Festsitzende Implantatprothetik


Digital heißt: mehr Präzision, mehr Effizienz, mehr Materialien

Präzise passende Bohrschablone.
Präzise passende Bohrschablone.

Das Dentallabor und Fräszentrum Implantec, Amstetten, arbeitet seit 2000 nur noch digital. Die eingesetzte Prothetik- und Implantatplanungssoftware sowie der Scanner kommen von Dental Wings. ZTM Hans Eisenmann, Geschäftsführer von Implantec, gibt Einblicke, wie sich heute sein Arbeiten gestaltet.

Unser Labor haben mein Bruder und ich 1983 mit der Spezialrichtung Implantatprothetik gegründet, weil wir in der Implantologie die Zukunft sahen. Wenig später erfasste der digitale Trend die Dentalbranche, ihn haben wir nicht aus den Augen gelassen. Als 1997 nach unserer Überzeugung genügend Reife erreicht war, sind wir in die virtuelle Implantatplanung eingestiegen. Damals gab es aber nur geschlossene Systeme. Wenn man jedoch mit verschiedenen Zahnärzten arbeitet oder arbeiten möchte, wächst der Wunsch nach einem offenen System – dies fanden wir bei Dental Wings, Montreal/Kanada.

Ein wesentliches Plus sehen wir darin, dass das Mutterunternehmen mit der Dental Wings GmbH, Chemnitz, die Software coDiagnostiX und ihr langjähriges Entwicklerteam übernommen hat. Das – offene! – Implantatplanungs-System setzen wir bis hin zur Konstruktion von Bohrschablonen ein. Damit haben wir eine Komplettsoftware im Haus, die das ausgereifte CAD mit einer perfekten Implantatplanung verbindet. Hierdurch kann in unserem Labor die digitale Prozesskette einen Schritt früher beginnen. Denn unser Geschäftsfeld „Bohrschablonen“ hatte sich mit der Zeit sehr ausgeweitet. Seit wir zudem im Jahr 2013 in einen 3D-Drucker investiert haben, sind auch die letzten umfangreichen händischen Arbeiten entfallen. Wir gehen den digitalen Weg aber immer nur dann ein Stück weiter, wenn wir Vorteile sehen: Diese lauten für uns Präzision, Schnelligkeit, Vereinfachung, weiterentwickelte Materialien.

Digitale Implantatplanung

Dank dem Implantatdesigner und der offenen Schnittstellen, die uns Dental Wings bietet, tauschen wir effizient mit allen Kunden Daten aus. Außerdem ist der Anfangspunkt für die virtuelle Zusammenarbeit mit den Zahnärzten sehr flexibel. Oft liefern sie uns ein Gipsmodell, das wir einscannen (Abb. 1), und Dicom-Daten, beides laden wir in die coDiagnostiX-Software. Es können auch die von anderen Scannern genommenen Abformungen eingelesen werden, wenn diese ihrerseits mit offenen Schnittstellen arbeiten. Der Datensatz wird mit den Dicom-Daten überlagert („gematcht“) und alles für die Bildschirmdarstellung aufbereitet. Die coDiagnostiX-Software erlaubt die Implantatplanung im Sub-Millimeterbereich, dazu wird die nach Wunsch-Prothetik günstigste Implantatposition angezeigt. In der Bibliothek befinden sich jetzt über 3.000 Implantate, Abutments und Hülsensysteme der marktrelevanten Implantathersteller. Die Präzision ist überzeugend – und durch Rechenprozesse leichter zu erreichen als manuell.

  • Abb. 1: Oft beginnt der Einstieg in die digitale Welt von Dental Wings mit dem Scanner. Das abgebildete Modell, die 7Series von Dental Wings, wurde über Wieland Dental + Technik, Pforzheim, geliefert und ist durch ein umfangreiches Design-Paket für vielseitige Labore ergänzt.
  • Abb. 2: In der Software coDiagnostiX vollziehen sich die Implantatplanung und die Konstruktion der Bohrschablone.
  • Abb. 1: Oft beginnt der Einstieg in die digitale Welt von Dental Wings mit dem Scanner. Das abgebildete Modell, die 7Series von Dental Wings, wurde über Wieland Dental + Technik, Pforzheim, geliefert und ist durch ein umfangreiches Design-Paket für vielseitige Labore ergänzt.
  • Abb. 2: In der Software coDiagnostiX vollziehen sich die Implantatplanung und die Konstruktion der Bohrschablone.

