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Politik kann auch Spaß machen!
DruckenJahreshauptversammlung und Sitzung des erweiterten Bundesvorstandes des „Freien Verbandes Zahntechnischer Laboratorien e.V.“ am 14. und 15. Oktober 2011 im Kastens Hotel Luisenhof in Hannover.

Konstruktiv, informativ und fair verlief das Gespräch, das der FVZL-Bundesvorsitzende Herbert Stolle im Bundeskanzleramt führte. Teilnehmer waren der Abteilungsleiter Min. Dir. Johannes Geismann (links) und die Referentin für Gesundheitspolitik RDin Dr. Sonja Optendrenk.
Die Versammlung war sorgfältig vorbereitet worden, die Regularien wurden diszipliniert abgearbeitet, die Abstimmungsergebnisse waren sämtlichst einstimmig. Die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung zeigten ein Bild der Geschlossenheit und der kollegialen Eintracht. Die neue Verbandssekretärin Bianca Kreßler erklärte den ausgeglichenen Haushalt 2010. Die beiden Kassenprüfer ZTM. Henry Rogmans und ZTM. Holger Paulsen – die auch für das nächste Jahr wieder gewählt wurden – beantragten die Entlastung des geschäftsführenden Bundesvorstandes. Bundesvorsitzender ZTM. Herbert Stolle stellte die moderne und zukunftsorientierte Satzungsänderung vor. Der ZTM. Thomas Eigenbrod wurde zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden wieder gewählt.
Kreativität statt Bürokratie
Als Ergebnis dieser zeitsparenden Arbeitsweise blieb den Teilnehmern sehr viel Zeit, um wesentliche Themen zu vertiefen und zu diskutieren.
- Das Ergebnis und die bereits terminierten politischen Gespräche ihres Bundesvorsitzenden in Berlin.
- Die Reaktion der Kolleginnen und Kollegen auf die bundesweite Verteilung von 6.000 Informationsflyern innerhalb der letzten vier Wochen.
- Eine mehr humorvoll-ironische Kommentierung über das Treiben der Schimmerlosen als abschließende Entspannungsübung.
Bundesweite Information durch Flyer
Innerhalb von nur vier Wochen wurden von der FVZLBundesgeschäftsstelle in Cuxhaven über 6.000 Flyer an alle selbständigen Kolleginnen und Kollegen in Deutschland verschickt. Die Rückantworten wurden von dem FVZL-Bundesvorsitzenden persönlich beantwortet. Herbert Stolle fasste seinen Bericht wie folgt zusammen: „Noch nie habe ich einen derart umfassenden Eindruck über das Denken und Fühlen der Inhaber zahntechnischer Laboratorien erhalten wie nach dieser unserer Info-Aktion. Natürlich habe ich mich zunächst über den hohen Grad an Zustimmung und über jeden Einzelnen gefreut, der dadurch unser Mitglied geworden ist. Während der zum Teil sehr ausführlichen Telefongespräche wurde mir aber auch die tiefe Resignation vieler Kollegen vermittelt, die den Glauben an ihre Zukunft verloren hatten. Wut und Enttäuschung über den Verrat der Politik einerseits und die Unfähigkeit der Innungen und ihres VDZI andererseits machten sich in sehr drastischen Worten Luft. Eine besondere Aggressivität machte sich bei jenen Kollegen bemerkbar, die das aus ihrer Sicht inakzeptable Verhaltet ihrer Zahnarztkunden schilderten. Da war von Abrechungsbetrug, Nötigung und Pfusch die Rede, während manche Praxislabors als Teil einer kriminellen Vereinigung bezeichnet wurden. Ich habe diesen Kollegen zugesagt, auf alle geschilderten Fälle angemessen und professionell zu reagieren, allerdings stets unter der Bedingung, dass mir jeder Fall schriftlich vorgelegt und dabei „Ross und Reiter“ genannt wird. Als Fazit all dieser Rückmeldungen darf ich zusammenfassen: Hohe Akzeptanz unserer FVZL-Politik, beeindruckende Beweise des Vertrauens bei der Schilderung individueller Probleme. Die meisten der Gesprächspartner erklärten, nicht mehr Mitglied ihrer Innung zu sein, oder dass sie zum Jahresende aus der Innung ausgetreten wären.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht
Wenn die verehrten Kollegen aus der Redaktion von „das dental labor“ nach der langen Zeit der standespolitischen Enthaltsamkeit, nur gelegentlich unterbrochen durch ihre Hofberichterstattung über das Treiben der Innungen, plötzlich und unerwartet aufwachen mit der Frage: „Welche Auswirkungen hat das Sozialgesetzbuch V (SGB V) auf das Schicksal der deutschen Zahntechnik?“, so ist dieser intellektuelle Höhenflug freudig begrüßt worden. Nur, wenn man einen Sumpf trocken legen will, darf man nicht die Frösche fragen! Und eben deren Gequake widmete „das dental labor“, das nach wie vor von sich behauptet, der Marktführer unter Deutschlands Zahntechnik-Fachzeitschriften zu sein, gleich mehrere Seiten in Folge. Zuerst kam einer der zahlreichen Unternehmensberater zu Wort, der nach einer Vielzahl von Plattitüden zu der sensationellen Problemlösung kam, mit seinen „Bus-Kampagnen“ das deutsche Zahntechnikerhandwerk vor dem Untergang zu retten. Der VDZI-Präsident wurde mit seiner Erkenntnis zitiert: „Wenn aber die Preise nicht stimmen, führt dies über kurz oder lang zu einer Ertragsverschlechterung“. Das SGB V wurde in der Wahrnehmung der „dental labor“-Redaktion für das deutsche Gesundheitswesen zu einer in Paragraphen gehüllte Knechtschaft biblischen Ausmaßes. Zu ihrem Bedauern fanden sie jedoch unter ihren Lesern, auch bei den Innungen und dem VDZI niemand, der ihnen erklären konnte, was das mit dem SGB V und z.B. mit dem Paragraphen 71 zu bedeuten hätte. Nach vier Wochen schließlich kam die Antwort des VDZI, der betrübt feststellte, dass die Kosten im Betrieb stärker steigen würden als die BEL-Preise, dass zahntechnische Meisterbetriebe auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr konkurrenzfähig sind und dass das Gesetz eine positive Entwicklung im Zahntechnikerhandwerk nicht mehr zulässt. Deshalb würde man beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eine Klage einreichen.
