Herausnehmbare Implantatprothetik

Individuelle Abutments, Stegkonstruktion, feinjustierbares

Tele versus Steg: 4 Implantate und 2 Lösungswege Teil 2


Im Bereich abnehmbarer Prothetik auf Implantaten gibt es oft unterschiedliche Konstruktionen und Lösungswege. Dieses Thema hat der Autor im vorliegenden zweiten Teil seines Fachberichtes aufgegriffen. Mit dem zweiten Patientenfall zeigt er eine Versorgung im Oberkiefer mit vier Implantaten und einer individuellen Teleskopkonstruktion als Deckprothese.

Im vorliegenden Fall, mit identischer Implantatanzahl zum Teil 1, sollte gleichsam ein nach dem Eingliedern fester und starrer Zahnersatz hergestellt werden. Aufgrund eines Plattenepithelkarzinomes im Unterkiefer links konnten hier keine Implantate gesetzt werden. Auch sollte bei einer späteren Versorgung dieser Bereich insbesondere das distale Seitenzahngebiet aufgrund der diversen Operationen und plastischen Rekonstruktionen nicht sehr belastet werden. Entsprechend der Lage bzw. Verteilung der Implantate war hier ein individueller Steg indiziert. Hierbei kamen erstmals auch die feinjustierbaren Konstruktionselemente Tk-Soft mini zum Einsatz; auch hier jedoch lediglich als Schläfer. Die Elemente sind bei Anwendung von basal fein auf die jeweiligen Bedürfnisse der Patienten einstellbar, direkt am Behandlungsstuhl und zudem jederzeit leicht austauschbar.

Modell und Aufstellung

Entsprechend den Ausführungen im 1. Teil erfolgt die Modellherstellung. Aufgrund der besonderen Situation bzw. Lage der Implantate wurde die Bissschablone aus C-Plast (Candulor, Rielsaing-Worblingen) diesmal mit 4 provisorischen Abutments verschraubbar fixiert (Abb. 1). Gleichzeitig kann hierdurch bereits der Sitz überprüft werden. Soweit der Oberkiefer mittels Gesichtsbogen eingestellt ist, kann der Unterkiefer entsprechend artikuliert werden (Abb. 2). Die eigentliche Basis dient nunmehr, nachdem die Bisswälle entfernt sind und entsprechend umgearbeitet bzw. ausgedünnt wurden, als Aufstellbasis (Abb. 3). Um den Patienten zu schonen, kommt jetzt nur noch eine Verschraubung zum Einsatz, die restlichen Abuments müssen entfernt und großzügig Platz für die Heilungskappen geschaffen werden. Eine erste Aufstellung zur Einprobe erfolgt lediglich bis zu den 2. Prämolaren, im Oberkiefer soll zur Fertigstellung im Bereich der Seitenzähne idealisiert werden (Abb. 4). Zahn 45 wurde herausnehmbar gestaltet und ist deshalb markiert. Die Einprobe ergab keinerlei Abweichungen; Bisslage, Kosmetik und Funktion waren einwandfrei (Abb. 5). Somit konnten nunmehr gleich im Gegenbiss die Seitenzähne idealisiert und die Aufstellung komplettiert werden. Abschließend erfolgt das Feinausmodellieren der rosa Anteile (Abb. 6). Mittels Knetsilikon werden der Status und die Zähne fixiert (Abb. 7), anschließend abgebrüht.

  • Abb. 1: Verschraubte Bissschablone.
  • Abb. 2: Im Artikulator mit Gegenbiss.
  • Abb. 1: Verschraubte Bissschablone.
  • Abb. 2: Im Artikulator mit Gegenbiss.

  • Abb. 3: Aufstellschablone, verschraubt.
  • Abb. 4: Aufstellung zur Einprobe.
  • Abb. 3: Aufstellschablone, verschraubt.
  • Abb. 4: Aufstellung zur Einprobe.

  • Abb. 5: Die Mundsituation.
  • Abb. 6: Seitenzähne ergänzt und fein ausmodelliert.
  • Abb. 5: Die Mundsituation.
  • Abb. 6: Seitenzähne ergänzt und fein ausmodelliert.

  • Abb. 7: Der Vorwall aus Knetsilikon.
  • Abb. 7: Der Vorwall aus Knetsilikon.

