Totalprothetik


Wenn´s mal wieder schnell gehen soll

Die Schleifleistung des ACR-Kunststofffräsers und des rosa gekennzeichneten EQ-Fräsers vermittelt ein ganz neues Schnittgefühl.
Die Schleifleistung des ACR-Kunststofffräsers und des rosa gekennzeichneten EQ-Fräsers vermittelt ein ganz neues Schnittgefühl.

Dass es Zahntechniker gibt, die stundenlang Wachsaufstellungen ausmodellieren mag Zahntechnikermeister Sven Tietge nicht akzeptieren. Der Grund: Nicht selten machen sich Zahntechniker umsonst diese Mühe, da ihre liebevoll gestalteten Wurzelwölbungen beim Ausarbeiten rasend schnell verloren gehen, solange sie nicht das richtige Werkzeug verwenden. Sven Tietge gestaltet darum Kunststoffprothesen. Mit dem neuen Set TD 2117 von Komet/Gebr. Brasseler. Das Set beinhaltet alles, was man für die rationelle Kunststoffbearbeitung braucht.

"Mittelstandsbug" und "kalte Progression" sind Bezeichnungen, die vor wenigen Jahren wohl nur ganz wenige Menschen kannten. Heute sieht das anders aus: Weite Teile der deutschen Bevölkerung sind schwer davon betroffen, dass allein durch die herrschende Inflation ihr Steuersatz stetig ansteigt und der progressive Tarif alle Einkommen zwischen 11.000 und 60.000 Euro so extrem hoch besteuert, dass kaufkraftbereinigt jeder zusätzlich verdiente Euro mit einem deutlich höheren Steuersatz belegt wird als vor wenigen Jahren.

Von High-Class bis Standard

Mit den Auswirkungen eines solchen Steuersystems müssen auch die Dentallabore leben. Immer mehr hat sich in den vergangenen Jahren die Einkommensschere geöffnet. Heute werden von den Dentallaboren so viele EMF-Restaurationen gefertigt wie nie zuvor. Der Anteil an hochwertigen Versorgungen hat gegenüber vor fünfzehn oder zwanzig Jahren merklich nachgelassen, beklagen viele Zahntechniker, die diese Zeiten noch miterlebt haben. Auch ein anderer Bereich der modernen Zahntechnik spaltet sich immer weiter auf. In der Totalprothetik beispielsweise gibt es heute viele Behandler und Patienten, die großen Wert legen auf eine exakte zahntechnische Analyse und Diagnostik, individuell eingefärbten Prothesen-Kunststoff sowie täuschend echt wirkende umgebrannte Keramikzähne. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Patienten, denen interdisziplinäre Behandlungsabläufe und Exklusivität völlig egal sind, weil sie solche Individualität nicht bezahlen können. Auch das Dentallabor von Sven Tietge ist von dieser Aufspaltung betroffen. „Wir bemühen uns, bei jeder Kunststoffprothese die Zusammenhänge von Gesichtsphysiognomie, Mimik und Sprache in unserem Zahnersatz umzusetzen. Aber wie die meisten Labore sind wir gezwungen bei der individuellen Ästhetik Unterschiede zu machen. Farblich differierende Zahnfleischgestaltung zum Beispiel kostet Zeit und ist darum ein Extra, das seinen Preis hat“, erzählt er aus seinem zahntechnischen Alltag.

Der rationelle Weg

Auch Wurzelwölbungen werden bei gewöhnlichen Kunststoffprothesen nicht extra stundenlang bei der Wachsaufstellung ausmodelliert. Stattdessen arbeitet Sven Tietge sie mit einem ACR-Fräser und einem EQFräser von Komet/Gebr. Brasseler in die auspolymerisierte Kunststoffprothese ein. Am liebsten verwendet Tietge das Set TD 2117, denn dieses Set beinhaltet alles, was er für die rationelle Kunststoffbearbeitung braucht: je einen ACR-Fräser und einen EQ-Dualfräser und drei Faservliesräder in grob, mittel und fein (Abb. 1). Zusätzlich enthält das Set noch zwei Hartmetallfräser mit GSQ-Verzahnung. Die sind speziell für Softkunststoffe wie von Zahnfleischmasken oder weichbleibenden Unterfütterungen entwickelt worden und unterscheiden sich von gewöhnlichen Fräsern durch ihre auffällige Schneidengeometrie. Sie haben nämlich nur wenige Schneiden und besitzen einen deutlichen Querhieb, damit sich die Schneiden nicht so schnell zusetzen. Der ACR-Kunststofffräser mit seinem orange-farbenen Ring und der rosa  gekennzeichnete EQ-Fräser wirken auf den ersten Blick gar nicht spektakulär sondern eher gewöhnlich. „Das Ungewöhnliche sind aber ihre Schleifleistung und ihr Schliffbild“, sagt Tietge überzeugt. „Dazu vermitteln sie ein ganz neues Schnittgefühl!“, erklärt er. Das liegt vor allem daran, dass der ACR-Fräser zwar extrem schnittfreudig ist und gut abträgt. Jedoch hakelt er dabei nicht wie manch anderes Produkt (Abb. 2). „Darum kann man mit ihm gut grob vorfräsen und die Presskanäle entfernen, ohne dass man Angst haben muss, dass man gleich eine Kerbe in die Prothese schlägt“, zeigt sich Sven Tietge begeistert.

