Laborführung


CAD/CAM – der dentale Wirtschaftsmotor - Teil 2

08.09.2016
aktualisiert am: 30.09.2016

Hans-Jörg Bube, ZTM und Berater für Labore und Praxen, hatte im ersten Teil seines Beitrags* vor allem die Charakteristika und Herausforderungen der digitalen Entwicklung benannt, wie sie sich heute zeigen. Labore, die sich noch nicht der computergestützten Fertigung zugewendet haben, können auf diesem Wissen aufbauen. Neues Nachdenken über einen Einstieg lohnt sich. Hier untersucht unser Autor Möglichkeiten, Chancen und Risiken.

Jeder zahntechnische Betrieb, der sich mit CAD/CAM auseinandersetzt, steht vor der Frage: Anschaffung oder nicht? Es ist klar, dass eine Investition nicht nur eine „Bauchsache“ sein sollte, sondern sie muss mit harten Fakten hinterlegt und gestützt werden, um zum Erfolg zu führen.

Ziffern und Zahlen als Mittel gegen „Bauchschmerzen“

Der Bauch sagt oft: „CAD/CAM ist attraktiv und liegt im Trend!“ Im gut eingeführten Labor mit rein langzeitbewährter Technik sagt der Bauch aber auch: „Nein! Nicht umrüsten, nicht umlernen!“ Nun zeigt jedoch das gesamte industrielle und handwerkliche Umfeld in der westlichen Welt, dass das Digitale ein Wirtschaftsmotor ist. Er wirkt für den Anbieter kostensenkend und schafft neue Arbeitsbereiche. Sehen wir das tatsächlich auch im Dentalsektor? Und hier speziell im zahntechnischen Labor? Lohnt sich CAD/CAM? Für die Zukunft und wirtschaftliche Entwicklung? Für jeden?

Als orientierendes Beispiel dient im Folgenden die mögliche Anschaffung eines Kompaktgeräts mit dem Ziel, Kronen und Brücken frästechnisch herzustellen, diese verblendet mit Schichtkeramik (Tab. 1 u. 2). Daneben ist der herkömmliche Prozess mit Gusstechnik einbezogen (Tab. 3-5). Die Zahlenwerte stammen aus dem Alltag.

  • Tab. 1: Übersicht über die direkten Anschaffungskosten eines CAD/CAM-Geräts – Beispiel.
  • Tab. 2: Zeit und Arbeitskosten bei Einsatz des CAD/CAM-Geräts – Beispiel. *) für eine Standard-Verblendung. Die tatsächliche Zeit kann wesentlich abweichen. **) „Zeiteinsatz“ bedeutet Herstellungszeit ohne Wartezeiten.
  • Tab. 1: Übersicht über die direkten Anschaffungskosten eines CAD/CAM-Geräts – Beispiel.
  • Tab. 2: Zeit und Arbeitskosten bei Einsatz des CAD/CAM-Geräts – Beispiel. *) für eine Standard-Verblendung. Die tatsächliche Zeit kann wesentlich abweichen. **) „Zeiteinsatz“ bedeutet Herstellungszeit ohne Wartezeiten.

  • Tab. 3: Geräteanschaffungskosten im Vergleich – Beispiel.
  • Tab. 4: Jährliche Kosten im Vergleich – Beispiel.
  • Tab. 3: Geräteanschaffungskosten im Vergleich – Beispiel.
  • Tab. 4: Jährliche Kosten im Vergleich – Beispiel.

  • Tab. 5: Zeit und Arbeitskosten bei analogem Vorgehen – Beispiel. *) für eine Standard-Verblendung. Die tatsächliche Zeit kann wesentlich abweichen. **) „Zeiteinsatz“ bedeutet Herstellungszeit ohne Wartezeiten.
  • Tab. 6: Rechnerische Kronen-Herstellung im Labor. Zugrunde gelegt sind 55 Minuten pro Krone bei Einsatz des CAD/CAM-Geräts und 65 Minuten bei Einsatz des Gießgeräts (anhand von Tab. 2 u. 5). *) In diesem Beispiel: Kalendertage abzüglich Wochenenden, gesetzliche Feiertage, 27 Urlaubstage, 5 Tage Bildungsurlaub, 4 Krankheitstage
  • Tab. 5: Zeit und Arbeitskosten bei analogem Vorgehen – Beispiel. *) für eine Standard-Verblendung. Die tatsächliche Zeit kann wesentlich abweichen. **) „Zeiteinsatz“ bedeutet Herstellungszeit ohne Wartezeiten.
  • Tab. 6: Rechnerische Kronen-Herstellung im Labor. Zugrunde gelegt sind 55 Minuten pro Krone bei Einsatz des CAD/CAM-Geräts und 65 Minuten bei Einsatz des Gießgeräts (anhand von Tab. 2 u. 5). *) In diesem Beispiel: Kalendertage abzüglich Wochenenden, gesetzliche Feiertage, 27 Urlaubstage, 5 Tage Bildungsurlaub, 4 Krankheitstage

