Produktvergleiche
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10.05.2012 12:00Christian Berger neuer Landesvorsitzender des FVDZ Bayern
Finanzierung: Wenn der Geldhahn nur noch tropft
DruckenMehrere 10.000 Euro muss der unternehmende Zahntechniker in die Hand nehmen, will er sich für sein Dentallabor ein modernes CAD/CAM-System leisten. Die Finanzierung eines solchen Gerätes kann da schon mal zum Stolperstein werden für die dringende Modernisierung des eigenen Betriebes. Doch die Möglichkeiten, zu sinnvollen und machbaren Konditionen an Geld oder das neue Gerät zu kommen, erschöpfen sich nicht im klassischen Bankkredit. Finanzexperte Oliver Stapfer zeigt Alternativen auf.

Kleinere und mittlere Unternehmen wie Dentallabore haben weiterhin mit Problemen in der Unternehmensfinanzierung zu kämpfen. Laut einer Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2006 kann zwar eine leichte Verbesserung der Eigenkapitalausstattung im Mittelstand im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden, jedoch verfügen immer noch gut 33 Prozent über eine Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent. Diese Entwicklung verbunden mit steigenden Anforderungen seitens der Banken bei Vergabe von Krediten (Basel II), macht es notwendig, sich über alternative Finanzierungsformen Gedanken
zu machen.
Verschiedene Finanzierungsformen
Grundsätzlich wird hinsichtlich der verschiedenen Finanzierungsformen zwischen der Herkunft des Kapitals, also Innen- und Außenfinanzierung, sowie der Rechtsstellung der Kapitalgeber, also Fremdund Eigenkapital, unterschieden. Unter Außenfinanzierung versteht man sämtliche Formen der Finanzierung, bei denen dem Unternehmen von außen her Kapital zugeführt wird. Bei der Innenfinanzierung hingegen erwirtschaftet das Unternehmen die nötigen Mittel selber aus der wirtschaftlichen Tätigkeit. Im Rahmen der Eigenfinanzierung wird der Finanzbedarf aus eigenen Mitteln gedeckt. Bei der Fremdfinanzierung werden Mittel eingesetzt, die von Dritten zur Gewinnerzielung für einen beschränkten Zeitraum einem Unternehmen meist in Form von Krediten zur Verfügung gestellt werden.
- Factoring
Eine immer wichtiger werdende Finanzierungsform stellt das Factoring dar, bei der Forderungen von einem Factoringgeber aufgekauft werden, und somit das Ausfallrisiko übernommen wird. Durch den Verkauf wandeln sich Ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sofort in „Bargeld“ um. Auch wenn die Forderung durch den Debitor nicht erfüllt wird, verbleibt das einmal ausbezahlte Geld bei Ihnen. Bis zur endgültigen Fälligkeit der Forderungen übernimmt das Factoringunternehmen Dienstleistungsfunktionen, angefangen von der Überwachung des Zahlungseinganges bis hin zum Mahnwesen. Ziel des Factoringnehmers ist es, durch den Verkauf der Forderungen einen Liquiditätsgewinn verbunden mit einer Bilanzverkürzung zu erzielen. Welche Vorteile ergeben sich für Sie durch Factoring? Durch den Verkauf Ihrer Forderungen, können Sie sofort Ihre Liquiditätssituation spürbar verbessern, was wiederum mit einer Steigerung der Rentabilität verbunden ist. Des Weiteren können Sie durch Auslagerung der Forderungsabwicklung Zeit einsparen, die sie für Ihre eigentlich zu erbringende Leistung besser nutzen können. Und schließlich haben Sie ein geringeres Risiko bezogen auf etwaige Forderungsausfälle.
