Werkstoffe


Neue Anwendungsoptionen für Lava Plus hochtransluzentes Zirkoniumoxid

Abb. 1: Lava Plus hochtransluzentes Zirkoniumoxid ist ab März in Form von Ronden erhältlich.
Abb. 1: Lava Plus hochtransluzentes Zirkoniumoxid ist ab März in Form von Ronden erhältlich.

In den vergangenen Jahren hat sich Lava Zirkoniumoxid als Material für die Herstellung von Restaurationen mit hoher Festigkeit, herausragender Randpassung und exzellenten ästhetischen Eigenschaften bewährt. Es handelt sich um eines der am besten wissenschaftlich untersuchten Restaurationsmaterialien auf dem Markt [1]. Mit Lava Plus ist es 3M ESPE (Seefeld) gelungen, zusätzlich eine Produktvariante mit erhöhter Transluzenz, jedoch ohne die sonst damit verknüpfte Beeinträchtigung der mechanischen Eigenschaften zur Verfügung zu stellen. Ihre Verarbeitung erläutert das Autorenteam beispielhaft anhand eines klinischen Patientenfalls.

3M ESPE führt neu Lava Plus-Rohlinge in Form von Ronden ein (Abb. 1). Diese sind mit einem Standard-Durchmesser von 98 mm wahlweise mit oder ohne Stufe und jeweils in den drei Höhen 14 mm, 18 mm sowie 25 mm erhältlich. Damit besteht erstmals auch für Dentallabore und Fräszentren, die mit CAD/CAM-Systemen von Fremdanbietern arbeiten, Zugang zu dem hochtransluzenten Zirkoniumdioxid: Die Lava Plus-Ronden können mit allen gängigen Fräsmaschinen mit offenen Schnittstellen verarbeitet werden.

Indikationsspektrum

Die Zusammensetzung der neuen Rohlinge gleicht der des bekannten Framematerials. Entsprechend sind die mechanischen Eigenschaften, das Indikationsspektrum etc. übertragbar. Lava Plus eignet sich für die CAD/CAM-Herstellung von vollanatomisch-monolithischen sowie anatomisch reduzierten Kronen und Brücken, sowohl für die Versorgung auf natürlichen Zähnen als auch auf Implantaten. Ebenfalls zugelassen sind verblockte Kronen, Freiend-, Inlay-, Onlay- und Adhäsivbrücken. Des Weiteren lassen sich Aufbauten für zweiteilige Abutments und Primärkronen bzw. -teleskope fertigen.

Färbetechnologie

Die Fähigkeit eines Restaurationsmaterials zur ästhetischen Nachbildung der Zahnsubstanz hängt – vereinfacht ausgedrückt – von seiner Farbe und Transluzenz ab. Natürlich wirkende Farben lassen sich nur erreichen, wenn die Färbelösung spezifisch auf die Mikrostruktur des Zirkoniumdioxids eingestellt wird. Nur dann lässt sich ein optimales Farbergebnis erzielen. Lava Plus ist ein Komplettsystem, zu dem neben hochtransluzentem Zirkoniumdioxid auch 18 darauf abgestimmte Färbelösungen gehören, welche die 16 VITA Classical-Farben A1-D4 und zwei Bleachingfarben (alle VITA Zahnfabrik, Bad Säckingen) abdecken. Zudem sind 8 Effektfarben für intensive Farbakzente und Fluoreszenz sowie 3 Lava Plus Enamel Liquids für eine noch natürlichere Ausgestaltung der Schneidebereiche erhältlich.

Anwendungsbeispiel

Bei dem Patienten wurde in regio 25 ein Implantat (CAMLOG, Wimsheim) auf Knochenniveau inseriert (Abb. 2). Die provisorische prothetische Versorgung auf der Titanbasis (Abb. 3) erfolgte mit Protemp 4, 3M ESPE (Abb. 4 u. 5). Sowohl das individuelle Abutment als auch die monolithische Krone wurden CAD/CAM-technisch aus dem hochtransluzenten Zirkoniumdioxid Lava Plus gefertigt. Beide Restaurationen erhielten vor dem Sintern eine individuelle Farbgestaltung. Mit den Lava Plus-Färbelösungen kann eine einheitliche Einfärbung durch Eintauchen – dies empfiehlt sich vor allem für Gerüste – oder eine individualisierte Färbung mit natürlichem Farbverlauf vorgenommen werden.

  • Abb. 2: Implantat in regio 25.
  • Abb. 3: Bukkalansicht der Titanbasis.
  • Abb. 2: Implantat in regio 25.
  • Abb. 3: Bukkalansicht der Titanbasis.

