Kronen/Brücken


CAD/CAM im Arbeitsalltag

Fertige Brücke auf dem Modell.
Fertige Brücke auf dem Modell.

Ein Fall wie so viele: Die 54-jährige Patientin, die sich bei unserem Zahnarzt vorstellte, wünschte sich alles zugleich – eine Versorgung, die erstens lange haltbar und zweitens kostengünstig sein, zudem aus Vollkeramik bestehen sollte. Dieser Dreisprung kann nur mit Materialien und Verfahren gelingen, die uns reproduzierbare Ergebnisse ermöglichen. Die Technik muss wirtschaftlich, die Ästhetik verlässlich erreichbar sein. Hier schildere ich an einem Beispiel, wie ich im Laboralltag vorgehe.

Die Patientin sollte eine fünfgliedrige Brücke von 23 bis 27 auf den drei natürlichen Stümpfen regio 23, 25 und 27 erhalten. Dabei wollte der Behandler die vier distalen Glieder vollanatomisch aus hochtransluzentem industriell voreingefärbtem Zirkoniumdioxid gefertigt bekommen. Die mesiale Krone 23 sollte als Gerüst gestaltet und zur vestibulären Verblendung mit Schichtkeramik vorgesehen werden. Zirkoniumdioxid war als hochfestes und langlebiges Material vom Behandler gewünscht, um keine neuen Überbeanspruchungen infolge Abrasionen entstehen zu lassen. Die diagnostizierte Ausgangssituation wies im Frontzahnbereich deutliche Abnutzungserscheinungen auf, da regio 26 lange unversorgt geblieben war und sich in der Folge Zahnwanderungen mit Überbelastungen in der Front einstellten. Es kamen Materialien aus dem Zirkoniumdioxid-System Zirlux FC2 zum Einsatz, einer Exklusivmarke des Dentalfachhändlers Henry Schein Deutschland, Langen, dazu die abgestimmte Verblendkeramik Zirlux LC. Hiermit konnten auch die ästhetischen Ansprüche des Patienten erfüllt werden.

Effizienz durch die Farbnahme

Die Farbnahme erfolgte in der Zahnarztpraxis, im Beisein des zuständigen Technikers aus unserem Labor. Für unsere Zahnärzte haben wir Farbmusterstäbchen aus Zirkoniumdioxid der fünf Zirlux-Farben einschließlich Glasur hergestellt. Die Farbabstände sind bei den Zirlux FC2-Rohlingen so gewählt, dass sich ein sehr realitätsnahes Bild ergibt. Auch in diesem Fall kam ein Farbmuster sehr nah an die natürliche Zahnfarbe heran. Außerdem passen monolithische Kronen aus Zirlux FC2 in der Ästhetik gut zu den Keramikverblendungen des Zirlux LC Systems: Sie können ohne (große) farbliche Anpassungen im Patientengebiss unmittelbar benachbart sein.

Handwerk, Materialien und Verfahren

Die Rekonstruktion in craniomandibulärer Funktion ist die beste Voraussetzung für die Langlebigkeit einer Versorgung ohne Fraktur, ohne Defekte – insbesondere bei Zirkoniumdioxid in Verbindung mit Schichtkeramik. Gefordert ist die patientengerechte Okklusion. Bei der hier vorgestellten Patientin wurde keine Dysfunktion diagnostiziert, die Überbeanspruchungen und Abnutzungen im Frontzahnbereich gingen auf fehlende Abstützungszonen und die erfolgten Zahnwanderungen zurück. Da keine elektronischen Messungen zu den Kiefergelenksbahnen vorlagen, artikulierten wir die Modelle schädelbezüglich ein und benutzten die Abrasionsspuren als Basis, um die Gelenkbewegungen im Artikulator nachzuvollziehen. Hierauf gründeten wir die Neueinstellung der Okklusion – mit korrektem Ergebnis, wie sich später bei der Anprobe zeigte.