Anfertigung der Stegkonstruktion

Die angussfähigen Abutments sind entsprechend der Platzverhältnisse einzukürzen (Abb. 8). Sodann kann der gemeinsame Einschub festgelegt und bereits im Vorfeld mittels einem H364RXE (Komet Gebr. Brasseler, Lemgo) schnell und leicht im Vorfeld die Kunststoffkamine entsprechend reduziert werden (Abb. 9). Hierdurch wird der Legierungsaufwand gemindert und eine grazilere Konstruktion erreicht. Keinesfalls darf bis auf das angussfähige HSL-Teil gefräst oder die Wandstärken zu dünn werden. Mit Fräswachs werden die Flächen ergänzt, der eigentliche Steg modelliert und die Gesamtkonstruktion bereits in Wachs gefräst (Abb. 10). Nach wie vor sind wir der festen Überzeugung, dass bei derartigen Spannweiten ein Einstückguss nicht perfekt passen kann. Deshalb trennen wir die Konstruktion zumindest in den weit auseinander liegenden Bereichen bereits in Wachs. Somit ist beim späteren Verlöten ein bestmöglicher, idealer Lötspalt garantiert. Gleichzeitig werden noch kleine Retentionen zur späteren Fixierung angebracht und sodann angestiftet (Abb. 11).

  • Abb. 8: Beim Kürzen der Kunststoffkamine ist der Vorwall hilfreich.
  • Abb. 9: Mit dem H364RXE schnell und effizient den Einschub idealisieren.
  • Abb. 8: Beim Kürzen der Kunststoffkamine ist der Vorwall hilfreich.
  • Abb. 9: Mit dem H364RXE schnell und effizient den Einschub idealisieren.

  • Abb. 10: Letzte Platzkontrolle des in Wachs gefrästen Stegs.
  • Abb. 11: Steg in Wachs, geteilt und angestiftet.
  • Abb. 10: Letzte Platzkontrolle des in Wachs gefrästen Stegs.
  • Abb. 11: Steg in Wachs, geteilt und angestiftet.

Vor dem Einbetten sind sämtliche Innenbereiche und der Implantatsitz sorgfältig zu reinigen bzw. zu entfetten, die Übergangsbereiche sind mit dem Stereomikroskop auf eventuelle Fehlstellen oder Spaltbildung zu untersuchen. Die Ofenzeit muss je nach Implantatanzahl um mindestens 15-30 Minuten verlängert, gleichzeitig die Endtemperatur um 50-70 Grad erhöht werden. Nur so ist ein sicheres Angießen gewährleistet. Es darf nur mit Glanzstrahlperlen und sehr niedrigem Druck ausgebettet werden, ansonsten besteht die Gefahr der Beschädigung am Implantatsitz. Mittels Ultraschall, Absäuergerät und Dampfstrahler werden etwaige Einbettmassenreste sorgfältig entfernt. Bereits jetzt zeigt sich mit der Biolightlegierung ein schönes, satt goldfarbenes und homogenes Bild. Wie bereits bei den Teleskopen erfolgt die Ausarbeitung der Basalflächen/Übergänge mittels eines blauen Silikonpolierers von Komet unter Verwendung der Polierhilfen. Soweit sämtliche Bereiche ausgearbeitet und poliert sind, wird der Lotspalt mechanisch angeraut, auf einen gleichmäßigen, dünnen Spalt ist zu achten. Nach dem Verschlüsseln sind spezielle Lötanaloge oder Laboranaloge/Polierhilfen aus Stahl sowie dergleichen Schrauben einzubringen. Es dürfen keinesfalls Teile aus Titan oder Aluminium verwendet werden! Anschließend kann der Lötblock hergestellt werden (Abb. 12) und die Arbeit unter Verwendung eines Lotes mit hohem Liquiduspunkt verbunden werden. Nach dem Säubern und Absäuern erfolgt eine Passungskontrolle ohne Zahnfleischmaske anhand des Sheffield Tests; es dürfen keinerlei Schaukelbewegungen vorhanden sein, der Implantatsitz muss spaltfrei und satt vorliegen (Abb. 13). Jetzt werden die basalen Bereiche bei eingebrachter Zahnfleischmaske nochmals exakt auf Druckstellen oder Verdrängungen hin untersucht, ggf. diese beseitigt (Abb. 14). Das eigentliche Fräsen wurde bereits im 1. Teil ausführlich beschrieben, hier nur kurz: Ausarbeiten bzw. Polieren der okklusalen Flächen, Vorfräsen mit dem H364RXE, Feinfräsen mit dem H364RGE, Glätten mit dem H364RGE (Komet Gebr. Brasseler, Lemgo) bei rund 2.000 U/min (Abb. 15). Die eigentlichen Fräsflächen polieren wir nicht, lassen diese seidenmatt, um unkontrollierte Veränderungen durch das Polieren zu verhindern. Der fertige Steg auf dem Meistermodell besticht neben der typischen Biolightfarbe durch eine grazile und dennoch stabile Ausführung (Abb. 16).

