Steuern

Investitionsabzugsbetrag auf geplante Investitionen des Inhabers eines Dentallabors 2016

Steuertipp bei der Anschaffung von Laboreinrichtung und Geräten

03.05.2016
aktualisiert am: 31.05.2016

Immer wieder müssen in Laboren die Einrichtung erweitert und erneuert sowie Geräte angeschafft werden. Gewußt wie, lassen sich dabei Steuern sparen.
Immer wieder müssen in Laboren die Einrichtung erweitert und erneuert sowie Geräte angeschafft werden. Gewußt wie, lassen sich dabei Steuern sparen.

Schon wenn eine Anschaffung geplant ist, darf ein Betrag steuerlich geltend gemacht werden. Wen dies betrifft, wie es im Einzelnen aussieht und was zu beachten ist, erläutert hier Dipl.-Volkswirt Dr. Hans-Ludwig Dornbusch.

Nur Inhaber eines Dentallabors, deren Betriebsvermögen nicht mehr als 235.000 Euro beträgt oder – falls sie ihren Gewinn durch Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln – deren Betriebsgewinn 100.000 Euro nicht übersteigt, können zur Finanzierung von zukünftigen Investitionen einen Investitionsabzugsbetrag in Anspruch nehmen (§ 7g Abs. 1 bis 4 EStG). Der Investitionsabzugsbetrag darf bis zu 40 % der Kosten für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens betragen, die voraussichtlich in den drei Wirtschaftsjahren angeschafft oder hergestellt werden, die dem Wirtschaftsjahr des Abzugs folgen. Das Wirtschaftsgut muss mindestens bis zum Ende des dem Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung folgenden Jahres in einer inländischen Betriebsstätte zu 90 % oder mehr betrieblich genutzt werden. Keine Rolle spielt dabei, ob es sich um neue oder gebrauchte Wirtschaftsgüter handelt. Die Summe der Abzugsbeträge im Jahr der Beanspruchung des Investitionsabzugsbetrages und in den drei vorangegangenen Wirtschaftsjahren darf 200.000 Euro nicht übersteigen.

Im Ergebnis wird also der die Liquidität verbessernde Abschreibungseffekt um bis zu drei Jahre vorgezogen. Der Abzugsbetrag ist natürlich dem Gewinn hinzuzurechnen, sobald die geplanten Investitionen getätigt und darauf Abschreibungen vorgenommen werden, spätestens aber am Ende des dritten Wirtschaftsjahres, das auf die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrages folgt.

Beispiel

Der Inhaber eines Dentallabors plant für das Jahr 2019 eine Investition von 200.000 Euro. Er nimmt 2016 dafür einen 40-prozentigen Investitionsabzugsbetrag von 80.000 Euro in Anspruch. Die Steuerersparnis aus 80.000 Euro beträgt bei einem angenommenen 40-prozentigen Steuersatz 32.000 Euro. Hieraus werden 3,5 % Zinsen erwirtschaftet, in 3 Jahren also 3 x 1.120 Euro = 3.360 Euro. Abzüglich Steuer auf die Zinserträge mit dem Abgeltungssteuersatz von 25 %, also von 840 Euro, ergibt sich ein Ertrag nach Steuern von 2.520 Euro. Werden dann im Jahre 2019 die Modernisierungsinvestitionen durchgeführt, ist der Abzugsbetrag von 80.000 Euro dem Gewinn hinzuzurechnen und gleichzeitig eine Gewinn mindernde Abschreibung vorzunehmen. Die Abschreibung beläuft sich auf maximal 40 %, bestehend aus 20 % linearer Abschreibung nach § 7 Abs. 1 EStG bei fünfjähriger Nutzungsdauer des Investitionsgutes plus 20 % Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG. Im Saldo ergibt sich dann auch im Jahre 2019 ein ausgeglichenes Gewinnergebnis.

Wann muss die Steuerminderung bzw. ein Teil davon zurückgezahlt werden?

Bei einer Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrages ohne spätere Investition ist die entsprechende Gewinnherabsetzung im Jahr des Abzugs wieder rückgängig zu machen, und zwar auch dann, wenn der maßgebende Steuer- und Feststellungsbescheid bereits bestandskräftig ist (§ 7g Abs. 3 EStG). Der Investitionsabzugsbetrag ist also nur für den Inhaber eines Dentallabors attraktiv, der auch wirklich investieren will.

Der Investitionsabzugsbetrag dient der erleichterten Finanzierung von geplanten Investitionen. Durch den Abzug vom Gewinn werden Abschreibungen, die ansonsten erst im Jahr der Anschaffung oder Herstellung des Wirtschaftsgutes eintreten, in das Jahr der Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrages aufwandsmäßig vorgezogen. Dies bedeutet, dass der Abzugsbetrag in dem Wirtschaftsjahr, in dem die geförderte Investition durchgeführt wird, wieder dem Gewinn hinzugerechnet werden muss. Die Investition sollte also spätestens am Ende des dritten auf die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrages folgenden Wirtschaftsjahres abgeschlossen sein.

Dabei ist Folgendes zu beachten: Im Jahr der Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrages wird der Gewinn um maximal 40 % der wahrscheinlichen Investitionskosten herabgesetzt – und nach Tätigung der Investition ist der Abzugsbetrag mit 40 % der tatsächlichen Investitionskosten dem Gewinn hinzuzurechnen. Im Idealfall entsprechen sich Herabsetzungs- und Hinzurechnungsbetrag. Sind die Investitionskosten höher, ergibt sich eine den Gewinn mindernde Differenz. Ist der Abzugsbetrag höher, verbleibt ein nicht hinzurechenbarer Differenzbetrag. Soweit der Investitionsabzugsbetrag nicht bis zum Ende des Investitionszeitraums hinzugerechnet wurde, z. B. weil der Abzugsbetrag zu hoch angesetzt wurde, ist auch der nicht beanspruchte Abzugsbetrag wie bei der nicht getätigten Investition im Abzugsjahr nach § 7g Abs. 3 EStG unabhängig von der Bestandskraft des entsprechenden Steuer- oder Feststellungsbescheids rückgängig zu machen.

Beispiel

Der Inhaber eines Dentallabors plant für das Jahr 2019 eine Investition von 100.000 Euro und nimmt dafür im Jahr 2016 den Investitionsabzugsbetrag von 40.000 Euro in Anspruch. Dadurch wird der Gewinn im Jahr 2016 um 40.000 Euro herabgesetzt. Die tatsächlichen Investitionskosten im Jahre 2019 belaufen sich auf 80.000 Euro. Der Investitionsabzugsbetrag ist zunächst in Höhe von 40 % von 80.000 Euro = 32.000 Euro dem Gewinn im Jahr 2019 hinzuzurechnen. Darüber hinaus wird der nicht beanspruchte Investitionsabzugsbetrag von 8.000 Euro (40 % von 20.000 Euro) rückwirkend dem Gewinn im Jahr 2016 wieder hinzugerechnet und insoweit der Steuerbescheid 2016 korrigiert, was natürlich zu entsprechenden Nachzahlungen bei der Einkommensteuer, bei der Kirchensteuer – vorausgesetzt der Inhaber eines Dentallabors ist kirchensteuerpflichtig – sowie beim Solidaritätszuschlag führt.

Mehr Steuertipps von Dipl.-Volkswirt Dr. Hans-Ludwig Dornbusch finden Sie unter der Rubrik Steuern. 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Hans-Ludwig Dornbusch


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