Festsitzende Implantatprothetik


Optimales Ergebnis mit der CAD/CAM-Technologie

Fertige Arbeit am Modell.
Fertige Arbeit am Modell.

Die ideale Voraussetzung für einen optimalen Zahnersatz ist ein perfektes Gerüst – spannungsfrei und ohne Gussfehler. Das ist speziell im Bereich der Implantatprothetik sehr wichtig, da Implantate starr und nicht wie die eigenen Zähne selbstregulierend sind. Ein Garant für spannungsfreie Ergebnisse sind CAD/CAM-gefräste Arbeiten. Im folgenden Fallbeispiel zeigen wir eine Oberkiefer- und Unterkiefer-Versorgung unter Einsatz dieser Technik.

Ausgangssituation

Ein etwa 60 Jahre alter Patient stellte sich mit folgender Situation vor: Er hatte sowohl im Oberkiefer als auch im Unterkiefer jeweils eine große VMK-Brücke. Für die neue Arbeit wurden in beide Kiefer Implantate inseriert. Die Aufgabenstellung an das Labor lautete: Für den Oberkiefer eine gaumenfreie Stegarbeit und für den Unterkiefer eine festsitzende Brücke; beides aus Titan.

Zahntechnische Vorgehensweise

Für den Oberkiefer wurde eine gaumenfreie Kunststoff- Prothese auf einem CAD/CAM-gefrästen Titansteg der Firma CADstar angefertigt (Abb. 1). Der Unterkiefer erhielt eine verschraubte und kunststoffverblendete Implantat-Brücke auf einem CAD/CAMgefrästen Titangerüst von CADstar (Abb. 2).

  • Abb. 1: Versorgung im OK: gaumenfreie Kunststoff-Prothese auf Titansteg von CADstar.
  • Abb. 2: Versorgung im UK: verschraubte und kunststoffverblendete Implantat-Brücke auf Titangerüst von CADstar.
  • Abb. 1: Versorgung im OK: gaumenfreie Kunststoff-Prothese auf Titansteg von CADstar.
  • Abb. 2: Versorgung im UK: verschraubte und kunststoffverblendete Implantat-Brücke auf Titangerüst von CADstar.

  • Abb. 3: Spannungsfreies Arbeiten: Erst im Mund werden die Abformpfosten endgültig miteinander verbunden.
  • Abb. 3: Spannungsfreies Arbeiten: Erst im Mund werden die Abformpfosten endgültig miteinander verbunden.

Um die Situation im Mund spannungsfrei auf das Modell zu übertragen, eignete sich folgende Vorgehensweise: Die Abformpfosten wurden bereits am Modell mit Pattern Resin (GC Europe) verblockt und anschließend wieder getrennt. Im Mund wurde dann die Verblockung auf die Implantate übertragen, um sie endgültig miteinander zu verbinden (Abb. 3). Die fertige Situation wurde danach mit einem individuellen Löffel abgeformt. Nachdem die Verblockung am fertigen Meistermodell kontrolliert wurde, folgte die Bissnahme, die kosmetische Probe und Fertigstellung der Arbeit.

Für die Versorgung des Oberkiefers fräste CADstar den Titansteg (Abb. 4). Dabei wurde der Steg auf einer Seite mit Extension angefertigt, da das Implantat im Bereich Zahn 14 einzusetzen war. Das Sekundärteil stammte von der Firma Bredent (Vario soft Profilsteg). Der Vorteil lag darin, dass sich die Stegmatrizen einfach und ohne großen Aufwand tauschen ließen (Abb. 5). Für die Unterkiefer-Implantate (Straumann) lieferte CADstar die CAD/CAM-gefräste Titanbrücke, die anschließend kunststoffverblendet wurde (Abb. 6). Dabei war wichtig, die Basis möglichst glatt auszuarbeiten, um das Reinigen zu erleichtern (Abb. 7).

  • Abb. 4: Der CAD/CAM-gefräste Titansteg von CADstar mit Extension auf einer Seite.
  • Abb. 5: Die Stegmatrizen von Bredent lassen sich ohne großen Aufwand tauschen.
  • Abb. 4: Der CAD/CAM-gefräste Titansteg von CADstar mit Extension auf einer Seite.
  • Abb. 5: Die Stegmatrizen von Bredent lassen sich ohne großen Aufwand tauschen.

  • Abb. 6: Die kunststoffverblendete Implantat-Brücke auf dem CAD/CAM-gefrästen Titangerüst von CADstar.
  • Abb. 7: Eine glatte Basis erleichtert das Reinigen.
  • Abb. 6: Die kunststoffverblendete Implantat-Brücke auf dem CAD/CAM-gefrästen Titangerüst von CADstar.
  • Abb. 7: Eine glatte Basis erleichtert das Reinigen.

Es ist grundsätzlich empfehlenswert, Gesamtrestaurationen auf Implantaten mit Kunststoff zu verblenden. Dadurch ist der Aufbiss weniger hart als bei Keramik und für die Patienten schonender bzw. angenehmer. Denn in der Regel ist es so, dass Patienten mit komplett implantatgetragenen Versorgungen aufgrund mangelnder Sensibilisierung stärker zubeißen. Des Weiteren lassen sich Kunststoffrestaurationen leichter reparieren und nach Jahren bei Bedarf auch komplett neu anfertigen – ohne das Titangerüst zu erneuern. Die fertige Arbeit überzeugte den Patienten durch eine sehr ansprechende Ästhetik (Abb. 8–10). Die gaumenfreie Gestaltung im Oberkiefer bietet zudem einen sehr hohen Tragekomfort (Abb. 11).

  • Abb. 8: Die fertige Arbeit am Modell.
  • Abb. 9: Der zufriedene Patient mit seinen neuen Zähnen.
  • Abb. 8: Die fertige Arbeit am Modell.
  • Abb. 9: Der zufriedene Patient mit seinen neuen Zähnen.

  • Abb. 10: Der zufriedene Patient mit seinen neuen Zähnen.
  • Abb. 11: Die gaumenfreie Prothese bietet einen hohen Tragekomfort.
  • Abb. 10: Der zufriedene Patient mit seinen neuen Zähnen.
  • Abb. 11: Die gaumenfreie Prothese bietet einen hohen Tragekomfort.

Fazit

Wird mit der CAD/CAM-Technik gearbeitet, gibt es kein Lotteriespiel mehr: Die gefrästen Stege und Brücken sind immer spannungsfrei. Der Unterschied zur Gusstechnik: Das Material stammt aus einem Block und ist daher homogener (Titan, Zirkon). Außerdem hat es keine Lunker oder Gussfehler. Ein weiterer Vorteil: Bis auf die Schrauben und Implantate braucht man keine weiteren Teile mehr, denn es wird weder geklebt noch angegossen. Aber selbst mit dieser idealen Voraussetzung ist ein zufriedener Patient noch nicht garantiert, denn das ästhetische Ergebnis einer Arbeit hängt noch immer vom Können und Geschick des Zahntechnikers ab. 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Thomas Strobl

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Thomas Strobl


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