  • Abb. 12: Im Lötblock.
  • Abb. 13: Die Passungskontrolle ohne Zahnfleischmaske.
  • Abb. 12: Im Lötblock.
  • Abb. 13: Die Passungskontrolle ohne Zahnfleischmaske.

  • Abb. 14: Basal dürfen keine Verdrängungen der Schleimhaut vorliegen.
  • Abb. 15: Feinfräsen mit dem H364RGE bei niedriger Drehzahl.
  • Abb. 14: Basal dürfen keine Verdrängungen der Schleimhaut vorliegen.
  • Abb. 15: Feinfräsen mit dem H364RGE bei niedriger Drehzahl.

  • Abb. 16: Der Steg aus Biolight fertig gefräst und ausgearbeitet, die satte Goldfarbe spricht für sich.
  • Abb. 16: Der Steg aus Biolight fertig gefräst und ausgearbeitet, die satte Goldfarbe spricht für sich.

Sekundärteile und Friktionselemente

Zum ersten Mal haben wir bei dieser Arbeit die feinjustierbaren Konstruktionselemente Tk-Soft mini (Si-tec GmbH, Grevelsberg) getestet. Bereits vorab: die Handhabung ist sehr einfach, die Wirkungsweise effizient und bezüglich der Kosten sehr moderat. Zum Einbau werden lediglich ein Aktivierungsinstrument, Platzhalter- Entferner und je Element ein Platzhalter sowie ein Friktionselement benötigt. In Abbildung 17 sind links das feinjustierbare Friktionselement, mittig das Platzhalterelement mit eingebrachtem Entferner und rechts das Platzhalterelement von unten mit der Öffnung für den Entferner abgebildet. Vor dem Pattern werden die Platzhalter mit der schmalen Seite und Öffnung nach unten, z.B. mittels einem Kleber für Modellgusswachsretentionen, fixiert (Abb. 18).

  • Abb. 17: Das TK-Soft mini Set: Friktionselement, Platzhalter, Platzhalter-Entferner.
  • Abb. 18: Die Platzhalter am Steg fixiert.
  • Abb. 17: Das TK-Soft mini Set: Friktionselement, Platzhalter, Platzhalter-Entferner.
  • Abb. 18: Die Platzhalter am Steg fixiert.

Soweit notwendig, je nach Schleimhautvoraussetzungen, der Gesamtumfang basal parallel mit Wachs verlängert bzw. ausgeblockt, folgend das Element mit Pattern gefasst (Abb. 19). Anschließend werden die übrigen Stegflächen mit Pattern ergänzt, wobei wir die Öffnungen der Schraubenkanäle vorerst noch nicht verschließen, um den Steg abnehmen und basal kontrollieren bzw. ausbessern zu können. Auch hierbei verwenden wir stets die Polierhilfen. Erst zum Schluss erfolgt das Verschließen der Öffnungen mit Wachs (Abb. 20), das Ergänzen mit Pattern, ein erstes Abheben zur Kontrolle und letztendlich das Zurückschleifen auf Minimalstärke. Bei der gesamten Herstellung und Modellation müssen laufend mit dem Vorwall die Platzverhältnisse kontrolliert werden (Abb. 21). Eine umlaufende „Schürze“ bringt bei graziler Arbeitsweise ein deutliches Mehr an Stabilität, erleichtert die Fertigstellung und bringt einen klar definierten, schönen Abschluss zum Prothesenkunststoff (Abb. 22). Soweit angestiftet und abgehoben ist, können nacheinander die Platzhalter durch Eindrehen des Entferners und Herausziehen entfernt und anschließend das Objekt auf dem Muffelformer platziert werden (Abb. 23). Nach Vorgabe der Hersteller wird eingebettet und gegossen. Nach dem Ausbetten (lediglich Glanzstrahlperlen mit niedrigem Druck, Ultraschall, Absäuern und Abdampfen) liegt bereits ein mehr als ansprechendes Sekundärteil vor (Abb. 24). Die satte Goldfarbe der Biolight (Argen Edelmetalle, Düsseldorf) ist wie immer beeindruckend. Bei richtiger Expansion dürften keine größeren Aufpassarbeiten notwendig sein. Abschließend werden die basalen Anteile ausgearbeitet und poliert, selbstverständlich nur mit Polierhilfen auf Hochglanz poliert (Abb. 25). Im letzten Arbeitsgang erfolgt die Herstellung der Retentionen aus NEM (Abb. 26), die sodann mit der Konstruktion verlötet werden. Auch hier erfolgen laufend Kontrollen anhand des Vorwalles, um ausreichende Platzverhältnisse zu gewährleisten.

