Werkstoffe

Natürlich schön, dünn und stabil

Zirkoniumdioxidrestaurationen mit dem Z•EPTM-Konzept von Prof. Dr. Tanaka

08.06.2012

Zirkoniumdioxidrestauration.
Zirkoniumdioxidrestauration.

Zirkoniumdioxid ist ein idealer restaurativer Werkstoff. Es ist sehr körperverträglich und hochstabil. Die spezifische Stabilität von mehr als 1.300 MPa ist 15-mal so hoch wie die konventioneller Keramik (90 Mpa) und kann durch die Z•EPTM-Technologie optimal genutzt werden, um stabile, dünne, transluzente und minimalinvasive Zirkoniumdioxidrestaurationen herzustellen.

Dank moderner CAD/CAM-Verfahren ist die Passung exzellent. Für die Front- und Eckzahnführung sind die sehr glatte Oberfläche (vor allem lingual) und die hohe Biegefestigkeit des Zirkoniumdioxids ideal, um okklusaler Abrasion vorzubeugen. Mit einer Z•EPTM-Behandlung kann dieses eigentlich opake Material nun mit nur geringem Aufwand naturidentisch eingefärbt und mit natürlicher Fluoreszenz versehen werden.

Bei dem nachfolgenden Fallbericht hat sich der Patient nach ausführlicher Beratung durch das Behandlungsteam für eine minimalinvasive Versorgung mit Zirkoniumdioxid nach dem Z•EPTM-Konzept und für Tanaka DelightTM-Inlays entschieden.

Ausgangssituation

Der 52-jährige Patient hat multiple Okklusionsprobleme. Die Molaren weisen einen Kreuzbiss auf und er ist Bruxer. Die Zähne sind abradiert und die Vertikaldimension ist reduziert, deshalb sind die Frontzähne besonders palatinal abgenutzt. Er wurde bereits mehrfach restaurativ versorgt, jedoch sind die alten Restaurationen fast alle nicht mehr intakt und die Okklusion ist bereits total kollabiert. Der Frontzahnbereich weist zahlreiche Probleme auf: 12 ist abgebrochen und 21 hat distal einen großen Sprung. Dies ist genauso wie die Verfärbungen und Fehlstellungen der Zähne ein ästhetisches Problem, dessen Ursache allerdings in der Malfunktion liegt. Die Mundhygiene des Patienten ist leider mangelhaft, deshalb sind die kariösen Läsionen zahlreich, und der Patient leidet an Parodontitis (Abb. 1–3).

  • Abb. 1 u. 2: Patientensituation vor Behandlungsbeginn.
  • Abb. 3: Mangelhafte Mundhygiene und kariöse Defekte.
  • Abb. 1 u. 2: Patientensituation vor Behandlungsbeginn.
  • Abb. 3: Mangelhafte Mundhygiene und kariöse Defekte.

Das Z•EPTM-Konzept von Prof. Dr. Tanaka

Sehr geringe Schichtstärken mit maximaler Stabilität und natürlicher Ästhetik sind die Hauptmerkmale von Zirkoniumdioxidrestaurationen, die mit der Z•EPTM-Technologie hergestellt wurden. Das Geheimnis: Naturidentisch eingefärbtes Zirkoniumdioxid wird lediglich mit einer dünnen Schicht aus Schmelz- und/oder Glasurmasse überzogen. Dafür wird das Zirkoniumdioxid mit dem organischen Farbsystem ZirColorTM vor oder mit ZirChromeTM nach dem Sintern nach dem Vorbild des natürlichen Zahns eingefärbt.

Behandlungsplanung

Um allen Aspekten an Stabilität, Ästhetik, Protrusion und Disklusion gerecht zu werden, wurden die Zähne 13–23 mit keramikbeschichteten Zirkoniumdioxidkronen nach dem Z•EPTM-Konzept versorgt. Das Gleiche gilt für die Zähne 25, 35–37 sowie 45–47. 24, 26 und 27 wurden mit Tanaka DelightTM-Keramikinlays versorgt.

Präparation

  • Abb. 4 u. 5: Modellsituation der präparierten Zahnstümpfe.

  • Abb. 4 u. 5: Modellsituation der präparierten Zahnstümpfe.
Präparationstiefen von 0,3–0,5 mm sind für Z•EPTM-Kronen völlig ausreichend. Das ist viel angenehmer für die Patienten und verkürzt die Präparationszeit für den Zahnarzt. Durch die minimale Präparation bleibt die Schmelzschicht möglichst intakt, wodurch Sekundärkaries vermindert und die Bonding-Stabilität erhöht wird. Ebenso führt die Reduktion der Präparationstiefen dazu, dass Pulpektomien verhindert werden können. Dank der Stabilität des Zirkoniumdioxids (> 1.300 MPa) und der naturidentischen Einfärbung können die Ränder im sichtbaren Bereich dünn auslaufen (Knife-Edge-Präparation) (Abb. 4 u. 5).

Im vorliegenden Fall mit der oben beschriebenen massiven Problematik, wie Sprünge, Zahnstellungsanomalien und multiple Karies, mussten die Zähne allerdings umfangreicher präpariert werden. Jedoch wurde dem Aspekt der Minimalinvasivität z. B. durch die Präparation auslaufender, supragingival verlaufender Ränder und einer Präparationstiefe labial zwischen ca. 0,3 und maximal 0,5 mm stets hohe Priorität eingeräumt.

Herstellung

Die Zähne 13–23, 25, 35–37 sowie 45–47 wurden mit Z•EPTM-Kronen und Zahn 46 mit einem ICX-Implantat (fixiert mit einem Standard-Abutment) versorgt. Nachdem die Zirkoniumdioxidkappen mit einem CAD/CAMSystem hergestellt worden waren, wurden sie mit Zir- ColorTM eingefärbt und gesintert (Abb. 6–8).

