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Pressearbeit für Dentallabore: "Prägnante Sätze, scharf wie Nägel" – Teil 4
DruckenWer Tageszeitungen und regionale Radio- oder Fernseh-Stationen mit Informationen versorgt, muss damit rechnen, dass er Journalisten Rede und Antwort stehen soll. In den ersten drei Teilen seiner Serie über erfolgreiche Presse-Arbeit hat Dental-Fachredakteur Thomas Dürr gezeigt, welche Möglichkeiten moderne Kommunikationsmittel bieten, wie man seine Stimme ins Radio bringt und wie Textlänge und Überschriften darüber entscheiden, welche Beiträge Redakteure auswählen. Im vierten Teil erläutert er, wie man sich gezielt auf ein Interview vorbereitet

Ein wenig entspannter als zwischen diesen beiden Herren sollte die Atmosphäre beim Interview schon sein. Was zählt, ist die gute Vorbereitung.
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Schon im 19. Jahrhundert textete der deutsche Benimm-Schriftsteller Adolph Freiherr von Knigge: „Sei ernsthaft, bescheiden, höflich, ruhig, wahrhaftig. Rede nicht zu viel. Und nie von Dingen, von denen Du nichts weißt.“ Und zur gleichen Zeit schrieb der französische Philosoph Denis Diderot: „Prägnante Sätze sind wie scharfe Nägel, welche die Wahrheit in unser Gedächtnis hineinzwingen.“Auch mehr als 250 Jahre später und im Zeitalter von Radio und Fernsehen haben diese Sätze nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Sie können durchaus auf die moderne Pressearbeit übertragen werden und als deren Leitsätze gelten. Und wer Pressearbeit leistet und die Medien mit Nachrichten aus seinem Unternehmen versorgt, muss sich darauf vorbereiten, dass Pressearbeit nicht nur ein Informationsfluss in eine Richtung ist, sondern auch ein Dialog mit Fragen und Antworten sein kann. Selbstverständlich möchte man sich bei einer solchen Gelegenheit wirksam präsentieren und in diesem Dialog als Experte sachgerechte Antworten geben. Was aber tun, wenn ein Journalist anruft und um ein Interview bittet?
Vorsicht vor der schnellen Antwort
Nach jeder Aussendung von Presse-Informationen kann es passieren, dass das Telefon klingelt und ein Redakteur der Tageszeitung oder der örtlichen Radio-Station um ein ergänzendes persönliches Statement bittet. Meist haben es die Journalisten dabei auch noch eilig und erwarten schnelle, kurze Antworten auf ihre Fragen. Wer hier nicht wirklich gut vorbereitet ist und unüberlegte Antworten gibt, ärgert sich vielleicht im Nachhinein über die verplemperte Chance, wenn am nächsten Tag etwas in der Zeitung steht, was man mit etwas mehr Überlegung vielleicht ganz anders dargestellt hätte. Und woran lag es? Nur daran, dass man zwischen Modellieren, Ausarbeiten, Verblenden, Kundengesprächen und Arbeitsplanung nicht auch noch innerhalb von Sekunden spontan gedanklich auf Presse-Fragen umgestellt hat. Darum kann es manchmal besser sein, den Redakteur höflich um seine Telefonnummer, seinen Namen und seine Fragen zu bitten und einen Rückruf innerhalb der nächsten fünf bis zehn Minuten zu vereinbaren. Jeder Redakteur wird verstehen, wenn sein Anruf gerade etwas ungelegen kommt. Und so gewinnt man Zeit, um über die richtige Antwort nachzudenken. Allerdings sollte der für den Rückruf angekündigte Zeitpunkt nicht deutlich überschritten werden, damit Sie nicht als unzuverlässig gelten. Wer mit der Antwort trödelt, läuft Gefahr, dass seine Meldung in den Papierkorb wandert.
