Gesellschaften/Verbände

Neue Ausschreibung des Forschungs- und Videopreis: Einreichungsfrist ist der 30. Juni

„Macher“ bringen den Fortschritt

20.03.2019

Preisträger punkten mit innovativen Therapielösungen (Foto der Session 2018).
Preisträger punkten mit innovativen Therapielösungen (Foto der Session 2018).

Die Entwicklung des zahnmedizinischen Kanons sowie der Zahntechnik wird allgemein auf Jahrestagungen wissenschaftlicher Gesellschaften, auf Kongressen und Symposien transparent. Zu einem weiteren Instrument, das dem klinischen und technischen Fortschritt eine Stimme gibt, qualifizierte sich in den vergangenen 18 Jahren der „Forschungspreis der AG Keramik“, seit 5 Jahren auch der „Videopreis“. Viele Autoren brachten mit ihren eingereichten Studien und Videos jeweils Themen „auf den Tisch“, die zeitaktuell die vollkeramische Restauration in Kons und Prothetik ambitioniert beleuchteten und zukünftige Therapielösungen sowie technische Neuerungen aufzeigten.

So wurden von der Jury in jüngster Zeit u.a. folgende, beispielgebende Arbeiten ausgezeichnet:

Kausimulierende Belastungstests mit schichtdicken-reduzierten Kauflächen-Veneers aus Lithiumsilikat und keramik-dotiertem CAD-Komposit, vorbereitet mit Stufen-Präp und alternativ ohne Präp [Schroeder et al.] (Abb. 1); 7jährige in-vivo Studie zum Abrasionsverlust von Kronen aus monolithischem Lithiumdisilikat und verblendetem Zirkonoxid [Matta et al.]; prothetische Versorgung nicht angelegter, juveniler Molaren und Inzisiven mit einer digital hergestellten, kaufunktionellen Zahnschiene als längerfristige Übergangslösung bis zur späteren Implantation [Kelch et al.] (Abb. 2 u. 3); Gestaltung eines wurzelanalogen Titan-Implantats für die Sofortversorgung, mit einem Abutment aus Zirkonoxid verbunden, als kaulasttragender und ästhetischer Solitär inseriert als Pfeiler für eine zweiflügelige Adhäsivbrücke [Chaar et al.] (Abb. 4); klinische Langzeitbewährung extendierter Keramik-Veneers auf Dentin und Schmelz [Rinke et al.]; Positionierungsschlüssel zum sicheren Einsetzen von 1flügeligen Adhäsivbrücken [Yazigi] und von 28 Einzelkronen bei Amelogenesis Imperfecta [Prutscher et al.].

  • Abb. 1: Okklusal-Veneers brauchen keine Stufen-Präparation. Der Adhäsivverbund verteilt Druckspannungen auf den gesamten Zahn (FE-Simulation).
  • Abb. 2: Ausgangssituation: Multiple Nichtanlagen von Inzisiven und Molaren nach KfO-Behandlung.
  • Abb. 1: Okklusal-Veneers brauchen keine Stufen-Präparation. Der Adhäsivverbund verteilt Druckspannungen auf den gesamten Zahn (FE-Simulation).
  • Abb. 2: Ausgangssituation: Multiple Nichtanlagen von Inzisiven und Molaren nach KfO-Behandlung.

  • Abb. 3: Therapeutische Schiene nach Eingliederung. Durch diese reversible Rekonstruktion kann eine ausgedehnte, provisorische Phase genutzt werden, um die notwendige Implantation hinaus zu 							zögern.
  • Abb. 4: Wurzelanaloges Titanimplantat mit Zirkonoxid-Abutment, mit Glaslot verschmolzen. Die Oberfläche des Titanteils begünstigt das Einwachsen von Knochensubstanz.
  • Abb. 3: Therapeutische Schiene nach Eingliederung. Durch diese reversible Rekonstruktion kann eine ausgedehnte, provisorische Phase genutzt werden, um die notwendige Implantation hinaus zu zögern.
  • Abb. 4: Wurzelanaloges Titanimplantat mit Zirkonoxid-Abutment, mit Glaslot verschmolzen. Die Oberfläche des Titanteils begünstigt das Einwachsen von Knochensubstanz.

Interdisziplinäre Teams willkommen

Auch für die Session 2019 wird der „Forschungs- und Videopreis der Arbeitsgemeinschaft für Keramik in der Zahnheilkunde“ ausgeschrieben. Zahnärzte, Wissenschaftler, Werkstoffexperten, Zahntechniker und besonders an interdisziplinäre Arbeitsgruppen sind zur Teilnahme eingeladen. Im Rahmen des Themas „Restaurations-Keramiken und Hybridwerkstoffe zur konservierenden und prothetischen Zahnversorgung“ werden wissenschaftliche, klinische und materialtechnische Untersuchungen angenommen, die auch die zahntechnische Ausführung im Dentallabor einbeziehen. Deshalb können auch Zahntechniker als Teammitglieder teilnehmen. Die einzureichenden Arbeiten können folgende Schwerpunkte haben:

  • Defektorientierte Behandlung für den Einsatz vollkeramischer und Hybridmaterialien
  • Darstellung von Risikofaktoren mit Keramik- und Hybridwerkstoffen und Befestigungssystemen – Untersuchungen zum Langzeitverhalten
  • Erfahrungen mit adhäsiven Systemen
  • Bearbeitungstechniken verschiedener Keramik- und Hybridwerkstoffe
  • Evaluation für eine praxisgerechte Umsetzung.

Damit werden auch Arbeiten geschätzt, die sich mit der computergestützten Fertigung (CAD/CAM), mit der Konstruktion und Herstellung von Implantat-Suprakonstruktionen aus vollkeramischen und Hybridwerkstoffen sowie mit der Befestigung von Restaurationen befassen.

Der Forschungspreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2019 (Poststempel). Die Gewinner werden auf dem 19. Keramiksymposium, zusammen mit dem DGI-Kongress am 30. November 2019 in Hamburg vorgestellt. Weitere Information finden Sie hier. 

Innovative Restaurations-Konzepte per Video
  • Abb. 5: Tipps und Tricks lassen sich am Schnellsten mit dem Smartphone dokumentieren.

  • Abb. 5: Tipps und Tricks lassen sich am Schnellsten mit dem Smartphone dokumentieren.
    Quelle: AG Keramik/Weber

Videos transportieren mehr als tausend Worte – Video-Plattformen im Internet belegen dies tagtäglich. Mit der Ausschreibung des Videopreises belohnt die AG Keramik Kurzvideos mit „Tipps und Tricks rund um vollkeramische Zahnversorgungen in Praxis und Labor" - bereitgestellt im Format mov, MP4 oder MPEG 4 (Abb. 5). Die Besten der 3-minütigen Videos werden mit 3000, 2000 und 1000 Euro prämiert. Auch dafür gilt der 30. Juni 2019 als Einsendeschluss. Mehr dazu auf der Website.

Manfred Kern, AG Keramik Schriftführung

Kontaktadresse: AG Keramik Geschäftsstelle, Postfach 1160, 76308 Malsch

 

 

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