Industrie-Report


Teil 1: Viteo Base – eine neue Titanklebebasis

24.10.2017

Abb. 1: Innovation in der Implantatprothetik: die Titanklebebasis Viteo Base.
Abb. 1: Innovation in der Implantatprothetik: die Titanklebebasis Viteo Base.


Auf der IDS 2017 in Köln wurde im Rahmen der neuen Kategoriemarke „Ivoclar Digital“ eine neue Titanklebebasis für implantatgetragene Einzelzahnversorgungen vorgestellt: Viteo Base (Abb. 1). Diese Titanklebebasis vervollständigt die Ivoclar Vivadent Abutment Solutions, zu der auch restaurative, provisorische und definitive Materialien sowie Befestigungsmaterialien gehören. Dieser Beitrag in zwei Teilen stellt das technologisch einzigartige Konzept der Titanklebebasis vor.

Ein Blick auf den globalen Markt zeigt: Für Abutments wächst die Nachfrage stetig. Zweiteilige Aufbauten, sogenannte Hybrid-Abutments oder Hybrid-Abutmentkronen, die aus Titanklebebasis und Keramikaufbau bestehen, haben sich über Jahre hinweg erfolgreich etabliert. Einige der führenden Implantathersteller bieten für ihre eigenen Implantatsysteme Titanklebebasen an. Daneben existieren Unternehmen ohne eigene Implantatsysteme, die jedoch Klebebasen für verschiedene Implantatschnittstellen vertreiben. Funktionalität, Biokompatibilität und die Passung zum Implantat dürfen heute vorausgesetzt werden.

Dennoch bestehen Schwachstellen, welche die Langlebigkeit der Gesamtrestauration beeinträchtigen können. Solche Risikofaktoren sind auf zwei Ebenen zu beobachten:

  • Fehlende Materialabstimmung: Es gibt Titanklebebasen passend für unterschiedlichste Implantatanschlüsse. Fehlt allerdings die zusätzliche Abstimmung des Klebebasen- Designs auf die konkret zum Einsatz kommenden Aufbaumaterialien, so kann dies zu ungleichmäßigen Kraftverteilungen und in der Folge zu Abplatzungen etc. führen. Das betrifft vor allem keramische Werkstoffe.
  • Unsachgemäße Handhabung: Unwissen hinsichtlich zulässiger Produktkombinationen und der korrekten Anwendung der einzelnen Materialien kann zu einer fehlerhaften Konditionierung bzw. Befestigung führen. Die Verbundstabilität zwischen Basis und Aufbau ist gefährdet.

Hier hat Ivoclar Vivadent mit der Entwicklung der Viteo Base angesetzt.

Die Philosophie hinter dem Produkt

Das Unternehmen ist seit Jahren als Spezialist im Bereich prothetischer Materialien etabliert. Nun wurde mit der Viteo Base ein Novum geschaffen: die erste Titanklebebasis, die nicht nur eine präzise Passung der Anschlussgeometrien bietet, sondern Teil eines abgestimmten Gesamtkonzepts speziell für Implantatversorgungen ist. Innerhalb der Ivoclar Vivadent Abutment Solutions bilden Titanklebebasis, Befestigungs- und Restaurationsmaterialien eine Einheit. Der Ansatz des Entwicklerteams bestand darin, die Implantatversorgung von Grund auf in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Somit wurden beim Design der Titanklebebasis gezielt die spezifischen Eigenschaften der Restaurations- und Befestigungsmaterialien mitberücksichtigt. Das Portfolio rund um Viteo Base umfasst hochwertige Werkstoffe für temporäre Versorgungen (Telio CAD) und definitive Restaurationslösungen (IPS e.max CAD/IPS e.max Press) ebenso wie ergänzende Materialien zur Konditionierung (Monobond Plus, SR Connect) und Befestigung (Multilink Hybrid Abutment) – alles aus einer Hand (Abb. 2 u. 3).

  • Abb. 2: Viteo Base kann mithilfe der Viteo Base Press Sleeves, die Teil des Viteo-Sortiments sind, ideal mit IPS e.max Press verarbeitet werden.
  • Abb. 3: Das selbsthärtende Befestigungskomposit Multilink Hybrid Abutment für das defi nitive Verkleben von Viteo Base mit Keramikoder PMMA-Strukturen ist in zwei Opazitätsstufen erhältlich.
  • Abb. 2: Viteo Base kann mithilfe der Viteo Base Press Sleeves, die Teil des Viteo-Sortiments sind, ideal mit IPS e.max Press verarbeitet werden.
  • Abb. 3: Das selbsthärtende Befestigungskomposit Multilink Hybrid Abutment für das defi nitive Verkleben von Viteo Base mit Keramikoder PMMA-Strukturen ist in zwei Opazitätsstufen erhältlich.

