Laborführung

Dentallabor-Factoring

Der finanzielle Schirm, unter dem alle Beteiligten Platz finden

Abb. 1: Finanzielle Engpässe im Dentallabor gehören mit Factoring der Vergangenheit an. (©LVG/Traffic AfWK&D)
Abb. 1: Finanzielle Engpässe im Dentallabor gehören mit Factoring der Vergangenheit an. (©LVG/Traffic AfWK&D)

Eurokrise, Staatsverschuldung, Bankencrashs... das Thema Sicherheit in Finanzfragen ist aktueller denn je. Auch für das Dentallabor geht es darum, bei Finanzplanung und Liquiditätssicherung so manchen Stürmen zu trotzen und einen Weg zu finden, der Wachstum und Zukunft sichert. Dentallabor-Factoring hilft, die Entwicklung des Unternehmens auf eine solide Basis zu stellen, denn diese Finanzdienstleistung verschafft allen am Thema „Zahnersatz“ Beteiligten größere finanzielle Spielräume, wie im nachfolgenden Beitrag dargestellt wird.

Die Welt gehört denen, die zu ihrer Eroberung ausziehen, bewaffnet mit Sicherheit und guter Laune“, wusste schon der große Dichter Charles Dickens. Die gute Laune kann man natürlich nur aus sich selbst heraus gewinnen. Sicherheit – zumindest in finanzieller Hinsicht – ist dagegen auch eine Frage der cleveren Organisation. Dazu gehört für immer mehr Laborinhaber die Zusammenarbeit mit einem Faktor. Das heißt, das Dentallabor überträgt seine Forderungen an den Faktor, der als Gegenleistung dem Labor die erbrachte Arbeit sofort bezahlt. Somit werden hohe Außenstände vermieden und das Labor bleibt liquide. Darüber hinaus schützt Factoring das Dentallabor bei Forderungsausfällen und sichert den Geldfluss durch weitere Dienstleistungen ab.

Factoring bietet sich daher neben den klassischen Instrumenten Eigenkapital, Bankkredit und eventuell Fremdkapital als ein Baustein in der Finanzstrategie eines Dentallabors an. Vor allem deshalb, weil es sich dynamisch an die Auftragsentwicklung des Dentallabors anpasst. Wie wichtig das für ein Labor sein kann, zeigt ein Beispiel aus der täglichen Praxis.

Nehmen wir an, ein Dentallabor ist bestens ausgelastet, Material wird eingekauft, verarbeitet, der Zahnersatz wird pünktlich ausgeliefert, die Rechnung ist verschickt. Doch dann lässt die Bezahlung auf sich warten. Dies geschieht mitunter einfach deshalb, weil der Zahnarzt seine Gelder von der KZV und seinen Patienten oft erst mit großer zeitlicher Verzögerung erhält und ebenfalls auf seine Liquidität achten muss. Wenn dann am Monatsende zudem die Gehälter der Labor-Mitarbeiter fällig werden, bewegt sich das Konto schnell in Richtung Limit. Zu Zeiten turbulenter Finanzmärkte wird es dann häufig schwierig, die Kreditlinie bei der Bank zu erhöhen.

Liquiditätsengpässe vermeiden

An dieser Stelle breitet Dentallabor-Factoring ein wirkungsvolles Sicherheitsnetz aus. Denn die erbrachte Leistung wird dem Dentallabor umgehend honoriert. Ein Faktor, wie z. B. die LVG Labor-Verrechnungs-Gesellschaft in Stuttgart, seit rund 30 Jahren in der Branche aktiv und mit der Situation von Dentallabors bestens vertraut, überweist die angefallenen Rechnungsbeträge innerhalb von nur 48 Stunden auf das Labor-Konto. Die LVG geht sogar noch weiter und zahlt schon im Vorfeld einen Abschlag auf die künftig abzurechnende Sammelaufstellung, sodass das Labor vorzeitig über einen Teil der Liquidität verfügt. Finanzierungsengpässe können so erst gar nicht entstehen.

