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Nur Kunststoff oder Liebe zum Detail?
DruckenEin freies und strahlendes Lächeln ist der Wunsch von Jung und Alt. Auch dann, wenn das Haar bereits altersblond ist, möchten wir uns des Lebens erfreuen und dies nach außen zeigen können. Der Zahntechniker sieht sich dabei tagtäglich der Herausforderung gegenübergestellt, zu erspüren, was jeder einzelne Patient individuell unter Ästhetik versteht. Kommunikation ist dafür wichtigste Voraussetzung. ZTM Elmar Beckmann zeigt in diesem Beitrag, wie man auch mit einer abnehmbaren Restauration Patientenzufriedenheit schafft.

Durch die CAD/CAM-Technologie besteht Zugang zu modernen Werkstoffen, die vollkeramische Versorgungen quasi bei jeder Indikation erlauben. Aber muss es immer "weiß" sein? Bei Teleskopen, finde ich, lautet die Antwort JA. Eine besondere Herausforderung sind seit jeher Restaurationen, bei deren Anfertigung verschiedene Werkstoffarten zum Einsatz kommen. Ein tiefgehendes Wissen um Material- und Verarbeitungseigenschaften sind dabei notwendig. Unterstützt wird der Zahntechniker zudem durch hochwertige Produkte, deren Qualität das Erreichen des Ziels Ästhetik vereinfachen.
Fallbeispiel
Im Folgenden wird der Fall einer 49-jährigen Patientin vorgestellt, die ihre natürlichen Zähne krankheitsbedingt verloren hatte. Ihr Wunsch nach einem festsitzenden Zahnersatz konnte aufgrund der anatomischen Situation nicht erfüllt werden. Alternativ wurde eine Teleskop-Prothese geplant. Da der Gedanke an sichtbares Metall im Mund sie erschreckte, wurde eine Konstruktion mit Primärteleskopen aus Zirkoniumdioxid erstellt (Abb. 1). In Kombination mit
Galvano-Sekundärteilen wird der Patientin so hoher Komfort und ein einfaches Handling geboten. Außerdem kam es ihr entgegen, dass die Tertiärkonstruktion
gaumenfrei gestaltet werden konnte (Abb. 2). Diese wurde spannungsfrei verklebt (Abb. 3).
Stiefkind Kunststoff
Ablehnend reagierte die Patientin zunächst auf die geplante Kunststoffverblendung. Der Werkstoff Kunststoff wird nach wie vor in vielen Laboren stiefmütterlich behandelt und ist unter Patienten mit negativen Assoziationen hinsichtlich Langlebigkeit, Stabilität und Ästhetik verbunden. Die erste Frage der Patientin lautete daher, ob die Verblendung sich nicht schnell gelb einfärben würde, insbesondere angesichts der Tatsache, dass sie gerne Rotwein trinke. Sie befürchtete, dass der Zahnersatz so für Außenstehende leicht zu erkennen sei. Durch Beispielarbeiten, bei denen das lichthärtende Mikropartikel-Composite VITA VM LC verwendet wurde, konnten ihre Bedenken rasch ausgeräumt werden. Aufgrund meiner langjährigen positiven Erfahrungen mit VITA VM LC konnte ich ihr versichern, dass die Verblendung bei guter Mundhygiene langfristig farbstabil bleibt. Es fällt auf, dass viele Hersteller von Verblendkunststoffen in ihrer Öffentlichkeitsarbeit immer wieder insbesondere auf hohe Füllstoffanteile und Nanopartikel hinweisen. Viel wichtiger ist für den Anwender bei der Anfertigung einer Kombinationsarbeit jedoch, dass ein Material mit ausgewogenen Eigenschaften zur Verfügung steht, das nicht zu spröde ist und sich gut mit Prothesenzähnen kombinieren lässt.
Fertigstellung
Um einen optimalen Haftverbund zwischen Metall und Verblendwerkstoff zu erzielen, ist es der einfachste und sicherste Weg, das Gerüst sandzustrahlen und anschließend mit VITA VM Bond zu konditionieren (Abb. 4). Dies erfordert lediglich einen Zeitaufwand von circa zehn Minuten, gewährleistet aber eine erhöhte Sicherheit über viele Jahre hinweg. Die elastische Verbundschicht wirkt wie ein Puffer zwischen Legierung und Verblendung, was zu einer starken Dämpfung der einwirkenden Kaukräfte führt. Anschließend wurde der Opaker als Grundlage für die spätere farbliche Gestaltung aufgetragen (Abb. 5). Verwendet wurde das neue VITA VM LC OPAQUE, das sich durch eine weiterentwickelte Rezeptur auszeichnet. Durch die Produktoptimierung ist dank einer trockenen, matten Oberfläche die vollständige Aushärtung der Opakerschicht optisch auf einen Blick erkennbar. Im folgenden Arbeitsschritt wurden zunächst die Konfektionszähne VITA PHYSIODENS aufgestellt, um eine bessere Vorstellung der endgültigen Situation zu erhalten (Abb. 6). Fixiert wurden die VITA PHYSIODENS mit VITA VM LC. Daraufhin erfolgt die Verblendung der Teleskope (Abb. 7). Individuelle Details wurden analog der Nachbarzähne mit den Effekt- und Schmelzmassen erarbeitet (Abb. 8). Für eine individuelle und natürliche Gestaltung der Gingiva wurden die GINGIVA Massen des VITA VM LC Sortiments verwendet (Abb. 9). Ihr Farbspektrum ermöglicht eine natürlich wirkende Zahnfleischreproduktion bei allen multikulturellen Patiententypen.
Materialeigenschaften
Von Vorteil ist, dass die Verblend- und Gingivamassen dieselben Materialeigenschaften aufweisen, sodass ein einfaches Handling gegeben ist. Der Anwender muss sich nicht umstellen, beide Bereiche können beispielsweise einfach gemeinsam poliert werden. Dank der pastösen Konsistenz der VITA VM LC Materialien ist ein gezieltes Applizieren leicht und effektiv durchführbar. Das Ergebnis überzeugt hinsichtlich Oberflächen-Beschaffenheit und Brillianz (Abb. 10).
Freies Lachen liefert Motivation
Mit der neuen Versorgung hat die Patientin ihre Sicherheit im Alltag und ein freies Lächeln zurückgewonnen. Besonders glücklich ist sie auch über den hohen Tragekomfort. Und so lautet mein Fazit: Die beste Motivation erhalte ich immer von den Patienten. Ein gemeinsames Lachen ist Dank und Lob in einem.
| ZTM ELMAR BECKMANN Feldligasse 6 82487 Oberammergau E-Mail: beckmann@online.de www.zahntechnik-beckmann.de |
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ZAHNTECH MAG 13, 11, 700 702 (2009)






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