Industrie-Report


So lässt sich die Modellgussprothese ästhetisch aufwerten

05.11.2015

Posteriore Zahnformen mit reduzierten basalen Dimensionen.
Posteriore Zahnformen mit reduzierten basalen Dimensionen.

Immer häufiger können Patienten festsitzende Versorgungen angeboten werden – v. a. dank der modernen Implantprothetik. Dennoch stellt herausnehmbarer Zahnersatz eine bleibende Konstante dar. Konsequenterweise zeigt die Entwicklung auf dem Gebiet der Fertigstellung von Total- und Teilprothesen sowie insbesondere von Modellgussarbeiten eine hohe Dynamik. Diese Innovationen kommen vielleicht etwas leiser daher, bieten im zahntechnischen Alltag aber handfeste Vorteile.

Der Modellguss ist ein Klassiker beim herausnehmbaren Zahnersatz. Doch deshalb gehört er trotz der metallischen Basis keineswegs zum „alten Eisen“. Er ist eine Regelleistung der GKV und daher im günstigen Segment für viele Patienten die Versorgung der Wahl. Da sich die Prothese entnehmen lässt, können sie und die verbleibenden Restzähne gut gereinigt werden. So sind alle Voraussetzungen für eine adäquate Mundhygiene gegeben.

Bei der Fertigung des Modellgussgerüsts ergeben sich nicht zuletzt durch Fortschritte im Bereich CAD/CAM neue Möglichkeiten für eine hochwertige und pragmatische Herstellung im Labor. Nach der Fertigung der stabilisierenden Basis, inklusive Verankerungselementen, folgt die Fertigstellung der Modellgussprothese. Hierbei gehören zu einer höherwertigen Arbeit als Pflicht die perfekte funktionelle Gestaltung und als Kür eine herausragende Ästhetik.

Mehr Vielfalt für eine lebendige Ästhetik

Für den Zahntechniker ist es dabei stets ein Bedürfnis, das handwerkliche Können mit den gestalterischen Möglichkeiten in Einklang zu bringen – nur so kann man eine naturähnliche Optik erreichen. Frontzahngarnituren von überzeugenden Konfektionszähnen sollten daher eine lebendige Oberflächen-Textur und im Inneren einen keramikähnlichen Schichtungsaufbau aufweisen. So erhalten sie eine naturidentische Opaleszenz und passen sich sicher an die Nachbarzähne an (wie z. B. bei den Genios A-Frontzähnen, DENTSPLY/ DeguDent, Hanau).

Interdentale Verschlussleisten vermeiden bei dieser Zahnlinie sogenannte „interdentale schwarze Löcher“. So erhält man als Zahntechniker die Möglichkeit, eine natürliche „rote Ästhetik“ zu gestalten und wird gleichzeitig dem eigenen Anspruch gerecht, Prothesenzähne in der Front so aufzustellen, dass die Interdentalpapille natürlich wirkt. Die Leisten sind ausreichend dimensioniert, sodass das interdentale Dreieck sehr klein gehalten werden kann.

Im Seitenzahnbereich ist eine stimmige Kauflächengestaltung entscheidend. Die Genios P Seitenzähne sind deshalb nach dem biomechanischen Okklusionskonzept gestaltet. Hierzu gehört ein vollanatomisches Höcker- Fissuren-Relief. Zudem bietet sich die Möglichkeit zur alternativen Aufstellung in der Zahn-zu-Zahn- oder in der Zahn-zu-zwei-Zahn-Beziehung.

  • Abb. 1 u. 2: Die Frontzahngarnitur Genios A Chic (links) bietet jugendlichere und weichere Schneiden, während die abrasiven Genios A Dynamic-Frontzähne sich durch eine besondere Alterungscharakteristik auszeichnen.

  • Abb. 1 u. 2: Die Frontzahngarnitur Genios A Chic (links) bietet jugendlichere und weichere Schneiden, während die abrasiven Genios A Dynamic-Frontzähne sich durch eine besondere Alterungscharakteristik auszeichnen.
Für den Frontzahn-Bereich fragen Patienten mittlerweile immer häufiger nach einer „jugendlichen“ Optik. Deshalb gibt es seit kurzem neue Garnituren mit einer weicheren Schneide-Charakteristik auf dem Markt (Genios A Chic, Abb. 1). Die ebenfalls neue abrasive Version (Genios A Dynamic, Abb. 2) verfügt über eine besondere Alterungscharakteristik und harmoniert so mit der spätjugendlichen Morphologie der entsprechenden Seitenzahngarnituren. Außerdem muss bei diesen Zahnformen die flache Eckzahnführung nicht mehr eingeschliffen werden, da sie durch die Prothesenzähne schon vorbereitet ist. Insgesamt stehen so mit den beiden Garnituren zwölf neue Zahnformen zur Verfügung.

Quervernetzte Polymerketten sorgen für Festigkeit

Die Basis eines jeden funktional und ästhetisch überzeugenden Zahnersatzes liegt in den Materialeigenschaften der verwendeten Komponenten. Zähne für Total- und Teilprothesen sind heute meist aus speziellen Kunststoffen gefertigt, basierend auf Acrylatpolymeren. Sie lassen sich unkompliziert verarbeiten und sind körperverträglich. Außerdem bieten Acrylate ästhetische Vorteile und lassen sich den optischen Ei genschaften der natürlichen Zähne sehr gut anpassen. Hoch vernetzte Acrylate sind daher in der Prothetik vielfach zum Material der Wahl geworden.