Im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines Zahnarztes tritt die Delkredere-Funktion des Faktors in Kraft: der Schutz vor Forderungsausfall. Das heißt, der Faktor übernimmt hier die Haftung für Zahlungsausfälle, das Labor gewinnt ein bedeutendes Stück Sicherheit. Wie bedeutend dies sein kann, zeigt ein einfaches Rechenexempel: Setzt man eine Umsatzrendite des Labors von 10 % vor Steuern voraus, muss ein Dentallabor einen Mehrumsatz von 100.000 Euro erarbeiten, um einen Forderungsausfall von 10.000 Euro auszugleichen. Was manch einem Labor schwerfallen dürfte. Wer dann womöglich mehrere Ausfälle kompensieren muss, steht schnell im Regen und kämpft im schlimmsten Fall um seine Existenz.

Was kostet es – was bringt es?

So ungefähr würde ein Unternehmer die Frage nach Aufwand und Leistung auf den Punkt bringen. Hier bieten die unterschiedlichen Faktorer verschiedene Ansätze. Bei LVG lässt sich das auf eine Faustformel verdichten: Die Kosten, die für die Dienstleistung anfallen, bewegen sich im Skontobereich. Sie sind je Dentallabor individuell, da sie sich an verschiedenen Parametern wie Umsatz etc. orientieren. Ein weiterer Vorteil des Factorings mit LVG ist die Tatsache, dass keine Pauschalgebühr berechnet wird, sondern Gebühren und Zinsen transparent getrennt sowie Zinsen taggenau ermittelt werden. Auf der Kostenwaage liegen wirtschaftliche Gegengewichte für Factoring-Aufwendungen in der Waagschale. Denn aufgrund der laufenden Liquidität ergeben sich für das Dentallabor die Möglichkeiten, selbst Einkaufsvorteile zu nutzen, Lieferantenskonto zu realisieren und ggf. Überziehungszinsen zu vermeiden und sogar Bankverbindlichkeiten abzubauen.

Dentallabor-Factoring ist also ein wirksames Instrument zur Finanzierung – und zur Sicherung der ökonomischen Stabilität des Labors. Dabei geht es nicht allein um Umsatz und Wachstum, sondern auch um Arbeitsplätze. Denn wo die Finanzierung des Betriebs auf einer soliden Basis steht, müssen auch keine Mitarbeiter entlassen werden und Gehälter sowie sonstige obligatorische Abgaben können rechtzeitig bezahlt werden. Das entspannt die Atmosphäre im Labor, hebt die Stimmung und kommt so letztendlich der Arbeitsqualität zugute. Sicherheit ist übrigens unter anderem ein gutes Argument bei der Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter.

Eine gesunde Kapitalausstattung des Dentallabors kommt außerdem der Zusammenarbeit mit den Lieferanten zugute. Verbindlichkeiten können zügig beglichen werden – idealerweise unter Nutzung von Skonti – und lästige Mahnverfahren gehören mit Factoring der Vergangenheit an. Darüber hinaus können Investitionen sicherer geplant werden. Wer sein Konto nicht immer am Rand der Kreditlinie fährt, erhält von seiner Bank nicht nur leichter einen Kredit, sondern auch ein besseres Rating – und das zahlt sich wiederum in besseren Konditionen aus.

Ebenso sind mit Factoring solche Situationen ausgeschlossen, in denen der Laborinhaber seinem Unternehmen mit privaten Finanzmitteln unter die Arme greifen muss, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken, was natürlich für ein dauerhaft angenehmes Klima im Bereich des Privatbudgets sorgt.

Eine weitere Dienstleistung im Rahmen des Dentallabor-Factoring ist die Bonitätsprüfung der Zahnarztkunden des Labors. Dadurch werden selbst solche Ausnahmefälle von vorn herein ausgeschlossen, in denen Kunden Zahlungen unnötig verzögern oder gar nicht tätigen. In allen anderen Fällen jedoch kommt der Zahnarztkunde durch Dentallabor-Factoring in den Genuss zusätzlicher Sicherheit.

