Festsitzende Implantatprothetik


CAM-Software – ist billig günstiger?

08.05.2012


Oftmals ist der Unterschied zwischen Qualität und Robustheit einer Frässoftware für den Anwender schwer zu erkennen. Die Preise bewegen sich von 2.000 bis 30.000 Euro – für scheinbar ein und dieselbe Leistung. Um Ihnen hier etwas Orientierungshilfe zu geben, hat sich Martin Huber mit den wichtigsten Eigenschaften einer Frässoftware befasst und stellt seine Erkenntnisse nachstehend vor.

Die Härte des Materials ist entscheidend

Die Art der Bearbeitung ist im Wesentlichen von den Materialeigenschaften abhängig. Cobalt-Chrom-Legierungen sind um ein Vielfaches härter als vorgesintertes Zirkondioxid und daher aufwendiger zu bearbeiten. Bei vorgesintertem Zirkondioxid können Restmaterialbereiche einfach mitgeschlichtet werden, bei Cobalt-Chrom würde der Schlichtfräser mit hoher Wahrscheinlichkeit brechen. Eine gute Software kann diese Restmaterialien besser und schneller berechnen und ist daher auch effizienter. Auch bei Glaskeramik, wie IPS e.max CAD von Ivoclar Vivadent AG, ist darauf zu achten, dass eine hochwertige Software verwendet wird. Denn dieses Material kann man nur schleifen, nicht aber fräsen. Und das erfordert eine 5-Achsen-Simultan-Schleifstrategie, die nicht bei allen CAM-Softwarepaketen realisierbar ist.

Bessere Software für bessere Ergebnisse

Es gilt zwei Arten von Zirkondioxidrestaurationen zu betrachten – teilweise mit unterschiedlichen Anforderungen und Auswirkungen (Abb. 1 u. 2). Der kritischste Bereich eines ZrO2-Gerüstes ist der Präparationsrand. Der Rand ist im Regelfall zwischen 0,1 und 0,2 mm breit und dadurch bruchgefährdet. Einfache CAM-Softwarepakete rastern bereits die Innenseite des Käppchens. Dabei fährt der Kugelfräser auch senkrecht auf den Präparationsrand zu. Abrupte „Stopp-&-Go“-Bewegungen des Kugelfräsers können dabei die Präparationskante stark belasten und beschädigen.

  • Abb. 1: Ein 3-stelliges ZrO2-Gerüst.
  • Abb. 2: Ein 3-stelliges monolithisches ZrO2-Gerüst.
  • Abb. 1: Ein 3-stelliges ZrO2-Gerüst.
  • Abb. 2: Ein 3-stelliges monolithisches ZrO2-Gerüst.

  • Abb. 3: Rasterbahnen belasten den Präparationsrand.
  • Abb. 3: Rasterbahnen belasten den Präparationsrand.

Bessere CAM-Software-Pakete lösen dies über 3D-Offset-Fräswege, die das Material wesentlich weniger belasten (Abb. 3 u. 4). Des Weiteren erlauben Softwareprodukte im Hochpreissegment den Einsatz von intelligenten Strategien, die beispielsweise eine Kaufläche nur dort bearbeiten, wo wirklich Restmaterialbereiche auftreten. Dadurch wird das Ergebnis besser und die Fräszeit reduziert (Abb. 4 u. 5). Die Steuerung der Maschine ist verantwortlich für das Einlesen der Fräskoordinaten. Diese Datensätze werden von der CAM-Software generiert und enthalten Zeile für Zeile Koordinaten, die die Maschine anfahren muss. Je besser diese Koordinaten vorbereitet sind, desto ruhiger fährt die Maschine. Auch hier gibt es Unterschiede in Form von Toleranzen und Glättungsverfahren.
  • Abb. 4: 3D-Offset-Wege reduzieren Ausbrüche im Randbereich.
  • Abb. 5: Die Kaufläche wird komplett bearbeitet.
  • Abb. 4: 3D-Offset-Wege reduzieren Ausbrüche im Randbereich.
  • Abb. 5: Die Kaufläche wird komplett bearbeitet.

  • Abb. 6: Ein Mehrkanten-Schlichten ermöglicht eine effizientere Bearbeitung der Kaufläche.
  • Abb. 6: Ein Mehrkanten-Schlichten ermöglicht eine effizientere Bearbeitung der Kaufläche.

Schlussfolgerung

Unserer Erfahrung nach ist eine hochwertige Softwarelösung auf Dauer günstiger: Sie arbeitet effizienter, berechnet schneller die Fräskoordinaten und schont das Material. Zudem können auch 5-Achsen- Simultan-Schleifstrategien umgesetzt werden.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Martin Huber

Bilder soweit nicht anders deklariert: Martin Huber


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