunikation nach heutigem Verständnis konnte überhaupt nicht die Rede sein.
Farbbestimmung heute: Kommunikation integriert
Ausgehend vom Ziel, die Fehlermöglichkeiten in einem Prozess zu verringern, wurde die einfache Farbnahme in ein abgerundetes Farbkommunikationskonzept integriert.
1. Bedürfnisse erkennen
Als Basis jeden Erfolges steht das Bedürfnis des Patienten. Je besser seine Wünsche bekannt sind, desto besser wird der Zahnersatz diese Wünsche erfüllen. Kein Patient wünscht sich, nachdem er das Rauchen aufgegeben hat, eine „A2“. „Endlich weiß“ sollen sie sein – so ein richtig schönes Weiß, nicht zu strahlend oder künstlich, aber doch weiß! Damit ist das Bedürfnis des Patienten klar, hell und doch natürlich soll die Versorgung werden.
2. Farbnahme: Digital oder visuell
Jetzt beginnt die Farbkommunikation mit dem Patienten. Die Ist-Situation wird bestimmt und dokumentiert. Hier hilft das VITA Easyshade® Advance enorm. Das Design eines Farbmessgerätes spielt an dieser Stelle eine wichtige Rolle. Viele Patienten fühlen sich bei unbekannten Geräten aufgrund von deren Größe unwohl. Das VITA Easyshade® Advance ist ein graziles, spektrophotometrisches Messsystem, das von den Patienten bei der Farbmessung gerne angenommen wird. Die Menüführung ist einfach und intuitiv zu bedienen. Im Alltag bedeutet das, dass die Farbnahme schnell und ohne lange Vorbereitung erfolgen kann. Vom Anwender wird lediglich erwartet, eine Auswahl zu treffen, was gemessen werden soll, natürlicher Zahn oder fertige keramische Versorgung. Mithilfe eines Farbmessgerätes wird die Farbmessung deutlich weniger von externen Faktoren wie Umgebungslicht, Make-up oder sogar Farbfehlsichtigkeiten der Anwender beeinflusst. Ausgehend von diesem Ist-Wert kann jetzt mit dem Patienten über seine Wunschzahnfarbe gesprochen werden. Wichtig sind dabei aber offene Worte des behandelnden Zahnarztes. Die meisten Kunden wünschen sich ja auch im Modegeschäft eine typenabhängige Beratung. Gemeinsam mit dem Patienten kann geklärt werden, ob die gewünschte Zahnfarbe und die ideale Zahnstellung zahnmedizinisch und zahntechnisch umgesetzt werden können. So mancher Wunsch scheitert dann doch an der mangelnden Präparationsfähigkeit eines Zahnes oder auch am Geld der Patienten. Eine optimale Ästhetik erfordert z.B. die Verwendung von Zirkonoxid als Gerüstwerkstoff. Dafür muss der Zahn aber ausreichend beschliffen werden können, was gerade bei jungen Patienten nicht immer möglich ist, ohne den gesunden Zahn zu schädigen. Über diese Rahmenbedingungen muss vor Beginn der Behandlung mit dem Patienten gesprochen werden.
3. Kommunikation mit dem Labor
Alle Informationen und Wünsche des Patienten sollen das Labor erreichen. Ausdrucke des Messprotokolls mittels Farbkommunikationssoftware ShadeAssist und das Kennenlernen des Patienten helfen dem Zahntechniker. Falls er den Patienten nicht selber kennenlernen kann, helfen hier Fotos weiter. Es geht darum, die Struktur und das Farbenspiel im Zahn zu erkennen, denn an dieser Stelle stoßen digitale spektrophotometrische Messsysteme an ihre Grenzen. Nur das menschliche Auge und viel Erfahrung ermöglichen es uns, Schmelzrisse, Mineralisierungseffekte und mehrschichtige Farbnuancen nach dem Erkennen auch zu reproduzieren.
4. Reproduktion der Farbauswahl im Labor
Auch hier macht sich der Systemgedanke der VITA Dentalkeramiken bezahlt und hilft mit den Schichtschemata des VM Konzeptes, wirtschaftliche und reproduzierbare Versorgungen herzustellen. Fester Bestandteil des Farbkommunikationskonzeptes bei uns ist die Ästhetikanprobe der Versorgung. Der Patient selbst prüft an dieser Stelle der Entwicklung seines Zahnersatzes, ob seine Wünsche beachtet wurden. Korrekturen sind in diesem Stadium in großem Umfang noch möglich.
Fazit
Für den Autor ist die Erfüllung von Patientenwünschen das Wichtigste. Je vollständiger die Kommunikation vor und während der Umsetzung ist, desto eher erreichen wir dieses Ziel. Das VITA Easyshade® Advance ist dabei eine Hilfe. Grundsätzlich ist und bleibt das Hauptproblem der digitalen, sprich zweidimensionalen Farbnahme, dass das Ergebnis dreidimensional hergestellt werden und später im Patientenmund wirken muss.
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