Kronen/Brücken


Sicheres Anmischen für Edelmetall-, NEM-Legierungen und presskeramische Arbeiten

Abb. 1: Einbettmasse balance vest universal.
Abb. 1: Einbettmasse balance vest universal.

Mehrere Jahre lang suchten wir die richtige Einbettmasse. Nach diversen Tests mit Universaleinbettmassen verschiedener Hersteller entschieden wir uns vor geraumer Zeit in unserem Labor für balance vest universal der Dental Balance GmbH (Abb. 1).

  • Abb. 2: Anmischgerät smartmix X2.

  • Abb. 2: Anmischgerät smartmix X2.
Diese Einbettmasse garantiert uns seither reproduzierbare Präzisionsgüsse mit allen Edelmetall- und NEM-Legierungen sowie passgenaue Pressergebnisse in der Vollkeramik. Beides lässt sich nach kurzer Erprobungsphase und dem genauen Befolgen der sehr ausführlichen und verständlichen Arbeitsanleitung erzielen. Diese praxisbezogene Anleitung ist mit vielen nützlichen Tipps und Tricks für die tägliche Arbeit versehen. Zeitnah mit dem Wechsel zur balance vest universal installierten wir ein neues Anmischgerät - smartmix X2 - der Firma Amann Girrbach (Abb. 2). Aus der Kombination der inzwischen sehr erfolgreich eingesetzten Einbettmasse und der automatisierten Anmischung hofften wir auf die Optimierung unserer Ergebnisse. Diese Erwartung wurde absolut erfüllt!

Unsere Vorgehensweise

  • Abb. 3: 5-kg Gebinde im Kunststoffeimer.

  • Abb. 3: 5-kg Gebinde im Kunststoffeimer.
95% unserer Arbeiten heizen wir im Speedverfahren auf. Lediglich große Brücken oder Stege werden über Nacht vorgewärmt. Dafür kann durchaus eine Kerneinbettung sinnvoll sein, die das Längenwachstum der Arbeit begrenzt. Entscheidend für reproduzierbare Ergebnisse sind immer gleichbleibende Verarbeitungskonditionen. In unserem smartmix X2- Anmischsystem können wir 5 kg Einbettmasse und die entsprechende Menge Liquid bei konstanter Temperatur von 21°C speichern. Die Dental Balance GmbH liefert stabile und praktisch zu lagernde 5-kg Gebinde in Kunststoffeimern (Abb. 3).

Für jede Legierung oder das Pressen von Keramik lässt sich das Mischungsverhältnis gesondert vorprogrammieren (Abb. 4). Die in der Arbeitsanleitung angegeben Konzentrationen sind immer Empfehlungen und abhängig von der Anmischtemperatur, -zeit und Geschwindigkeit (Abb. 5). Die Anmischbecher werden generell mit Wasser gefüllt aufbewahrt, damit der Liquidanteil stimmt. Wir haben für uns - passend zu unserem Anmischgerät - leichte Anpassungen vorgenommen und erzielen zu jeder Jahreszeit die gleichen perfekten Ergebnisse. Dies ist unabhängig davon, ob ein langjähriger Mitarbeiter oder ein „Neuling“ das Gerät bedient.

  • Abb. 4: Programmierung im smartmix X2.
  • Abb. 5: Anzeige von Pulvermenge und Konzentration
  • Abb. 4: Programmierung im smartmix X2.
  • Abb. 5: Anzeige von Pulvermenge und Konzentration

  • Abb. 6: Einbettung.
  • Abb. 7: Auskleidung mit Vlies.
  • Abb. 6: Einbettung.
  • Abb. 7: Auskleidung mit Vlies.

Entsprechend der Anleitung verzichten wir auf das Einsprühen der Modellation mit alkoholhaltigen Wachsentspannern und betten diese unverzüglich nach Fertigstellung ein (Abb. 6). Je nach Größe der Muffel kleiden wir diese mit 2-3 Lagen Vlies aus (Abb. 7). Die Muffeln werden auf keinen Fall mit Vaseline eingestrichen, damit die Einbettmasse offenporig bleibt und entgasen kann. Aufgrund zu geringer Abbindeexpansion verzichten wir gänzlich auf die Muffelgröße 1.

Bis auf wenige Ausnahmen lassen wir die Masse unter Druck abbinden. Nach exakt 20 Minuten seit Anmischbeginn, setzen wir die Muffel in den 850°C heißen Vorwärmofen. Wenn wir mit Pattern Resin modelliert haben, hat sich ein Ausbrennen des Kunststoffes bei 900°C als vorteilhaft erwiesen. Anschließend wird auf die benötigte Temperatur zurückgestellt. Eine Überhitzung provoziert immer eine engere Passung. Die Haltezeit auf Endtemperatur belassen wir mindestens für 30 Minuten. Sind mehrere Muffeln im Ofen, verlängert sich die Haltezeit um ca. 10 Minuten pro Muffel.

Selbstverständlich wiegen wir unsere Wachsmodellationen vor dem Einbetten ab und gießen nur mit der gerade benötigten Menge Metall. Jeder Fehlguss oder jede Passungenauigkeit kostet Zeit und ist somit verlorenes Geld. Lieber die sehr hilfreiche Arbeitsanleitung einmal öfter durchlesen und ein reproduzierbares, präzises Ergebnis gewährleisten.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Guido Kirchberg

Bilder soweit nicht anders deklariert: Guido Kirchberg