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Herbstdelegiertentagung am 7. Dezember 2009

Pressegespräch

Drucken aktualisiert am 13.02.2010

VDZI Präsident Jürgen Schwichtenberg, Vizepräsident Uwe Breuer und Generalsekretär Walter Winkler hatten die Fachpresse am Vortag der Delegiertenversammlung des VDZI in Frankfurt zu Gast. In ihren Referaten stellten sie aktuelle politische Positionen sowie Aktivitäten des VDZI für seine Mitglieder vor.



Zu Beginn der Veranstaltung wurde den Pressevertretern ein neuer Film der Initiative ProDente zum Berufsbild des Zahntechnikers vorgestellt. Im Anschluss stellte Präsident Schwichtenberg sechs zentrale „Berufspolitische Positionen des VDZI Vorstandes zur Zahnersatzversorgung“ vor, die der Delegiertenversammlung zur Diskussion und Abstimmung vorgelegt wurden.

1. Generelle Versicherungspflicht für Behandlungen mit Zahnersatz ist notwendig
Der VDZI lehnt eine Ausgrenzung der Zahnersatzversorgung aus dem Pflichtenkatalog der GKV ab.
2. Unsachgemäße und leistungsfeindliche Vertragssysteme in der Zahnersatzversorgung ausschließen
Versuche der Krankenkassen in der Zahnmedizin sogenannte Selektivverträge durchzusetzen, lehnt der VDZI ab und stellt mit Genugtuung fest, dass auch die KZBV diese Position mitträgt.
3. Die Fortschreibung der Höchstpreise für zahntechnische Leistungen an den Inflationsund Kostenentwicklungen des personalintensiven Gesundheitshandwerks orientieren
Durch die strikte Anbindung an die Steigerung der Grundlohnsumme sind die Preise für zahntechnische Leistungen in den letzten fünfzehn Jahren völlig von der Wirtschafts- und Inflationsentwicklung abgekoppelt worden. Dies muss aus Sicht des VDZI dringend geändert werden.
4. Keine Änderung der Mehrwertsteuer bei zahntechnischen Medizinprodukten
Zahnersatz gehört zu den notwendigen medizinischen Gütern, deren Inanspruchnahme der Staat mit Verzicht auf den normalen Mehrwertsteuersatz auch für niedrige Einkommen begünstigt.
5. Durchsetzung eines funktionsfähigen Wettbewerbsrecht im Gesundheitswesen
Die Sicherung und Durchsetzung eines fairen Vertrags- und Marktverhaltens muss im Gesundheitswesen oberstes Gebot sein.
6. Qualitätssicherung und Patientenschutz vor Ort durch Stärkung der Stellung des zugelassenen Zahntechnikermeisters im Gesundheitswesen
Zahnärzte und Zahntechniker müssen die Bedeutung ihrer gemeinsamen Kompetenz gegenüber den Patienten bei der Versorgung mit Zahnersatz öffentlich stärker positionieren.

Im Anschluss an die Darstellung dieser berufspolitischen Positionen ging Generalsekretär Walter Winkler in seinem Vortrag intensiver auf Punkt 3 ein. Anhand mehrerer Grafiken zeigte er die dramatische Entwicklung der gesetzlichen Preisabsenkungen in den Jahren 1993, 2003 und 2005 auf die Vergütungsstruktur im Zahntechnikerhandwerk in Deutschland auf. Haben sich die Preise im Gesamthandwerk von 1992 bis 2008 um zirka 47 Prozent erhöht, so waren es im Zahntechnikhandwerk lediglich 4,2 Prozent. In der Folge sank die Zahl der Beschäftigten von 84.756 in 1997 auf 56.441 in 2008. Als Gesetzesvorschlag schlägt der VDZI daher folgende Neuregelung vor: Das durchschnittliche Preisniveau des BEL soll jährlich im Rahmen der Inflations- und Kostenentwicklung steigen dürfen. Dabei sollen die Einzelpreise der BEL-Leistungen vom VDZI nach Aufwandskriterien selbständig festgelegt werden können.

Im abschließenden Referat stellte Vizepräsident Uwe Breuer das Qualitäts-sicherungskonzept QSDental mit der Dachmarke Q-AMZ vor. Die Innungen und der VDZI haben QS-Dental für die eindeutige Positionierung als Qualitätsgarant entwickelt. Damit dokumentiert das Zahntechniker-Handwerk gegenüber den Zahnärzten, dass es die Qualitätssicherung beim Zahnersatz in die eigene Hand nimmt. Abschließend wurde auf die Entwicklung einer aktualisierten Fassung der BEB Zahntechnik hingewiesen. Dieses umfassende versicherungsunabhängige Fachverzeichnis für zahntechnische Leistungen ist ein nützliches Instrument zur Beschreibung der Herstellungsprozesse von Zahnersatz.

Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zu den dargelegten Punkten. Aufgrund vertiefender Fragen der anwesenden Journalisten hatten die Referenten dabei Gelegenheit, die Positionen des VDZI nochmals intensiver zu beschreiben.

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ZAHNTECH MAG 14, 1/2, 66 (2010)

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