Laborführung


Die Liquidität des Dentallabors

05.05.2015

Abb. 1: Intelligentes Liquiditätsmanagement schafft finanzielle Freiräume für die professionelle Arbeit im Dentallabor. © LVG/Traffic AfWK&D
Abb. 1: Intelligentes Liquiditätsmanagement schafft finanzielle Freiräume für die professionelle Arbeit im Dentallabor. © LVG/Traffic AfWK&D

Die politische Führung unseres Landes denkt in Konjunkturprogrammen. Aber jeder, der von seiner Bank für die unternehmerischen Ziele seines Dentallabors einen Kredit benötigt, kann ganz erstaunliche Überraschungen erleben. Damit die Entwicklung im Dentallabor positiv verlaufen kann und nicht durch Kennzahlen-Hürden behindert wird, ist es für Dentallabore sinnvoll, das Finanzmanagement aus verschiedensten Finanz-Bausteinen aufzubauen. Ein idealer Mix kann die Kennzahlen der Bilanz und somit auch das Rating bei Kreditinstituten verbessern.

Charakteristisch für den Dentalmarkt ist die Ambivalenz, mit der er betrachtet wird. Laut Jahrbuch 2013 der KZBV gibt es durchaus Erfreuliches zu berichten. Die Deutschen kümmern sich um ihre Zahngesundheit – weniger Füllungen, weniger Extraktionen. Die Unternehmen der Dentalindustrie schreiben gute Zahlen, auch im Export. Und die Dentallabore im Inland? Laut der Konjunkturumfrage des VDZI für das Gesamtjahr 2014 lag der Umsatz der gewerblichen zahntechnischen Labore um 2,3 % über dem Wert des Vorjahres. Angesichts der Höchstpreisentwicklung bei GKV-Leistungen – 2014 war dies 2,81 % – bewertet der VDZI dies bestenfalls als Stagnation bei der realen Leistungsnachfrage. Die Investitionsneigung zeige sich aber erhöht, so der VDZI weiter. Laut seiner Umfrage planen rund 37 % der Betriebe, in neue Technologien zu investieren, und 30 % der investitionsbereiten Labore setzen ihre strategische Ausrichtung auf Wachstum und planen Erweiterungsinvestitionen.

Laufende Kosten für Leistung und Qualität durch kontinuierliche Liquidität ausgleichen

Wenn man sich den Kostenfluss im Dentallabor anschaut, entdeckt man, wie laufende Arbeiten dazu führen, dass vorhandenes Kapital durch Vorleistungen versickert – und dabei ist noch nicht einmal von Investitionen die Rede. Jedes Projekt, jede Leistung kostet das Dentallabor erst einmal Geld. Bis die Arbeiten am Zahnersatz abgeschlossen sind, kann es schon dauern. Nach dem Schreiben der Rechnung heißt es warten. Bis Dentallabore ihre Arbeit honoriert bekommen, können bis zu 90 und oft mehr Tage vergehen. Das bedeutet, dass man manche Arbeiten z. B. bis zu drei Monate vorfinanziert. Im Grunde benötigt man hier eine Zwischenfinanzierung, wenn man nicht seine Rücklagen dem Kapitalabfluss opfern will. Die Zwischenfinanzierung über einen Kredit zu managen, wäre die eine Möglichkeit. Das setzt aber voraus, dass die Bank den Kredit bewilligt oder den Kreditrahmen erweitert – und gleichzeitig, dass man seine Rücklagen zur Besicherung zur Verfügung stellt. Ganz anders verhält es sich mit der Zwischenfinanzierungsmöglichkeit per Factoring (Abb. 1). Zahnärzte, die Modebranche und der Maschinenbau etc. nutzen diese dynamische Art des Liquiditätserhalts schon lange.

Wie funktioniert der Finanzbaustein „Factoring“ im Dentallabor?

