Interview

Menschen hinter cara: Interview mit Peter Pietsch, Technischer Berater Digital Services bei Heraeus Kulzer

Nah am Kunden

04.09.2015

Hilfe vor Ort: Software-Neuerungen erklärt der Technische Berater CAD/CAM Peter Pietsch (rechts) Anwendern direkt im Labor.
Hilfe vor Ort: Software-Neuerungen erklärt der Technische Berater CAD/CAM Peter Pietsch (rechts) Anwendern direkt im Labor.

Die moderne Zahntechnik ist ohne CAD/CAM-Technologien kaum noch vorstellbar. Damit Anwender in Praxis und Labor die neuen Möglichkeiten nutzen können, gibt Peter Pietsch, Technischer Berater Digital Services bei Heraeus Kulzer, Hilfestellung bei allen Fragen rund um die digitale Prothetik. Im Interview gibt er Einblicke in seine tägliche Arbeit.

Mit welchen Fragen kommen Anwender auf Sie zu?

Das ist ganz unterschiedlich. Einige kommen mit einfachen Design- oder Software-Fragen, z. B. „Wie tausche ich Standardzähne und -Pontics in der Bibliothek gegen andere Formen und Größen aus?“ oder „Wie stelle ich den virtuellen Artikulator ein?“. Oft sind es die kleinen Kniffe, mit denen wir in diesen Situationen helfen können. Wenn Anwender schnell Hilfe brauchen, schalten wir uns einfach via Fernzugriff auf den Rechner und unterstützen direkt am Bildschirm. Dazu muss nur der Remote-Assistent aktiviert werden. Hilfestellung geben wir auch in kniffligen Fällen, beispielsweise beim Abutment-Design. Hier sind wir als Technische Berater quasi das Bindeglied zwischen Fertigungszentrum und Labor.

Ist der Unterstützungsbedarf in der digitalen Prothetik höher als bei klassischen Methoden?

Die Beratung beginnt früher, z. B. bei der Frage, welchen Rechner der Kunde kaufen soll. Schon zu diesem Zeitpunkt geben wir Hilfestellung. Nach der Entscheidung für die Hardware helfen wir bei der Installation und unterstützen mit Kursen oder Inhouse-Schulungen beim Wissensaufbau. Für einige Labore mit hohem CAD/CAM-Anteil ist auch die Anschaffung einer eigenen Fräsmaschine interessant. Hier bieten wir Anwendern mit unserem Komplettangebot cara DS 360° für jeden Schritt im digitalen Workflow die passende Lösung. Dabei erleichtert mir mein Hintergrundwissen als gelernter Zahntechniker die Verbindung von analogem und digitalem Know-how. Denn die digitale Zahntechnik ergänzt die klassischen Methoden, kommt aber ohne sie nicht aus. Das Wissen über Materialien und Fertigungsverfahren bleibt unerlässlich. Wem das bewusst ist, der tritt mit wesentlich realistischeren Erwartungen an die neuen Techniken heran. Und läuft nicht Gefahr, die Komplexität hochwertiger, digital designter und gefertigter Arbeiten zu unterschätzen.

Werden Sie immer mehr zum IT-Berater?

Nein, Zahntechnik ist und bleibt ein Handwerk. Aber der digitale Anteil wächst auch hier rasant und verändert das Berufsfeld. Einige Kunden bewegen sich bereits sicher in den neuen Feldern, andere sind noch zögerlich. In diesem Spannungsfeld findet die technische Beratung statt. Die Herausforderung liegt darin, den Kunden dort abzuholen, wo er ist. Das kann heißen, ihn beim Anschluss des PCs oder der Datensicherung zu unterstützen, ein Netzwerk mit unterschiedlichen Geräten zu erstellen oder zu zeigen, wie man einen CAM-Output generiert. Als erste Service-Leistung empfehle ich meinen Kunden, die cara-Kulzer Webseite als Startseite einzurichten. Dort finden sie die wichtigsten Hilfestellungen und bleiben über Neuerungen in der digitalen Prothetik auf dem Laufenden.

Manche Anwender sind unsicher im Umgang mit modernen Technologien. Wie bauen Sie Hemmungen ab?

  • Peter Pietsch unterstützt Anwender seit sieben Jahren als Technischer Berater Digital Services bei Heraeus Kulzer in allen Fragen rund um CAD/CAM-Anwendungen.  Dabei kann der gelernte Zahntechniker auf umfangreiche Materialkenntnisse aus seiner Tätigkeit als Technischer Berater für Materialien beim Hanauer Dentalhersteller zurückgreifen.

  • Peter Pietsch unterstützt Anwender seit sieben Jahren als Technischer Berater Digital Services bei Heraeus Kulzer in allen Fragen rund um CAD/CAM-Anwendungen. Dabei kann der gelernte Zahntechniker auf umfangreiche Materialkenntnisse aus seiner Tätigkeit als Technischer Berater für Materialien beim Hanauer Dentalhersteller zurückgreifen.
V. a. älteren Kollegen fehlt häufig die digitale Erfahrung im Alltag. Das ist bei der jüngeren Generation anders, da sie mit Smartphones, Tablets und Co. aufwächst. Durch diese Alltagserfahrung haben junge Zahntechniker auch im Beruf weniger Berührungsängste. Als Technischer Berater helfe ich, diese Ängste bei Kollegen abzubauen. Die Kunst ist, den riesigen Berg an digitalen Kenntnissen Schritt für Schritt zu erklären. Dabei helfen auch die cara Zahntechnik-Kurse, in denen wir CAD/CAM-Knowhow entsprechend des Wissensstandes der Teilnehmer vermitteln. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener: Wer den Mehrwert für die tägliche Arbeit im Labor sieht, geht motivierter an die neue Technik heran.

Sie beraten auch Zahnärzte. Sehen Sie Unterschiede im Umgang mit digitalen Technologien?

Zahnärzte haben erkannt, dass sie durch die digitale Zahntechnik ästhetische und individuelle Restaurationen erhalten. Die Einstiegsbereitschaft in die computergestützte Prothetik ist hoch. Viele Zahnärzte sind interessiert am Thema Intraoralscan, allerdings ist die Verbreitung noch gering. Hier können Labore ihren Wissensvorsprung nutzen und zum Berater der Zahnärzte in der digitalen Prothetik werden. Als Technische Berater unterstützen wir die partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Was bedeutet digitaler Service für Sie?

Bei allen Fragen und Problemen in der digitalen Prothetik zu unterstützen und das auf allen Kanälen: telefonisch, online per Fernwartung oder persönlich vor Ort. Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass wir gemeinsam mit ihnen Lösungen für jedes Problem finden und sie entlang des kompletten Workflows beraten. In unseren neuen cara DS mill 2.5 Hands-On Kursen zeigen wir alle Schritte vom Scan über das laborseitige Fräsen bis zur fertigen Arbeit. Aufbauend auf der Materialkompetenz von Heraeus Kulzer verbinden wir dabei Wissen aus dem analogen und digitalen Bereich.

Welche Rolle spielt die Marke cara für Sie im täglichen Kontakt mit Anwendern?

Im direkten Kontakt habe ich die Möglichkeit, unser Markenversprechen in die Tat umzusetzen: cara makes life so easy. Denn wenn die Schritte im System perfekt aufeinander abgestimmt sind, erleichtert das die Arbeitsabläufe. So haben Anwender mehr Zeit fürs Wesentliche. Für mich ist das mein täglicher Ansporn.


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