  • Abb. 19: Mit Pattern ergänzt.
  • Abb. 20: Bis auf die Schraubenkanäle Pattern vervollständigt.
  • Abb. 19: Mit Pattern ergänzt.
  • Abb. 20: Bis auf die Schraubenkanäle Pattern vervollständigt.

  • Abb. 21: Auf Stärke mit Wachsmodellation.
  • Abb. 22: Von bukkal sind die umlaufende Schürze und die TK-Soft-Platzhalter gut zu erkennen.
  • Abb. 21: Auf Stärke mit Wachsmodellation.
  • Abb. 22: Von bukkal sind die umlaufende Schürze und die TK-Soft-Platzhalter gut zu erkennen.

  • Abb. 23: Platzhalter entfernt und angestiftet.
  • Abb. 24: Ein perfekter Biolight-Guss.
  • Abb. 23: Platzhalter entfernt und angestiftet.
  • Abb. 24: Ein perfekter Biolight-Guss.

  • Abb. 25: Aufgepasst und basal poliert.
  • Abb. 26: Die NEM-Retentionen vor dem Verlöten.
  • Abb. 25: Aufgepasst und basal poliert.
  • Abb. 26: Die NEM-Retentionen vor dem Verlöten.

Fertigstellung

Nach dem Strahlen und Konditionieren wird rosa opakert (Abb. 27). Von basal zeigt sich hier der Vorteil der „Schürzen“, d.h. ein klar definierter Übergang (Abb. 28). Jetzt wird das Modell gewässert und isoliert, die basalen Hochglanzanteile mit einem dünnen Strang Vaseline bestück (dies verhindert, dass Kunststoff in die Innenbereiche beim Fertigstellen fließt) und die Konstruktion auf das Modell reponiert (Abb. 29). Eine letzte Kontrolle mit dem Vorwall zeigt, dass keinerlei Frühkontakte vorhanden sind (Abb. 30). Die eigentliche Fertigstellung erfolgt analog den Ausführungen im Teil 1. Mit den Dualfräsern von Komet gelingt das Ausarbeiten schnell und effizient ohne viele Bohrerwechsel (Abb. 31). Letztendlich ist nur noch Schmirgeln, Politur mit Bims und Bürstchen und Hochglanz mittels Poliermittel und Schwabbel nötig. In der Ansicht von basal mit Steg und Polierhilfen wird der schöne Übergang Kunststoff zu Gold, als auch die schöne Passung ersichtlich (Abb. 32). Soweit die Arbeit vollständig fertig gestellt ist, sämtliche Teile poliert und gereinigt sind, werden nunmehr noch die Friktionselemente mit dem Schraubenkopf nach unten eingesetzt (Abb. 33). In der Spiegelaufnahme wird nochmals schön die Ausformung des Steges deutlich. Zwischenzeitlich sind auch die basalen Außenkanten abgerundet (Abb. 34). Die Gesamtkonstruktion von basal mit eingebrachten Friktionselementen zeigt das perfekte Zusammenspiel, beachtenswert auch die Ausformung des Sattelanteils im 3. Quadranten (Abb. 35). Auf dem Modell ist gut die individuelle Aufstellung und die liebevolle, natürliche Gestaltung des Prothesenkörpers zu sehen (Abb. 36). Von lingual zeigt sich eine Randgestaltung, die die unterschiedlich atrophierten Bereiche ausgleicht und somit für die Zunge als angenehm empfunden wird (Abb. 37). Trotz des nicht idealen Gegenbisses zeigt sich im Schlußbiss doch noch gute Verzahnung (Abb. 38). Trotz beachtlicher Idealisierungen im Seitenzahngebiet Oberkiefer besteht im Unterkiefer noch eine leichte negative Stufe ab der 3er. Dies wird jedoch in vivo nicht weiter auffallen (Abb. 39). Die Mundsituation mit dem individuellen Steg nach einigen Wochen (Abb. 40) zeigt eine perfekte Schleimhautsituation. In der Gesamtansicht stören noch die alten, verfärbten Verblendungen, jedoch steht hier in Kürze eine Überarbeitung bzw. gar Neuanfertigung an (Abb. 41).