Entwicklungsziele

Um die Langlebigkeit der gesamten Restauration zu verbessern, wurden also das Wissen um Möglichkeiten, Grenzen und Eigenschaften der entsprechenden Restaurationsmaterialien sowie das Know-how rund um Konditionierung und Befestigung in die Entwicklungsarbeit transferiert. Ein besonderes Augenmerk des Teams lag darauf, durch das Design der Titanklebebasis ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Viteo Base und dem prothetischen Aufbau zu erzielen. In diversen Testreihen wurde dieses Zusammenspiel erfolgreich geprüft. Grundlage für die Entwicklung des keramikgerechten Designs, des sogenannten Soft-edge Designs, war die Einhaltung der Rahmenbedingungen des indizierten Werkstoffs. Das betrifft z. B. Präparationsrichtlinien mit den vorgegebenen Mindestmaterialstärken. Gleichzeitig wurde der Tellerrand der Viteo Base besonders grazil gestaltet, um den ästhetischen Anteil besser gestalten zu können und somit das Potenzial der Hybrid-Abutment-Restaurationen zu unterstützen. Daneben sollte die Klebefläche der Viteo Base in ihrer Oberflächenbeschaffenheit für eine einfache und sichere Verbindung mit dem restaurativen Material optimiert werden. Erzielt wurde dies über eine industrielle Vorkonditionierung, die beste Voraussetzungen für eine dauerhafte, zuverlässige Befestigung bietet.

Fazit: langlebiger Implantataufbau

Diese Merkmale in ihrer Kombination – noch ergänzt durch diverse weitere innovative Details, die im Folgebeitrag (siehe unten) noch weiter ausgeführt werden – heben die Viteo Base von den übrigen Titanklebebasen am Markt ab. Ivoclar Vivadent hat in der Entwicklungsarbeit langjährige, umfassende Erfahrungswerte verschiedener Bereiche zusammengeführt und so erfolgreich die gesetzten Ziele erreicht. Die neuartige Titanklebebasis ist kompatibel zu den gängigen Implantatsystemen und deckt dank kürzbarer Kaminhöhe einen Großteil der klinischen Anwendungen ab. Durch die Integration in das etablierte Gesamtkonzept der Ivoclar Vivadent Abutment Solutions stehen dem Anwender der Viteo Base sowohl presskeramische als zukünftig auch CAD/CAM-basierte Workflows zur Herstellung von Hybrid-Abutments offen. Die Viteo Base wurde in Kombination mit den Komponenten und Accessoires beider Workflow-Optionen erfolgreich geprüft.

Dank der Implementierung der Restaurationsmaterialien in die Prüfverfahren konnte nicht nur die Langlebigkeit der Viteo Base an sich, sondern auch jene des gesamten Implantataufbaus positiv bestätigt werden. Auf diese Weise konnten optimale Voraussetzungen für die Langlebigkeit der gesamten implantatprothetischen Versorgung geschaffen werden.

Teil 2 dieses Beitrages in der Novemberausgabe informiert über die speziellen Produkteigenschaften der Klebebasis, insbesondere über ihre besonderen Merkmale im Vergleich zu Mitbewerberprodukten. In der ersten Ausgabe 2018 (Februar) folgt dann ein Beitrag zur praktischen Anwendung anhand eines klinischen Patientenfalls. 

weiterlesen

WEITERE INFORMATIONEN:

www.ivoclardigital.com



Das könnte Sie auch interessieren:

Die aktuelle Ausgabe

Besuchen Sie uns doch mal auf unserer Facebookseite! Wir freuen uns über jeden Like und sind gespannt auf Anregungen, Kommentare, Kritik und Ideen für neue Themen!

Hier geht's direkt zur Seite

Meistgelesene Artikel

Abb.00 3762b8 Seit über einem Jahr sind jetzt die in das Strafgesetzbuch eingefügten §§ 299a und 299b StGB zum Thema Antikorruption in Kraft.