Interview

„ladies dental talk“

Zahntechnikerinnen erweitern das Netzwerk für Zahnärztinnen

04.11.2013

Zahntechnikermeisterin Sylvia Deusser (links) und Zahntechnikermeisterin Andrea Bauer
Zahntechnikermeisterin Sylvia Deusser (links) und Zahntechnikermeisterin Andrea Bauer

In zehn Städten gibt es bereits Labor-Partner, die den Netzwerkgedanken des „ladies dental talk“ auf zahntechnischer Seite stärken. Diese sind auch Impulsgeber für interdisziplinär – zahnmedizinisch-zahntechnisch – relevante Fortbildungsveranstaltungen. Über Beweggründe, sich in diesem Netzwerk für Zahnärztinnen zu engagieren, über ihre Veranstaltungseindrücke und die Nutzenaspekte berichten zwei Mit-Initiatorinnen in der Region Rhein-Main: die Zahntechnikermeisterinnen Sylvia Deusser, Mit-Geschäftsführerin der Galler Zahntechnik, und Andrea Bauer, Inhaberin des Labors ZahnAkzente, beide Frankfurt.

Was hat Sie dazu bewogen, Partner-Labor des ladies dental talk zu werden?

Sylvia Deusser: Frauen sind in der Dentalbranche schon immer unverzichtbar. Das beginnt bei der Helferin und führt bis zur Universitätsprofessorin. Ich beobachte seit Jahren eine Zunahme des Frauenanteils, immer mehr auch in Führungspositionen. Qualität in der Zusammenarbeit von Zahnarztpraxis und Dentallabor ist ohne Kommunikation undenkbar. Es hat mich deshalb sofort fasziniert, dass mit ladies dental talk eine Kommunikationsplattform angeboten wird, die Frauen in dentaler Verantwortung einen Rahmen dafür bietet. Ich bin deshalb schon von Anfang an dabei und wir haben bereits zwei Veranstaltungen in Frankfurt mit viel Erfahrungsaustausch mitgestalten können.

Andrea Bauer: Ich bin seit Oktober 2012 Labor-Partnerin – also ebenfalls von Anfang an. Bereits in Fachzeitschriften bin ich auf den ladies dental talk aufmerksam geworden und nach einer Internet- Recherche hatte ich gleich den Eindruck: Das passt – zumal ich beschlossen hatte, meine Labortätigkeit stärker auf Zahnärztinnen auszurichten. Das Qualitätsdenken, der wertschätzende Umgang und die Stärkung der Dentallabore vor Ort, die der ladies dental talk propagiert, haben mich direkt angesprochen. Nach einem persönlichen Gespräch mit dem Organisations-Team wusste ich: Ich möchte dabei sein.

Wie haben Sie die ersten Netzwerkabende in Frankfurt erlebt?

Andrea Bauer: Am Anfang des ersten Netzwerkabends war ich ziemlich nervös. Aber das hat sich schnell gelegt, weil die Atmosphäre so locker und inspirierend und alles toll organisiert war. Ich konnte mich als Laborinhaberin mit hohem Qualitätsdenken präsentieren und so geben, wie ich bin. Den Austausch mit den Zahnärztinnen, mit der Initiatorin der ladies dental talks Frau Dr. Karin Uphoff und ihrem Team sowie den anderen Partnern fand ich sehr anregend. Gespräche ergeben sich in stilvoller Atmosphäre und beim gemeinsamen Essen so ganz nebenbei. Und ich habe viel über die Themen erfahren, die Zahnärztinnen beschäftigen. Ob bei der Museumsführung oder am Tisch: Die Gespräche waren selten fachlich-medizinisch, sondern drehten sich mehr um die Betreuung von Patienten und wie ich als Laborinhaberin kompetent unterstützen und beraten kann. Und wenn die Chemie stimmt, ergeben sich die Kontakte von selbst.

Sylvia Deusser: Die Atmosphäre bei den Veranstaltungen ist locker und ungezwungen. Durch den kulturellen Teil – der in meinen Augen ein wichtiges Element der Abende ist – kommen die Teilnehmerinnen auf zwanglose Art in Kontakt. Das gemeinsam Erlebte ist dann eine gute Basis für weitere Gespräche. Natürlich geht es immer auch um Fachliches, denn das Versorgen von Patienten mit guter Prothetik bildet die Schnittstelle der Gespräche. Die Probleme, die auftauchen, sind ja überall die gleichen und es bringt neue Ideen, wenn man hört, wie andere Frauen damit umgehen. Manchmal kann man auch den anderen mit eigenen Erfahrungen weiterhelfen.

