Laborführung


Schnittstellenproblem? Diese 3 Lösungen gibt es!

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Die zunehmende Digitalisierung verändert die Arbeitsabläufe zwischen Dentallaboren und Zahnarztpraxen. Oft fehlt es aber an durchgängigen Prozessen. Das kann zu Verzögerungen, Doppelarbeit und Fehlern führen. Der Grund ist der Mangel an geeigneten Schnittstellen. Doch welche Möglichkeiten gibt es? Branchenkenner und Softwareexperte Till Stadermann fasst zusammen.

Die aktuelle Situation zeigt, dass die digitale Vernetzung zwischen Dentallabor und Zahnarztpraxis nicht optimal ist. Einige Praxen verwenden bereits digitale Lösungen, um Patientendaten und Befunde an das Dentallabor zu übermitteln. Allerdings gibt es keine einheitliche Schnittstelle, die von allen Prozessbeteiligten genutzt wird.

Das führt zu Problemen bei der Übertragung von Daten und deren Verarbeitung im Labor. Außerdem sprechen die verwendeten Softwaresysteme eine voneinander abweichende Sprache, sodass sie nicht direkt kommunizieren können.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die digitale Zusammenarbeit zwischen Dentallabor und Zahnarztpraxis zu verbessern. Wir stellen 3 Lösungsansätze vor und vergleichen diese miteinander.

Option 1: Allgemeingültige Schnittstelle mit Installation vor Ort

Eine allgemeingültige Schnittstelle (wie zum Beispiel die des VDDS – Verband Deutscher Dental-Software Unternehmen e.V.) würde die Kommunikation zwischen Dentallabor und Zahnarztpraxis erheblich vereinfachen. Eine solche Schnittstelle könnte von allen genutzt werden, unabhängig von der eingesetzten Labor- und Praxissoftware.

Leider konnten sich solche allgemeingültigen Schnittstellen in den letzten 10 Jahren nicht durchsetzen, da die Akzeptanz bei einigen Softwareherstellern aufgrund eigener Schnittstellen nicht gegeben ist. Des Weiteren hat sich die Installation von Schnittstellen auf PCs beider Seiten als komplex und zu aufwendig herausgestellt, was zu hohen Abbruchquoten führte.

Option 2: Direktschnittstellen zwischen 2 Softwareherstellern

Eine weitere Möglichkeit sind Direktschnittstellen zwischen 2 Softwareherstellern. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das: Die Software-Produkte beider Anbieter wurden so ausgelegt, dass sie sich ohne besondere Zusatzmaßnahmen problemlos miteinander unterhalten können. Die Vorteile einer Direktschnittstelle sind vor allem der geringe Aufwand bei der Einrichtung und die direkte zuverlässige Übertragung aus der Abrechnungssoftware.

Für die Nutzung einer Direktschnittstelle müssen die Praxen und das Dentallabor jeweils eine Software verwenden, die mit der Gegenseite kommunizieren kann. Steigt einer der Partner auf eine andere nicht angebundene Lösung um, ist der direkte Datenaustausch nicht mehr möglich.

Option 3: Online-Kundenportal

Ein Online-Kundenportal kann die digitale Zusammenarbeit zwischen Dentallabor und Zahnarztpraxis ebenfalls verbessern. Über das Portal können Patientendaten, Befunde und Aufträge sowie sämtliche Belege ausgetauscht werden. Die Bedienung ist einfach und intuitiv.

Zudem entfällt die Notwendigkeit einer aufwendigen Installation auf den PCs vor Ort. Auch müssen die eingesetzten Systeme von Praxis und Dentallabor, wie zuvor erläutert, nicht direkt verbunden sein. Das Portal kann online über einen Browser aufgerufen werden und bietet keine direkte Übernahme der hinterlegten Daten aus der lokalen Software.

Die derzeit praktikabelste Lösung, um Schnittstellenprobleme zu umgehen, ist demzufolge, eine Direktschnittstelle zwischen den genutzten Softwaresystemen zu implementieren. Hierbei raten wir dazu, auf etablierte Softwarehersteller zu setzen, die bereits Direktschnittstellen anbieten. So kann eine reibungslose und schnelle Übertragung von Daten zwischen Praxis und Labor gewährleistet werden, ohne dass zusätzliche Schritte notwendig sind.

Für nicht angebundene Zahnarztpraxen oder Dentallabore empfehlen wir, ergänzend ein Online-Kundenportal zu nutzen. Diese Maßnahme kann die Kommunikation zwischen Zahnarztpraxis und Dentallabor deutlich verbessern. Daraus resultieren wiederum kürzere Bearbeitungszeiten und eine geringere Fehleranfälligkeit, was letztendlich bei allen Beteiligten zu einer besseren und zufriedenstellenden Zusammenarbeit führt.

Fazit

Idealerweise treffen Zahnarztpraxen und Dentallabore gemeinsam die Entscheidung, welche Softwaresysteme sie nutzen möchten. Dabei sollten die verfügbaren Direktschnittstellen der Softwarehersteller berücksichtigt werden, da sie die beste Option der digitalen Kommunikation darstellen.

Wo nötig, kann zusätzlich ein Online-Kundenportal zum Einsatz kommen. In Kombination führen die beiden Tools zu einer deutlichen Verbesserung der Zusammenarbeit und Kommunikation im digitalen Zeitalter.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Till Stadermann


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