  • Tab. 7: Anschaffungskosten und Kronenherstellung. *) bei verfahrensimmanenten Personalkosten (27,50 Euro pro CAD/CAM-Krone bzw. 32,50 Euro pro konventioneller Krone; vgl. Tab. 2 und 5) **) mit 8,7 CAD/CAM-Kronen bzw. 7,4 konventionellen Kronen pro Acht-Stunden- Arbeitstag
  • Tab. 7: Anschaffungskosten und Kronenherstellung. *) bei verfahrensimmanenten Personalkosten (27,50 Euro pro CAD/CAM-Krone bzw. 32,50 Euro pro konventioneller Krone; vgl. Tab. 2 und 5) **) mit 8,7 CAD/CAM-Kronen bzw. 7,4 konventionellen Kronen pro Acht-Stunden- Arbeitstag

Der Vergleich von Tab. 2 und 5 zeigt das durchschnittlich erwirtschaftete Ergebnis pro Techniker je nach Verfahren, ohne Materialaufwand. Aufgrund des geringeren Arbeitseinsatzes für eine digital gefräste Krone sind bei einem Acht-Stunden-Tag 8,72 (gerundet: 8,7) Kronen zu konstruieren und aufzupassen. Bei herkömmlich manueller Methode liegt der Tagesdurchschnitt bei 7,38 (gerundet: 7,4) Kronen. Dies lässt sich summieren (Tab. 6).

Nach Tab. 6 schafft ein Techniker mit CAD/CAM-Technologie 1,3 Kronen mehr am Tag als konventionell. Um mit Tab. 7 die Anschaffung einer CAD/CAM-Anlage rechnerisch zu rechtfertigen, muss er noch ca. 2 weitere Kronen pro Arbeitstag haben und anfertigen. Erst danach, das heißt mit (gut) drei und mehr Kronen, kommt er in die Gewinnzone.

Wir Techniker sehen uns mit diesen gelisteten Zahlen einer großen Diskrepanz gegenüber. Auf der einen Seite: Für die manuelle Methode fallen die Investitionskosten erheblich niedriger aus – mehr als dreimal niedriger (vgl. Tab. 3) – als für den neu zu erwirtschaftenden digitalen Prozess. Auf der anderen Seite ergibt sich beim Einstieg in CAD/ CAM eine höhere Produktivität. Diese schlägt rechnerisch mit 282 mehr gefertigten Einheiten pro Jahr zu Buche (vgl. Tab. 6). Wie bringt der Laborinhaber nun die beiden Seiten der Medaille zusammen?

Amortisation über die Stückkosten

  • Abb. 1: Das nüchterne Rechnen kann das eigene Bauchgefühl stützen – oder zunichte machen.

  • Abb. 1: Das nüchterne Rechnen kann das eigene Bauchgefühl stützen – oder zunichte machen.
    Quelle: © Thorben Wengert/pixelio.de
Man kommt weiter, wenn man die Ausgaben und geplanten Einnahmen bilanziert (Abb. 1). In der Regel wird die Investition in Maschinen, zum Beispiel in CAD/CAM-Systeme, über die Stückkosten amortisiert. Dazu ist die Betrachtung folgender Parameter nötig:

  • kompletter Anschaffungspreis (Maschine, Hardware, Zubehör)
  • monatliche Betriebskosten, die auf das System zurückzuführen sind
  • kalkulatorische (fiktive) Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals
  • Finanzierungs-/Leasingkosten pro Monat
  • Material-/Werkzeugkosten: budgetierte Stückfertigung pro Monat, mit Input aus Tab. 6
  • zugewiesene Personalkosten

Um dies individuell für das Labor zu errechnen, ist es sachdienlich und am einfachsten, ein spezielles Amortisationsprogramm zu verwenden. Empfehlungen können auf Nachfrage ausgesprochen werden.

