Abrechnung


Langzeitprovisorien mit Implantatversorgungen aus Multischicht-Polymerblöcken

12.10.2009

Für die Versorgung des Patienten mit insgesamt fünf Implantaten auf den Zähnen 14,15,17,24 und 26 wurden zwei Seitenzahn-Langzeitprovisorien als Brücken gefertigt, um die Zeit bis zur Herstellung zweier vollkeramischer Restaurationen zu überbrücken. Bei diesen Provisorien sieht die Abrechnung nach der neuen BEB-Zahntechnik® wie folgt aus. Unterschieden wird zwischen der klassischen Abrechnung und den fakultativen Leistungen für den Mehraufwand. Therapieplanung:
Implantate bei 14,15,17,24,26 (13 bis 23 vorhanden); 1 Situ-Abdruck; 1 Gegenbiss; 1 Präp-Abdruck; 1 Biss

Langzeitprovisorien auf Implantaten, die der Techniker mittlerweile sehr effektiv und schnell mit dem Computer und einer Fräseinheit erstellen kann, sind die idealen Wegbereiter für den späteren, definitiven Zahnersatz, gerade im Hinblick auf Funktion und entsprechende Analyse/Planung für die endgültige Versorgung aus Keramik. Deshalb ist auch hier bereits der Aufwand für das Provisorium ähnlich hoch wie bei dem späteren Zahnersatz. Vorarbeiten und Einstellungen können entsprechend genutzt werden. Durch die Vorgehensweise bei diesem Fall und die daraus resultierende Rechnung durch den Zahntechnikermeister wird sehr schön deutlich, wie viele Einzelschritte notwendig sind zur Erstellung dieser Arbeit. Innerhalb der Abrechnung ergeben sich zunächst einmal die obligaten Positionen links. Nutzen Sie die neue BEB- Zahntechnik®  für die neue CAD-CAM-Technik. Die BEB bietet in präziser Form die Möglichkeit, gerade gegenüber den PKV’en mit fundierten Planzeiten und aktualisierten Leistungsbeschreibungen, den Aufwand zur Herstellung dieser Arbeit in Positionen auszudrücken. Für seinen Mehraufwand kann der Zahntechniker nach weiteren fakultativen Leistungen suchen und einige weitere Positionen ansetzen. Sollten einige Positionen den Mehraufwand dieser Arbeit nicht treffen, kann der Zahntechniker bei der Abrechnung sich eigene BEB-Positionen erstellen.

Aber: Setzen Sie eigene Positionen innerhalb der BEBZahntechnik neu® an, vergeben Sie bitte entsprechend freie BEB-Nummern mit individueller Bezeichnung und den Endziffern 1 bis 8 für Ihre Leistungen. Achten Sie darauf, dass diese Leistungen sich im Umfeld der Positionen einordnen, zu deren Leistungskatalog diese auch gehören. Für die Berechnung ist folgendes wichtig : Bedenken Sie bei der Eingangsdesinfektion, dass Sie alles abrechnen, was Sie zum Desinfizieren erhalten (alle Abdrücke, auch die Gerüsteinproben sowie evtuell Zwischeneinproben werden nach Wiederanlieferung ins Labor desinfiziert). Dies ist verpflichtend vom Arbeitsschutz für Dentallabore. Wenn Sie Modelle und Positionen zur Modellherstellung berechnen, bedenken Sie, falls Sie mit Kunststoffsockeln wie zum Beispiel Zeiser oder Giroform arbeiten, dass Sie das Material der Kunststoffplatte/-schale mitberechnen. Sie können mit der neuen BEBZahntechnik® die Gelegenheit nutzen, auch das Material stärker zu berücksichtigen. PKV’en streichen gerne Leistungen, aber nur in seltenen Fällen das Material. Es macht durchaus Sinn, wie hier in diesem Beispiel, den lichthärtenden Composite als Material-Summe auf der Rechnung mit aufzuführen. Raus aus der Kalkulation der Material-Gemeinkosten hin zum fakturierten Material. Als Tipp: Setzen Sie den Materialpreis eher im „Low-Level-Preisniveau“ an, die Arbeit soll ja verkaufbar bleiben und die Rechnung nicht alleine durch das Material zu teuer werden.

Preiswert und profitabel kalkulieren

Denken Sie bei dem Kostenvoranschlag für diese Arbeit auf Implantaten auch an den zu erwartenden zeitlichen und qualitativen Mehraufwand. „Preiswert„, damit Sie auch als Laborbesitzer oder Zahntechniker diesen Auftrag erhalten, aber auch nicht zu günstig, um nachher nicht auf der Mehrarbeit und dem Mehraufwand sitzen zu bleiben. Eben, wenn möglich, den Preis wert! Letztendlich muss jede zahntechnische Arbeit, gerade heute in einer Zeit aggressiven Wettbewerbs, verkaufbar bleiben. Trotzdem kann und muss sich diese Form der Restaurierung für alle Seiten rechnen. Also: Denken Sie bitte an die Qualität, Präzision und den Mehraufwand, den Sie bei einer Implantatarbeit leisten.  Lassen Sie sich nicht schocken von den PKV’en und ihren „Streichlisten“. Ein Mehraufwand zur erhöhten Qualitätsanforderung (unser Stereo-Mikroskop) ist eine Standard-Leistung für Implantat-Arbeiten geworden. Machen Sie Ihre Angebote weiterhin unvergleichbar. Schreiben Sie Ihre Angebote mit allen Einzel-Positionen, aber ohne Einzelpreise und nur mit einem Endpreis.

Die Abrechnungshinweise sind vom Autor nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird ausgeschlossen. Letztendlich kann nur der Zahntechniker, der diese Arbeit ausgeführt hat, den entsprechenden Aufwand bewerten und berechnen.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZT Uwe Koch

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZT Uwe Koch



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