Interview


Ein Dentallabor auf dem Weg zum autorisierten Fräszentrum

04.09.2015


Seit Ende 2014 bietet VITA Zahnfabrik, Bad Säckingen, für ausgewählte Fräszentren ein Autorisierungsprogramm an. Dabei erfolgt sowohl eine Qualifizierung der verwendeten Soft- und Hardware inklusive Abstimmung auf die verarbeiteten VITA CAD/CAM-Materialien als auch eine Prozessvalidierung. Das erforderliche Know-how stammt dabei sowohl von dem Materialhersteller selbst als auch von den Herstellern der eingesetzten CAD/CAM-Systemkomponenten. Wer alle erforderlichen Tests erfolgreich besteht, erhält ein Gütesiegel als „VITA autorisiertes Fräszentrum“. Im Interview erläutert Kay Wolter, Business Development Manager CAD/CAM bei VITA, welche Ziele das Unternehmen mit dem neuen Programm verfolgt. ZT Rigo Dombrowski und ZTM Anja Dombrowski-Wagner, beide Geschäftsführer des Meisterlabors und Fräszentrums Bio Dental Art in Gladbeck, berichten über die Vorteile, die sich durch die Autorisierung für ihren Betrieb ergeben. Sie zählen zu den ersten Unternehmern in Deutschland, die die Validierung erfolgreich abgeschlossen aben.

Herr Wolter, aus welchem Grund hat VITA das Programm zur Autorisierung von Fräszentren ins Leben gerufen?

  • Kay Wolter, Business Development Manager CAD/CAM bei VITA.

  • Kay Wolter, Business Development Manager CAD/CAM bei VITA.
In der digitalen Zahnheilkunde ist ein Trend zum Einsatz von CAD/CAM-Systemen mit offenen Schnittstellen zu beobachten, der Anwendern maximale Flexibilität hinsichtlich der Wahl von Systemkomponenten und Werkstoffen bietet. Allerdings ist die Sicherstellung hochwertiger Ergebnisse nur dann möglich, wenn eine Abstimmung aller Systemkomponenten aufeinander sowie auf die verarbeiteten Materialien erfolgt. Als Hersteller von CAD/CAM-Materialien, der für seine hohe Produktqualität bekannt ist, möchte VITA Zahnfabrik Fräszentren bei dieser Abstimmung und Prozessoptimierung Unterstützung bieten. So wird sichergestellt, dass mit den VITA CAD/CAM-Materialien Restaurationen mit gleichbleibend hoher Qualität hergestellt werden.

Welche Tests sind erforderlich, um als Fräszentrum das VITA-Gütesiegel zu erhalten?
Zunächst wurde das verwendete CAD/CAM-System qualifiziert. Hierfür arbeiten wir eng mit den Anbietern der einzelnen Komponenten – Scanner und CAD-Software, CAM-Software und Fräsmaschinen zusammen, um beispielsweise Frässtrategien weiterzuentwickeln und so reibungslose Prozessabläufe zu sichern. Dann erfolgte die Validierung für jedes gewünschte VITA-Material. Hierzu werden nach von VITA vorgegebenen STL-Daten verschiedene Restaurationen und Prüfkörper erstellt, die anschließend am Unternehmenssitz in Bad Säckingen zahlreiche Tests durchlaufen, um die Qualität, Passung und mechanischen Eigenschaften der gefertigten Objekte zu beurteilen.

Nach welchen Kriterien werden die Fräszentren für das neue Programm ausgewählt?

Bio Dental Art ist ein gutes Beispiel für einen Fräsdienstleister, der unseren Kriterien entspricht: Mit 17 Mitarbeitern weist das Unternehmen eine ausreichende Größe auf. Zudem kommt hier bereits seit acht Jahren CAD/CAM-Technologie für die Zahnersatzfertigung zum Einsatz, sodass auf langjährige Erfahrung aufgebaut wird. Der Betrieb ist mit zwei CAD-Arbeitsplätzen, vier Fertigungseinheiten und einer eigenen CAD/-CAM-Administration nicht nur technologisch breit aufgestellt, sondern auch personell qualifiziert. Dabei legt das gesamte Team großen Wert auf Qualität. Um diese sicherzustellen, werden bei vollkeramischen Restaurationen bevorzugt Materialien der VITA Zahnfabrik eingesetzt. Kunden, die sich angesprochen fühlen und an dem Programm teilnehmen möchten, können sich an das Business Development Management von VITA wenden.

