Festsitzende Implantatprothetik

Der neue Standard für Patienten

Individuelle Abutments für individuelle Lösungen

10.11.2012

CAD/CAM-generiertes individuelles ZrO2-Abutment am Meistermodell. © Beuer/Schweiger, LMU
CAD/CAM-generiertes individuelles ZrO2-Abutment am Meistermodell. © Beuer/Schweiger, LMU

In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Konzept Zahnimplantat vom Einzelfall zur Standardversorgung etabliert. In Deutschland werden jedes Jahr rund 1.000.000 Implantate am Patienten inseriert. Wenn es um die Lösung der prothetischen Versorgung ging, griff man bisher zum Katalog des Implantatherstellers. Dieser bietet eine Reihe konfektionierter Aufbauten. Das Problem: Es gibt keinen konfektionierten Patienten. Deshalb können Aufbauten aus dem Katalog immer nur eine Annäherung sein, aber nie das maßgefertigte Optimum. Die Lösung: individuelle Abutments durch CAD/CAM-Technologie, denn diese werden individuell für jeden Patientenfall angefertigt.

Aktuell werden etwa 5 % aller Abutments im deutschsprachigen Raum individuell hergestellt; ein kleinerer Teil davon via CAD/CAM. Obwohl für den Patienten ein individuelles Abutment viele Vorteile hat, bieten nur wenige Implantathersteller diese Lösung an. Das zahntechnische Labor greift daher auf Fremdhersteller zurück, die passend für jedes Implantatsystem CAD/CAM-Abutments anfertigen. Da es sich um einen individuellen Nachbau handelt, zählen diese Produkte automatisch als Generika. Ihnen wurde lange Zeit unterstellt, dass sie aufgrund von Mikro-bewegungen minderwertig seien. Eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt am Main bestätigte allerdings, dass sämtliche Implantat-Abutment-Verbindungen mit Spielpassung Mikrobewegungen aufweisen (http://www.kgu.de/zzmk/werkstoffkunde/
index_de.php) (Abb. 1). Dadurch haben Generika nicht die bisher angenommenen Nachteile gegenüber dem Original.

  • Abb. 1: Erfassung, Ursachen und Folgen von Mikrobewegungen am Implantat-Abutment-Interface. (© H. Zipprich, P. Weigl, B. Lange, H.-Ch. Lauer, Poliklinik für zahnärztliche Prothetik, Frankfurt am Main)
  • Abb. 2: CAD/CAM-generiertes individuelles ZrO2-Abutment am Meistermodell. (© Beuer/Schweiger, LMU)
  • Abb. 1: Erfassung, Ursachen und Folgen von Mikrobewegungen am Implantat-Abutment-Interface. (© H. Zipprich, P. Weigl, B. Lange, H.-Ch. Lauer, Poliklinik für zahnärztliche Prothetik, Frankfurt am Main)
  • Abb. 2: CAD/CAM-generiertes individuelles ZrO2-Abutment am Meistermodell. (© Beuer/Schweiger, LMU)

  • Abb. 3: Abutment in situ. Perfekte Biokompatibilität und Gewebefreundlichkeit. (© Beuer/Schweiger, LMU)
  • Abb. 3: Abutment in situ. Perfekte Biokompatibilität und Gewebefreundlichkeit. (© Beuer/Schweiger, LMU)

Die Vorteile von CAD/CAM-Abutments

Der wichtigste klinische Vorteil ist der ideale Verlauf des Zementspaltes. Dadurch lassen sich Zementreste – speziell auf kritischem Knochenniveau – gut entfernen. Ein weiterer Punkt: Anders als bei einem konfektionierten Aufbauteil ist die Form des individuellen Abutments nicht rotationssymmetrisch. Diese Eigenschaft bietet eine sicherere Retention für die Suprakonstruktion. Zudem unterstützt ein ideales Gingivamanagement (natürliches Emergenzprofil) die Ausformung der Papillen und ermöglicht ein sehr ästhetisches Ergebnis für den Patienten (Abb. 2 u. 3).

Materialauswahl bei Abutments Aufgrund der passenden Zahnfarbe sowie optimaler Lichtdynamik und Transluzenz werden im ästhetischen Bereich meist ZrO2-Abutments gewählt. Im Bereich der Prämolaren sind es überwiegend Titanabutments. Sie halten einer höheren Kaukraftbelastung stand und sind zudem nicht bruchanfällig. Tendenzen gibt es ebenfalls in Richtung CoCr-Abutments. Sie haben bereits eine reduzierte Kronenform und werden im Dentallabor keramisch verblendet (okklusal verschraubte Krone).

Zusammenfassung 

In vielen Bereichen – aber vor allem für den Patienten – bieten individuelle Abutments überzeugende Vorteile. Aktuelle Studien bestätigen den Erfolg von individuellen Implantataufbauten auf Zirkondioxidoder Titanbasis. Die Wissenschaft geht davon aus, dass es in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu einer starken Umverteilung zwischen konfektionierten und individuellen Aufbauten kommt.

 

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Martin Huber


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