Laborführung


Die Planung eines Labor-Neu- oder Umbaus

03.05.2016
aktualisiert am: 24.05.2016

Der technische und gesellschaftliche Wandel sowie die permanente Weiterentwicklung bestehender Technologie besonders im medizinischen Sektor erfasst nicht minder das Arbeitsgebiet der Dentallabore – auch dort ist der Wunsch nach einem Update der beruflichen vier Wände selbstverständlich vorhanden. Dabei möchte man als Laborbetreiber natürlich möglichst keine Fehler machen. Wie verfährt man nun, wenn man sich entschließt, ein neues (zusätzliches) Labor zu eröffnen oder ein bestehendes neu einzurichten? Auf diese Frage geht Laborplaner Roland Schneider hier ein. Seine Antworten bedienen sich dabei aus einer Vielzahl von Laborplanungen und Einrichtungen, die dabei helfen sollen, die richtigen Schritte hin zu einer modernen, effizienten und komfortablen Arbeitsstätte zu machen.

Was verbindet man spontan mit einem Neu- oder Umbau? Vielleicht steht der Gedanke im Vordergrund: Wie bringe ich den laufenden Laborbetrieb und die Baumaßnahme unter einen Hut? Oder: Das Ganze soll besonders schnell über die Bühne gehen! Am besten, weil zukunftsgerichtet, fährt man aber mit der Einstellung, dass eine einschneidende Veränderung immer eine große Chance darstellt, den neuen Arbeitsalltag effizienter, reibungslos und angenehmer zu gestalten. Es ist es also wert, sich Zeit für die Ideenentwicklung zu nehmen und umsichtig vorzugehen.

Was soll das Neue vom Alten unterscheiden?

Besonders wichtig ist, aus den eigenen Erfahrungen in Bezug auf den gewohnten Arbeitsalltag zu schöpfen. Wie gestaltet sich dieser bisher? Lassen sich die Arbeitsabläufe durch eine andere Raumanordnung optimieren?

Als ambitionierter Laborbetreiber hat man natürlich bestimmte Ziele. Diese gründen sich auf persönlich-individuellen und beruflichen Wünschen. Es ist ratsam, so weit wie möglich in die Zukunft zu denken. Man sollte unbedingt ein gewisses Wachstumspotenzial des Unternehmens einkalkulieren, also eine Erweiterung des technischen Geräteparks, eine Vergrößerung der Mitarbeiterzahl oder eine Ausdehnung des Tätigkeitsprofils. Konkret ausgedrückt: Man stellt fest, wo man heute steht, und fragt sich genau, wo man mit dem Labor in Zukunft stehen und was man dafür unternehmen möchte.

Was viele althergebrachte Labore heute in ihre Planung einbringen: Die Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechniker wird immer intensiver. Hier lassen sich, neben den klassischen Dienstleistungen eines Labors an Zahnarztpraxen, neue und attraktive Angebote schaffen und neue Arbeitsfelder erschließen. War dies aufgrund der „alten“ Räumlichkeiten kaum möglich, so sollen beispielsweise Patienten ab jetzt ins Dentallabor kommen, sei es zur Farbnahme oder im Zusammenhang einer größeren Arbeit (vgl. den Beitrag „Der Patient im Labor“ in dieser Ausgabe ab S. 252 im Fachmagazin). Wer ausführlich mit seinen Zahnarztkunden spricht, kann daraus weitere Schlüsse für das Projekt „Labor der Zukunft“ ziehen. Es ist zielführend, für die Planung des Labors – und die spätere Zufriedenheit mit der Baumaßnahme –, diese Punkte herauszuarbeiten.

Erst nach diesen grundsätzlichen Überlegungen sollte man im nächsten Schritt die derzeitige Einrichtungssituation unter die Lupe nehmen und sich mit der gewünschten mobiliar- und gerätemäßigen Einrichtung des Labors befassen. Zunächst spielt es dabei keine Rolle, ob es sich um eine Neugründung, Expansion oder Neueinrichtung handelt.

Ein neuer Standort

Geht es um einen neuen Standort, ist ein Kriterienund Fragenkatalog nötig, um eine passende Lokalität zu finden. Natürlich lässt sich der Standort nicht immer frei bestimmen, wenn es sich z. B. um die Übernahme eines bestehenden Labors oder gar die Expansion eines bereits bestehenden Laborkomplexes handelt. Gibt es aber mehrere Immobilien zur Auswahl, ist die Bedeutung der Raumaufteilung unter Berücksichtigung baulicher Begebenheiten und deren Veränderbarkeit nicht zu unterschätzen. Baugenehmigung, Nutzungsänderung oder Nutzungsanzeige müssen mit der Baunutzungsordnung konform sein, um einen gewünschten Standort zu beziehen. Ebenfalls sollten die Räumlichkeiten die erforderlichen Anpassungen hinsichtlich Installationen, Baumaßnahmen und der erforderlichen gewerblichen Auflagen erfüllen.

