Abrechnung

Provisorische Versorgung auf Frontzahnimplantaten:

Ästhetisch anspruchsvoll und aufwändig

12.04.2010


Für die Versorgung des Patienten mit zwei Implantaten auf Zahn 11 und 21 wurden zwei Frontzahn-Langzeitprovisorien als Einzelkronen gefertigt, um die Zeit bis zur Herstellung der definitiven Restauration zu überbrücken. Bei diesen Provisorien sieht die Abrechnung nach der neuen BEB-Zahntechnik® wie folgt aus. Unterschieden wird zwischen der klassischen Abrechnung und den fakultativen Leistungen für den Mehraufwand:



Therapieplanung : Implantate bei 11, 21 hier: Langzeitprovisorium,

1 Situ-Abdruck, 1 Gegenbiss, 1 Präp-Abdruck, 1 Biss

Langzeitprovisorien auf Implantaten stellen mittlerweile eine ebenso große Herausforderung dar wie die endgültige Versorgung. Sie sind die idealen Wegbereiter für den späteren, definitiven Zahnersatz, insbesondere im Hinblick auf Weichgewebsmanagement, Ästhetik sowie Funktion. Sie liefern darüber hinaus wichtige Parameter für die Analyse/Planung beziehungsweise Umsetzung der endgültigen Versorgung. Deshalb ist auch hier bereits der Aufwand für das Provisorium ähnlich hoch wie bei der Herstellung des späteren Zahnersatzes. Alle vorbereitenden Maßnahmen (Wax-up, Set-up, Bohrschablonen etc.) sind zu berücksichtigen und zu berechnen. In diesem Fall wurden zwei Provisorien auf Titanimplantaten gefertigt und vorübergehend eingesetzt. Durch die Vorgehensweise bei diesem Fall und die daraus resultierende Rechnung durch den Zahntechnikermeister wird sehr schön deutlich, wie viele Einzelschritte notwendig sind zur Erstellung dieser Arbeit. Transparenz ist das Stichwort und Rechnungsschreibung nach Chronologie der Leistung, nicht mehr nach Chronologie der BEB-Nummern.

Innerhalb der Abrechnung ergeben sich zunächst einmal die obligaten Positionen. Die BEB-Zahntechnik neu® bietet in präziser und transparenter Form die Möglichkeit insbesondere gegenüber den PKV’en mit fundierten Planzeiten und aktualisierten Leistungsbeschreibungen, den Aufwand zur Herstellung dieser Arbeit in Positionen auszudrücken.

Für seinen Mehraufwand kann der Zahntechniker nach weiteren fakultativen Leistungen suchen und einige weitere Positionen ansetzen. Sollten einige Positionen den Mehraufwand dieser Arbeit nicht treffen, kann der Zahntechniker bei der Abrechnung sich eigene BEB-Positionen erstellen.

Für die Berechnung ist wichtig:

  1. Jede Rechnung beginnt mit der vom Arbeitsschutz verpflichtenden Eingangsdesinfektion.
  2. Wenn Sie Modelle und Positionen zur Modellherstellung berechnen, bedenken Sie, falls Sie mit Kunststoffsockeln wie zum Beispiel Zeiser oder Giroform arbeiten, dass Sie das Material der Kunststoffplatte/-schale mitberechnen.
  3. Sie können mit der neuen BEB-Zahntechnik® die Gelegenheit nutzen, auch das Material stärker zu berücksichtigen. PKV’en streichen gerne Leistungen, aber nur in seltenen Fällen das Material. Also: weg von der Kalkulation der Material-Gemeinkosten hin zum fakturierten Material. Tipp: Setzen Sie den Materialpreis eher im „Low-Level-Preisniveau“ an, die Arbeit soll ja verkaufbar bleiben und die Rechnung nicht alleine durch das Material zu teuer werden.
  4. Bedenken Sie bitte, die hier umfangreich erfolgten vorbereitenden und qualitätssteigernden Maßnahmen zu berechnen.
  5. Stereo-Mikroskop oder 5-fach-Zeiss-Lupe sind mittlerweile implantologische Standardpositionen. Betrachten Sie diese Positionen als nicht verhandelbar bei einer Implantatversorgung.
  6. Es gibt immer Leistungen, die Sie erbringen, aber nicht verkaufen wollen/können/dürfen: Notieren Sie solche Leistungen auch auf den Rechnungen und deklarieren Sie diese als Service. Der Kunde soll erkennen, was sein Labor für ihn leistet.

Also: Denken Sie bitte an die Qualität, Präzision und den Mehraufwand, den eine Implantatarbeit erfordert. Lassen Sie sich nicht „schocken“ von den PKV’en und ihren „Streichlisten“. Gestalten Sie Ihre Angebote weiterhin unvergleichbar. Schreiben Sie Ihre Angebote mit allen Einzel-Positionen, aber ohne Einzelpreise, nur mit einem Endpreis auf.

Die Abrechnungshinweise sind vom Autor nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird ausgeschlossen. Letztendlich kann nur der Zahntechniker, der diese Arbeit ausgeführt hat, den entsprechenden Aufwand bewerten und berechnen.

  • OBLIGATE LEISTUNGEN

  • OBLIGATE LEISTUNGEN

  • FAKULTATIVE MEHRLEISTUNGEN

  • FAKULTATIVE MEHRLEISTUNGEN

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZT Uwe Koch

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZT Uwe Koch



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