  • Abb. 6: ZirColorTM-System zur Einfärbung der Zirkonoxidkronen.
  • Abb. 7 u. 8: Eingefärbte und gebrannte Zirkonoxidkronen.
  • Abb. 6: ZirColorTM-System zur Einfärbung der Zirkonoxidkronen.
  • Abb. 7 u. 8: Eingefärbte und gebrannte Zirkonoxidkronen.

Im Gegensatz zu anderen Einfärbesystemen wird dieses Liquid sehr leicht vom ungesinterterten Zirkoniumdioxid absorbiert, deshalb funktioniert die Einfärbung schnell und die Farben müssen nicht vorgetrocknet werden. Der Autor hat vorher mit einem Farbsystem gearbeitet, bei dem allein die Vortrockenzeit 40 Minuten betrug. Nach dem Sintern wurden die Käppchen zusätzlich mit ZirChromeTM modifiziert. Wenn dieses über 1.000 °C gebrannt wird, haftet es chemisch am Zirkoniumdioxid. Diese intensive Haftung sorgt dafür, dass auch einem Abchippen von Keramik vorgebeugt werden kann. Um die Abrasion der Antagonisten zu vermeiden und eine optimale Stabilität der Kronen sowie eine gute Front-Eckzahn-Führung zu erreichen, bestehen die Palatinalflächen der Frontzähne aus Voll-Zirkoniumdioxid. Palatinal wird das Zirkoniumdioxid mit den Tanaka Softdiamanten poliert und dann mit Z-LusterTM glasiert. Bei den Tanaka Softdiamanten handelt es sich um ein Drei-Schritt-Poliersystem, bestehend aus diamantierten Gummirädern in grob/mittel/fein, mit dem die Zirkoniumdioxidoberfläche schnell und effizient poliert wird. Z-LusterTM ist eine fluoreszente Glasur. Wir sprühen sie auf die polierte Zirkoniumdioxidoberfläche, wodurch Farbe und Oberfläche natürlicher wirken (Abb. 9 u.10). Grund ist die Fluoreszenz, die die natürlichen Zähne haben, Zirkoniumdioxid jedoch nicht. Um die okklusalen Kaukräfte abzufangen, wurde bei den Seitenzahnkronen gingival und interproximal eine Zirkoniumdioxidgirlande belassen. Für die Zähne 24, 26 und 27 wurden auf feuerfesten Stümpfen vollkeramische Tanaka DelightTM-Inlays hergestellt (Abb. 11). Ursprünglich waren die Zweier extrudiert und in Richtung labial positioniert. Zur Harmonisierung wurden nun bei der gefertigten Arbeit die Einser etwas nach labial positioniert und die Zweier so weit wie möglich intrudiert. Die Gesamtschichtstärke der Zweier beträgt deshalb teilweise nur 0,3 mm. Diese Stabilität reicht aus, weil die Kronen an anderer Stelle dick genug sind (Abb. 12 u. 13). Die Keramikschichtung erfolgte durchgängig in der Tanaka One-Bake-Technik. Es wurden allerdings nur Schmelz- und keine Dentinmassen aufgebaut. Die Anwendungsmöglichkeiten von Z•EPTM schließen Kronen, Brücken, Inlays, Onlays und Maryland-Brücken ein.

  • Abb. 9 u. 10: Keramische Malfarben und die Frontzahnkronen nach dem Sintern vor dem Keramikbrand labial mit ZirChromeTM farblich modifiziert und palatinal lediglich mit Z-LusterTM beschickt.
  • Abb. 11: Keramische Inlays 24, 26, 27 handgeschichtet.
  • Abb. 9 u. 10: Keramische Malfarben und die Frontzahnkronen nach dem Sintern vor dem Keramikbrand labial mit ZirChromeTM farblich modifiziert und palatinal lediglich mit Z-LusterTM beschickt.
  • Abb. 11: Keramische Inlays 24, 26, 27 handgeschichtet.

  • Abb. 12 u. 13: Fertiggestellte Vollkeramikkronen OK und UK.
  • Abb. 12 u. 13: Fertiggestellte Vollkeramikkronen OK und UK.

Resultat

Der Patient hat ein harmonisiertes Lächeln zurückerhalten und ist sehr zufrieden mit der Arbeit (Abb. 14–17). Denn sowohl funktionell als auch ästhetisch ist sie ein großer Gewinn für den Patienten, der ihm – eine kontinuierlich gute Mundhygiene vorausgesetzt – sein Leben lang erhalten bleiben wird.

  • Abb. 14: OK-Kronen eingesetzt in Frontalansicht.
  • Abb. 15: Eingesetzte OK- und UK-Kronen mit leichten Zahnstellungskorrekturen.
  • Abb. 14: OK-Kronen eingesetzt in Frontalansicht.
  • Abb. 15: Eingesetzte OK- und UK-Kronen mit leichten Zahnstellungskorrekturen.

  • Abb. 16 u. 17: Mundsituation vor und nach der ZE-Versorgung.
  • Abb. 16 u. 17: Mundsituation vor und nach der ZE-Versorgung.

Danksagung: Der Autor bedankt sich bei Dr. Peter Ghaussy für die klinischen Bilder, bei Carmen Junge für die Mithilfe bei der Zusammenstellung des Beitrags und vor allem bei seinem großen Mentor Prof. Dr. Tanaka, ohne dessen Unterstützung dieser Beitrag nicht hätte zustande kommen können.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZT Akito Kani

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZT Akito Kani


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