Weichenstellungen für einen sanften Einstieg in CAD/CAM

  • Abb. 2: Die Frage, ob und wie bald man mit CAD/CAM Gewinne erzielt, sollte nicht zum Roulettespiel werden. Eckwerte müssen gefunden und abgeschätzt werden. Es geht auch um die Frage, ob die eigenen Zahnarztkunden „mitspielen“.

  • Abb. 2: Die Frage, ob und wie bald man mit CAD/CAM Gewinne erzielt, sollte nicht zum Roulettespiel werden. Eckwerte müssen gefunden und abgeschätzt werden. Es geht auch um die Frage, ob die eigenen Zahnarztkunden „mitspielen“.
    Quelle: © Rainer Sturm/pixelio.de
Schnell ist jedoch auch ohne Zahlenwerk auszumachen, dass das Amortisieren letztendlich von den tatsächlich CAD/CAM-gestützt gefertigten Einheiten abhängt. Dies kann im Vorhinein natürlich nur abgeschätzt werden (Abb. 2). Daher bleibt eine Entscheidung pro hauseigener CAD/ CAM-Anlage notgedrungen mit Fragezeichen versehen. Für das Labor, das noch keine konkrete digitale Erfahrung besitzt – sprich: diesbezüglich noch nicht mit Zahnärzten zusammengearbeitet hat –, liegt ein beliebter und auch erprobter Weg darin, einzelne Arbeitsschritte an ein Fräszentrum auszulagern. In dem Fall bleiben auch die Vorlaufkosten, die durch Techniker-Schulung und Einstieg in CAD/CAM anfallen und in den obigen Übersichten nicht berücksichtigt sind, sehr gering.

Zurzeit macht für den „sanften“ Einstieg die Anschaffung eines Scanners für Gipsmodelle und Abformungen Sinn – solange, bis alle Zahnarztpraxen des Labors für ihre gesamte Prothetik auf den Intraoralscanner umgestiegen sind, und um zu sagen, dass das noch dauert, braucht man kein Hellseher zu sein … Es ist aber auch möglich, statt des digitalen Scans sein physisches Gipsmodell an das Fräszentrum zu verschicken. Das erniedrigt die Schwelle hin zum CAD/CAM noch weiter.

Hat man sich für einen Scanner entschieden, stellt sich die Anschlussfrage: Soll das virtuelle Konstruieren ins eigene Labor geholt werden? Die Antwort muss kein kategorisches Ja/Nein für sämtliche Aufgaben sein. Am besten schaut man sich das eigene Profil und seine Schwerpunkte an und überlegt, welche Objekte ab jetzt digital erstellt werden könnten. Nur Kronen und kleine Brücken? Oder auch Teleskopkronen bzw. ganze Teleskopprothesen und implantatgetragene Arbeiten, die einen spannungsfreien Sitz fordern? Titangerüste? Aufbissschienen? Bohrschablonen? Individuell gefräste Abutments? Einiges davon setzt besondere Kenntnisse im CAD-Bereich voraus. Was bei allem für das einsteigende Labor immer neu ist: das ausschließliche Anschauen des Objekts am Bildschirm. Man kann dieses zwar drehen, aber der Bildschirm bleibt zweidimensional. Lernen ist in jedem Fall angesagt, und es muss ein Techniker des Labors ausgesucht werden. Ein Labor kann (zunächst) das gesamte Konstruieren nach draußen vergeben – oder zum Beispiel nur die aufwendigeren Dinge. Jeder wächst mit seinen Aufgaben und die Zusammenarbeit mit dem Fräszentrum kann Schritt für Schritt angepasst werden. Kommen neue CAM-Materialien und Verfahren auf den Markt und man will für seine Zahnärzte an der Entwicklung teilnehmen, kann man so vorgehen, dass man am Ende zum Beispiel nur noch solche speziellen Arbeiten innovativ ausgerichteten Fräszentren überlässt. Wie die Frage: „Wie viel selbst konstruieren?“ auch ausgeht – bei Inanspruchnahme eines Dienstleisters weicht das Labor finanziellen Unwägbarkeiten und hohen Investitionskosten aus. Es kann erst einmal selbst Fuß in der CAD/CAM-Welt fassen, unbeschwert.

Oder lieber in eine laboreigene CAD/CAM-Anlage investieren?

