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Thema des Siegervideos: Kauflächen-Veneer auf vorhandener VMK-Brücke - Ebenenkorrektur mit Table Tops auf Verblendung

AG Keramik kürt Gewinner des Filmpreises 2016

26.10.2016
aktualisiert am: 02.11.2016

Der Filmpreis 2016 der Arbeitsgemeinschaft für Keramik in der Zahnheilkunde (AG Keramik) wird für ein dreiminütiges Video an Dr. Taskin Tuna, RWTH Universitätsklinikum Aachen, Abt. Zahnärztliche Prothetik und Biomaterialien, gehen. Der Preis für den Kurzfilm „Keramisches Table Top auf Brücke im Rahmen einer Full-Mouth Rehabilitation“ wird dem Gewinner auf dem 16. Keramiksymposium am 26. November 2016 in Hamburg übergeben. Die Laudatio wird Dr. Bernd Reiss, 1. Vorsitzender AG Keramik und Vorstandsmitglied der DGZMK, halten.

Die Jury hat sich zu dieser Auszeichnung entschlossen, weil Tuna (früher Univ. Freiburg) mit seinem Videobeitrag ein ungewöhnliches, nicht alltägliches Thema gewählt hatte. Erstmalig wurde die Verblendung einer mehrgliedrigen VMK-Brücke im Molarenbereich zwecks Ebenenkorrektur mit einem vollkeramischen Table Top restauriert (Abb. 1). Der basale Anteil der Brücke blieb dabei erhalten. Eine ganze Reihe praktischer Tipps, die systematisch konsequente Durchführung, die hohe Qualität der Darstellung und die didaktische Klarheit wurden als preiswürdig eingestuft, da diese auch auf weniger exotische Ausgangssituationen anzuwenden sind.

  • Abb. 1: Ein innovatives Behandlungsthema, beispielhaft im Kurzvideo umgesetzt. Das komplette Video zum Ansehen finden Sie am Ende dieses Beitrages.
  • Abb. 1: Ein innovatives Behandlungsthema, beispielhaft im Kurzvideo umgesetzt. Das komplette Video zum Ansehen finden Sie am Ende dieses Beitrages.

Ausgangssituation war ein insuffizient versorgtes Gebiss mit hängender Ebene im ersten und vierten Quadranten. Auf Wunsch des Patienten sollte die bestehende, implantatgetragene VMK-Brücke regio 43-46 trotz Furkationgrad 3 bei guter Mundhygiene erhalten und weitere augmentative Maßnahmen im Rahmen einer Implantattherapie verhindert werden. Daraus entwickelte sich das Behandlungskonzept, lediglich die Okklusalebene mit einem keramischen Table Top minimalinvasiv zu korrigieren.

Nach Planung eines geringen okklusalen Abtrags in der Verblendkeramik wurde mittels eines Silikonschlüssels der Ist-Zustand ermittelt und die Präparation bis kurz vor die Opakerschicht vorgenommen (Abb. 2). Für den abgetragenen Bereich wurde ein mehrgliedriges Provisorium aus Kunststoff zahnfarbig angefertigt und, nach Abstrahlung mit Korub, adhäsiv befestigt. Nach Kieferrelationsbestimmung wurde die endgültige, vollkeramische Restauration zur Rehabilitation der Okklusalflächen mit einem Wax-up definiert. Beim Präparieren wurde eine ausgeprägte Stufe gelegt und die Okklusalflächen geringfügig reduziert (Abb. 3). Das viergliedrige Table Top für die VMK-Brücke wurde aus Lithiumdisilikat-Glaskeramik gepresst und adhäsiv auf die Keramikoberfläche der vorhandenen Brücke eingegliedert. Anschließend erfolgte die adhäsive Befestigung des Table Tops 33 und der direkte Kompositaufbau der Unterkieferfront mittels Silikonschlüssel vom Wax-up (Abb. 4 u. 5). Drei Monate nach Eingliederung zeigte sich klinisch ein ästhetisch und funktionell einwandfreies Ergebnis (Abb. 6).

  • Abb. 2: Wax-up mit Präparation 43-46 für Table Top und FZ-Aufbau 32-42.
  • Abb. 3: Blick von okklusal. Zahn 33 erhält ein vollkeramisches Table Top.
  • Abb. 2: Wax-up mit Präparation 43-46 für Table Top und FZ-Aufbau 32-42.
  • Abb. 3: Blick von okklusal. Zahn 33 erhält ein vollkeramisches Table Top.

  • Abb. 4: Vollkeramische Table Tops 43-46 und 33, Zähne 32-42 für Kompositaufbau.
  • Abb. 5: Table Tops aus Lithiumdisilikat gepresst.
  • Abb. 4: Vollkeramische Table Tops 43-46 und 33, Zähne 32-42 für Kompositaufbau.
  • Abb. 5: Table Tops aus Lithiumdisilikat gepresst.

  • Abb. 6: Klinisch perfekte Situation nach 3 Monaten.
  • Abb. 6: Klinisch perfekte Situation nach 3 Monaten.

2016 nur ein Preisträger

Die Jury hatte sich entschlossen, für die abgeschlossene Filmpreis-Ausschreibung 2016 nur einen Preis zu vergeben, da die weiteren eingereichten Videos von mindestens einem der Juroren ein Veto bezüglich Auszeichnungswürdigkeit bekamen. Vorgehensweisen, die nicht klinischen Standards oder den Ausschreibungsbedingungen entsprachen – wie z.B. extensiver Substanzverlust, nicht bewährte Materialkombinationen, geringes Innovationspotential, werblich geprägte Videosequenzen oder didaktisch fragwürdige Elemente waren hierfür die Einwände. Für Videos im Rahmen künftiger Ausschreibungen wünscht sich die AG Keramik innovative Anwendungsbeispiele im Rahmen vollkeramischer Restaurationen, die gerne auch nur Einzelaspekte oder Teilschritte beleuchten; sie sollten aber auf klinisch sowie technisch bewährten Prinzipien basieren.

Und hier das prämierte Video in voller Länge:

Kontakt: Manfred Kern, Schriftführung AG Keramik, kern.ag-keramik@t-online.de