Angesichts dieser Existenz rettenden Erkenntnisse aus dem Lager des VDZI und seiner Innungen, kehrte „das dental labor“ zu seiner Hofberichterstattung zurück und erklärte seinen Lesern die Strategie und Taktik des VDZI. Es sei gerade seine angebliche Passivität, seine „Unsichtbarkeit“, die zuweilen Früchte trägt und mit der man es höchst geheim und im Hintergrund verstanden habe, noch Schlimmeres zu verhindern.
Kollektive Verblödung?
Aber offensichtlich ist der Zustand einer kollektiven Verblödung ansteckend. Denn zeitgleich hatte sich ein VDZIVorstandsmitglied namens Braun in dem Editorial einer anderen Fachzeitschrift über seine „Bösen Ahnungen“ ausgelassen und manchen Innungen bescheinigt, zum Werbeverein oder zur Einkaufsgenossenschaft degeneriert zu sein. Wie zum Beweis meldete sich aus der Innung Nordbayern, in der auch Herr Braun noch im Vorstand sitzt, der Obermeister Schmelz in Form eines „Obermeisterbriefes“ zu Wort. In einem Rundumschlag beschuldigt dieser Obermeister seine selbständigen Kollegen, die Schuld daran zu haben, dass er bei seinen „zähen Verhandlungen für eine faire Entlohnung der zahntechnischen Leistungen“ so erfolglos geblieben sei. Er beklagt den desolaten „Status quo“ unseres Handwerks, dass ein angestellter Geselle von dem Lohn keine Familie mehr ernähren kann, und dass es verwerflich sei, wie sehr der Zahntechniker von heute sich selbst der größte Feind zu sein scheint. Er beschimpft seine Kollegen als Dumpingpreis-Anbieter, als niedrige Erfüllungsgehilfen, die sich der dentalen Prostitution hingeben und die dann auch noch aus der Innung austreten und ihn in seinem Kampf allein lassen würden.
Fazit
Zugegeben, angesichts der hier nur auszugsweise zitierten Verhältnisse in und um den VDZI und seinen angeschlossenen Innungen, ist den Teilnehmern der FVZL-Jahreshauptver-sammlung der Humor abhanden gekommen und das Lachen vergangen.
Alles, was der FVZL bereits in seinem Gründungsmanifest vor 30 Jahren vorhergesagt hat, ist inzwischen eingetreten. Seine Problemlösung: „Raus aus dem SGB V“ wurde in hunderten Fachartikeln thematisiert, analysiert und begründet. Jeder der hier zitierten Journalisten und der Innungsfunktionäre hätte bereits seit vielen Jahren das alles nachlesen können, vorzugsweise im „Das Internationale Zahntechnik Magazin“, dessen Herausgeber keine Denkverbote und Zensur zulässt, sondern sich der Freiheit des Wortes verpflichtet fühlt. Aus diesem Grunde soll hier noch einmal der FVZL-Bundesvorsitzende zu Wort kommen, der den amtierenden Gesundheitsminister an dessen Amtseid erinnert hat und am Ende einer aktuell bundesweit vom MUT-Verlag verbreiteten Kampfansage gegen wortbrüchige Politiker Folgendes schrieb:
„Als Bundesminister hat der für uns Zahntechniker zuständige FDP-Minister folgenden Eid abgelegt: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden vom ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“
Kein Eid, sondern ein Versprechen
Weit weniger dramatisch, aber nicht minder eindeutig habe ich, der Zahntechnikermeister Herbert Stolle, als Bundesvorsitzender unseres Verbandes ein Versprechen gegeben: „Ich werde meine Kraft all jenen widmen, die ehrlichen Herzens für die Freiheit, Gerechtigkeit und Eigenverantwortung eines freien Bürgers eintreten. Ich werde sie gegen jeden verteidigen, der ihre im Grundgesetz verankerten Rechte missachtet und ihnen aus Eitelkeit und Machtgier Schaden zufügt. Ich werde versuchen zu verhindern, dass wir bei der nächsten Wahl wieder belogen und betrogen werden und werde dafür sorgen, dass für jeden, der das versucht, bereits drei Prozent zu viel sind.“
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ZAHNTECH MAG 15, 11, 657 – 659 (2011)









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