Abrechnung


Digitale Abformung – Pionierarbeit in der zahntechnischen Abrechnung

02.05.2013

Bildquelle: Sirona.
Bildquelle: Sirona.

Für die optische Abformung im Patientenmund beziehungsweise darauf fußende computergestützte Modellherstellung ist die Abrechnung nach BEL II, BEB 97, BEB 2004 beziehungsweise BEB 2009 (BEB Zahntechnik) mit den vorgegebenen Abrechnungspositionen momentan noch nicht durchzuführen.

Fakt ist, dass in der Zahntechnik derzeit die Modelle noch überwiegend auf die konventionelle Art und Weise hergestellt werden (Abb. 1). Richtig ist jedoch auch, dass mit dem Fortschreiten der Industrie, gerade im Bereich der intraoralen digitalen Datenerfassung, die Abrechnungspositionen für die zahntechnischen Leistungen erweitert und ergänzt werden müssen. Die von Dentallabor zu Dentallabor unterschiedlich verwendeten BEB-Listen reichen hierfür nicht mehr aus und sind bereits von der technischen Entwicklung überholt worden (Abb. 2).

  • Abb. 1 Quelle: Sirona
  • Abb. 2 Quelle: Sirona
  • Abb. 1 Quelle: Sirona
  • Abb. 2 Quelle: Sirona

Für die Abrechnung gilt: Es gibt keine bindende Vereinbarung zwischen den privaten oder gesetzlichen Krankenversicherungen beziehungsweise Beihilfestellen und der zahntechnischen Abrechnung mithilfe von BEB-Listen. Dies bedeutet, dass die BEB für das zahntechnische Labor frei kalkulierbar ist und nach den besonderen Gegebenheiten des einzelnen Dentallabors ausgewählt wird. Somit finden sowohl die BEB 90/97/2004 und BEB 2006 (BEB Zahntechnik) als auch alle selbstgeschriebenen privaten Preislisten Anwendung.

Für Patienten der gesetzlichen Krankenkassen wird die digitale Abformung über Mehrkostenvereinbarungen geregelt, da diese in den normalen Richtlinien der BEMA nicht vorgesehen ist. Hier wird zumeist auf die GOZ 2012 (Position GOZ 0065, optisch-elektronische Abformung einschließlich vorbereitender Maßnahmen, einfache digitale Bissregistrierung und Archivierung, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich) als Berechnungsgrundlage hingewiesen. Im Bereich der privaten Berechnung kommt direkt die GOZ 2012 mit der Leistungsnummer GOZ 0065 in Ansatz. Die Leistungsnummern der BEL II, BEB 97, BEB 2004 beziehungsweise BEB 2009 (BEB Zahntechnik) beinhalten die digitale Abformung erst gar nicht.

Tabelle 1 zeigt die konventionellen Leistungspositionen. Diese sind für die digitale Abformung jedoch nicht nutzbar. Tabelle 2 beinhaltet ein Beispiel möglicher Abrechnungspositionen für die BEB 97/2004 und die BEB-Zahntechnik. Sie als Leser des Internationalen Zahntechnik Magazins dürfen diese gerne nutzen. Bitte beachten Sie, dass die Angaben in Tabelle 2 Vorschläge sind. Die zu berechnenden Kosten müssen Sie über ihre Kalkulationsgrundlage selbst errechnen. Eine Haftung können wir nicht übernehmen. Des Weiteren ist es ratsam, neue Positionen in die dazugehörige Rubrik der Arbeitsvorbereitung zu integrieren.

  • Tabelle 1 Quelle: HOZ-digital
  • Tabelle 2 Quelle: A-Z dent e.K.
  • Tabelle 1 Quelle: HOZ-digital
  • Tabelle 2 Quelle: A-Z dent e.K.

  • Abb. 3 Quelle: Sirona

  • Abb. 3 Quelle: Sirona
Von der digitalen Abformung profitieren nicht nur Zahnärzte und Patienten, sondern auch zahntechnische Labore. Das Dentallabor bietet seinem Kunden, dem Zahnarzt, ein direktes und schnelles Kommunikationsmedium, erweitert somit sein Serviceangebot und unterstützt den Zahnarzt bei seiner professionellen und patientenorientierten Arbeit. Die digitale Abformung bildet einen weiteren Baustein für das Vertrauensverhältnis und das partnerschaftliche Miteinander zwischen Labor und Zahnarzt, das auf das höchstmögliche Wohl für den Patienten fokussiert ist. Und damit sichert sich das Dentallabor zugleich einen Wettbewerbsvorteil und betreibt ein aktives Kundenbindungsmanagement (Abb. 3).

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Manuela Luther

Bilder soweit nicht anders deklariert: Manuela Luther