Herr Dombrowski, aus welchem Grund haben Sie entschieden, Ihr Fräszentrum von VITA autorisieren zu lassen?

  • ZT Rigo Dombrowski bei der Bedienung einer der vier Fertigungseinheiten.

  • ZT Rigo Dombrowski bei der Bedienung einer der vier Fertigungseinheiten.
Ich setze seit 42 Jahren Produkte der VITA Zahnfabrik ein und weiß, dass ich mich auf deren Qualität verlassen kann. Als Kay Wolter uns fragte, ob wir an dem neuen Programm teilnehmen möchten, zögerten wir nicht lange. Denn wir sahen darin eine Chance, die Qualität unserer CAD/CAM-gefertigten Versorgungen noch weiter zu verbessern. Und diesbezüglich wurden wir nicht enttäuscht: Schon die Systemvalidierung hat uns genau aufgezeigt, an welchen Stellen noch Optimierungspotenzial bestand. Durch die exakte Abstimmung zwischen Material und Prozess ist nach Abschluss der Autorisierung sichergestellt, dass wir das volle Potenzial der geprüften VITA-Materialien ausschöpfen können. Davon profitieren nicht nur wir, sondern auch unsere Kunden und die Patienten.

Frau Dombrowski-Wagner, welcher Prozess und Werkstoff wird derzeit von VITA validiert? 

  • ZTM Anja Dombrowski-Wagner an einem der zwei CAD-Arbeitsplätze im Fräszentrum.

  • ZTM Anja Dombrowski-Wagner an einem der zwei CAD-Arbeitsplätze im Fräszentrum.
Wir haben uns dafür entschieden, zunächst den Prozess rund um die Verarbeitung der voreingefärbten Zirkoniumdioxidrohlingen VITA YZ (in den beiden Varianten T und HT) validieren zu lassen. Diese werden bei uns in Disc-Geometrie zur Herstellung von Kronen- und Brückengerüsten (bis zu 16 Glieder), Marylandbrücken sowie monolithischen Versorgungen auf Implantaten und natürlichen Zähnen verwendet. Für den Fertigungsprozess kommen Scanner und CAD-Software von 3Shape (Kopenhagen/ Dänemark), die CAM-Software ZYKLONcam von KON-AN-TEC (Münster) und vornehmlich die Fräsmaschine 4820 von WIELAND Dental + Technik (Pforzheim) sowie der HighSpeed-Sinterofen VITA ZYRCOMAT 6000 MS zum Einsatz, die entsprechend qualifiziert wurden.

Warum setzen Sie auf Zirkoniumdioxid von VITA, Herr Dombrowski?

Wir haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Werkstoffe unterschiedlicher Hersteller und Preisklassen getestet. Dabei stellte sich heraus, dass insbesondere die kostengünstigen Zirkoniumdioxidrohlinge häufig Qualitätsschwankungen zeigen. Vor allem die Härte des Materials variierte je nach Charge spürbar, und dies hat Auswirkungen auf das Fräsergebnis. Vor zwei Jahren entschieden wir uns schließlich, auf VITA YZ umzusteigen. Ausschlaggebend war neben der gleichbleibend hohen Qualität der Rohlinge auch die ausgezeichnete Erfahrung mit VITA Produkten sowie die Tatsache, dass die Rohlinge in Deutschland produziert werden. Ein weiterer Pluspunkt: Das Unternehmen steht nicht durch ein eigenes Fräszentrum mit uns im Wettbewerb.

Welche Ziele haben Sie sich für die zukünftige Entwicklung Ihres Fräszentrums gesetzt?

Aufgrund des stetig steigenden Interesses an unseren Fräsdienstleistungen planen wir konkret, eine unserer kleinen Maschinen gegen eine größere, leistungsfähigere zu ersetzen. Zudem liegt unser Augenmerk darauf, die bestehenden Workflows in unserem Unternehmen weiter zu perfektionieren – und dabei bietet die VITA Zahnfabrik mit ihrem Autorisierungsprogramm eine große Unterstützung.

Wir danken Ihnen für das interessante Gespräch.


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