Funktion

Elektronische Gelenkregistrierung

Grundstein der großen Versorgung

Geht es um die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) oder eine andere Funktionsstörung, ist für unsere Autoren ZT Florian Birkholz und ZTM André Mohns eine elektronische Axiographie (Gelenkbahnaufzeichnung) wichtig. Auch zur Absicherung wird diese bei jeder größeren Versorgung durchgeführt. Als Beispiel ist im Folgenden der Workflow festgehalten.

Dass es einen Zusammenhang zwischen der Okklusion und dem gesamten Halte-und Stützapparat des Körpers gibt, ist schon lange bekannt, auch uns Zahntechnikern. Schließlich werden bei allen Bewegungen, die wir ausüben, nicht nur einzelne Muskelgruppen beansprucht, vielmehr kann der gesamte muskuläre Anteil unseres Körpers aktiv werden. Dazu zählt natürlich auch die Kiefermuskulatur.

Um den Körper in Einklang zu bringen und evtl. aufgetretene Schmerzen – etwa durch Muskelverspannungen im Nacken-, Hals- und Schulterbereich – zu reduzieren, ist es oft und wünschenswerterweise Teil der Therapie, bei den Patienten die optimale Kieferposition herauszufinden. Auch Tinnitus kann ein Anzeichen für Probleme im Kieferbereich sein und der Zahnarzt wird hinzugezogen. Vor einer Behandlung oder geplanten Neuanfertigung einer Brücke bzw. komplexen implantatbasierten Versorgung oder einer Totalprothese wird bei uns immer eine Kiefergelenksvermessung durchgeführt. Sie ist ein zentraler Bestandteil, um auch eine Erkrankung des Kiefergelenks zu erkennen und wirksam zu therapieren. Und das geschieht nicht nur, wenn der Patient bereits Probleme bzw. Schmerzen hat, sondern auch prophylaktisch vor der Anfertigung von Zahnersatz. Wenn wir die Anatomie des Kiefers mit seinen Bewegungen kennen, haben wir die Möglichkeit, die Versorgungen patientenindividuell passgenau und funktionsgerecht herzustellen. In Zusammenarbeit mit unseren Partnerpraxen wird eine Vermessung mit dem Tizian JMA Optic by zebris System durchgeführt (zebris Medical, Isny/Allgäu; Deutschland-Vertrieb: Schütz Dental, Rosbach v. d. Höhe).

Hoher Patientenkomfort und exakte Ergebnisse

Die Bildstrecke verdeutlicht den Ablauf (Abb. 1–14). Auf Basis des Lichtoptikverfahrens werden neben den Kondylenbewegungen alle sechs Bewegungsfreiheitsgrade des Unterkiefers mit hoher Genauigkeit aufgezeichnet. Dabei steht die neueste optische Sensortechnologie verbunden mit einem hohen Patientenkomfort im Vordergrund. Es werden alle Bewegungsbahnen der Kiefergelenke vermessen und die realen Bewegungsbahnen können dann ins CAD/CAM-System übertragen werden. So arbeiten wir dann nicht mehr mittelwertig, sondern komplett patientenindividuell. Das Kopfteil wird ganz einfach wie eine Brille auf den Kopf gesetzt. Mit einer Bissgabel, die mit einer weichen Masse gefüllt ist, werden die Konturen der Oberkieferzähne abgeformt. Es folgt die Aufzeichnung der Bewegungsabläufe in mehreren Schritten. Diese werden interaktiv gesteuert. Die aufgezeichneten Bewegungsbahnen werden in 3D-Aufl ösung am Bildschirm visualisiert und ausgewertet. Die Messwerte werden in den virtuellen Artikulator (Baumann-Artikulator und Modellsystem, Baumann Dental, Keltern) übertragen. Es erfolgt eine genaue Simulation des Kauvorgangs (Software exocad, Darmstadt). Der Kiefer wird sozusagen nach außen verlagert. Diese Nachstellung der Mundsituation erlaubt es uns und dem Zahnarzt, unter den gleichen Verhältnissen wie im Mund zu arbeiten. Bevor die optimale Bisssituation ermittelt wird, haben wir die Möglichkeit, die Lage der Zähne und des Kiefers im Modell beliebig oft zu analysieren und zu positionieren. Mit unseren patentierten LevelUp-Schienen® bringen wir die Kondylen in die individuell beste Position und sorgen somit für ein Gleichgewicht der Muskulatur. Das führt schnell zu einer Reduzierung bei vorhandenen Schmerzen – insbesondere, wenn der Zahnarzt nach der zebris-Vermessung idealerweise auch mit einem spezialisierten Physiotherapeuten eine Funktionsanalyse durchführt. Ist der Biss in der optimalen Position, entspannt sich die Muskulatur und der Kiefer befi ndet sich in einer natürlichen Ruheposition. Auf dieser Basis erstellen wir die individuell angepasste Schiene für den Unterkiefer und die Bewegungsdaten werden auch für einen eventuellen Zahnersatz gespeichert.

