Firmennachrichten


C.HAFNER eröffnet neuen Standort in Wimsheim

Der neue Standort in Wimsheim.
Der neue Standort in Wimsheim.

Am Freitag, dem 16. Oktober 2015, war es nach fünf Jahren endlich soweit: Um 11 Uhr – ein paar Stunden Arbeitsbetrieb mussten an diesem Tag dennoch sein – begann der offizielle Festakt für alle Mitarbeiter, Gäste aus lokaler Politik und Wirtschaft sowie Freunden zur Einweihung des neuen Firmengebäudes der C.HAFNER Gold- und Silberscheideanstalt. Rund 36,7 Millionen Euro hat das Unternehmen in den Standort Wimsheim investiert. Entstanden ist ein moderner und heller Gebäudekomplex mit Verwaltung, Forschung, Vertrieb und Produktion sowie mit – auf insgesamt 5,63 ha Grundstück – viel Platz für zukünftige Anbauten.

  • Abb. 1: Die Geschäftsführer v. l.: Dr. Heinz-Günter Schenzel sowie die 5. Generation der Familie Birgitta Hafner und Dr. Philipp Reisert.

  • Abb. 1: Die Geschäftsführer v. l.: Dr. Heinz-Günter Schenzel sowie die 5. Generation der Familie Birgitta Hafner und Dr. Philipp Reisert.
165 Jahre und mehrere Generationen lang war das Traditionsunternehmen in der „Schmuck- und Goldstadt“ Pforzheim beheimatet. „In den alten Räumen war keine Entwicklung mehr möglich“, sagte Dr. Philipp Reisert, C.HAFNER-Geschäftsführer (Abb. 1), auf der Pressekonferenz kurz vor der Eröffnungsfeier. Und so fiel 2011 der Startschuss für eine Verlagerung des Standortes. In Wimsheim ergaben sich dafür ideale Bedingungen im Rahmen der Erweiterung des Gewerbegebietes Breitloh West. „Durch Zufall“ hatte Geschäftsführer Dr. Heinz-Günter Schenzel, der damals schon in Wimsheim wohnte, davon im Amtsblatt gelesen. Dass der Wimsheimer Bürgermeister, Mario Weißbrich, in seiner Jugend seine Ausbildung ausgerechnet bei C.HAFNER in Pforzheim absolviert hatte, war ebenfalls Zufall. Der erste Kontakt zur Gemeinde erfolgte so 2012. Am 14. April 2014 fiel dann der Startschuss zum Baubeginn, am 14. August 2015 – genau 16 Monate waren verstrichen – wurde das Gebäude von den rund 150 Mitarbeitern bezogen.

Der menschliche Organismus als Vorbild

Am 16. Oktober haben die drei Geschäftsführer, Dr. Philipp Reisert, Birgitta Hafner und Dr. Heinz-Günter Schenzel, mit einer mehrstündigen Feier den neuen Firmenkomplex offiziell eröffnet. Zuvor konnten sich die Gäste bei einem Betriebsrundgang selbst ein Bild der neuen Räumlichkeiten machen. Hell und freundlich werden Besucher und Mitarbeiter bereits in der großen und weiten Erdgeschosszone des Bürogebäudes empfangen. Den Kopf der Gesamtanlage – gestaltet als lichtdurchflutetes Atriumhaus – bilden der Vertrieb und der Verwaltungsbereich. Als Vorbild der kompletten Neuanlage fungierte der menschliche Organismus. Die Architektur ist überall offen gestaltet und strahlt so eine innere Ruhe als optimale Arbeitsatmosphäre aus, beschreibt Ralf Horn das Konzept. Er ist Geschäftsführer und Partner der ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart GbR, die das Gebäude als Sieger eines extra von C.HAFNER ausgelobten Architekturwettbewerbes konzipiert hat.

Das Rückgrat bildet die Technikachse. Hier sind die technischen Prozesse verortet, wie z. B. die Laboratorien und Entwicklungsabteilungen. Ebenfalls dort befindet sich der gesamte Materialfluss sowohl von außen nach innen als auch von innen nach außen. Das Material symbolisiert das Blut des menschlichen Körpers. Es sorgt in den Gliedmaßen für die Bewegung. In diesen befinden sich die Fertigungsprozesse wie z. B. die Blech-, Rohrund Drahtfertigung bzw. die Wärmebehandlung. Herzstück ist der rund 140 m2 große und mehrfach gesicherte Tresor, auch „Hafner-Bank“ genannt, in dem das Edelmetall verwahrt wird.

