Abrechnung

Implantatprothetik

Beispiel zur Berechnung einer Implantat-Steg-Versorgung

21.10.2009

Das folgende Abrechungsbeispiel bezieht sich auf die Restauration eines Patienten mit OK/UK jeweils 4 Implantaten, Stegen, sekundäre Galvano-Stegreiter, Tertiärstruktur aus Zirkon und Gesichtsbogen. Für die Versorgung des Patienten mit den OK/UK-Stegkonstruktionen sieht die Abrechnung nach der neuen BEB-Zahntechnik® wie folgt aus. Unterschieden wird zwischen der klassischen Abrechnung und den fakultativen Leistungen für den Mehraufwand:
Therapieplanung OK/UK je 4 Implantate, OK/UK-Stege mit jeweils distalem Geschiebe, Sekundärkonstruktion Galvano, Tertiärgerüst aus Zirkon, 28 Verblendungen Keramik, 2 Situ-Abdrücke, 2 Präp-Abdrücke, 1 Biss

Gerade bei dieser individuellen Dreifach-Konstruktion aus hochwertigem Zirkon/Galvano/ Zirkon ist der zahntechnische Aufwand im Hinblick auf Kosmetik, Ästhetik und gleichzeitig Präzision mit eines der größten Herausforderungen für den Zahntechniker. Diese individuelle Arbeit mit höchsten Anforderungen an Passgenauigkeit und trotzdem effektives, leichtes Handling stellen ein Maximum an Anforderung dar. Die oft individuellen Farbanpassungen, die ja gerade das „Besondere“ hervorheben, sind äußerst schwierig zu gestalten und erfordern ein gutes Geschick und Farbgefühl beim Techniker.

Durch das Individuelle Auftragen der Keramik, den Fräsvorgängen, die Bemalungen und das rosa Zahnfleisch als Abschluss ergibt sich eine „feine“ Arbeit, die mit Recht auch Ihren Preis kostet.

Innerhalb der Abrechnung ergibt sich sehr schnell, dass bei vorliegender Arbeit der Mehraufwand erheblicher ist als es sich ursprünglich mit der Erstellung einer BEB-Preisliste 2009 ausdrückt. Daraus geht auch hervor, dass einige Positionen in der BEBZahntechnik® nicht den Mehraufwand entsprechend wiedergeben oder sogar gar nicht vorhanden sind. Dafür kann, ja muss, der Zahntechniker dann eigene, selbst erstellte Positionen anlegen und mit einsetzen.

Tipp: Wenn Sie eigene Positionen ansetzen, vergeben Sie bitte entsprechend freie BEB-Nummern mit individueller Bezeichnung und den Endziffern 1 bis 8 für Ihre Leistungen. Achten Sie darauf, dass diese Leistungen sich im Umfeld der Positionen einordnen, zu deren Leistungskatalog diese auch gehören.

Für die Berechnung ist folgendes wichtig:

 

  •  Bedenken Sie bei der Eingangsdesinfektion, dass Sie alles abrechnen, was Ihnen zum Desinfizieren angeliefert wird. Alle Abdrücke, auch Bisse, auch eventuelle Zwischeneinproben werden nach Wiederanlieferung ins Labor desinfiziert. Dies ist verpflichtend vom Arbeitsschutz für die Dentallabore.
  • Berechnen Sie alle Modelle und Positionen zur Modellherstellung, die notwendig geworden sind. Bedenken Sie, das Implantatmodelle als Modell RG abgerechnet werden (oder, wie im vorliegenden Fall) als Modell RK, falls Sie sie mit Kunststoffsockel herstellen.
  • Qualitätssteigernde Maßnahmen, Präzisionskontrollsockel und individuelle Farbanpassungen sind bei Zirkon-Restaurationen im OK/UK komplett unumgänglich zu einer gelungenen Restauration. Oder werden Sie diese Art Arbeit mit Stegen und Galvano etwa ohne Stereo-Mikroskop erstellen wollen?
  • Berechnen Sie auch den Aufwand bei Anproben im Labor oder in der Praxis. Sollten Sie die Farbauswahl treffen oder diese Arbeit entsprechend bildlich dokumentieren, haben Sie mit der neuen BEB-Zahntechnik® alle Möglichkeiten, sprich Positionen hierzu.
  • Versuchen Sie, den zu erwartenden Mehraufwand bei entsprechenden Kostenvoranschlägen zu berücksichtigen. Natürlich sind nicht immer alle Zeitaufwände vorher exakt absehbar. Schaffen Sie sich Jumbo’s zur Erstellung von Implantat- Rechnungen mit und ohne Stege, aus Zirkon oder aus Metall.
  • Vergessen Sie nicht, auch das Keramikgerüst in Form von den Keramikrohlingen als Material zu berechnen. Überhaupt sollten Sie stärker in Richtung „Material“ denken, da die PKV’en erfahrungsgemäß eher Leistungen ablehnen als Material.

Und zum guten Schluss: Diese Arbeit ist nicht vergleichbar. Sorgen Sie dafür mit Ihrer Rechnung, dieses auch zu dokumentieren. Für die Abrechnung dieser Arbeit kann auch die neue, verbesserte BEBZahntechnik® nur eine Plattform sein, auf der Sie mit individuellen, gut dokumentierten Positionen Ihre Rechnung erstellen – eigene Positionen müssen statt der End-Null eine …,1 bis …,8 als Positionsnummer aufweisen.

Letztendlich muss jede zahntechnische Arbeit verkaufbar bleiben. Es geht nicht darum, alle BEB-Positionen auswendig zu kennen und anzusetzen. Wenn es dem Patienten zu teuer wird, hat weder der Zahnarzt noch der Laborbesitzer etwas davon. Trotzdem kann und muss sich diese aufwändige Form der Restaurierung für alle Seiten rechnen.

Also: Klare Kostenvoranschläge schreiben und mit evtl. Mehrleistungen und Mehraufwänden einkalkulieren. Für die Unvergleichbarkeit der Einzelpositionen seitens der PKV’en ist es durchaus möglich, Angebote auch einmal ohne Einzelpreise auszudrucken und dafür „nur“ einen Endpreis anzugeben. Machen Sie sich nicht vergleichbar. Das Ziel der PKV’en ist es, Ihre Preise zu vergleichen mit Ihren Mitbewerbern, um dann letztendlich eine „Durchschnittspreis bundesweit“ zu ermitteln. Aber sind Sie mit dieser Arbeit Durchschnitt? Eher nicht.

Die Abrechnungshinweise sind vom Autor nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird ausgeschlossen. Letztendlich kann nur der Zahntechniker, der diese Arbeit ausgeführt hat, den entsprechenden Aufwand bewerten und berechnen. 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZT Uwe Koch

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZT Uwe Koch



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