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Abformung, Bisskontrolle, individuell gefräster Steg, Implantate
Implantatgestützte Stegprothese auf vier Implantaten
DruckenEin Patient mit reduziertem Restzahnbestand im Oberkiefer stellte sich in der Praxis vor und beklagte den schlechten Halt seiner Oberkieferprothese. Nach Abwägung möglicher Versorgungsalternativen entschieden wir uns für eine Stegprothese auf vier BPI Implantaten regio 13, 15, 23 und 25. Die BPI Implantate mit ihrer patentierten giebelförmigen Implantat-Abutment-Verbindung eignen sich hervorragend für eine hochpräzise passgenaue Implantatprothetik. Im folgenden wird die zahntechnische Fertigung der Stegprothese beschrieben.

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Die Ausgangssituation zeigt den Oberkiefer mit insuffizienter Versorgung und nicht erhaltungswürdigen Zähnen (Abb. 1 und 2). Da die Bisshöhe der alten Prothese korrekt war, wurde die Prothese dubliert, zur Totalprothese erweitert und zur neuen Bissnahme verwendet (Abb. 3). Hierzu wurden die Abdruckpfosten mittels „Schraube langer Kopf“ installiert und die Prothese im Mund mit dünnfließendem Silikon unterfüttert (Abb. 4 und 5). Anschließend wurde die dublierte Prothese an den Abdruckpfosten mittels Pattern Resin fixiert (Abb. 6). Für die Bissnahme wurden die langen Schrauben gegen kurze getauscht und die Bisskontrolle und endgültige Bissnahme mit Metal-Bite (R-Dental, Hamburg) durchgeführt (Abb. 7 bis 9). Auf diese Weise können Implantatabformung und Bissnahme in einer Sitzung durchgeführt werden. Dieses Vorgehen ist jedoch nur möglich, da die giebelförmige Verbindung des BPI-Systems – im Gegensatz zu anderen Systemen – eine sehr leichte Entkopplung ohne Widerstände wie Reibung oder Klemmpassung ermöglicht. Dadurch ist eine Deformation der Abformung durch Abzugskräfte, hervorgerufen durch divergierende Implantatpfeiler mit parallelen Führungsflächen, ausgeschlossen. Die Abformung mit funktioneller Randgestaltung zeigt Abb. 10. Zum weiteren Vorgehen werden Abformpfosten, Laboranaloge und Schrauben benötigt (Abb. 11). Vor der Modellherstellung wurden kleine Gingivamasken als Platzhalter um die Implantate aus Kunststoff (Matrix Flow 70, anaxdent GmbH, Stuttgart) angelegt (Abb 12). Nach Abbinden des Gipses wurde der Löffel mit einer Trennscheibe aufgetrennt, um ein Abhebeln der darunter befindlichen dublierten Prothese beim Abnehmen des Löffels zu verhindern (Abb. 13 und 14). Wird die dublierte Prothese mit dem Löffel vom Modell entfernt, ist eine exakte Reposition durch das elastische Abformmaterial nicht mehr gewährleistet und damit Passungsprobleme vorprogrammiert (Abb. 15).
Vorbereitung zur Aufstellung
Zunächst wurden die langen Schrauben gegen kurze getauscht und mit einem Drehmomentschlüssel fixiert. Dabei muss Schraube für Schraube getauscht werden, damit sich die Prothese nicht abhebt. (Abb. 16 bis 18). Vor Artikulation wurde die Bissnahme sauber frei geschnitten (Abb. 19).
Es folgte die schädelbezügliche Artikulation im individuellen Artikulator (SAM 3, SAM Präzisionstechnik GmbH, Gauting) (Abb. 20 und 21). Das Modell wurde anschliessend dubliert, um ein Kontrollmodell zu erhalten. Danach wurde mit der Zahnaufstellung im Frontzahnbereich begonnen (Abb. 22). Die fertige Wachsaufstellung zeigen Abb. 23 und 24.
Anschliessend wurden die angussfähigen HSL Teile (Fa. BPI, Sindelfingen) auf die Laboranaloge aufgepasst (Abb. 25). Nach Platzkontrolle mittels Vorwall erfolgte die Stegmodellation, Fräsung und Parallelisierung mit Pattern Resin (GC Germany, Bad Homburg) (Abb. 26 bis 28). Es folgte der Guss des Steges aus anaxdent G74 Goldlegierung (anaxdent GmbH, Stuttgart) sowie die exakte Ausarbeitung und Aufpassung auf das Modell (Abb. 29 und 30). Aufgrund der giebelförmigen Verbindung lässt sich eine hohlraumfreie Verbindung zwischen Implantat und Steg herstellen. Bei anderen Systemen wird ein Zwischenabutment benötigt oder die Rotationssicherung muss entfernt werden. Dadurch entstehen Hohlräume, die eine Bakterienansiedlung ermöglichen.
Der Steg wurde nun gefräst, scharfe Kanten und Übergänge abgerundet und poliert. Vor der Herstellung der Sekundärkonstruktion wurde in einer Ästhetikanprobe Zahnfarbe, Zahnform und die Passung des Steges überprüft. Hierzu wurde ein Mock- Up der Aufstellung aus zahnfarbenem Kunststoff (New-outline, anaxdent GmbH, Stuttgart) hergestellt, welches auf den Implantaten regio 15 und 25 fixiert ist, um einen sicheren Halt der Prothese während der Einprobe zu gewährleisten (Abb. 31 bis 33).
Fertigstellung
Es folgte die Modellation, Guss und Ausarbeitung des Sekundärteiles (Abb. 34 bis 37) sowie die Fertigstellung der gaumenfrei gestalteten Prothese in Kunststoff (Palapress vario, Heraeus Kulzer GmbH, Hanau) (Abb. 38 und 39). Das Einschleifen der Prothese zeigte eine ausgezeichnete Okklusion im Seitenzahnbereich (Abb. 40). Die fertig gestellte Prothese zeigen die Abb. 41 bis 44. Auch klinisch imponierte die ausgezeichnete Passung und der absolut spannungsfreie Sitz der Prothese auf den BPI Implantaten (Abb. 45 bis 47).
Fazit
Die giebelförmig gestalteten Implantate von BPI erlauben die einfache Herstellung von spannungsfrei sitzenden Suprakonstruktionen auch bei umfangreichen prothetischen Konstruktionen. Die mechanisch günstigen Eigenschaften des Implantatsystems wie die große Rotationsstabilität, das Fehlen von Mikrobeweglichkeiten an der Implantat-Abutment- Schnittstelle und das einfache Entkoppeln von Implantat und Abutment sind Grundlagen einer aussergewöhnlich präzisen Modellsituation, welche sich letztendlich auch in der fertigen Arbeit widerspiegelt. Im vorliegenden Fall wurde eine individuelle Stegprothese auf vier Implantaten im Oberkiefer erstellt, die dem Patienten – auch aufgrund der Gaumenfreiheit – durch den perfekten Sitz und guten Halt ein Stück Lebensqualität zurück gab.
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ZAHNTECH MAG 15, 4, 206 – 214 (2011)






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