Mit dem Wimsheimer Neubau können nun die Ziele, die das Unternehmen sich vorgenommen hatte, realisiert werden. Dazu gehören eine Reduzierung des Transportaufwandes, eine verbesserte Kooperation der unterschiedlichen Bereiche und zusätzliche Flächen für neue Produkte und Innovationen. C.HAFNER verspricht sich dadurch eine höhere Kundenbindung sowie – und dieser Aspekt wird in Zukunft aufgrund des demographischen Wandels an Bedeutung gewinnen – einen attraktiveren Arbeitsplatz für die Mitarbeiter. Nur das Edelmetall-Recycling-Werk ist vorerst in Pforzheim verblieben.

Der Mitarbeiter und Mensch im Fokus

  • Abb. 2: Im Festzelt: SWR-TV-Moderator Markus Brock (rechts) im Gespräch mit Dr. Ruth Reisert-Hafner und Dr. Clemens Ladenburger, ehemaliger Jurist und Freund des Hauses.

  • Abb. 2: Im Festzelt: SWR-TV-Moderator Markus Brock (rechts) im Gespräch mit Dr. Ruth Reisert-Hafner und Dr. Clemens Ladenburger, ehemaliger Jurist und Freund des Hauses.
Nach Betriebsrundgang und anschließendem Sektempfang wurden die Gäste in ein eigens für diesen Anlass hinter dem Firmengebäude aufgestelltes Festzelt geleitet. Der Festakt – moderiert von SWR-TVSprecher Markus Brock – bestand aus mehreren Teilen: in Kurzfilmen, musikalischen Beiträgen und Podiumsdiskussionen beantworteten die drei Geschäftsführer, Dr. Ruth Reisert-Hafner (ehemalige Geschäftsführerin der 4. Generation) sowie Freunde und Weggefährten aus der Geschichte des Unternehmens die Fragen „Wo kommen wir her?“, „Was treibt uns an?“ und „Wo wollen wir hin?“ (Abb. 2).

Besonders deutlich wurde an diesem Festtag, dass bei C.HAFNER der Mensch im Mittelpunkt steht. Erklärtes Ziel sei, so Dr. Ruth Reisert-Hafner, „zur eigenen Familie auch eine Familie im Betrieb zu finden“. Dies äußert sich nicht nur am „Maigeld“ und „Kartoffelgeld“ – das seit der Zeit vor dem ersten Weltkrieg ausgezahlt wird, damals für die Frühlingsfeier und den Kauf von Kartoffeln für den Winter –, sondern auch an einem kleinen Schild, das kurz nach Beginn des Festaktes am Platz vor dem Haupteingang montiert wurde. Es trägt den Namen des Geschäftsführer Dr. Heinz-Günter Schenzel – nach ihm wurde zum Dank und als Anerkennung, weil er die Ansiedlung initiiert sowie den Umzug organisiert und begleitet hat, der Vorplatz benannt. Gleich weitergefeiert wurde übrigens am Samstag – mit einem weiteren großen Fest für alle Mitarbeiter und ihre Familien.

Über das Unternehmen

1850 von Carl Hafner gegründet, spezialisiert er sich zunächst auf die Rückgewinnung von Edelmetallen aus Abfällen der Schmuckindustrie. 1930 wird die erste dentale Goldlegierung mit der Bezeichnung „Elfenbeingold“ auf den Markt gebracht. Heute beschäftigt C.HAFNER insgesamt rund 200 Mitarbeiter. Ein Drittel des Umsatzes macht das Unternehmen durch das Recycling von Edelmetallabfällen, ein Drittel durch die Herstellung von Halbzeugen (Halbfertigprodukte wie z. B. Rohre, Drähte oder Bleche zur Weiterverarbeitung bei der Herstellung von Uhren und Schmuck) sowie 25 % durch die Dentalindustrie, der Rest im Bereich Medizintechnik. 8 % des Umsatzes werden jährlich wieder in Forschung und Entwicklung investiert.


Informationen:

Mehr Informationen und die eigens für diesen Anlass konzipierte Eröffnungszeitung C.HAFNER – AKTUELL mit vielen weiteren Details über den neuen Standort finden Sie auf www.c-hafner.de.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: M. A. Susanne Wolf

Bilder soweit nicht anders deklariert: M. A. Susanne Wolf