  • Abb. 1: Komplett ausgestattet – Das Set TD 2117 von Komet/Gebr. Brasseler beinhaltet alles, was man für die rationelle Kunststoffbearbeitung benötigt.
  • Abb. 2: Ideal zum Vorfräsen – Der schnittfreudige ACR-Fräser trägt gut ab ohne zu hakeln.
  • Abb. 1: Komplett ausgestattet – Das Set TD 2117 von Komet/Gebr. Brasseler beinhaltet alles, was man für die rationelle Kunststoffbearbeitung benötigt.
  • Abb. 2: Ideal zum Vorfräsen – Der schnittfreudige ACR-Fräser trägt gut ab ohne zu hakeln.

  • Abb. 3: Doppeltalent – Die Verzahnung des EQ-Fräsers geht an der Spitze in eine sehr feine Verzahnung über, damit man gleichzeitig effektiv ausarbeiten und glätten kann.
  • Abb. 4: Alles gut erreichbar – Die lockeren Faservliesrädern sind elastisch und bleiben durch ihre integrierten Schleifpartikel lange scharf.
  • Abb. 3: Doppeltalent – Die Verzahnung des EQ-Fräsers geht an der Spitze in eine sehr feine Verzahnung über, damit man gleichzeitig effektiv ausarbeiten und glätten kann.
  • Abb. 4: Alles gut erreichbar – Die lockeren Faservliesrädern sind elastisch und bleiben durch ihre integrierten Schleifpartikel lange scharf.

  • Abb. 5: Optimal abgestimmt – Für ein perfektes Endergebnis empfiehlt Komet/Gebr. Brasseler nach dem Vorpolieren mit dem braunen Rad das graue Vlies und zirka 6.000 Umdrehungen.
  • Abb. 6: Für den perfekten Feinschliff – mit dem roten Vliesrad und ohne Druck schließt man die Vorpolitur ab.
  • Abb. 5: Optimal abgestimmt – Für ein perfektes Endergebnis empfiehlt Komet/Gebr. Brasseler nach dem Vorpolieren mit dem braunen Rad das graue Vlies und zirka 6.000 Umdrehungen.
  • Abb. 6: Für den perfekten Feinschliff – mit dem roten Vliesrad und ohne Druck schließt man die Vorpolitur ab.

Nach dem ACR-Fräser kommt der rosa beringte EQFräser zum Einsatz. Dieser Fräser ist gleich in doppelter Hinsicht ein echtes Talent. Denn er besitzt eine extrem schnittfreudige Verzahnung, die an der Spitze in eine sehr feine Verzahnung übergeht. „Mit dem EQ-Fräser kann man effektiv ausarbeiten und zwei Arbeitsgänge auf einmal erledigen, ohne dass man dafür das Handstück anhalten und den Fräser wechseln muss“, erklärt Sven Tietge. Währenddessen glättet er mit 15.000 Umdrehungen die rosafarbene Kunststoff-Oberfläche zwischen zwei Prothesenzähnen (Abb. 3) und erzählt: „Vor allem die Prothesenbasis kann man mit dem EQ-Fräser schon so akkurat vorgestalten, dass man weniger lange vorpolieren muss und sich darum viel Zeit sparen kann.“

Weich, flexibel und doch abrasiv

Nach dem Fräsen geht es ans Polieren. Früher hat man dies bevorzugt mit Sandpapier erledigt. Künftig wird man es wohl häufiger mit Faservliesrädern tun, denn sie verbinden die Vorteile von Fräsern und Schleifern mit denen von Bürsten. Sie sind elastisch und bleiben durch ihre integrierten Schleifpartikel lange scharf. Zum Set TD 2117 von Komet/Gebr. Brasseler gehört je ein grobes braunes Rad, ein mittleres graues und ein feines rotes. „Das Schöne an diesen Vliesrädern ist, dass sie der Form der Ausarbeitung folgen und Beispielsweise die Wurzelwölbungen und die Papillen nicht mehr verändern, die wir zuvor eingearbeitet haben“, beschreibt Sven Tietge und fügt hinzu: „Vor allem aber kann man sogar bei Oberkiefer-Prothesen mit tiefen Gaumendächern alle wichtigen Stellen gut erreichen und auspolieren. Die lockere Struktur der Vliesräder macht´s möglich“ (Abb. 4). Für ein hervorragendes Endergebnis gibt Komet/Gebr. Brasseler ein Reihenfolge an, die der Zahntechniker am besten einhält: Dabei schleift er bei zirka 6.000 Umdrehungen und ohne Druck zunächst mit dem braunen Rad die Konturen vor und wechselt dann zum grauen Vlies (Abb. 5). „Zuletzt benutzt man das rote Vliesrad“, erklärt Sven Tietge, „das gibt dann in Verbindung mit dem ACR- und dem EQ-Fräser den perfekten Feinschliff“ (Abb. 6).

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Sven Tietge

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZTM Sven Tietge


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