In ein vorhandenes Labor einziehen

Als Beispiel möchte ich nun den Ablauf bei einer Übernahme eines bestehenden Laborbetriebs schildern. Wir gehen davon aus, dass bereits eine Einrichtung vorhanden ist, die sich gerade zu Anfang einer Karriere nicht vollständig ersetzen lässt. Zunächst beginnt man also mit der alten Einrichtung zu arbeiten und lernt so ihre Vor- und Nachteile kennen. Oftmals hat man auch noch den Vergleich mit früheren Arbeitsstätten. Mit dieser Erfahrung kann man sich dann nach und nach an die Planung einer neuen Laboreinrichtung machen. Dabei ist es natürlich sinnvoll, die einzelnen Arbeitsbereiche entsprechend der eigenen Arbeitsweise neu einzurichten und zu gestalten. Gleichzeitig ist es wichtig, größere Veränderungen oder Neustrukturierungen bei der Planung der Räumlichkeiten direkt mit dem Gebäudeeigentümer, der Standortverwaltung oder deren Organisation abzusprechen, um spätere Unklarheiten und Risiken zu vermeiden. Auf diese Weise lässt sich am einfachsten ein realistisches Konzept erarbeiten, das zu einem optimierten Arbeitsablauf führt.

Ausgehend vom bereits bezogenen Labor besteht beim sukzessiven Umbau vorhandener Räumlichkeiten der Vorteil, sich mit den neuen Arbeitsweisen und Abläufen vertraut zu machen. Diese Zeit lässt sich ideal zur Erprobung und ggf. Modifikation nutzen.

Detailarbeit – jetzt wird’s konkret

Wenn nun Standort und Raumaufteilung und Raumnutzung feststehen, kann mit der Grundrissplanung begonnen werden. Als erstes werden im Grundriss konkret die einzelnen Arbeitsbereiche benannt und deren Größe definiert sowie die Anordnungen festgelegt. Bei diesem Arbeitsschritt ist es von Nutzen, die jetzige Arbeitseinrichtung und die Zukunftsvorstellungen mit bereits umgesetzten Konzepten anderer Labore abzugleichen. Das mündet in die Überprüfung der eigenen Wünsche und avisierten Anschaffungen. Wenn diese Überlegungen zu Ende gebracht und Entschlüsse gefasst sind, kann man in die Planung von Einzelheiten einsteigen. Damit ist u. a. die Wahl der Bodenbeläge und Gestaltung der Wandflächen gemeint, woran fast jeder sofort denkt, aber v. a. geht es darum, ein individuelles Einrichtungskonzept zu erarbeiten. Neue Laborarbeitsplätze müssen gestaltet und mit der notwendigen Technik und deren Anschlüssen versehen werden.

Damit konkretisiert sich die Einrichtungsplanung und es gilt ein Ambiente zu schaffen, in dem sich alle – von der Verwaltung über die Techniker bis zum Chef – wohlfühlen, um die Tätigkeiten unter den besten Bedingungen ausführen zu können. In gleicher Weise werden Besucher wie Patienten und auch Zahnarztkunden berücksichtigt.

  • Laboreinrichtung 1.
  • Laboreinrichtung 2.
  • Laboreinrichtung 1.
  • Laboreinrichtung 2.

  • Laboreinrichtung 3.
  • Laboreinrichtung 4.
  • Laboreinrichtung 3.
  • Laboreinrichtung 4.

Natürlich unterliegt das Design eines Dentallabors – also Form und Funktion – einem zeitlichen Wandel. Doch, und darin besteht der Vorteil im medizinischen Sektor insgesamt, sind die Phasen hierfür sehr lang und nicht mit den eher schnellen Stilverschiebungen im Wohn- und Objektbereich zu vergleichen. Im Labor geht es darum, ein gleichzeitig modernes wie zeitloses Einrichtungskonzept zu entwickeln und umzusetzen.

Einbindung eines Laborplaners

Bei allem ist die Inanspruchnahme eines Laborplaners empfehlenswert, unabhängig davon, ob es sich um einen Um- oder Neubau handelt. Seine Erfahrung im Fachgebiet Dentallabor hilft bei einer frühen Einschätzung in Bezug auf die Räumlichkeiten oder eine ganze Immobilie. Dies schließt auch die Gestaltung des Mietvertrags ein und erstreckt sich ebenso auf eine erste weitläufige Kostenkalkulation. Durch die frühzeitige Beauftragung eines Planers und seine Einbindung schon für die Konzeptfindung können später hohe Kosten gespart und Fehler vermieden werden, die ohne dessen Erfahrungsschatz vielleicht entstehen würden. Hier verläuft die Argumentation durchaus parallel zur zahnärztlich-zahntechnischen Arbeitsweise, wenn man z. B. an die Implantatplanung denkt.

Das alles gilt es jetzt noch in einen zeitlichen Rahmen zu bringen. Denn von der ersten Idee bis zur Vollendung können einige Monate und auch viel mehr Zeit vergehen. Es versteht sich von selbst, dass vor Planungsbeginn eine genaue Betrachtung und Sichtung der Räumlichkeiten angesagt ist. Der Laborplaner kann sich schon hier einbringen – ebenso vor Unterschreiben eines Mietvertrages. Gerade Mietverträge müssen frühzeitig und vor weiteren Überlegungen auf deren Eignung hin überprüft werden, damit sich das Vorhaben vollständig verwirklichen lässt. Auf solider Grundlage kann dann im Dialog Planer-Laborinhaber ein sinnvolles Konzept mit einer Einschätzung der Kosten erarbeitet werden.


Weitere Informationen:

Mann Möbel
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Ein Arbeitsschwerpunkt des Unternehmens liegt auf dem Dentallabor: vom Ausstattungskonzept bis zu Einzelthemen, z. B. Techniktische, Verwaltung und Empfang, Keramik, Gipsen und Gießen.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Roland Schneider

Bilder soweit nicht anders deklariert: Roland Schneider