Der Wettbewerbsvorteil, den CAD/CAM-orientierte Labore haben, wie von mir in der vorhergehenden Ausgabe des internationalen Zahntechnik Magazins beschrieben, bleibt weiterhin klar bestehen und kann als verlässlicher Parameter eingestuft werden. Das ist ein wichtiger Punkt – auch in der Hinsicht, dass etliche Patienten mittlerweile die computergestützt gefräste zahntechnische Versorgung kennen und diese nachfragen. Ab wann rechnet sich also ein hausinternes Fräsgerät?

Dazu habe ich den Gesamtanschaffungswert einer CAD/CAM-Anlage aus Tab. 3 von 79.800 Euro auf eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 8 Jahren, gleich 10.200 Euro, umgerechnet. Das hat dann, bei 217 Jahresarbeitstagen, eine finanzielle Belastung von 25.536 Euro pro Jahr zur Folge (vgl. Tab. 4). Fällt in dieser Zeit ein Wechsel zu einem neuen Gerät an, muss der entsprechende Restwert der Anlage einbezogen werden. Der Arbeitszeitfaktor und der Energiefaktor sind dabei außer Acht gelassen. Ungefähr ab der 3. Krone mehr, jahresdurchschnittlich und tagesbezogen, rechnet sich mit diesem Zahlenbeispiel die Anschaffung eines Kompaktsystems – auch dann, wenn man sich auf die alltägliche Kronen- und Brückenversorgung beschränkt. Mit darüber hinausgehendem Auftragsaufkommen lassen sich interessante Gewinne erzielen. Was dabei jedoch nicht vernachlässigt werden darf: die Kosten der Lagerhaltung für die Blanks in verschiedenen Materialien, Größen und Farben sowie ebenso der Fräswerkzeuge.

Folgendes darf nicht unerwähnt bleiben: Wenn man sich ein Fräsgerät in den Betrieb holt, zieht dies weitere Kreise. Für die gefräste PMMA-Schiene ist zum Beispiel ein besonderes Programm (Template etc.) notwendig. Und was zum Beispiel die Passgenauigkeit einer großspannigen Einstückteleskopprothese angeht: Es ist die 100%-ige Abstimmung der Software mit dem Abrieb der Werkskörper sicherzustellen. Sonst können wir leider nicht mehr von einer Friktion der Teleskope sprechen. Wenn man sich jedoch mit wachsender Erfahrung im eigenen Labor dieser Anwendung der digitalen Technologie zuwendet, bietet man Spitzenqualität und zeichnet sich heute fast noch durch ein Alleinstellungsmerkmal aus. In gleicher Weise lässt sich die individuelle Gestaltung von Abutments im implantologischen Bereich gut zu seinen Zahnärzten kommunizieren und erweitert dann die Arbeitsmöglichkeiten – ein höheres Auftragseinkommen ist in Sicht.

Marketing und Neukundengewinnung

„Das höhere Auftragseinkommen“: ein Zauberwort, durch das sich alle Fragezeichen in Luft auflösen. Mit CAD/CAM, dem Erschließen neuer Arbeitsfelder und der sich erweiternden Materialpalette des Labors, steht die Binsenweisheit im Raum, seine Bestandskunden und neue Zahnärzte diesbezüglich anzusprechen. Tue Gutes und rede darüber, Stichwort: werbewirksamer Auftritt.

Man kann seine Homepage neu aufziehen – mit Zahnarzt- und Patientenbereich –, Infobroschüren drucken lassen, ein Einführungsfest für seine Zahnärzte veranstalten, durch Infoabende/Mittwochsnachmittage diese seinerseits auf den Geschmack von CAD/CAM bringen und, und, und … Gehören die eigenen Zahnärzte nicht zu den „Digital Natives“, nimmt man sie durch weitere und individuelle Maßnahmen gezielt an die Hand.

