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Funktionstherapie mit System
DruckenBei ZT Benjamin Votteler aus dem fränkischen Hallerndorf spielt die Funktionstherapie eine zentrale Rolle. Sie wirkt beim Beschwerdebild Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) und schafft die Grundlage für eine hochwertige Versorgung mit Zahnersatz.

Die DROS®: Eine zweiphasige Oberkiefer-Aufbissschiene mit Plateauaufbau.
Die Kaufunktion hat meinen handwerklichen Kurs von Anfang an geprägt. Schon im Ausbildungslabor in Nürnberg hatte man sich auf funktionellen Zahnersatz spezialisiert, Grundkonzept und komplette Planung waren von einem ursachenorientierten Ansatz bestimmt. Für mich und meinen Partner, ZTM Ralf Runge, wurden zufriedene Patienten und Behandler bei verschwindend wenigen Kulanzfällen zum planbaren Ergebnis. Den funktionellen Ansatz habe ich mit Überzeugung verinnerlicht und bei Fortbildungen im In- und Ausland vertieft. So war es mit Gründung der Runge + Votteler Zahntechnik GbR vor rund zwei Jahrenklar, dass hochfunktioneller Zahnersatz mit naturnaher Ästhetik im Zentrum unseres Schaffens stehen sollte.
Aber funktionstherapeutische Konzepte müssen alle Seiten überzeugen, nicht nur Behandler, Zahntechniker und Patienten, sondern auch die Leistungsträger. Da ließ mich ein Bericht über die DROS®-Therapie aufhorchen, der die gerichtliche Anerkennung als Heilmethode zum Thema hatte und die komplette Kostenerstattung durch einen großen Privatversicherer beschrieb. Das Gutachten eines Sachverständigen hatte die Aussichten auf Heilerfolg gut begründet und bei der Versorgung mit Zahnersatz sogar für dringend geboten gehalten. Bei dieser Ausgangslage war es ein leichtes, den Nürnberger Zahnarzt Dr. Christopher Rehbehn als Partner für das Konzept zu gewinnen und den DROS®-Workshop zu buchen.
Was macht das DROS®-Konzept aus?
Benannt ist es nach einer zweiphasigen Oberkiefer-Aufbissschiene für den diagnostischen und therapeutischen Einsatz. Mit der manuellen und instrumentellen Funktionsanalyse anhand eines Zentrikregistrats entstehen Ausgangswerte zu den Kontakten. Parallel geben Gipsmodelle im Artikulator Aufschluss über die habituelle Position. Mit der richtigen Analyse lässt sich die zentrische Position für Kiefergelenke und Kaumuskulatur ermitteln. Dieses Vorgehen kam meinem bisherigen Arbeitsansatz entgegen und war ohne weiteres nachvollziehbar.
Das DROS®-Konzept fordert den Funktionstherapeuten: Er muss die Ergebnisse von Achsen- und Kondylenpositionsindikator (API/CPI) versiert auswerten und die Entspannung myogener Strukturen erkennen. Die standardmäßigen Folienkontrollen halte ich daher für unverzichtbar, um die Entwicklung angemessen im Blick zu behalten. Diese Herausforderung hat der Premium-Partnerschaft mit Dr. Rehbehn eine besondere Qualität gegeben. Es ist geradezu ein gemeinsamer Ehrgeiz nach anspruchsvollen Arbeitsunterlagen erwachsen, die Kommunikation ist durch und durch lösungsorientiert und frei von Schuldzuweisungen. Wir suchen gemeinsam Verbesserungen: Beispielsweise erhalte ich nun nicht mehr die früher eingesetzten Alginatabdrücke, sondern Impregumabformungen für mehr Detailtreue.
Pluspunkt: interdisziplinäres Vorgehen
Der bessere Kommunikationsfluss hat typische Fehlerquellen ausgemerzt bzw. Warnsignale sind frühzeitig wahrnehmbar. So erfahre ich als Zahntechniker im Team frühzeitig, was der Patient genau wünscht oder wo Fehler bei der Bissübertragung vorliegen. Generell zeigen die Erfahrungen, dass die API/CPI die Funktionsanalyse deutlich verbessert. Die DROS®-Schiene lässt sich am Patienten gut einstellen und unterstützt die fehlerfreie Übertragung der Bisssituation.
Ein besonderes Plus sehe ich im interdisziplinären Vorgehen, beispielsweise wenn eine vorangestellte osteopathische oder physiotherapeutische Behandlung die Fehler der Bissstellung verringert. Ein standardisiertes Konzept kann dieses Vorgehen sinnvoll integrieren. Die neu gewonnenen Standards verhelfen der Kooperation und dem gesamten Arbeitsprozess zu einem zielorientierten Ablauf. Der höhere Aufwand an Strategie und Zeit gleicht sich aus, weil die Arbeiten eben nicht wiederholt zwischen Praxis und Labor hin- und herwandern. Wir haben festgestellt, dass die Qualitätssteigerung eintritt, bei allen Beteiligten ankommt und unser Handeln wirtschaftlich bleibt.
Erfolg in Kombination mit DTV-System
Die Funktionstherapie haben wir auch in unserem eigenen Angebot, dem DTV-System nach Diagnose – Therapie – Versorgung, integriert. Wir berücksichtigen dabei ein breites Zirkon-Spektrum. Die meisten unserer CMD-Patienten, alle aus dem Großraum Nürnberg, müssen über zwei Quadranten hinweg kiefergelenksbezogen versorgt werden. Mit unserem DTV-System bieten wir ihnen Kompositkauflächen und Veneers im gestaffelten Zeit- und Finanzierungsmodell mit bis zu drei Jahren Dauer an.
Der Patient bewahrt die zentrische Position der Kiefergelenke und erhält eine gut finanzierbare Versorgungslösung gemeinsam mit dem Labor, dem alle nötigen Kenntnisse und Daten vorliegen. Unser klassischer Ablauf ist eine bis zu zehn Wochen dauernde Funktionstherapie mit der DROS® und eine DTV-Versorgung von rund einem Jahr, in dem der Patient frei von Beeinträchtigungen ist.
Dank dieser Methodik erreichen wir unser Ziel, dem Patienten mit perfekt geformten Zahnersatz zu versorgen. Es gibt in unserem Berufsalltag nichts schöneres als ein Patient, der zuvor jahrelang an CMD litt und nach der Therapie die Praxis gesund und mit einem Lächeln verlässt.
ZAHNTECH MAG 14, 7/8, 424 – 425 (2010)








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