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Intraoralscanning, digitaler Workflow
CAI-Workflow mit dem Lava Chairside Oral Scanner
DruckenCAI – computer-aided impressioning – wird immer mehr Einzug in die Zahnarztpraxis halten, darum sollte sich auch der Zahntechniker mit dieser neuen Technik auseinandersetzen. Für mich bedeutet CAI die Möglichkeit, eine konventionelle Oberkieferund Unterkieferabformung – z. B. mit Impregum – digital lösen zu können. Der Lava C.O.S. arbeitet nach dem Prinzip des active wavefront sampling (Abb. 1). Das bedeutet, dass der Scanner keine einzelnen Bilder matcht, sondern es werden mit drei Sensoren die Zahnreihen aufgenommen und man ist somit in der Lage, ein 3D-Bild zu erzeugen. Darum wird dieses Verfahren auch 3D-in-Motion-Technologie genannt.

Endsituation in Ober- und Unterkiefer.
Beim Lava C.O.S. wird eine nicht deckende Schicht von TiO2-Scanpuder benötigt, welche aber nicht zum Entspiegeln der Oberfläche dient, sondern zum Erzeugen eines stochastischen Musters, welches zum Matching der Videoaufnahmen benötigt wird. Aufgrund dieser zwangsläufig sehr hohen Datendichte wird eine 3D-Oberfläche ohne Annäherungsrechnung über Interpolation und ohne Füllung von Datenlücken – wie bei anderen CAI-Systemen üblich – erfasst. Dies wiederum führt zu einer extrem hohen Genauigkeit, sodass im Moment nur der Lava C.O.S. in der Lage ist, eine konventionelle Abformung mit der annähernd gleichen Präzision zu ersetzen (Abb. 2).
Digitale Abformung
Nachdem der Zahnarzt digital abgeformt und die Aufnahme überprüft hat, kann gegebenenfalls bei unklaren Stellen gleich nochmals eine Aufnahme mit dem Lava C.O.S. angefertigt werden. Nun wird der Fall mit einem virtuellen Auftrag versehen zu einem Zentralrechner zu 3M ESPE hochgeladen (Abb. 3 u. 4). Auf diesem Rechner von 3M ESPE kann sich ein Labor, welches von dem Behandler bestimmt wird und sich auf dem Lava-Portal angemeldet hat, den Fall herunterladen (Abb. 5).
Virtuelles Definieren der Modelle
Mit einer speziellen Modellsoftware werden jetzt Ober- und Unterkiefer lagerichtig in einem virtuellen Artikulator positioniert. Danach werden die Sägeschnitte gesetzt und zusätzlich wird im 2D- oder 3D-Modus die Präparationsgrenze markiert. Nach dem Überprüfen des Falles kann dieser jetzt wieder zum Zentralrechner von 3M ESPE hochgeladen werden (Abb. 6–10). Bei 3M ESPE werden diese Daten jetzt im sogenannten Postprocessing aufbereitet und dann via Lava-Portal an das vom Behandler bestimmte Dentallabor gesendet (Abb. 11).
Konstruktion mit Lava Design 7
Nach dem Erhalt der Daten kann nun mit der Lava Design 7 Software – aber auch über die zertifizierte Schnittstelle zu 3Shape oder Dental Wings – die Konstruktion des Gerüstes erfolgen. Über die zertifizierte Schnittstelle wird dem Lava-C.O.S.-Anwender, aber auch den Dentallaboren die Möglichkeit geboten, so gut wie jedes Material mit dem Lava C.O.S. anbieten zu können (Abb. 12).
Ich persönlich nutze im Laboralltag die Lava Software speziell zur Konstruktion von Zirkonoxidgerüsten. Neben vielen neuen Features möchte ich das für mich wichtigste Tool für die Konstruktion vorstellen. Mit der Lava Design 7 Software ist es möglich, nach dem Konstruieren nochmals die Parameter Material, Kronenart und Brückenglied einzustellen, ohne dass die gesamte Arbeit neu konstruiert werden muss. Dies bietet bei komplexen und sehr großen Arbeiten vielfältige Freiheit im Design (Abb. 13).
Nach dem Design werden die Gerüste entweder mit einer Lava CNC 500 oder auch über die zertifizierte Schnittstelle mit einer Fremdmaschine via 3Shape oder Dental Wings gefräst (Abb. 14). Parallel zum Design werden die Daten des Lava C.O.S. zu einem stereolithographischen Fertigungszentrum gesendet, um dort die SLA-Modelle generativ zu produzieren (Abb. 15).
Die fertig gefrästen Gerüste treffen dann im Dentallabor auf die vom Fertigungszentrum versendeten SLAModelle und werden dort mit einer wassergekühlten Turbine aufgepasst (Abb. 16 u. 17). Arbeiten mit Restzahnbestand können entweder in den eigenen Artikulator gesetzt werden oder direkt auf dem mitgelieferten SLAModell- Artikulator weiterverarbeitet werden. Bei uns hat es sich bewährt, bei kompletten Sanierungen von Ober- und Unterkiefer das immer mitgelieferte SLA-Kontrollmodell zu sockeln und dann gelenkbahnbezogen einzuartikulieren (Abb. 18). Zum Schluss geht die fertige Arbeit wieder zurück zum Behandler (Abb. 19–20).
Fazit
Ich halte den Lava C.O.S für den intraoralen Scanner, welcher es wirklich ermöglicht, eine komplette konventionelle Ober- und Unterkieferabformung zu ersetzen. Zusätzlich bietet der CAI-Workflow von 3M ESPE die Möglichkeit, nicht nur mit der 3MESPE- CAD-Software und -CNC-Maschine zu arbeiten, sondern sich über die zertifizierte Schnittstelle zu 3Shape und Dental Wings hinaus auch mit offenen Systemkomponenten zu verbinden. Ich persönlich arbeite aber speziell in der Königsdisziplin Zirkonoxid nur mit 3M ESPE, da hier sogar das Zirkonoxid von 3M ESPE kommt, und dies in einer Güte, dass 3M ESPE 15 Jahre Garantie auf Lava Zirkonoxidgerüste geben kann (Abb. 21).
Die intraorale Abformung sowie digitale Technologien werden unaufhaltsam in der Zahnarztpraxis und im Dentallabor Einzug halten. Ich verstehe die Skepsis vieler Kollegen gegenüber diesen Technologien, glaube aber, dass durch das Verstehen der digitalen Prozesskette und auch der daraus resultierenden Möglichkeiten vor allem für Zahntechniker sich die Möglichkeit bietet, sich als starker Ansprechpartner für den Zahnarzt positionieren zu können. In diesem Sinne möchte ich mich bei Herrn Ahrberg – Zahnarzt und Zahntechnikermeister aus Darmstadt – für die gute Zusammenarbeit bedanken.
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ZAHNTECH MAG 15, 12, 686 – 691 (2011)







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