Das Personal

Natürlich ist der Dreh- und Angelpunkt, dass das Knowhow im eigenen Betrieb Schritt halten muss. Man kann, muss aber nicht zusätzlich die Stelle eines „Digitalen Technikers“ schaffen. Denn mit der sich nach und nach einstellenden Effizienzsteigerung durch CAD/CAM (vgl. Tab. 2 u. 6) lassen sich Arbeiten umwidmen und man kommt mit der vorhandenen Anzahl in der Belegschaft aus. Wird das Team breit geschult, ist zudem keine personelle Neustrukturierung nötig, weil die digitale Arbeit von allen Abteilungen des Labors erledigt wird. Die Weiterqualifizierung eines oder zweier der Mitarbeiter ist aber sicher der sinnvollste Weg. Denn man muss damit rechnen, dass die Einarbeitung nicht unerheblich zu Buche schlägt und in der Regel nach einem halben Jahr noch nicht abgeschlossen ist. Und wie im analogen Ablauf bleibt die Frage an den Laborleiter, wie er mit eventueller Unzufriedenheit des Zahnarztkunden umgeht: Kulanz? Geht man die Anfangsschritte mit Ausgliederung einzelner Arbeiten an ein Fräszentrum, so belässt man (erst einmal) alles beim Alten und das Alltagsgeschäft mit Kronen und Brücken verbleibt weiter im Labor. Mit dem Unterschied, dass ausgeprägt handwerkliche Techniker sich nun stärker ihren wesentlichen Aufgaben widmen können. Eventuell entspannt sich die Arbeitsmarktsituation für das Labor, wenn Neueinstellungen anstehen: Der Bedarf an hochqualifizierten Technikern sinkt möglicherweise, da die Software einiges an Unterstützung bietet und am Ende Fehler minimieren hilft.

Schlussüberlegungen – die Rentabilität und Entscheidungsfindung

Ein wichtiger Aspekt in unserer Wirtschaftlichkeitsberechnung ist die Rentabilität. Eine Investition soll sich immer rentieren, entweder durch einen höheren Auftragseingang, welcher mit gewinnbringenden angrenzenden Leistungen verknüpft ist, oder durch Effizienzsteigerung. Im CAD/CAM-Bereich öffnen sich zwei Wege, Rentabilität zu erreichen.

Fräszentrum

Aus meiner langjährigen Beobachtung im Bereich der Wirtschaftlichkeit lässt sich mindestens die Ausgliederung schwierigerer Arbeiten hin zu einem Fräszentrum befürworten. Etliche zahntechnische Meisterlabore haben sich zum Fräslabor entwickelt und bleiben dabei meisterlich geführt. Dadurch haben andere Betriebe die Möglichkeit, herkömmlich durch Gusstechnik bediente Bereiche, aber auch beispielsweise PMMA-Arbeiten sowie besondere „mikrotechnische Lösungen“ dorthin zu geben. Dahinter steht das Bestreben der Risikominimierung eines klein- bzw. mittelständischen Labors. Die Beschäftigung eines „Konstruktionstechnikers“ entfällt für sie damit, ebenso die immer wiederkehrenden Updates und Upgrades im CAM-Bereich. Die sogenannten Fixkosten des Betriebes können so gering wie möglich gehalten werden. Je kleiner der finanzielle Druck bzw. die Abhängigkeit von den Banken ist, desto besser kann das Unternehmen Labor die Volatilität der Auftragslage hinnehmen. Mit dem Fräslabor ist aber ausführlich abzuklären, wie das gelieferte Produkt weiterzubehandeln ist.

Laboreigenes CAD/CAM

Andererseits lässt sich durch den Einsatz eines eigenen CAD/CAM-Systems das bestehende Auftragsvolumen leichter erweitern oder optimieren. Denn die Sachkenntnis und die Kontrolle über Prozesse sind höher. Die Kommunikation mit dem Zahnarzt reicht tiefer. Daraus können mehr Vertrauen, eine größere Kundenzufriedenheit und somit engere Kundenbindung erwachsen. Die Auftragslage wird dann verlässlicher.

Ein anderer Punkt betrifft die Senkung der Produktionskosten, sprich der Stückkosten und des Stückkostenanteils. Das geschieht in der Regel bei einer ca. 70 %-igen Auslastung des Systems. Das Schöne ist dabei, dass bei einer mentalen passiven Arbeitszeit trotzdem produziert – gefräst – werden kann. … Wenn denn alles nach Wunsch klappt …

Schlussbemerkungen

Nach den vorherigen Überlegungen stellt sich für einen jeden potenziellen Investor schlussendlich die Frage: Welches Ziel will ich mit meiner fünfstelligen Anschaffung verfolgen? Ist es Kostenminimierung, mehr Unabhängigkeit im zahntechnischen Fachkräftemarkt, Erweiterung der Produktpalette, Steigerung der Produktivität etc.? Will man die Investitionsfrage nicht mit sich allein entscheiden und auch mehr Zahlen, Fakten und Ideen als aus dem eigenen Labor erhältlich berücksichtigen, zieht man professionelle Beratung hinzu.

*Teil 1 finden Sie als Link unten

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZTM Hans-Jörg Bube



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