Interessante Aspekte auch für den Zahnarzt

Der Zahnarzt ist auf die Honorierung seiner erbrachten Leistung durch Kassen und Patienten angewiesen und muss dabei häufig lange Zahlungsziele einräumen. Diese muss er, um nicht selbst sein finanzielles Immunsystem zu schwächen, an seine Lieferanten weitergeben, unter anderem an das Dentallabor. Vorausgesetzt, das Labor arbeitet mit einem Faktor zusammen, ist das unproblematisch, da dieser ja die Finanzierungslücke zunächst schließt. Und der Zahnarzt kann also sicher sein, dass er seine benötigten Zahlungsziele in Anspruch nehmen kann, ohne sein Labor in finanzielle Schwierigkeiten zu bringen.

Da das Labor auf dieser Basis sicherer investieren und sich leichter weiterentwickeln kann, schlägt sich dies auf die Dauer in höherer Qualität und kürzeren Lieferzeiten nieder. Zusätzlich wirkt sich Dentallabor-Factoring auch auf die Preisgestaltung aus, weil das Labor schnell über flüssige Mittel verfügt, somit eigene Verbindlichkeiten abbauen, Einkaufsvorteile nutzen, auf teure Kredite verzichten und so für Zahnarzt und Patient kostengünstiger kalkulieren kann. Und: Ein finanziell gesundes Unternehmen lebt bekanntlich länger. Im Garantiefall heißt das, dass sich der Zahnarzt bei einem dauerhaft liquiden Dentallabor keine Sorgen um seine Garantiesicherheit machen muss. Und er kann sich darauf verlassen, einen Partner zu haben, der über viele Jahre gute Arbeit liefert und ihm die aufwendige Suche nach einem neuen Laborpartner erspart.

Auch die Patienten gehören zum Kreis derer, die durch das finanzielle Dach des Factorings Sicherheit gewinnen. Immer häufiger trifft man daher in den Zahnarztpraxen Menschen an, die aus finanziellen Gründen lieber noch mal flicken lassen, statt ihren Anteil an der neuen Brücke leisten zu müssen. Die Folge sind oft zahlreiche Nachbehandlungen, Unzufriedenheit und wachsende Unsicherheit, wie es denn nun weitergehen solle. Dazu kommt dann auf die Dauer oftmals noch der Verlust gesunder Zahnsubstanz. Die LVG Labor-Verrechnungs-Gesellschaft bietet für derartige Fälle die Möglichkeit der Patientenfinanzierung „LVG-Medi-Finanz“. Diese ermöglicht dem Patienten, seine Zahnversorgung in zinsgünstigen und wirtschaftlich verträglichen Raten zu bezahlen. Auf diese Weise kann er sich gleich, wenn es sein Zahnarzt für richtig erachtet, den Zahnersatz leisten, der qualitativ notwendig ist. Dentallabor-Factoring hat insofern neben dem finanziellen auch einen gesundheitssozialen Aspekt.

Fazit

Wie eingangs bereits angedeutet, hat Dentallabor-Factoring Vorteile für alle am Thema Zahnersatz Beteiligten. Laborinhaber, ihre Mitarbeiter und Lieferanten aber auch Zahnärzte und die Patienten selbst sind mit Dentallabor-Factoring auf der sicheren Seite. Und das gibt allen Beteiligten nicht nur ein gutes, weil sicheres Gefühl, sondern ist durch den Schutz des finanziellen Schirms ein echter Mehrwert für alle. Letztlich stärkt Factoring auch das Vertrauen aller Beteiligten untereinander. Es schließt Verunsicherungen im Verhältnis der Partner von vorn herein aus. Entzündungsherde in den Beziehungen können erst gar nicht entstehen – eine gesunde Basis, auf der sich gut und zukunftssicher arbeiten und leben lässt. 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Werner Hörmann

Bilder soweit nicht anders deklariert: Werner Hörmann