Als Mit-Initiatorinnen der Frankfurt-Events investieren Sie Zeit und Geld in das Netzwerkformat. Worin sehen Sie die Vorteile Ihres Engagements?

Sylvia Deusser: Frauen werden in der zahnärztlichen Versorgung immer wichtiger und stellen einen immer größeren Teil des Marktes für die Zahntechnik dar. Mit ihren besonderen Fähigkeiten zu kommunizieren sind sie dafür prädestiniert, einen Beruf auszuüben, in dem die Kommunikation und Zusammenarbeit vor Ort qualitätsbestimmend sind. Die Männer mögen manchmal handwerklich effizienter sein, Frauen haben aber durch gute Kommunikation und ihr Einfühlungsvermögen oftmals die Nase vorn. Beim ladies dental talk kann ich zeigen, wie Zahnärztinnen von Frauen-Power in der Laborführung profitieren. Galler Zahntechnik hat in Frankfurt einen guten Namen für hochwertige Arbeiten. Wir machen keine Direktwerbung für unseren Service. Wir legen Wert darauf, unser Renommee zu pflegen. Es lohnt sich deshalb für mich, in ein Projekt zu investieren, das es mir erlaubt, potentiellen Kundinnen meine Kompetenz zu zeigen. Es geht mir nicht um Kundenakquise, sondern darum, mich und mein Unternehmen Galler Zahntechnik weiter bekannt zu machen. Unser Labor wurde in Frankfurt 1961 gegründet und ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Ich wünsche mir, dass die Zahnärztinnen erfahren: „Wer steckt eigentlich dahinter?“

Andrea Bauer: Der ladies dental talk ist sehr hochwertig angelegt. Zu den Netzwerkabenden kommen nur Zahnärztinnen, die aufgeschlossen und modern sind sowie gewisse Ansprüche an Qualität und Kommunikation stellen. Und das passt zu meinen eigenen Werten. Als regionale Dentallabore haben wir nur eine Chance gegen das Preisdumping zu bestehen, wenn wir auch durch Service und Beratung punkten. Wenn eine Arbeit mal nicht auf Anhieb passen sollte, bin ich in der Nähe und kann sofort handeln. Das gleiche gilt bei der Beratung am Stuhl, wenn es um unterschiedliche Versorgungsmöglichkeiten etwa bei Zahnverlust geht. Das kann kein Labor aus dem Ausland. Durch die Berichterstattung in den Fachmedien und über Social Media werde ich mit meinem Labor stärker wahrgenommen. Und das auf eine dezente Art. Bei den Netzwerkabenden in Frankfurt haben sich zum Beispiel Kontakte vertieft, die vorher nur sehr lose waren. Dadurch hat sich auch schon die eine oder andere Zusammenarbeit ergeben. Und mit jeder Arbeit steigt dann das Vertrauen in mein Labor.

Wenn Sie anderen Dentallaboren eine Labor- Partnerschaft in der eigenen Region empfehlen würden: Warum und mit welchem Ziel?

Andrea Bauer: Labore, die mit ladies dental talk kooperieren, sollten sich vorher fragen, was ihr Ziel ist. Wenn sie moderne Zahnärztinnen ansprechen und sich langfristig für eine bestimmte Form des Miteinanders stark machen möchten, sind sie hier richtig. Wer nur „Adressen sammeln“ und platt für sich werben möchte, sollte sich andere Plattformen suchen.

Sylvia Deusser: Für Kolleginnen, die für ihr Labor einen hohen Qualitätsanspruch haben, und die einen eigenen individuellen selbstbewussten Weg gehen wollen, lohnt es sich, aus dem Alltagstrott auszubrechen und sich auf die neue Kommunikationsplattform einzulassen.

Wie wird man Partner-Labor?

Sylvia Deusser: In der Branche ist bekannt, dass unser Betrieb von einer Zahntechnikermeisterin geleitet wird. Als ladies dental talk beschloss, auch nach Frankfurt zu kommen, und uns angesprochen hat, waren wir sofort dabei! In Frankfurt haben wir uns mit Frau Bauer vom Dentallabor ZahnAkzente zusammengetan, um die Kosten für eine Labor-Partnerschaft zu teilen. Das ist für uns ein sehr effektiver Weg, unsere Botschaften an die Frau zu bringen.

Andrea Bauer: Voraussetzungen, um als Labor mit ladies dental talk zu kooperieren, liegen darin, dass eine Frau Geschäftsführerin oder zumindest in verantwortungsvoller Position tätig ist und dass die Wertevorstellungen zueinander passen. Entweder man nimmt selbst Kontakt zum ladies dental talk auf oder wird vom Team angesprochen: etwa wenn das Netzwerkformat in eine neue Stadt kommt.

Vielen Dank für das Gespräch!

 


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