Factoring ist ebenso einfach wie hoch dynamisch. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Das Dentallabor schreibt seine Rechnungen und leitet diese anstatt zum Zahnarzt direkt an seinen Factor. Und dann? „Das ist der springende Punkt,“ erläutert Werner Hörmann von der LVG Labor-Verrechnungs-Gesellschaft, Stuttgart, „das Dentallabor erhält sein Geld innerhalb von 24 Stunden und verfügt so sofort über Liquidität.“ Das bedeutet für das Labor: Das lange Warten auf Zahlungseingänge entfällt und laufende Kosten wie Löhne, Material etc. können aus liquiden Mitteln beglichen werden. „Factoring ist deswegen so dynamisch, weil es sich an den tatsächlichen Rechnungsbeträgen orientiert und es im Grunde keine Limitierung durch einen starren Kreditrahmen vorsieht“, erklärt der Gründer und Geschäftsführer der LVG Stuttgart, Werner Hörmann. Im Gespräch erläutert er weitere Grundsätze: „Für uns als Factor ist es wichtig, dass wir uns ganz klar um die Dentallabor- Liquidität kümmern, uns aber logischerweise aus dem professionellen Arbeitsbereich zwischen Zahnarzt und Dentallabor herausnehmen. Wir wissen ob der fragilen Partnerschaft und der Leistungsanforderungen an die moderne Zahntechnik und -medizin. Deshalb sorgen wir mit Fingerspitzengefühl für die Liquiditätsversorgung im Dentallabor, sodass das finanzielle Spannungsfeld aufgehoben wird. Denn den Zahnärzten können, in enger Abstimmung mit dem Dentallaborinhaber, sinnige Zahlungsziele eingeräumt werden, ohne dass eine der beiden Seiten unter finanziellen Druck gerät.“ Dass das Factoring jedoch weit mehr kann, zeigt sich bei der Bilanz und bei der Kreditvergabe.

Qualitäts- und Zukunftssicherung durch ein ausgeglichenes Finanzmanagement

Mitarbeiter, Material und Technik sind im Dentallabor eng miteinander verwoben. Die Dentaltechnik zeigt eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Dentallabor-Inhaber und -Angestellte müssen damit Schritt halten. Fertigungsmethoden und Materialien werden laufend verbessert und Innovationen bereiten den Weg in die Zukunft. Obwohl die Technologien leistungsfähiger und bezahlbarer wurden, reden wir nach wie vor von Investitionen, die sich teilweise im Bereich mehrerer 10.000 Euro bewegen – nur für die Hard- und Software. Zusätzlich schlagen Fortbildung etc. zu Buche. Das will finanziert sein.

Wer eine gute Bilanz beim Kreditinstitut vorlegen kann, erhält nicht nur leichter einen Kredit, sondern den auch noch zu besseren Konditionen. Kredite sind zurzeit billig. Jedoch nur eine gute Kapitaldecke, eine gute Bilanz verhelfen zur idealen Kreditsituation. Beides scheint zusammenzugehören, wie in einem Teufelskreis. Betrachten wir die Bilanzzahlen, so können Außenstände, offene Rechnungen das Bild verzerren. Die Kreditwürdigkeit scheint geringer, das Risiko höher. Diese Zahlenmauer gilt es zu durchbrechen, um existenzsichernde Investitionen auf den Weg zu bringen. Aber wie die Bilanzzahlen verbessern? Hier kommt die Wirkung von Factoring erneut zum Tragen. Durch die laufende Liquidität mit Factoring werden gestellte Rechnungen umgehend beglichen und dadurch die Bilanzzahlen der Außenstände gesenkt. Das finanzielle Gesamtbild des Dentallabors kann sich so verbessern lassen. Dies wiederum kann zu guten Konditionen bei der Kreditvergabe führen und so dafür sorgen, dass Investitionen schneller einzusetzen sind und sich schneller amortisieren. Es kommt hinzu, dass Investitionen nicht nur eine zwingende technische Notwendigkeit sein können, sondern sie senden auch an Kunden und potenzielle Kunden Imagesignale, die eine andere Wahrnehmung des Dentallabors ermöglichen oder die Erweiterung des Leistungsspektrums transportieren.

