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Transluzentes Vollzirkon als Alternative zu Vollgusskronen oder -brücken

Abb. 1: Vollanatomische ZENOSTAR Krone mit der vollautomatischen ZENOTEC T1 gefräst, danach eingefärbt, gesintert und veredelt.
Abb. 1: Vollanatomische ZENOSTAR Krone mit der vollautomatischen ZENOTEC T1 gefräst, danach eingefärbt, gesintert und veredelt.

In der restaurativen Zahnheilkunde wird das biokompatible Zirkoniumdioxid mehr und mehr zu einer Alternative verblendeter Edelmetall-Restaurationen. Ganze Prozessketten sind im Zuge der CAD/CAM-Technologie u. a. auch auf dieses Material ausgelegt. Nachfolgend wird das so genannte Zenostar-Konzept eines Herstellers vorgestellt, das monolithisch hergestellte Kronen und Brücken aus transluzentem Zirkonoxid, gefertigt mittels CAD/CAM-Technologie, beinhaltet.

 

 

 

 

Wenn Patienten nach ihren wichtigsten Wünschen bezüglich eines neuen Zahnersatzes gefragt werden, so erhält man sehr häufig folgende Antwort: „Die Prothetik soll lange halten und weiß soll sie sein“. Jeder Praktiker kennt dies aus seinem Tagesgeschäft. Die in den letzten Jahren konstant schrumpfenden Kassenleistungen, der inzwischen sehr hohe Edelmetallpreis und die als Eigenanteil zu bezahlende Keramikverblendung im Seitenzahnbereich, ließen den Anteil der Vollgusskronen und -brücken aus Chrom-Cobalt-Legierungen stark ansteigen. Aspekte, die oft zu Diskussionen und langen Gesichtern spätestens beim Einsetztermin geführt haben. War doch der ästhetische Wunsch bei weitem nicht mit dem zu vergleichen, was hier auf dem Tablett präsentiert werden musste. Eine ästhetische Alternative bildet das biokompatible Zirkoniumdioxid, das sich in der restaurativen Zahnheilkunde schon seit Jahren durch seine hohe Biegefestigkeit und Bruchzähigkeit bewährt hat. Widerständig gegen hohe Kaukräfte, sind transluzente Keramikgerüste mit normalem Auge nicht mehr zu erkennen, während sich bei verblendeten Metallrestaurationen dunkle Schatten und manchmal auch metallische Reflexe an den Präparationsrändern zeigen.

Das Zenostar-Konzept

WIELAND Dental + Technik bspw. bietet mit monolithisch hergestellten Kronen und Brücken aus transluzentem Zirkonoxid - gefertigt mittels CAD/CAMTechnologie - eine Alternative zu metallischen Versorgungen. Die Restaurationen werden vollanatomisch von der CAD-Software geplant, vollautomatisch in der Fräsmaschine ZENOTEC T1 aus dem Werkstoff ZENOTEC Zr transluzent, einem transluzenten Zirkonoxid gefräst, eingefärbt, gesintert, hochglanzpoliert, glanzgebrannt und bemalt (Abb. 1). Der Zahntechniker bearbeitet die Daten so, dass die biofunktionellen Gesetzmäßigkeiten beachtet werden und ein Zahnersatz entsteht, der den anatomischen Gegebenheiten entspricht. Auch im Färbe- und Malprozess ist er mit seinen Fertigkeiten gefordert und für die ästhetischen Belange der richtige Ansprechpartner. Das Chipping ist bei diesen Vollzirkonkronen und -brücken ausgeschlossen.

Anforderungen an die Präparation

Als Präparationsinstrumente können z. B. die aus dem Zirkonoxid-Präp-Set nach Dr. Beuer bekannten Schleifkörper zum Einsatz kommen. Grundsätzlich sollte für Zirkonoxid immer eine akzentuierte, deutlich sichtbare Grenze präpariert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine ausgeprägte Hohlkehle oder eine Stufe mit abgerundeter Innenkante präpariert wird. Die Schichtstärken der monolithischen Kronen und Brücken, die für die spätere Restauration benötigt werden, sind den Vorgaben für Metallkeramik sehr ähnlich. Alle Innenkanten müssen abgerundet sein, um die maschinelle Bearbeitung zu gewährleisten.

Auswahl: Modell oder Intraoralscan

Das ZENOSTAR-Konzept kann mit der bisherigen konventionellen Abdrucknahme und Modellherstellung genau so verwendet werden wie mit dem innovativen Intraoralscan. Entweder wird das zahntechnische Gipsmodell eingescant oder die Daten werden aus dem Intraoralscan zur Weiterverarbeitung als STL-Datensatz in die CAD-Planung eingespeist.