  • Abb. 27: Deckender rosa Opaker.
  • Abb. 28: Durch die umlaufende Schürze ein klar definierter Abschluss.
  • Abb. 27: Deckender rosa Opaker.
  • Abb. 28: Durch die umlaufende Schürze ein klar definierter Abschluss.

  • Abb. 29: Letzte Kontrolle der Passung auf dem Modell ...
  • Abb. 30: ... und der Platzverhältnisse zu den Konfektionszähnen.
  • Abb. 29: Letzte Kontrolle der Passung auf dem Modell ...
  • Abb. 30: ... und der Platzverhältnisse zu den Konfektionszähnen.

  • Abb. 31: Ausarbeiten mit dem Dualschleifer von Komet.
  • Abb. 32: Mit Steg und Polierhilfen nach der Fertigstellung und Politur.
  • Abb. 31: Ausarbeiten mit dem Dualschleifer von Komet.
  • Abb. 32: Mit Steg und Polierhilfen nach der Fertigstellung und Politur.

  • Abb. 33: Die TK-Soft-Friktionselemente sind eingebracht.
  • Abb. 34: Basal sind die Stegflächen an den äußeren Kanten nunmehr leicht abgerundet.
  • Abb. 33: Die TK-Soft-Friktionselemente sind eingebracht.
  • Abb. 34: Basal sind die Stegflächen an den äußeren Kanten nunmehr leicht abgerundet.

  • Abb. 35: Von basal die Gesamtkonstruktion mit Friktionselementen.
  • Abb. 36: Eine lebhafte, natürliche Frontsituation.
  • Abb. 35: Von basal die Gesamtkonstruktion mit Friktionselementen.
  • Abb. 36: Eine lebhafte, natürliche Frontsituation.

  • Abb. 37: Die Prothesenbasis wurde der Schleimhautsituation angepasst.
  • Abb. 38: Im Schlussbiss nunmehr ideale Voraussetzungen.
  • Abb. 37: Die Prothesenbasis wurde der Schleimhautsituation angepasst.
  • Abb. 38: Im Schlussbiss nunmehr ideale Voraussetzungen.

  • Abb. 39: Trotz Idealisierungen im Gegenbiss konnte eine leichte negative Stufe im Seitenzahngebiet nicht völlig verhindert werden.
  • Abb. 40: Der Steg nach dem Eingliedern.
  • Abb. 39: Trotz Idealisierungen im Gegenbiss konnte eine leichte negative Stufe im Seitenzahngebiet nicht völlig verhindert werden.
  • Abb. 40: Der Steg nach dem Eingliedern.

  • Abb. 41: Eine natürliche Gesamtgestaltung, der Gegenbiss wird anschließend noch saniert.
  • Abb. 41: Eine natürliche Gesamtgestaltung, der Gegenbiss wird anschließend noch saniert.

Schlussbetrachtung

Gerade bei unsymetrischer oder gar einseitiger Verteilung der Pfeiler/Implantate, in Verbindung mit einer starren Endlage, hat der individuelle Steg nach wie vor seine Berechtigung. Durch gezielte Extensionen kann hierbei die Schleimhaut noch weiter entlastet werden. Soweit sämtliche Pfeiler verbunden sind, kann auch ohne Rotaionssicherung bei einem etwaigen Entfall eines Pfeilers die Konstruktion mit geringem Aufwand in der Funktion erhalten werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, bei unterschiedlichen Durchmessern von Implantaten die Kräfte gleichmäßig zu verteilen.

Aufgrund unserer Erfahrungen halten wir hier nach wie vor die Gusslegierung als unübertroffen im Langzeitverhalten. Die Passung kann bei richtiger Anwendung bzw. Ausführung mit Galvanokonstruktionen ohne weiteres mithalten. Der oftmals bei Galvano dargestellte Kostenvorteil ist aus unserer Sicht keinesfalls haltbar und real. In der dargelegten Ausführung dürfte sicherlich keine nennenswerten Kostenunterschiede beim Materialeinsatz der Sekundärteile vorliegen. Lediglich der eigentliche Steg aus einer Hochgoldlegierung bedingt höhere Materialkosten. Dem gegenüber entfallen die NEM-Zuschläge. Letztendlich fallen somit maximal Mehrkosten i.H.v. ein paar hundert Euro an. Nach wie vor sind wir der Meinung, dass hochgoldhaltige Legierungen seit vielen Jahrzehnten das Maß der Dinge sind und hier nicht - auch bei einem derzeit sehr hohen Goldpreis – am falschen Platz gespart werden sollte. Im Übrigen dürfte letztendlich gegenüber anderen Materialien die Einsparung bezogen auf die Gesamtkosten nicht erheblich sein, demgegenüber der Langzeiterfolg auch noch nach weit über 10 Jahren dies aufwiegt.

