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Die sanfte Art der Prothesen-Unterfütterung
DruckenDie permanent resiliente Unterfütterung von Zahnprothesen mit hierfür geeigneten, weichbleibenden Silikon-Materialien ist eine im entsprechenden Bedarfsfalle ganz erhebliche Hilfestellung für den betroffenen Patienten. Ob "direkt" im Munde des Patienten "chairside" durchgeführt oder mittels zusätzlicher Laborarbeitsschritte "indirekt" bewerkstelligt die Unterfütterung von Zahnprothesen mit dauerhaft weichbleibenden A-Silikonen bietet viele Vorteile für Behandler und Behandelten.

Das additionsvernetzende Polyvinylsiloxan zeigt zum einen die belastbare Adhäsion des ilikonmateriales zum AcrylatProthesenkunststoff, zum anderen beweist er dessen beeindruckende Gummielastizität.
Die derzeit auf dem Dentalmarkt erhältlichen Materialien auf A-Silikonbasis für die dauerhaft weichbleibende Unterfütterung von Zahnprothesen erlauben gleichermaßen den uneingeschränkten Einsatz sowohl im Rahmen direkter oder als auch indirekter Techniken. Richtig verstanden sind die Vorteile der weichbleibenden Unterfütterungen einer Zahnprothese zahlreich. Zu beachten sind hierbei die Indikationen für die resiliente Auskleidung der Prothesenbasis-Unterseite:
- Vermeidung von mechanisch ausgelösten Irritationen der oberflächlichen Alveolarmukose, des darunter liegenden Periosts oder von Nervensträngen in Bereichen des Prothesenlagers bei stark atrophiertem Kieferkamm.
- Chronische Druckulzera aufgrund unregelmäßiger Kieferkamm- oder Mukosaverhältnisse.
- Auskleidungen von Sofortprothesen während der Wundheilungsphase bei ausgeprägt ungleichmäßiger Kieferkammmorphologie.
- Unterstützung der Prothesengewöhnung, insbesondere bei psychisch bedingt eingeschränkter Prothesenakzeptanz ("Kisseneffekt").
- Schutz umschriebener Alveolarknochen- und Tegumentareale im Rahmen präprothetischchirurgischer Eingriffe oder frischer ImplantatOperationen.
- Erhöhung des Prothesenhaltes durch Steigerung des Unterdruck-Effektes, bedingt durch die Resilienz des Ventilrandes der Prothesenbasis.
Die Entscheidung, ob eine weichbleibende Unterfütterung direkt im Patientenmund durchgeführt wird oder ob diese im indirekten Verfahren unter Einbeziehung eines Dentallabores vorgenommen wird, ist bei den neuartigen Unterfütterungsmaterialien auf A-Silikonbasis nicht mehr von werkstoffspezifischen Verarbeitungsproblemen abhängig, sondern kann fall- und befundbezogen frei getroffen werden.
Unterfütterungsmaterial von hoher Güte
Ein praxistauglicher und ausgereifter Werkstoff für die direkte und indirekte weichbleibende Auskleidung von Prothesenbasis-Unterseiten stellt derzeit das additionsvernetzende Polyvinylsiloxanmaterial SOFRELINER TOUGH des japanischen Herstellers Tokuyama dar. Die 42 vom Autor in den letzten neun Monaten durchgeführten weichbleibenden Unterfütterungen mit diesem Material zeigten keinerlei Gründe zur Beanstandung. Die exzellente Ausbringbarkeit des Silikons aus der Doppelkartusche via statischem Mischkanülenansatz, die auffallend gute und damit mehr als handlingfreundliche Standfestigkeit des ausgebrachten Materials bei gleichzeitig bestehender einwandfreier Anfließfähigeit auf die Prothesenkunststoffflächen und der angenehm bemessene Verarbeitungszeitraum von 1,5 Minuten machen SOFRELINER TOUGH zu einem Produkt der ersten Wahl in dieser Werkstoffgruppe. Die sozusagen "weiche, aber belastungsstabile Endhärte" (von 43 Shore A laut Herstellerangaben) und die offensichtliche sowie deutlich fühlbare Resilienz des innerhalb von 5 Minuten intraoral (oder 20 Minuten bei 23 Grad Celsius) ausgehärteten Silikons gestalten das Arbeiten sowohl direkt am Behandlungsstuhl als auch im Dentallabor aufwandtechnisch und zeitlich äußerst unkompliziert. Darüber hinaus ist die Farbe und Transparenz des Silikons harmonisch in Einklang mit der Einfärbung nahezu sämtlicher harter Prothesenkunststoffe und stellt daher, rein optisch, keine Störung für den Patienten dar.
Mühelose und unproblematische Verarbeitung
SOFRELINER TOUGH ist geschmacks- und geruchsneutral. Die zu unterfütternde Acrylat-Kunststofffläche der Prothese ist nach vorausgehender gründlicher Reinigung im Anschluss mittels einer normal groben Hartmetallfräse aufzurauen. Schleifpapier darf für das mechanische Aufrauen nicht verwendet werden, da Partikelreste der Silikatbeschichtung des Schleifpapiers in der Acrylat-Kunststoffoberfläche den chemischen Verbund der A-Silikon-
Unterfütterungsmasse mit dem Prothesenkunststoff deutlich nachteilig beeinflussen könnten. Das für die adhäsive Haftung unerlässliche Vorbehandeln der Acrylat-Kunststoffoberfläche mit einem speziell abgestimmten Primer ist ohne weiteres machbar. Der chemische Haftvermittler kann mit Hilfe eines Flachpinsels, eines Schwämmchens oder sogar nur eines Wattepellets aufgetragen werden. Obwohl der Primer im Rahmen der vorgeschriebenen klinischen Verwendung unbedenklich ist, sollte aufgrund seiner großen chemischen Reaktivität darauf geachtet werden, dass er nur die zu unterfütternde Prothesenfläche und keine anderen Kunststoffmaterialien benetzt. Der Übergang von Unterfütterungsmaterial zu Prothesenkunststoff sollte möglichst nicht im spitzen Winkel verlaufen, sondern stumpfwinkelig, am besten durch eine eingekerbte Grenzlinie zusätzlich verstärkt. Das Entfernen der Überschüsse sowie das endgültige Ausarbeiten des Silikonmateriales gestaltet sich am einfachsten beginnend mit einem scharfen Skalpell der Nr. 11 und anschließend mit den im Sofreliner-Set enthaltenen Schleifkörpern oder speziellen, für das Ausarbeiten weichbleibender Werkstoffe geeigneten Hartmetallfräsen. Bedingt durch die guten werkstoffkundlichen Materialeigenschaften lassen sich auch groß dimensionierte Areale als permanent weichbleibende Bereiche gestalten.
Fazit
SOFRELINER TOUGH ist ein additionsvernetzendes Silikonmaterial zur weichbleibenden Unterfütterung von Prothesen-Unterseiten. Es lässt sich einfach verarbeiten und ist ein zuverlässiger Werkstoff für die gedachten Indikationen mit einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.
| ZTM ELMAR BECKMANN Feldligasse 6 82487 Oberammergau E-Mail: beckmann@online.de www.zahntechnik-beckmann.de |
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ZAHNTECH MAG 13, 11, 706 709 (2009)






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