Vorbereitung auf das Interview
Anders sieht es aus, wenn ein Journalist um ein Interview bittet. Möglicherweise sogar um ein Live-Radio-Interview. Dann gilt es, sich gut vorzubereiten. Am besten holt man vor dem Interview ein paar Informationen über den Interviewer ein. Darüber lässt sich schon vorab seine Kompetenz im behandelten Themenbereich in etwa einschätzen. Man lässt sich von ihm die präzise Themenstellung geben und versucht, die Absichten der Redaktion für das Interview herauszufinden. Dabei wird auch abgeklärt, welche Inhalte im Interview abgehandelt werden sollen. Immerhin kann es sein, dass eine Reportage, ein Kurzbericht oder eine Meldung geplant ist. Bei einer Reportage könnte es zum Beispiel Sinn machen, weitere Experten oder vielleicht Betroffene als Interviewpartner vorzuschlagen. Für das eigentliche Interview sollten dann Fakten, statistische Daten und präzise Zahlen zur Verfügung stehen. Antworten werden nicht schriftlich ausformuliert, sondern als Stichworte notiert. Dabei sollte man sich auch genau überlegen, was man dem Interviewer auf keinen Fall mitteilen möchte oder mit welchen Aussagen man diese Aspekte elegant umgehen könnte.
Augen auf im Gespräch
Zu Beginn des Interviews oder auch einige Tage zuvor kann man dem Journalisten eine Pressemappe überreichen, die die wichtigsten Informationen enthält. Während des Gesprächs schadet ein Zettel mit eigenen Notizen nie. Hüten sollte man sich jedoch vor ausformulierten Antworten, die abgelesen klingen. Am besten kommt es beim Zuhörer oder Leser an, wenn man Alltagsdeutsch spricht. Er will nämlich mit jedem Satz eine neue Information und keine verschachtelten Sätze, sondern präzise Antworten auf die gestellten Fragen. Darum endet jeder Satz regelmäßig mit einem gedachten Punkt. Die Stimme wird dazu am Satzende gesenkt. Speziell bei Radio- oder Fernsehinterviews sollte man eine schrille oder zu laute Stimme vermeiden. Eine ruhige, gelassene und nicht zu schnelle Sprache wirkt seriöser. Selbst provokative oder suggestive Fragen sollten sachlich und ohne übertriebene Emotion beantwortet werden. Vermieden werden außerdem Abkürzungen oder Fremdwörter. Wenn Fachausdrücke unbedingt verwendet werden müssen, dann sollten sie auf jeden Fall erklärt werden. Während des Gesprächs sollte der Interviewer genau im Auge behalten werden. Seine Mimik verrät, ob er neugierig ist und mehr zu dem einen oder anderen Bereich erfahren möchte oder ob er eher desinteressiert ist.
Keine falschen Erwartungen
Nach dem Interview steht es selbstverständlich jedem frei zu verlangen, das Manuskript oder den Beitrag einzusehen, bevor er veröffentlicht wird. Allerdings sollte man dabei auch beachten, dass nicht jede Interviewaufzeichnung freigegeben werden muss. Hat man das Manuskript jedoch einsehen können, dann sollte jede Form einer Vorzensur unterlassen werden. Druck sollte nicht ausgeübt werden – das verdirbt nur die Stimmung und schadet langfristig. Gerade Medien- Neulinge hegen oft übertriebene Erwartungen an jede Veröffentlichung, in der dann auch alles hundertprozentig sein soll. Generell aber ist es besser, wenn man an Veröffentlichungen keine übertriebenen Erwartungen stellt. Naturgemäß können Journalisten nicht sämtliche Argumente und Antworten drucken oder senden, und letztlich sind sie in den allerseltensten Fällen so stark auf das Thema spezialisiert, dass keine Fehler passieren. Darum erbittet man nach der Veröffentlichung vom Interviewer ein Belegexemplar. Gegebenenfalls kann man sich bedanken. Nur wenn es zu gravierenden Falschdarstellungen gekommen sein sollte, weist man den Journalisten sachlich darauf hin. Ungenaue Wiedergaben sollten daher nicht umgehend als angebliche Falschberichterstattung geahndet oder gar eine Gegendarstellung verlangt werden. Langfristig profitieren beide Seiten mehr von einer entspannten und sachlichen Atmosphäre.
Der Buchtipp: |
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Checkliste Interview
- Zwei bis drei Botschaften überlegen.
- Nicht vom Papier ablesen.
- Den Interviewer mit Namen ansprechen.
- Sofort zur Sache kommen.
- Mit gleich bleibender Lautstärke sprechen.
- Zum Satzende die Stimme senken.
- Versprecher nur bei Live-Sendungen korrigieren.







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