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Nachlese: 25. DGI-Kongress · Dresden
Sind kurze und schmale Implantate erfolgreich?
DruckenBei natürlichen Zähnen sollte die Höhe von Kronen und Brückengliedern die Wurzellänge nicht überschreiten. Für Implantate scheint diese Forderung nicht zu gelten.

Prof. Dr. Matthias Kern, Kiel. Foto: Knipping
Beim 25. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) in Dresden diskutierten Experten, welche Implantatdimensionen notwendig und wann Augmentationen vermeidbar sind.
Ein ungünstiges Längenverhältnis zwischen Implantat und Restauration scheint die Implantat-Überlebensrate nicht zu beeinträchtigen. Das gilt auch für die Prognose der auf ihnen verankerten Versorgungen. Einzelne Studien sprechen laut Prof. Dr. Matthias Kern, Kiel, sogar dafür, dass der krestale Knochenabbau um lange Implantate herum größer ist als um kurze. Dies gilt offenbar auch für einzelne, nicht verblockte Implantate.
Wie der Kieler Prothetiker betonte, beziehen sich die zuletzt genannten Beobachtungen auf einzelne Implantatsysteme mit spezieller Konstruktion. Sie ließen sich daher nicht ungeprüft auf andere übertragen. Zudem werden in den meisten Literaturübersichten Faktoren wie Restaurationstyp und funktionelle Belastung nicht getrennt ausgewertet. Die aktuellen Ergebnisse machen aber laut Kern Mut zu neuen Untersuchungen, die detailliertere Daten liefern könnten.
Optionen zur Vermeidung von Augmentationen präsentierte Dr. Dietmar Weng, Starnberg. Implantate mit weniger als 10 mm Länge in resorbierten Kieferarealen haben zum Beispiel nach einer neuen Übersichtsarbeit eine Erfolgsrate von über 99 Prozent – durchschnittlich 3,2 Jahre nach der Versorgung. Ein Vergleich der Prognose von längeren Implantaten im augmentierten Knochen mit kurzen Implantaten ohne Augmentation spricht – zumindest im Unterkiefer – tendenziell für die letztere Option. Allerdings wurde in der Untersuchung, so Weng, nicht dokumentiert, ob die kurzen Implantate verblockt oder unverblockt versorgt worden waren.
Zu durchmesserreduzierten Implantaten gibt es kaum Studien mit höherem Evidenzgrad, bemängelt Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, Mainz. Das bedeutet, dass Empfehlungen für Implantate mit weniger als 3,5 mm Durchmesser nur sehr eingeschränkt möglich sind. Bei Einzelversorgungen ist der Seitenzahnbereich durch den Hersteller in der Regel nicht freigegeben. Ebenfalls noch nicht ausreichend dokumentiert sei, so Al-Nawas, der Einsatz sogenannter Mini-Implantate mit weniger als drei Millimeter Durchmesser, die für zahnlose Kiefer indiziert sind.
(Autor: Dr. med. dent. Jan H. Koch, Freising, für die DGI)







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