  • Abb. 2: Die ZENOTEC T1 – Automatisierung von handwerklichen Funktionen über eine 5-Achs-Simultanfräsmaschine.

  • Abb. 2: Die ZENOTEC T1 – Automatisierung von handwerklichen Funktionen über eine 5-Achs-Simultanfräsmaschine.
Beginnend mit den bereits in den Softwarepaketen hinterlegten Zahnbibliotheken oder den selbst im Labor aufgebauten Zahnbibliotheken, ist ein Konstruieren vollanatomischer Zirkonarbeiten möglich. Dabei können auch das Bissregistrat sowie das Wax-up zur optimalen Planung einbezogen werden.

Hochautomatisierte Fertigung

Anschließend stehen der ZENOTEC T1 im Labor insgesamt 7 Verfahrachsen für Ihre Bearbeitungsaufträge zur Verfügung. Das 5-Achs Simultanfräsen sowie speziell darauf abgestimmte, innovative Frässtrategien und -werkzeuge lassen hochwertigste Fräsergebnisse zu (Abb. 2).Das Gerätekonzept sieht Plug & Play vor: Benötigt werden eine Steckdose, Absaugung und Druckluft. Bedient wird die T1 via integriertem Touchdisplay, vergleichbar mit einem Touchscreen Handy.

Das Material

Der Blanc ZENOTEC Zr transluzent trägt mit seiner besonderen Lichtdurchlässigkeit in Verbindung mit dem innovativen Einfärbe- und Bemalungskonzept zur maximalen monolithischen Ästhetik bei.

  • Abb. 3: Speziell entwickelte Pinseltechnik für das Einfärben vor dem Sinterprozess.

  • Abb. 3: Speziell entwickelte Pinseltechnik für das Einfärben vor dem Sinterprozess.
Um eine schnelle fräserschonende Materialbearbeitung zu gewährleisten, werden die Rohlinge im angesinterten Zustand bearbeitet. Durch die gute Bearbeitbarkeit des Werkstoffs und den Einsatz feinster Werkzeuge soll sichergestellt werden, dass auch bei schwierigen Mundsituationen eine gute Passung erreicht wird. Das dazu passende Modell fräst die gleiche Maschine vollautomatisch. Im nachfolgenden Prozess wird das Material dichtgesintert. Es steht als voreingefärbtes Material genau so zur Verfügung, wie als transluzentes, welches mit den 16 gängigen Zahnfarben mit einer speziellen Pinseltechnik vor dem Sintern eingefärbt werden kann (Abb.3).

Ästhetisierung und Veredelung

Für die weitere Verarbeitung ist wiederum der Zahntechniker selbst zuständig. Ganz wichtig für das ZENOSTAR-Konzept ist die händische Hochglanzpolitur vor dem Glasieren und Bemalen der Restauration. Dies verhindert schlechte Abrasionswerte am Antagonisten. Danach wird die Restauration mit dem sogenannten SprayGlaze eingesprüht und gebrannt. Erst danach erfolgt die Bemalung, die in die Glasur eindiffundiert. Zum Einfärben und Bemalen stehen entsprechende Dentin- und Charakterisierungsmalfarben zur Verfügung. Erste Testergebnisse an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland zeigen nach Messungen von ca. 1,2 Mio. Kauzyklen (ca. 5 Jahre), dass die Abrasion sowohl an der ZENOSTAR-Krone und auch an den Antagonisten nicht höher ist, als bei der entsprechenden Kombination einer NEM-Vollgusskrone.

Fazit

Mit dem hier vorgestellten ZENOSTAR-Konzept können verblendfreie, vollkeramische Kronen- und Brückenversorgungen aus „einem Stück“ angefertigt werden.

  • Abb. 4: Die monolithische ZENOSTAR-Krone.

  • Abb. 4: Die monolithische ZENOSTAR-Krone.
Sie stellen eine ökonomische und biologisch wertvolle Ergänzung oder Ersatz metallischer Arbeiten dar, insbesondere zu den bisherigen NEM-Anwendungsgebieten, den Seitenzahnversorgungen im Kronen- und Brückenbereich. Das Zusammentreffen eines weißen, hochstabilen Werkstoffes gekoppelt mit der Automatisierung von handwerklichen Funktionen über eine 5-Achs-Simultanfräsmaschine macht die Herstellung wirtschaftlich. Das innovative Glasur- und Malkonzept tut aus unserer Sicht ein Übriges für die hohe Akzeptanz der Patienten (Abb. 4).

 

 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Herr Reinhold Brommer

Bilder soweit nicht anders deklariert: Herr Reinhold Brommer



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