  • Abb. 3: Aufgrund der Daten entsteht eine präzise passende Bohrschablone. Im Labor Implantec ist die CAD-Software mit einem 3D-Drucker verknüpft.
  • Abb. 3: Aufgrund der Daten entsteht eine präzise passende Bohrschablone. Im Labor Implantec ist die CAD-Software mit einem 3D-Drucker verknüpft.

Nach der Freigabe konstruieren wir mit coDiagnostiX die Bohrschablone (Abb. 2) und übergeben die Daten an unseren 3D-Drucker Objet Eden260V, Stratasys, Rheinmünster (Hauptsitz Rechovot/Israel). Auch dieser ist mit der Software kompatibel. Wir haben uns hierfür entschieden, da er das einzige medizinisch freigegebene druckbare Photopolymer bietet. Hieraus entsteht eine Bohrschablone, präzise entsprechend den CAD-Daten der coDiagnostiXSoftware umgesetzt (Abb. 3). Es bestellen bei uns auch viele Labore.

Software für das Provisorium und Definitivum

Zum Insertionstermin liefern wir nicht nur die Bohrschablone, sondern auch Gingivaformer (Abb. 4) und mit provisorischen Abutments verklebte Provisorien (Abb. 5). Temporäre und definitive Restaurationen sowie Modelle konstruieren wir mithilfe der Prothetik-Software Dwos von Dental Wings – eine echte komfortable Komplettlösung. Nicht nur das breite Indikationsspektrum vom Abutment und Veneer bis zum Steg und der Suprastruktur ist abgedeckt, sondern auch die Materialauswahl zum Fräsen und Schleifen ist vielfältig. Die Palette vergrößert sich ständig. Sie enthält ebenfalls unser für Gingivaformer bevorzugtes PEEK (Polyetheretherketon).

  • Abb. 4: Konstruktion des Gingivaformers. Die CAD-Daten werden dem Fräsgerät übergeben, das das Objekt aus einem PEEK-Rohling mit knochenähnlichem Elastizitätsmodul heraus„schält“.
  • Abb. 5: Mit der Dwos-Software von Dental Wings sind praktisch keine prothetischen Grenzen gesetzt. Hier eine temporäre Versorgung, auf ein provisorisches individuelles Abutment geklebt.
  • Abb. 4: Konstruktion des Gingivaformers. Die CAD-Daten werden dem Fräsgerät übergeben, das das Objekt aus einem PEEK-Rohling mit knochenähnlichem Elastizitätsmodul heraus„schält“.
  • Abb. 5: Mit der Dwos-Software von Dental Wings sind praktisch keine prothetischen Grenzen gesetzt. Hier eine temporäre Versorgung, auf ein provisorisches individuelles Abutment geklebt.

Fazit

Auf die Ergebnisse aus dem CAD/CAM müssen wir und unsere Kunden uns hundertprozentig verlassen können. Die Bohrschablone hat ohne Kompromisse passgenau zu sein, ebenso das Provisorium beziehungsweise der Gingivaformer: alles, was wir zum Insertionstermin liefern. In einem separaten Schritt wird dann die definitive Suprastruktur gefertigt. Die ganzen Jahre über, in denen wir mit Dental Wings zusammenarbeiten, haben wir keine Beschwerde gehabt. Für unsere Abläufe schätzen wir die Effizienz, die durch die Software-Lösungen entsteht. Gute Beispiele für vereinfachtes, fehlerminimierendes und beschleunigtes Arbeiten sind die Workflows für Bohrschablonen, Titanstege und Suprastrukturen. Wir sind der Ansicht, dass die dentale Zukunft schließlich nur noch digital sein wird. Nicht nur wegen der Abläufe, die mit Firmen wie Dental Wings immer sicherer und komfortabler werden, sondern letztlich auch wegen der Einbindung immer besserer Materialien.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Hans Eisenmann


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