Anschließend wurde die Arbeit in der Software von exocad, Darmstadt, konstruiert (Abb. 1). Dabei war zu berücksichtigen, dass regio 26 nur noch Platz in Prämolaren-Größe bot. Zum Fräsen (Abb. 2) setzten wir aus unserem Gerätepark das ökonomische Fünfachs-Kompaktgerät CAM 5-S2 Impression von VHF camfacture, Ammerbuch, ein, das Henry Schein kürzlich in sein Programm aufgenommen hat. In der CAM-Software finden sich die Zirlux-Fräsparameter bereits hinterlegt. Die Fräsprogramme und Fräswerke sind so gut, dass wir regelmäßig hervorragende Ergebnisse erzielen: Die Passgenauigkeit stimmt, die Ränder zeigen feinste Details (Abb. 3), die Nacharbeit bleibt für uns gering.

  • Abb. 1: Die virtuelle Konstruktion.
  • Abb. 2: Fräsen im VHF-Fünfachs-Gerät.
  • Abb. 1: Die virtuelle Konstruktion.
  • Abb. 2: Fräsen im VHF-Fünfachs-Gerät.

  • Abb. 3: Feinste Details am Beispiel der Randgestaltung – dank optimierter Fräsparameter für Zirlux FC2.
  • Abb. 3: Feinste Details am Beispiel der Randgestaltung – dank optimierter Fräsparameter für Zirlux FC2.

Ein Tipp aus unserer Erfahrung heraus: Bei monolithischen Restaurationen neben verblendeten Anteilen, in der Regel auch sonst, nehmen wir zwei Glanzbrände vor, um einheitliche keramische Oberflächen einschließlich gleichem Glanzgrad zu erreichen – und um bei den folgenden Schritten Zeit und Mühe zu sparen. Der erste Glanzbrand findet vor dem Keramikauftrag statt und der letzte nach dem Akzentuieren der gesamten Restauration (Abb. 4 und 5). Wichtig ist dabei, die okklusalen Kontaktpunkte, die zu natürlichen Antagonisten bestehen, auszusparen. Sonst würde sich die aufgetragene Schicht mit der Zeit aufrauen, der natürliche Gegenzahn könnte geschädigt werden.

  • Abb. 4: Brücke nach dem Bemalen beziehungsweise Verblenden, fertig gebrannt.
  • Abb. 5: Die fertige Brücke auf dem Modell. Der Prothetikanteil regio 24 bis 27 ist aus Zirlux FC2 gefertigt, vollanatomisch und bemalt. Die Krone 23 wurde als Gerüst gestaltet und vestibulär verblendet.
  • Abb. 4: Brücke nach dem Bemalen beziehungsweise Verblenden, fertig gebrannt.
  • Abb. 5: Die fertige Brücke auf dem Modell. Der Prothetikanteil regio 24 bis 27 ist aus Zirlux FC2 gefertigt, vollanatomisch und bemalt. Die Krone 23 wurde als Gerüst gestaltet und vestibulär verblendet.

Wachstum im Labor

Die Anwendung der Zirlux-Materialien hat in unserem Labor erfreuliche Effekte gehabt. Behandler, die vormals skeptisch gegenüber Zirkoniumdioxid waren, sind positiv überrascht. Sie bestellen bei uns immer wieder vollanatomisch-monolithische Prothetik aus voreingefärbtem Zirkoniumdioxid und auch solche kombiniert mit Verblendungen im Sichtbereich. Der Grund liegt darin, dass sich das zahnärztlich- zahntechnische Zusammenarbeiten bei Zirlux so effizient gestaltet und sich die Restaurationen regelmäßig als passgenau und farblich stimmig erweisen. Davon profitiert der Zahnarzt gegenüber seinen Patienten und unser Labor gegenüber den Kunden. Zirlux hat sich für uns als Mittel der Kundenbindung gezeigt. Wirtschaftlich ist es zudem. Wir erhalten auch durch ConnectDental von Henry Schein (Infos: connectdental(at)henryschein.de) gute Unterstützung. Das Unternehmen sorgt bei seinen Exklusivmarken für ein rundes Konzept mit durchgehendem Workflow. Darüber hinaus gibt es ein weites Spektrum, zu dem nach individuellen Laborbedürfnissen beraten wird. Die Experten helfen bei der Marktübersicht.

Wir sehen Vollkeramik sehr positiv. Die Indikationen vermehren sich ständig, außerdem liegt eine Vielzahl an Langzeitstudien mit hohen Überlebensraten vor. Deshalb bewerben wir das Vollkeramik-Feld aktiv und bieten für Kollegen, die partizipieren, aber nicht investieren wollen, auch Fräsdienstleistungen an.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Hans Jürgen Lange

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Hans Jürgen Lange