Gesellschaften/Verbände

Fachgesellschaft für Zahntechnik (FZT)

Neuer Dachverband für mehr Selbstbewusstsein und Nachwuchsförderung in der Zahntechnik

„50 % der jungen Zahntechniker verlassen nach fertiger Ausbildung den Beruf. Und das darf so nicht weitergehen!“, sagt Ralf Suckert, Generalsekretär des neuen Dachverbandes FZT, und bringt damit eines der Verbandsziele auf den Punkt. Weitere Fokusthemen sind u. a. ein neues Selbstverständnis des Berufsbildes Zahntechnik und der Patient im Labor. Am 02. März 2016 hat sich die neu gegründete „Fachgesellschaft für Zahntechnik“ in Frankfurt am Main im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Dentalindustrie, Interessierten und der Fachpresse vorgestellt.

„Der Beruf des Zahntechnikers ist im Wandel. Aber es ist nicht nur der Wandel von außen wie der technologische, sondern es wandeln sich auch die Strukturen und das Denken der Zahntechniker, und daran werden wir hart mitarbeiten“, so Ralf Suckert. Unter dem Motto „Eine für alle!“ sieht sich die FZT als Dachverband und Netzwerk verschiedener zahntechnischer Verbände sowie Interessengruppen als „Motor für eine innovative und selbstbewusste Zahntechnik“. Auf der Agenda stehen folgende Schwerpunkte:

  • Förderung der Qualitätsprothetik
  • Vernetzung von Wissenschaft und Anwendungstechnik in der Zahntechnik
  • Implementierung digitaler Technologien in der Zahntechnik (v. a. auch in der Ausbildung an den Schulen)
  • Nachwuchsförderung
  • Schnittstellenoptimierung von Zahnmedizin, Zahntechnik und Dentalindustrie

Vier Verbände mit zurzeit rund 500 Mitgliedern haben hier ihre Kompetenzen gebündelt, die EADT (European Association of Dental Technology), das Dental Excellence International Laboratory Network, die DFZt (Fachgesellschaft für Digitale Zahntechnik) sowie der FVDZt (Verein zur Förderung der Digitalen Zahntechnik). Ihr Ziel unter dem Dachverband der FZT: Für alle Zahntechniker, egal ob Praxis- oder Dentallabor – vom Azubi über den Meister bis hin zu den Berufs- und Meisterschullehrern – kostenfreie fachliche Informationen mittels eines digitalen Kommunikations- und Wissenskanals (www.dentalnetworx.eu) sowie eine Vielzahl an Fortbildungskursen und -kongressen anzubieten. Dazu gehören z. B. für Azubis deutlich verbilligte Kurse (etwa „Vom rationellen Aufwachsen zum digitalen Design“ mit ZTM Jochen Peters), der erste FZT-Kongress am 09. und 10. September 2016 in Kornwestheim (bei Stuttgart) sowie die Schaffung von Qualitätszirkeln, Expertengruppen und Konsensuskonferenzen mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Praxis und Industrie.

  • Stellten die neue FZT vor (v. l.): Ralf Suckert (Generalsekretär FVDZt und FZT), Andreas Kunz (Präsident der EADT), Björn Roland (Präsident der FDZT) und Hubert Schenk (Präsident des Dental Excellence International Laboratory sowie bereits für 3 Jahre gewählter Präsident der FZT). Der Vorstand der FZT besteht aus den Präsidenten der vier autonom bleibenden Verbände, deren Mitglieder sind automatisch auch Mitglieder der FZT.
  • Stellten die neue FZT vor (v. l.): Ralf Suckert (Generalsekretär FVDZt und FZT), Andreas Kunz (Präsident der EADT), Björn Roland (Präsident der FDZT) und Hubert Schenk (Präsident des Dental Excellence International Laboratory sowie bereits für 3 Jahre gewählter Präsident der FZT). Der Vorstand der FZT besteht aus den Präsidenten der vier autonom bleibenden Verbände, deren Mitglieder sind automatisch auch Mitglieder der FZT.

Mehr Selbstbewusstsein für den Berufsstand

Mit dem Statement „Die Zahntechnik ist ein auf wissenschaftlicher Basis ausgebildetes Handwerk mit Patientenkontakt.“ möchte der neue Verband zudem das Selbstbewusstsein und -verständnis der Zahntechniker stärken und eine zeitgemäße Definition des Berufsbildes erreichen. V. a. der Kontakt Zahntechniker und Patient ist laut Suckert eine „Grauzone“, die aufgehoben werden muss. Zudem ist aus Sicht der FZT der Zahntechniker in seinem Leistungsvermögen, den zahnärztlichen Auftrag für einen qualitativ hochwertigen, funktionellen und ästhetischen Zahnersatz zu erfüllen, sehr eingeschränkt, wenn kein Patientenkontakt besteht. Der Service mit und für den Patienten sei von zahnärztlicher Seite gewünscht, nun müsse auch eine rechtlich sichere Situation geschaffen werden. Um dies auch fachlich vorzubereiten, möchte die FZT verstärkt Schulungen in Hygiene, Kommunikation und Patientenkontakt anbieten.

Keine politische Interessenvertretung

Die FZT sieht sich ausdrücklich nicht als Konkurrent zu standespolitischen Interessenvertretungen wie z. B. dem VDZI. Zwar seien Forderungen wie z. B. zu fairen und leistungsgerechten Gehältern und Ausbildungsvergütungen sowie zu mehr Patientenkontakt stets mit der Standespolitik verknüpft, diese wolle man aber nicht als politische Themen vertreten. Für eine Zusammenarbeit sei man aber offen.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: M. A. Susanne Wolf

Bilder soweit nicht anders deklariert: M. A. Susanne Wolf