Ein solcher Werkstoff ist IPN (DENTSPLY/DeguDent), was so viel bedeutet wie „Interpenetriertes Polymer-Netzwerk“. Dieser Kunststoff auf Acrylbasis verzichtet auf anorganische Füllstoffe und verfügt dank seiner quervernetzten Polymerketten über eine hohe Festigkeit und Beständigkeit. Außerdem zeichnet ihn seine Homogenität aus – es gibt beispielsweise keine Bereiche mit unterschiedlichen Härten. So werden die Druckbelastungen beim Kauen gleichmäßig aufgefangen, was die Haltbarkeit des Zahnersatzes begünstigt.

Darüber hinaus haben aus IPN gefertigte Zähne eine sehr glatte Oberfläche. Neben den daraus resultierenden ästhetischen Vorteilen weisen sie so eine geringe Plaqueaffinität auf. Hinzu kommt eine Craquelébeständigkeit, die eine lange Haltbarkeit der zahntechnischen Arbeit zusätzlich fördert. Auch bieten die hochgradig vernetzten Copolymere über die gesamte Tragedauer eine gute Abrasions- und Verbundfestigkeit.

Vorteile in der Verarbeitung

Die Zahnlinie Genios bietet aufgrund ihrer lebendig gestalteten Oberflächentextur und ihrer Schichtung in fünf Farbzonen ideale Voraussetzungen für die Gestaltung einer individuellen Ästhetik. So lassen sich die Prothesenzähne individuell und dem Patientenalter entsprechend modifizieren. Durch die hohe Farbstabilität verlieren Genios Zähne auch nach vielen Jahren praktisch nichts von ihrer Brillanz und stellen so auch ästhetisch anspruchsvolle Patienten zufrieden.

Für den zahntechnischen Alltag wünscht man sich von den zu verarbeitenden Prothesenzähnen neben einer ansprechenden Optik v. a. eine flexible Handhabung und leichte Verarbeitbarkeit des Materials. Auch dabei helfen die fünf Farbzonen. Aufgrund ihrer intrinsischen Charakteristik reicht in vielen Fällen bereits ein Umschleifen der Prothesenzähne für ein überzeugendes Ergebnis. Gleichzeitig hat man aber die Möglichkeit, individuelle Facetten gezielt herauszuarbeiten. Da sämtliche Palatinal- und Lingualflächen voluminöser gestaltet wurden, können unterschiedliche technische Anforderungen und Aufstellmethoden umgesetzt werden. Sollte eine Verblendung gewünscht sein, sind auch dünne Schichtstärken (1 bis 1,5 mm) problemlos ästhetisch ansprechend realisierbar, denn die Dentin- Schneide-Mamelon-Charakteristik der Verblendung bleibt durch die dreidimensionale und homogene Schichtung der Genios Zähne erhalten.

Aufwertung der Basisversorgung – Vollendung von „High-end“

  • Abb. 3: Posteriore Zahnformen mit reduzierten basalen Dimensionen ermöglichen bei begrenztem Platz oft ein schnelleres und effizienteres Arbeiten. © Abb. 1-3: DENTSPLY/DeguDent

  • Abb. 3: Posteriore Zahnformen mit reduzierten basalen Dimensionen ermöglichen bei begrenztem Platz oft ein schnelleres und effizienteres Arbeiten. © Abb. 1-3: DENTSPLY/DeguDent
Vielseitigkeit bei gleichzeitig hoher Ästhetik ist das Markenzeichen der Genios Zahnlinie. Als Techniker hat man die Möglichkeit, die Form und Ästhetik der Prothesenzähne je nach Bedarf zu individualisieren. Die große Formvielfalt eröffnet ein beinahe uneingeschränktes Indikationsspektrum. Eine klassische und zeitgemäße Restauration ist hier noch immer die Modellgussprothese, die im einfacheren Falle mit Klammern oder, alternativ dazu, mit Geschieben verankert wird. Genios Zähne erlauben es, diese günstige herausnehmbare Teilprothese ästhetisch hochwertig und nach den Patientenbedürfnissen zu gestalten. Dabei erhält sich der Zahntechniker auch die nötige Flexibilität: Gerade bei partiellen Arbeiten wie Modellgüssen sind im Seitenzahnbereich je nach Indikation die Platzverhältnisse oftmals eingeschränkt. Mit der gekürzten Version der Genios P Zahnreihe reduziert man den Schleifprozess signifikant – man arbeitet rationeller und spart Zeit (Abb. 3).

Alle diese Vorzüge spielt die Zahnlinie selbstverständlich in einem breiten Spektrum von Indikationen aus. Dazu zählt auch der Bereich der implantatprothetischen Highend-Versorgungen.

Da sich das Konzept insgesamt sehr leicht verarbeiten lässt, ergibt sich ein Gesamtpaket, von dem alle Beteiligten gleichermaßen profitieren: Zahntechniker, Zahnärzte und nicht zuletzt die Patienten.


Was gibt es für wichtige und interessante Kongresse und Veranstaltungen im kommenden Jahr 2020? Werfen Sie einen Blick in unsere Übersicht!

Hier geht's zur Übersicht

Besuchen Sie uns doch mal auf unserer Facebookseite! Wir freuen uns über jeden Like und sind gespannt auf Anregungen, Kommentare, Kritik und Ideen für neue Themen!

Hier geht's direkt zur Seite