  • Abb. 1: Unterkiefer-Intraoralscan.
  • Abb. 2: Oberkiefer-Intraoralscan.
  • Abb. 1: Unterkiefer-Intraoralscan.
  • Abb. 2: Oberkiefer-Intraoralscan.

  • Abb. 3: Als Zusatz kommt zur Ebenenbestimmung das PlaneSystem nach Udo Plaster (Zirkonzahn) zur Vermessung zum Einsatz.
  • Abb. 4: Der angelegte zebris Jaw Motion Analyzer.
  • Abb. 3: Als Zusatz kommt zur Ebenenbestimmung das PlaneSystem nach Udo Plaster (Zirkonzahn) zur Vermessung zum Einsatz.
  • Abb. 4: Der angelegte zebris Jaw Motion Analyzer.

  • Abb. 5: Paraokklusaler Löffel als Träger für das zebris-System, in der Schienensoftware modelliert.
  • Abb. 6: Oberkiefer-Jig, in der Modellgusssoftware modelliert.
  • Abb. 5: Paraokklusaler Löffel als Träger für das zebris-System, in der Schienensoftware modelliert.
  • Abb. 6: Oberkiefer-Jig, in der Modellgusssoftware modelliert.

  • Abb. 7: Oberkiefer-Jig und paraokklusaler Löffel aus dem 3D-Drucker.
  • Abb. 8: Die Verbindung in die digitale Welt: der Kopplungslöffel.
  • Abb. 7: Oberkiefer-Jig und paraokklusaler Löffel aus dem 3D-Drucker.
  • Abb. 8: Die Verbindung in die digitale Welt: der Kopplungslöffel.

  • Abb. 9: Leichte Bisshebung durch den Jig. Der Jig und der paraokklusale Löffel behindern sich nicht.
  • Abb. 10: Auswertung und Analyse sowie Dokumentation der aufgezeichneten Daten.
  • Abb. 9: Leichte Bisshebung durch den Jig. Der Jig und der paraokklusale Löffel behindern sich nicht.
  • Abb. 10: Auswertung und Analyse sowie Dokumentation der aufgezeichneten Daten.

  • Abb. 11: Die aufgezeichneten Bewegungen werden zu einem sogenannten Hüllkurvenmodell zusammengerechnet.
  • Abb. 12: Die Schiene mit Sublingualbügel, gefräst in Polycarbonat.
  • Abb. 11: Die aufgezeichneten Bewegungen werden zu einem sogenannten Hüllkurvenmodell zusammengerechnet.
  • Abb. 12: Die Schiene mit Sublingualbügel, gefräst in Polycarbonat.

  • Abb. 13: LevelUp-Schiene®.
  • Abb. 14: Gedrucktes Modellpaar im Baumann-Artikulator.
  • Abb. 13: LevelUp-Schiene®.
  • Abb. 14: Gedrucktes Modellpaar im Baumann-Artikulator.

Leistungssteigerung beim Leistungs- und Freizeitsport

Auch Profi sportler vertrauen auf leistungssteigernde Schienen, die sie während des Trainings bzw. bei Wettbewerben tragen. So auch Fußballer Andor Müller vom TUS Sachsenhausen (Brandenburg). Andor Müller ist einer der besten Fußballer Brandenburgs und Kapitän beim Brandenburgligisten TUS Sachsenhausen. Er trägt die LevelUp Performance-Schiene® konsequent bei jedem Training und in Fußballspielen. „Es ist unglaublich, ich habe deutlich weniger Rückenbeschwerden, seitdem ich die Schiene regelmäßig trage. Außerdem sind meine Beschwerden in den Oberschenkeln und Waden stark zurückgegangen.“

Das Resultat: Sportler erfahren eine höhere Kraftleistung mit einer effizienter arbeitenden Körpermuskulatur und einer verbesserten Körperstatik. Die Schiene bewirkt beim Tragen eine optimale Entspannung der Kau-, Hals- und Nackenmuskulatur und führt zu einer sportlichen Leistungsverbesserung und somit zu einer Verminderung des Verletzungsrisikos. Dies ist bei allen Sportarten möglich – und: Die Schiene ist nicht nur für Profis gedacht, sondern für alle sportlichen Aktivitäten – gleichgültig, auf welchem Leistungsniveau der Sportler agiert. Gerade bei Freizeitsportlern ist der Leistungszuwachs häufig deutlicher zu sehen als bei den Profis.

Schlussbemerkungen

Für uns ist es ein Segen, die Möglichkeiten der heutigen Technik voll ausschöpfen zu können. Wir verwenden speziell bei Funktionstherapien und auch bei jeder größeren Versorgung das zebris-System. Vorteil ist hier, die optimale zentrische Position leicht und exakt ermitteln zu können, und zugleich auch, die vom Patienten aufgenommenen Bewegungsbahnen in unseren virtuellen Artikulator zu übertragen und somit die perfekte okklusale Oberfläche durch einen einfachen Klick zu generieren. Für die Schiene verwenden wir ausschließlich das bruchsichere Polycarbonat aus dem Blank gefräst (Schütz Dental, Rosbach).

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM André Mohns - ZT Florian Birkholz


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