Wettbewerbsvorteile als Konsequenz

Mit Factoring können sich die Bilanzzahlen und die Wirkung auf die Kreditwürdigkeit verbessern lassen. Damit ist das Thema Zukunftssicherung aber nur teilweise beleuchtet. Sprechen wir vom Überleben im Worst Case-Szenario! Damit sind wir bei einer weiteren Facette von Factoring angelangt, der Delkredere-Funktion. Werner Hörmann erläutert diese wie folgt: „Viele Unternehmer kennen das Thema Zahlungsausfall, wenn Rechnungsempfänger zahlungsunfähig sind. – Wenn wir uns an die Jahre 2007 bis 2009 erinnern, war das beim Konjunktur-Einbruch keine Seltenheit. – Also, was tun, wenn’s brennt? Ohne Factoring kann es sein, dass Sie Ihren Rechnungsbetrag „abschreiben“ können. Worst Case komplett. Wenn ein Dentallabor Factoring macht, z. B. mit uns, der LVG, so kaufen wir die Forderungen, denen die Lieferung und Leistung zugrunde liegt, mit dem entsprechenden Risiko. Sprich, das Dentallabor erhält sein Geld von uns.“ Wie stark die Wirkung der Delkredere-Funktion ist, zeigt sich an einem einfachen Rechenbeispiel. Dazu nehmen wir einen Rechnungsausfall von 5.000 EUR an sowie eine Rendite von 10 %. Um diesen Verlust auszugleichen, benötigt das Dentallabor einen Mehr-Umsatz von 50.000 EUR. Abgesehen von der Delkredere-Funktion werden vom Factor die Überwachung des Zahlungseingangs und das Mahnwesen etc. übernommen. Letzteres in enger Abstimmung mit dem Labor. Wichtig hierbei ist, wie Werner Hörmann es formuliert: „Fingerspitzengefühl und sehr gute Marktkenntnis, vor allem in der hochsensiblen Dentalbranche.“ Die Dienstleistung des Factorings übernimmt also Funktionen, die im Arbeitsleben nur belasten und Zeit kosten. Zeit, die man deutlich für Besseres einsetzen kann. Wer sich nicht mit den unproduktiven Tätigkeiten beschäftigen muss, kann sich um die Entwicklung seines Dentallabors kümmern. Was nützt die beste Investition, wenn niemand von den Kunden über diese Leistung Bescheid weiß? Es gilt, das Potenzial des Dentallabors zu kommunizieren, das benötigt Zeit und einen freien Kopf. „Bei LVG gehen wir sogar weiter, wir unterstützen unsere Dentallabore mit einem erweiterten Leistungspaket, das auch die ‚Patientenfinanzierung LVG-Medifinanz‘ beinhaltet. Die LVG-Medifinanz schafft eine Win-Win-Win Situation. Der Patient kann sich leichter eine gute Zahnversorgung leisten, Zahnärzte sind mit ihr in der Lage, Heil- und Kostenpläne schneller umzusetzen, und Dentallabore können hochwertigen und langlebigen Zahnersatz anbieten und fertigen“, informiert Werner Hörmann über das LVG-Finanztool der Patientenfinanzierung. Bei allem sind für ein Labor auch Fortbildung, Ausbildung und interne Schulung wichtig. Investitionen und neue Technologien muss man auch sicher anwenden können. Fast jeder kennt den guten Vorsatz des internen „Knowhow-Transfers“ und jeder kennt die Hürden: Vorbereitungsphasen, Durchführungszeit etc. Das ist nur zu leisten, wenn man vor unkonstruktiven Tätigkeiten sicher ist. Denken wir außerdem an den Begriff der Nachhaltigkeit. Und hier nicht nur an die Qualitätssicherung, minimalinvasive Zahnbehandlung, Energieeffizienz, den Umweltschutz bei der Zahnersatzproduktion etc. Wie steht es um das Thema Garantie? Nachhaltigkeit bedeutet auch da zu sein, wenn man im Fall der Fälle Garantieleistungen erbringen muss. Dies ist ein wichtiger Aspekt bei der Kundenbindung, Kundengewinnung – und für den Einsatz von Factoring, denn nur ein existierendes Dentallabor kann die Gewährleistung und Garantie erbringen.

Fazit

Um das Finanz- und Liquiditätsmanagement im Griff zu haben, macht es Sinn, das Thema Factoring für die Laborfinanzierung etwas detaillierter zu betrachten. Der Factor kann finanzielle Freiräume schaffen, professionelle Arbeit aus dem Finanzspannungsfeld entkoppeln und für kontinuierliche Liquidität sorgen. Mit diesem dynamischen Finanzierungstool lassen sich Vorteile realisieren, die das Dentallabor in seinem Umfeld stärken. Grundlage dafür ist, einen kompetenten Beratungspartner zu finden, der den Dentalmarkt kennt und versteht.

Henrike Kaltenberg, Traffic, Winnenden

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Weitere Informationen:

LVG Labor-Verrechnungs-Gesellschaft mbH
Werner Hörmann, Geschäftsführer
Hauptstr. 20
70563 Stuttgart
Tel.: 0711 666710
Fax: 0711 617762
E-Mail: whoermann(at)lvg.de
www.lvg.de


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