  • Abb. 4: Temporäre Versorgung …
  • Abb. 5: … mit Protemp 4 in der Farbe A2.
  • Abb. 4: Temporäre Versorgung …
  • Abb. 5: … mit Protemp 4 in der Farbe A2.

Individualisierung

Das Lava Zirkoniumoxid-Abutment wurde vor dem Sintern nicht nur mit Lava Plus-Färbelösung, sondern zusätzlich im Schulterbereich mit der Effektfarbe Pink eingefärbt (Abb. 6). Auf diese Weise werden eine fluoreszierende Wirkung und eine Abschwächung des „Schatteneffekts“ im Übergangsbereich von Zahnersatz zur Gingiva erzielt. Am stärksten ist die Fluoreszenz bei natürlichen Zähnen im Dentin und im Bereich der Zahnwurzel ausgeprägt. Dieser Effekt lässt sich durch die Lava-Färbetechnik imitieren, sodass eine ästhetische Wirkung am Zahnfleischsaum erzielt und dadurch der optische Eindruck einer gesunden Weichgewebearchitektur unterstützt wird. Die aus Zirkoniumdioxid gefräste Krone wurde ebenfalls mit Lava Plus-Färbelösung und Effektfarbe individualisiert (Abb. 7 u. 8). Da der Patient über eine recht helle Zahngrundfarbe verfügt (A2), konnte die Restauration zusätzlich mit Fluoreszenz Liquid charakterisiert werden. Dies verleiht optisch Vitalität und fördert ein natürliches Erscheinungsbild bei allen Lichtverhältnissen. Der Sinterbrand erfolgte bei 1.450 °C. Um die optimale Farbbrillanz der gesinterten Restauration zu erreichen, wurde diese glasiert. Die Befestigung erfolgte mit dem selbstadhäsiven Komposit-Befestigungszement RelyX Unicem (3M ESPE). Die Abbildungen 9 und 10 zeigen das Behandlungsergebnis.

  • Abb. 6: Eingefärbtes Abutment aus Lava Plus Zirkoniumoxid mit individualisierter Schulter.
  • Abb. 7: Individuelles Einfärben des Kronengerüsts vor dem Sintern mit Lava Plus-Färbelösung.
  • Abb. 6: Eingefärbtes Abutment aus Lava Plus Zirkoniumoxid mit individualisierter Schulter.
  • Abb. 7: Individuelles Einfärben des Kronengerüsts vor dem Sintern mit Lava Plus-Färbelösung.

  • Abb. 8: Charakterisieren mit Effect Shades.
  • Abb. 9: Finale Ansicht okklusal.
  • Abb. 8: Charakterisieren mit Effect Shades.
  • Abb. 9: Finale Ansicht okklusal.

  • Abb. 10: Seitenansicht final.
  • Abb. 10: Seitenansicht final.

Fazit

Durch die Einführung der Lava Plus-Ronden besteht künftig flexibler Zugang zu dem hochtransluzenten Lava Plus Zirkoniumoxid von 3M ESPE. Für die Individualisierung empfehlen sich die zugehörigen Lava Plus-Färbelösungen, die speziell auf die Mikrostruktur des Restaurationsmaterials abgestimmt sind und eine hervorragende Farbübereinstimmung mit dem VITA Classical-Farbring ermöglichen. Es kann auch eine Umrechnung in das VITA SYSTEM 3D-Master (VITA Zahnfabrik) erfolgen. Darüber hinaus sorgt die einzigartige Ionen-Technologie für eine besonders warme Farbgebung und unterstützt die Transluzenz des eingefärbten Materials. Die vollständige Kontrolle über die intrinsische Farbe bietet hohe Flexibilität sowie Individualität und die präzise Farbübereinstimmung der vorgemischten Lösungen erleichtert die Umsetzung zusätzlich.

Auch bei dem gezeigten Fallbeispiel überzeugt das erzielte Farbergebnis. Das Chroma der finalen Versorgung besteht den Abgleich mit dem Farbschlüssel erfolgreich und fügt sich harmonisch in den natürlichen Restzahnbestand ein. Durch den hohen Transluzenzgrad werden die Nachbarzähne optimal adaptiert. Ohne eine aufwendige Verblendung wurde eine ästhetische prothetische Versorgung realisiert, die nicht als solche auffällt.

Erhältlich sind die Lava Plus-Ronden samt Zubehör ab März 2015 im neuen Webshop auf www.3mespe.de/Lava-Shop.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Gunnar Reich - ZTM Sven Kirch - ZTM Dirk Dreschner

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Gunnar Reich , ZTM Sven Kirch , ZTM Dirk Dreschner



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