Verwendete Materialien

Gerade bei abnehmbaren Arbeiten auf Implantaten bedarf es einer spezifischen Legierung. Die hochgoldhaltige Legierung Argenco biolight (Argen Edelmetalle, Düsseldorf) hat sich hierbei über viele Jahre als problemlos und bestmöglich in der Anwendung erwiesen. Speziell im Angussverfahren, mit nicht unerheblichen Risiken und Fehlerquellen, haben wir nur gute Erfahrungen. Sie entspricht voll den erhöhten Anforderungen im Teleskop-, Steg- und Implantatbereich, vor allem bei grazilen Konstruktionen. Obgleich paladiumfrei sind die physikalischen Werte mehr als beeindruckend. Vor allem die sattgelbe Goldfarbe, das E-Modul und das Handling beim Fräsen und Polieren überzeugt uns immer wieder. Nach wie vor fertigen wir Arbeiten im abnehmbaren Bereich nur mit hochgoldhaltiger Legierung, um diese bestmöglich zu lösen. Gegenüber scheinbar günstigeren Alternativen wie NE, Titan oder Zirkon sehen wir den unschlagbaren Vorteil im sicheren Langzeiterfolg bei gleichzeitiger graziler Gestaltungsmöglichkeit und vor allem in der perfekten Passung. Die Fräser der H364RGE-Serie (Komet Gebr. Brasseler, Lemgo) sind seit Jahren unser Produkt für die Frästechnik. Je nach Drehzahl kann hier eine hohe Schleifleistung oder eine relativ glatte Oberfläche erzielt werden. Zum groben, schnellen Vorfräsen, gerade bei umfangreichen Stegarbeiten, setzen wir die Fräser der Serie H364RXE ein. Beim Ausarbeiten von Prothesenkunststoffen möchten wir heute nicht mehr auf die H251 ACR und H251 EQ Dualfräser verzichten. Die blauen Silikonpolierer gerade bringen schnell und effizient einen schönen Mattglanz, der mühelos zum Hochglanz gebracht werden kann.

Seit vielen Jahren sind wir Anhänger der Tk-Snapoder Tk-Fric-Elemente (Si-tec GmbH, Gevelsberg). Nunmehr hatten wir erstmals Gelegenheit, die feinjustierbaren Konstruktionselemente Tk-Soft mini zu testen. Gegenüber den seit längerem im Handel befindlichen Tk-Soft wurden hier die bereits kleinen Abmessungen noch weiter reduziert. Der Einbau gestaltet sich als sehr einfach, die Größe bzw. der Platzbedarf kann trotz stufenloser Aktivierbarkeit als minimal bezeichnet werden und die Funktion ist beeindruckend. Soweit zu einem späteren Zeitpunkt ein Austausch notwendig wird, ist dies schnell und einfach zu bewerkstelligen. Besonders überrascht waren wir von der sehr moderaten Preisgestaltung der Teile, d.h. der Kosten-Nutzen-Faktor ist bezogen auf die Gesamtkosten mehr als überzeugend. Einsetzbar sowohl im Teleskop- oder Konusbereich (max. 2 Grad) als auch Stegbereich, in der klassischen oder auch Einstückguss- Technik.

Das Löffel- oder Bissschablonenmaterial C-Plast (Candulor, Rielsaing-Worblingen) ist einfach und sicher in der Anwendung, die Verzugsneigung – auch nach längerer Zeit – äußerst gering. Gerade bei verschraubten Aufstellschablonen im Implantatbereich schätzen wir diesen Vorteil sehr.

Danksagung

Herrn OA Dr. Christian Mertens und Dr. Hannes Kappel von der Kopfklinik Heidelberg an dieser Stelle unser besonderer Dank für die perfekten Unterlagen und die Hintergrundinformationen.

 

 

 

 

 

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZT Axel Mühlhäuser

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZT Axel Mühlhäuser


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