Kronen/Brücken

Individualisierung einer vollanatomischen Zirkoniumdioxid-Krone

Neugier macht erfinderisch

Gestaltung individueller Nuancen und Charakteristika.
Gestaltung individueller Nuancen und Charakteristika.

Das neue Malfarbenset HeraCeram Stains universal von Heraeus Kulzer, Hanau, inspirierte ZTM Markus Stang zum Selbstversuch am eigenen Zahnersatz. Er stellte fest: Auch in technischen Berufen wie dem Zahntechniker-Handwerk können kreative Lösungen zu überzeugenden Ergebnissen führen.

Die Malfarben HeraCeram Stains universal sollen für alle Anwendungen geeignet sein, auch für fertig gesinterte Kronen aus dem Fräszentrum. Von Wissensdrang und Experimentierfreude angetrieben, nahm ich die bei mir anstehende Versorgung auf Zahn 46 – eine monolithische Krone – zum Anlass, das neue Sortiment auf die Probe zu stellen. Mein Augenmerk lag dabei auf der Tauglichkeit und der Echtheitswirkung der Malfarben.

Nach dem Sintern: die individuelle Farbgestaltung

Zur Darstellung der Ausgangssituation wurde ein Wax-up angefertigt (Abb. 1 und 2). Von Anfang an achtete ich genau auf Funktion und Ästhetik. So berücksichtigte ich beim Einstellen in den Artikulator Zentrik, Artikulation, Protrusionsbewegung sowie den immediate Sideshift, auch initiale Bennett-Bewegung genannt. Besonders wichtig ist dabei die genaue Lage der Höckerspitzen.

  • Abb. 1: Wax-up von okklusal regio 46. Bildnachweise: ZTM Markus Stang, Eppelheim
  • Abb. 2: Bei der Wachsmodellation ist besonders auf die Lage der Höckerspitzen zu achten.
  • Abb. 1: Wax-up von okklusal regio 46. Bildnachweise: ZTM Markus Stang, Eppelheim
  • Abb. 2: Bei der Wachsmodellation ist besonders auf die Lage der Höckerspitzen zu achten.

  • Abb. 3: In Zirkoniumdioxid umgesetzte Krone aus dem Fräszentrum.
  • Abb. 3: In Zirkoniumdioxid umgesetzte Krone aus dem Fräszentrum.

Fräszentren liefern Objekte nur im gesinterten Zustand an die Labore. So habe ich als Zahntechniker nicht die Möglichkeit, die Kronen schon vor dem Sinterprozess individuell einzufärben. Kommt die Krone vom Fräszentrum, arbeite ich sie in der Fissur und auf der Oberfläche leicht nach. Die Malfarben tragen zur Materialstärke zirka 0,3 Mikrometer bei, daher stellte ich bei meiner Krone 46 die Kontakte eher locker ein (Abb. 3).

Die Konsistenz der neuen Malfarben ist dank der hohen Farbdichte eher zäh. Dadurch können sie deckend aufgetragen werden. Die Farben lassen sich je nach Indikation individuell nutzen: Die weichen Basisfarben können wie eine Lackfarbe aufgetragen werden. Mit den Intensivfarben arbeitete ich punktgenau und zog hauchdünne Striche (Abb. 4).

  • Abb. 4: Die neuen Malfarben von Heraeus Kulzer: flächiger Auftrag der Basisfarben, punktgenaues Akzentuieren mit den Intensivfarben.
  • Abb. 5: Farbergebnis nach dem ersten Auftrag.
  • Abb. 4: Die neuen Malfarben von Heraeus Kulzer: flächiger Auftrag der Basisfarben, punktgenaues Akzentuieren mit den Intensivfarben.
  • Abb. 5: Farbergebnis nach dem ersten Auftrag.

  • Abb. 6: Gestaltung individueller Nuancen und Charakteristika.
  • Abb. 6: Gestaltung individueller Nuancen und Charakteristika.

Bereits nach erstem Auftragen der Malfarben erhielt ich ein homogenes und natürliches Farbergebnis (Abb. 5). Die Krone brannte ich zweimal. Zuerst die Grundfarbe. Ich achtete darauf, die Vorgaben der Brenntabelle genau einzuhalten. Für die Individualisierung der Schneideeffekte empfiehlt es sich, die Malfarben zu verdünnen. Mit den hochdeckenden Intensivfarben schuf ich individuelle Nuancen und Charakteristika (Abb. 6). Anschließend brannte ich die Krone zum zweiten Mal.

Damit die Pastenflüssigkeit korrekt ausbrennt, sollte man die Vortrockentemperatur nicht zu niedrig einstellen, da es sonst zu Farbveränderungen durch Kohlenstoffrückstände kommen kann. Wenn ich die Farben sehr dick aufgetragen habe, lasse ich die Krone länger vortrocknen, heize sie langsam auf und brenne sie unter Vakuum (Abb. 7), so auch in meinem konkreten Fall.

  • Abb. 7: Auftrag der Pastenflüssigkeit.
  • Abb. 8: Der Farbring des neuen Malfarbenset HeraCeram Stains universal.
  • Abb. 7: Auftrag der Pastenflüssigkeit.
  • Abb. 8: Der Farbring des neuen Malfarbenset HeraCeram Stains universal.

Der Farbring: gute Auswahl, intensive Farben

Den Möglichkeiten der individuellen Gestaltung sind fast keine Grenzen gesetzt. Mit den cremigen Basis-Farben A, B und C erstelle ich den Grundfarbton. Das Grundmaterial der Krone beeinflusst die Farbintensität. Wenn ich die Farben Pearl, Grey oder Smoke verdünne, erziele ich täuschend echte Schmelzeffekte. Schon auf dem Farbring erscheinen die Malfarben intensiv (Abb. 8).

  • Abb. 9: Die individualisierte Krone nach dem Brennen.
  • Abb. 10: Die bemalte Zirkoniumdioxid-Krone im Testlicht (Halogen).
  • Abb. 9: Die individualisierte Krone nach dem Brennen.
  • Abb. 10: Die bemalte Zirkoniumdioxid-Krone im Testlicht (Halogen).

  • Abb. 11: Im Mund wirkt das Ergebnis sehr überzeugend.
  • Abb. 11: Im Mund wirkt das Ergebnis sehr überzeugend.

Durch das Bemalen mit HeraCeram Stains universal habe ich bei monolithischen Kronen aus Zirkoniumdioxid ein Ergebnis erreicht, das mich sehr zufriedenstellt, auch wenn ich selbst der Patient bin (Abb. 9 und 10). Wenn man die Arbeit unterschiedlich belichtet, lässt sich die Qualität erkennen, in Halogenlicht strahlt die Krone ein wenig heraus. Das Erscheinungsbild im Mund ist überzeugend (Abb. 11).

Fazit

Die Malfarben HeraCeram Stains universal sind eine wirklich lohnende Alternative: Glasierte monolithische Zirkoniumdioxid-Kronen statt verblendeter Krone oder als Ersatz zur Goldkrone. Da ich mit diesen Malfarben das nach meiner Einschätzung bislang beste Ergebnis bei glasierten monolithischen Kronen erreicht habe, werde ich sie in Zukunft öfter nutzen. Dieses Vorgehen eröffnet eine gute Alternative für ästhetisch und wirtschaftlich attraktiven Zahnersatz – umgesetzt auf eine unkonventionelle Art und Weise. Hier sehe ich in jedem Fall eine ästhetische Aufwertung und kann diese Möglichkeit guten Gewissens auch meinen Kunden empfehlen.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Markus Stang

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Markus Stang


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