Kronen/Brücken


„2 in 1“ – CAD/CAM-Abutment und Krone in einem Konstruktionsschritt

08.10.2013

CADstar individuelles CAD/CAM Ti-Abutment und Krone aus Hybridkeramik.
CADstar individuelles CAD/CAM Ti-Abutment und Krone aus Hybridkeramik.

Mit der Fertigung von maßgeschneiderten Implantataufbauten (Abutments) werden die ästhetischen Ergebnisse von Implantatprothetik aufs Beste unterstützt. Wie sich mit patientenindividuellen Abutments und zwei neuen Keramiken die Fertigung dieser Prothetik vereinfachen lässt, stellt der Autor in diesem Beitrag vor.

Neue Materialien wie Lava Ultimate, 3M Espe, Seefeld, und Vita Enamic, Vita Zahnfabrik, Bad Säckingen, bieten in Kombination mit individuellen CAD/CAM-gefertigten Titan-Abutments neue Möglichkeiten für eine wirtschaftliche und klinisch optimale Lösung. Die Fertigung von CAD/CAM-Abutment und Krone in einem Konstruktionsschritt, wie mit CADstar, Bischofshofen, Österreich, realisierbar, vereint Individualität, Präzision und Effizienz und bildet so die perfekte Synthese in der individuellen Implantat-Prothetik. Was vor kurzem noch einen erhöhten Zeitaufwand bedeutete, kann nun dank neuester Software, innovativer Materialien und Werkstoffe – und nicht zuletzt aufgrund ausgereifter Frästechnologien – problemlos und elegant gelöst werden. Zwischenschritte wie beispielsweise ein erneuter Scan des fertigen verschraubten Abutments entfallen, womit damit verbundene Fehlerquellen ausgeschlossen werden und sich die Produktionszeit erheblich verkürzt. Die aus dieser Effizienz resultierende Kostenminderung kann als Preisvorteil an den Kunden durchgereicht werden. Die Weiterentwicklung von CADstar besticht jedoch nicht nur durch ihre Präzision und Effizienz, sondern setzt auch neue Maßstäbe in Sachen physiologischer Belastung.

Neue Materialien für die Implantatprothetik

In der Vergangenheit erfüllte bei zahnfarbenen Restaurationen auf Abutments vor allem Zirkoniumdioxid die Anforderungen für implantatgetragene Suprakonstruktionen. Wegen seiner Endhärte und hohen Steifigkeit stellte dies insbesondere bei Patienten mit Kiefergelenksbeschwerden ein gewisses Risiko dar. Da das Implantat Krafteinwirkungen nicht in der Art in den Kieferknochen einleiten kann wie ein natürlicher Zahn über die Desmodontalfasern, verstärkt eine Krone mit hohem Elastizitätsmodul diesen Effekt.

Neue Materialien wie die oben genannten Lava Ultimate und Vita Enamic, die sich nicht nur für herkömmliche Indikationsbereiche, sondern auch hervorragend für CAD/CAM-Implantatversorgungen eignen, weisen einen Elastizitätsmodul auf, der dem des natürlichen Dentins ähnlich ist. So kommt die Kraftübertragung innerhalb des Kausystems der physiologischen Belastung näher, ein zusätzlicher Stress auf das Kiefergelenk beziehungsweise Kausystem wird vermieden.

Das individuelle Abutment

Der Trend zur individuellen Implantatprothetik setzt sich inzwischen durch. Immer mehr Zahnärzte schätzen die Vorzüge fallbezogener Aufbauten gegenüber Konfektionsabutments: Die patientengerechte Maßanfertigung bietet bessere Retentionsmöglichkeiten für die Kronenversorgung, die exakte Positionierung der Präparationsgrenzen und optimierte Emergenzprofile – vor allem im Seitenzahnbereich. Warum also nur die Krone individuell an die Patientensituation anpassen und nicht auch das Abutment? Es steht uns zwar kein mehrwurzeliges Implantat zur Verfügung, das die Anatomie des natürlichen Seitenzahnes imitiert, allerdings können wir das Durchtrittsprofil mit individuellen Abutments zahnähnlich gestalten, sodass das Weichgewebe optimal unterstützt wird. Auch kann die Präparationsgrenze paramarginal liegen, um eine unvollständige Entfernung der Zementreste zu vermeiden. Zudem ist es möglich, individuell ermittelte Daten für den Artikulator zu erfassen und einzurechnen: So gelingt es, die gesamte Suprakonstruktion perfekt anzupassen.

Auf einen Blick

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die „2 in 1“-Fertigung von CAD/CAM-Abutment und Krone eine Vielzahl von Vorteilen für den Zahnarzt und seine Patienten mit sich bringt. Diese sind: erstens physiologisch – Unterstützung der umliegenden Weichgewebe und Schonung des Kausystems; zweitens physikalisch – Passgenauigkeit und Präzision durch Ausschaltung zusätzlicher Fehlerquellen; drittens finanziell – Kostenersparnis durch erhöhte Effizienz.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Martin Huber

Bilder soweit nicht anders deklariert: Martin Huber