- Leasing
Das Leasing folgt der Grundidee „Mieten anstatt Kaufen“. Durch einen Leasingvertrag erhalten Sie die Möglichkeit, neue Anlagen zu finanzieren, falls das vorhandene Eigenkapital nicht ausreicht, die Anlagen zu kaufen oder die Bank der Aufnahme von Fremdkapital nicht zustimmt. Während der Laufzeit bleibt der Leasinggegenstand im Eigentum des Leasinggebers und Sie erhalten das Recht die Anlagen entsprechend der vereinbarten Laufzeit zu nutzen. Nach Ablauf des Vertrages besteht die Möglichkeit die Anlage zurückzugeben oder vollständig zu übernehmen. Wo liegen die Vorteile des „Mieten anstatt Kaufen“? Zum einen erhalten Sie sich eine erhöhte Investitionsflexibilität und damit den Vorteil nicht technisch veraltete Maschinen zu nutzen sowie nötige Investitionen ohne Aufnahme eines Kredites zu verwirklichen. Zum anderen verbessern Sie Ihre allgemeine Kreditwürdigkeit, da sich durch Leasing der Eigenkapital-Anteil am Gesamtkapital verbessert. Eine Sonderform des Leasings stellt das sogenannte Sale-and-Lease-Back-Verfahren dar, bei dem ein bereits gekaufter Vermögensgegenstand an einen Leasinggeber verkauft wird, um dann anschließend zur Nutzung wieder zurückgeleast zu werden. In folgender Übersicht sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Leasing und der traditionellen Kreditfinanzierung dargestellt.
- Beteiligungsfinanzierung
Grundsätzlich, handelt es sich hierbei um eine Finanzierungsform bei der Kapital, von den Eigentümern oder Teilhabern als Eigenkapital in das Unternehmen eingebracht wird. Dabei kann die Erhöhung des Eigenkapitals auf der einen Seite durch die Erhöhung der Einlagen und auf der anderen Seite durch die Aufnahme neuer Teilhaber erreicht werden. Das Eigenkapital dient nicht nur zur Deckung der Verluste, sondern auch die erzielten Gewinne fließen dem Eigenkapital zu. Der Anreiz für die Kapitalgeber ist eine Gewinnbeteiligung, womit sie sich das übernommene Risiko bezahlen lassen. Im Vergleich zum Fremdkapital steht das Eigenkapital in der Regel langfristig und ohne laufende Tilgungsraten zur Verfügung. Wo liegen für Sie die wesentlichen Vorteile dieser Finanzierungsform? Zum einen entlastet es Ihre Liquiditätssituation, da dem Unternehmen Geld zugeführt wird, das grundsätzlich ohne kurz-/ mittelfristige Rückzahlungsverpflichtung zur Verfügung steht. Zum anderen schaffen Sie eine bessere Ausgangssituation, falls es darum geht in Verhandlungen mit der Bank zu treten, weil Sie die Eigenkapitalquote erhöhen, wodurch sich Ihre allgemeine Kreditwürdigkeit verbessert.
- Öffentliche Mittel
Eine Finanzierungsform, die seit jeher von Bedeutung ist, sind die so genannten Öffentlichen Mittel. Im Rahmen dieser Finanzierungsmöglichkeit, stehen Ihnen mittlerweile je nach Investitionsvorhaben rund 1.500 verschiedene Förderprogramme zur Beschaffung kurz-, mittel- und langfristiger Kredite zur Verfügung. Vorausetzung für die Beantragung dieser Fördermittel ist die so genannte Förderwürdigkeit. Demnach werden nur Maßnahmen gefördert, die noch nicht begonnen haben. Berücksichtigen Sie daher, sich rechtzeitig um eine Bewilligung zu kümmern. Grundsätzlich sind natürliche Personen sowie Unternehmen aller Branchen förderungsberechtigt, soweit ihr Sitz in Deutschland ist. Es besteht jedoch kein Rechtsanspruch. Der Umfang der Förderung bemisst sich nach der Höhe der zu verteilenden Mittel. Falls diese Art der Finanzierung ein Thema für Sie ist, sollten Sie in einem ersten Schritt an Ihre Hausbank herantreten. Dort erhalten Sie die nötigen Informationen über die für Ihren Fall relevanten Fördermittel. Denken Sie vor allem daran, dass es für alle Förderprogramme feste Fristen gibt. Je eher Sie sich darum bemühen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Antrag bewilligt wird. In der folgenden Übersicht wird ein kleiner Überblick über aktuelle Förderprogramme gegeben. Und bedenken Sie: Vorsorgen ist besser als das Nachsehen zu haben!
Fazit
Neben den vorgestellten Finanzierungsinstrumenten gibt es zahlreiche weitere Sonder- beziehungsweise Nebenformen, die aus heutiger Sicht für den deutschen Mittelstand von nachrangiger Bedeutung sind. Für Sie als Unternehmer stellt sich natürlich die Frage: „Welches Instrument soll ich bei welchem Vorhaben einsetzen?“ Untenstehende Abbildung soll eine erste Hilfestellung geben.
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ZAHNTECH MAG 12, 1-2, 40– 42 (2008)






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